Sehnsucht...

Sind nicht die Gedanken bester Freund und doch größter Feind, dann wenn man Sehnsucht nach etwas/jemanden hat besitzt man es doch schon im gewissen Sinne, im Gedanken und im Herzen, es spüren/fühlen zu wollen, man weiß es doch immerhin schon genau wie es ist, es gerade zu haben/zu fühlen obwohl es gerade nicht da ist.

Eins der Probleme das mir hier auffällt ist schon die Annahme genau zu wissen wie etwas wäre wenn man es denn hätte. Speziell auf Menschen bezogen führen solche Sehnsüchte in Fallen.
Das mag bei einfachsten, körperlichen Bedürfnissen (Ich hab Durst - ich trink Wasser) hinhauen und ist auch eine wirklich sinnvolle Meditationsübung zur Ablenkung. Oder nicht mal Meditation... einfach wenns mal am Abend kalt ist den Unterschied merken ob man die Gedanken jetzt auf die Kälte legt, wie lang man noch zur Ubahn braucht durch die Kälte, vl sauer auf den Menschen ist wegen dem man in der Kälte wartet...alles Gedanken die an Kälte denken lassen und Sehnsucht nach Wärme machen. Eine andere Idee wär mal ein Feuer im Bereich des Herzens zu visualisieren, sich vorzustellen wie das mit jedem Herzschlag in die Gliedmaße pumpt... und sich zu wundern warum man dünnere Jacken braucht als alle runderhum gelegentlich.

Sehnsucht ist ein Gefühl und ein Bedürfniss nach IRGENDWAS. Und ich geb dir absolut Recht dass schon entsprechende GEdanken oder Übungen Sehnsucht bekämpfen können. Bei einfachen Bedürfnissen so kleine Visualisierungen... reicht bei mir oft um die Sehnsucht wegzumachen wenn sie unangenehm wird.

Bei Menschen Menschen, Einsamkeit und der Sehnsucht nach eine Beziehung wird das aber komplexer. DA stell ich bei mir zuerst die Frage ob ich mich nach einer Frau, Sex, ihrer Gesellschaft oder überhaupt nur auf meiner Seite nach einem gewissen Sinn, Bestätigung, Anerkennung oder nach was ich mich eigentlich sehne.
Ich analysiere meine Sehnsüchte da genau und merk oft "eigentlich will nur ICH Bestätigung". Das ist ein anderes Bedürfniss als Einsamkeit oder der Wunsch nach einer Beziehung und anders leichter zu befriedigen. Wenn die Bedürfnisse komplexer werden ist zu glauben zu wissen was man sich wünscht und wie etwas genau wäre... unrealistisch. Das könnt ich auch genauer erklären aber das geht in Leerheit und individuelle Realität. Aber einfach gesagt: zu glauben dass ein bestimmter Mensch der ideale Freund/Partner/Liebhaber wäre entspricht keiner Realität, solange dieser Mensch das zB einfach nicht sein will oder in SEINER Realität, Selbst und Weltsicht nicht ist.

Außerdem will ich noch sagen dass Bedürfnisse und Sehnsüchte was TOLLES sind!
Die Dinger sind wie ein Guthaben das sich auflädt. Ein Glücksguthaben. Und ausgezahlt wird dieses ganze Glück das sich ansammelt und aufstaut wenn sich die Wünsche die man hat und die dazu führen auch wirklich erfüllen.
Gibt auch kaum einen sinnvollen Thread ohne einen seinen Beiträgen:lol:
Doch gibt sogar genug...
 
Man sehnt sich immer nach Dingen, Gefühlen, Zuständen, die man gerade nicht hat oder empfindet. Darum werde ich mich hüten hier zu sagen das ich mich nach Zufriedenheit sehne. Besäße ich selbige, wäre ich wahrscheinlich auch wieder unzufrieden. Sehnsucht ist die Triebfeder des Seins und der eigenen (Weiter)entwicklung...

