@Mitglied #740028
Gentlemen sind aus der Zeit gefallen, nach Außen hin sehr galant und entgegenkommend, aber in Wahrheit ebenso sehr konservativ wie traditionell, was alte Rollenbilder angeht. Also halt Männer aus den 1950er, die sich dann daheim doch lieber bedienen und umsorgen lassen wollen. Sie schätzen kluge Frauen, schmücken sich damit, tun sich mitunter schwer, wenn sie dann doch erfolgreicher im Job ist und sogar mehr Geld nachhause bringt.
Was sie vom Macho unterscheiden ist nur, dass der Macho seine Frauenfeindlichkeit offen zutage trägt, während der Gentleman klare Rollenbilder im Privaten favorisiert und auch entsprechend lebt. Der Macho hat Statussymbole (Auto, Geld, SmartPhones etc.) um Frauen zu beeindrucken, der Gentleman hat Frauen als Statussymbole um sich bedeutender zu fühlen und zu kontrollieren. Man kann sagen, dass der Macho die grobschlächtige Version eines Gentleman ist. Der Macho ist ein Egomane, der Gentleman ein Opportunist, das macht ihn als Partner um so gefährlicher. Was Beide aber im Endeffekt verbindet, es geht hier nicht um Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern um Macht, Dominanz und latente Herabwürdigung.