ich auch, kunnts du amoi wos kurz und prägnant aufn punkt bringa??
Gut daß du die Frage nicht mir gestellt hast - ich müßte sie analysieren, zum Teil bejahen und zum Teil verneinen, natürlich mit Begründung und einer Erläuterung, warum für mich sowieso andere Maßstäbe gelten als für alle anderen
1. @just_a_girl: deine Erklärungsversuche im Zusammenhang mit Kindesmißbrauch lesen sich zwar schlüssig, sind aber allenfalls eine von vielen Möglichkeiten. Aus
meinem Erleben kann ich nur sagen: ich war vor allem in jungen Jahren eher über- als unterdurchschnittlich sexuell aktiv, habe
Orgasmen noch vor Eintritt der Pubertät gehabt, habe irgendwann ab Mitte oder Ende 30 sowohl durch "nur" Vaginal- wie auch Analstimulation Orgasmen genossen, weiß von etlichen anderen Mißbrauchsopfern, bei denen die Entwicklung ähnlich verlaufen ist. Selbst wenn man mich als außergewöhnlichen Menschen betrachten wollte (auch hier irrst du - mit ein Grund für mich, hier zu sein, hat auch mit meiner Mißbrauchsvergangenheit zu tun, und ich bin da sicher kein Einzelfall). Ich würde meinen, daß solche Erklärungsansätze als Indiz pro/contra Orgasmusfähigkeit damit eigentlich schon unbrauchbar sind.
2. @art-zebra: deine These, daß grundsätzlich jede Frau orgasmusfähig sei, halte ich nicht nur für gewagt, sondern auch für unlogisch. Zum einen: ich bin nicht "alle Frauen" - ergo kann ich nicht festlegen, ob und was andere Frauen empfinden können. Du bist keine Frau - ergo kannst du nur aus den Kontakten, die du tantrisch 'behandelt' hast, schlussfolgern - mag sein, daß du damit relativ gute "Ergebnisse" erzielst, aber brauchbare Anhaltspunkte hast du eben nicht. Allenfalls kannst du - ähnlich wie Sabrina weiter oben - nur Teilaspekte aus deiner Erfahrungswelt beisteuern. Die aber sind als Beweis ungefähr so zuverlässig wie die Behauptung eines Leichtathletiktrainers, 100 % aller Jugendlichen sei imstande, 4 m im Weitsprung zu schaffen. Diejenigen, die dazu nicht in der Lage sind, wird er aus den verschiedensten Gründen nicht in seinem Training antreffen.
3. den meisten von uns wird bekannt sein, daß Menschen unterschiedliches Schmerzempfinden, unterschiedliche Geschmackswahrnehmungen usw. - also unterschiedliche Sinneswahrnehmungen haben. Natürlich gibt es Abweichungen innerhalb einer als Norm festgelegten Spannbreite. Nur: mir kräuselt sich ein bißchen das Nackenfell (und das intellektuelle gleich mit), wenn alles, was von diesem "Normbereich" abweicht, als krank, behandlungsbedürftig oder sonstwas deklariert wird. Es ergibt doch einfach keinen Sinn - oder nur den, daß hiermit Frauen wie Männer damit vermittelt kriegen, sie müßten etwas "können", was vielleicht einfach nicht oder nur sehr gering ausgeprägt in ihren Möglichkeiten liegt.
Hierin möchte ich Sabrinas Argumentation folgen, und zwar aus folgendem Grund:
ich erinnere mich noch gut an die Zeit vor etwa 25, 30 Jahren, als ich mich intensiver mit der feministischen Thematik beschäftigt habe. Einer der von Feministinnen seinerzeit stark diskutierten Punkte war die angebliche "Normalität" des vaginalen Orgasmus und der im Vergleich dazu "nicht so wertvolle", weil eigentlich unvollkommene klitorale Orgasmus. Mit meiner damaligen Erfahrung (und der etlicher junger Frauen, mit denen ich mich darüber unterhalten habe) war der "klitorale" Orgasmus den meisten bekannt, unter der Hand wurde fast ängstlich gefragt, warum es denn keiner gelinge, einen "richtigen" Orgasmus zu haben.
Ich glaube nicht, daß solche Fragen sonderlich förderlich für ein entspanntes, gutes Sexleben sind - für Frauen nicht, für Männer schon gar nicht.
Sicher ist es schön, wenn man um die Möglichkeiten der eigenen Empfindungsfähigkeiten weiß, aber mit "Anleitungen", wie dieser, jener oder noch ein anderer Orgasmus erreicht, trainiert, hervorgelockt oder per Regentanz herbeigezaubert werden könnte, kann man meiner Meinung nach selten Glück, häufiger Frust und schlimmstenfalls Genervtheit und das Gefühl, versagt zu haben, hervorrufen.
Was den geposteten Link zum Thema G-Spot-Stimulation/Squirten und wie das zu bewerkstelligen sei, angeht: ich find den nicht nur nicht schön, sondern auch (wieder meine persönliche Erfahrung) ziemlich falsch, weil er vermittelt, daß
genau so eine Frau zum Squirten gebracht werden könne. Eine vielleicht, vielleicht auch mehrere - aber unter Garantie nicht alle. Das eine, unglaublich intensive Mal, wo ich so etwas erlebt habe, habe ich beim
Fisten erlebt - sehr ruhig, sehr entspannt, sehr weich und zärtlich - alles andere als eine "wilde Nummer". Ich käme trotzdem nicht auf den Gedanken, daß diese Praktik nun für alle Frauen, die gern mal squirten wollen, überhaupt geeignet sei.
Letzter Punkt: es wurde hier behauptet, jede Frau könne solche Orgasmen lernen - halte ich für eine falsche Aussage. Aber selbst wenn diese Behauptung stimmen sollte: warum sollte jede Frau das überhaupt lernen wollen? Ich wüßte dafür keinen logischen Grund - außer dem, als "normale" Frau nicht hinter den anderen Frauen zurückzustehen. Leidet eine Frau, wenn sie "nur" klitorale Orgasmen hat? Eher selten. Ist ein Sexleben weniger erfüllend, weil die eine Art geht, die andere nicht? Unwahrscheinlich, wenn man nicht gerade an einer Fick-Olympiade teilnehmen oder als Dreilochstute mit Orgasmusgarantie einen Preis gewinnen will.
Um seine eigenen Möglichkeiten zu erweitern, kann man spielen, probieren, andere fragen, wie sie's machen - alles gar kein Thema. Aber sobald irgendwelche Normen gesetzt werden sollen in diesem Zusammenhang, geht's an dem, was Sex für mich ist, arg vorbei.