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Eine Aufgabe die wohl bis zum letzten Tag erfüllend ist.
Jedoch mitunter anstrengend empfunden werden kann. Und wenn in der Aufgabe die Hingabe liegt und Vertrauen daraus erwächst?
Bin ich dann "dauererfüllt", ist Glücklichsein nicht unser wahres Geburtsrecht?

Die Frage, die ich mir stelle, wenn Sehnsüchte und Wünsche in mir aufsteigen ist folgende: "Was passiert mit mir, wenn sie sich nicht erfüllen? Ist mein Leben/Glück davon abhängig?


Könnte sein, dass ich ein"Narr" bin, egal.

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Und doch, das stille Sehnen, nach etwas das unerreichbar zu bleiben scheint kann leise wie eine Melodie mitschwingen.
Erfreue dich an ihrer "Melodie".
 
Ich "spinne" noch weiter: und was wäre, wenn ich Glücklichsein als meine Identität/Ich bin, anerkenne, würde ich mich dann "verschenken" und anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?:oops:
 
Ich "spinne" noch weiter: und was wäre, wenn ich Glücklichsein als meine Identität/Ich bin, anerkenne, würde ich mich dann "verschenken" und anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?:oops:
WENN du dass den ganzen Tag halten kannst und wirklich das wirklich dein Wesen ist... wäre das wunderbar.

Es gibt einen Spruch im Buddhismus der in etwa lautet:
Weil ich mich ihnen mit meinem Körper, meinem Geist, meinen Taten und meiner Habe geschenkt habe gibt es nichts mehr das man mir antun, mich verletzen oder mir nehmen kann.

Soetwas wird im Zusammenhang mit Bodhicitta geschrieben. Der Einstellung der universellen Liebe für alle lebenden Wesen. Und wenn man einen so erwachten Geist haben kann und so wenig an seinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen anhaftet dass man DIESEN Satz wirklich verstehen und verwirklichen kann... dann ist es sicher eine wunderbare Erscheinung jemandem zu begegnen dessen ganzen Leben Glück ist und der das auch mit sich herumträgt und teilt (ich kenn 2 Lamas mit denen Treffen sich etwa so anfühlen).
Da kann man richtig viel gutes im Umfeld bewirken und das Umfeld passt sich auch danach an was man bewirken kann und zu bewirken bereit ist.

Wenn man allerdings keinen nahezu erleuchteten Geist hat, wenn man doch noch an seinen Wünschen und Erwartungen irgendwas im Austausch zu bekommen anhaftet, wenn man nicht unendlich Energie hat die man seinem Umfeld schenken kann... landet man bei dem Versuch dann gern mal mit Burnout und Sozialphobie in der Klapse. Ich schreib da nicht von mir sondern einer Bekannten die in etwa das war und getan hat... ein glückliches, witziges, freches, lebensfrohes Partiegirl das jede Runde aufgelockert hat, Witz, Sexyness und Charme mitgebracht hat... und dann alleine im Zimmer oder daheim regelmäßig heulend zusammengebrochen ist weil alle zu viel von ihr erwartet haben.

Wenn du die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wirklich zurückschrauben kannst oder die Wünsche anderer an die Stelle deiner Sehnsüchte treten... wunderbar: Komm zum Buddhismus... dann bist du schon auf einem guten Weg diesbezüglich.
Solange diese eigenen Sehnsüchte aber noch da sind wird es immer wieder zur Reibungen kommen und ich kann mir nicht vorstellen dass man mit diesen Klötzen am Bein wirklich "Glücklichkeit" als eigenes Wesen realisieren kann (konstant)
 
Danke lieber @Mitglied #239795 für deine Worte! Ich liebe deine tiefgründigen Gedanken.
Weißt du, ich brauche keiner Religion zu folgen, dieser Fallstricke bin ich bereits vor 12 Jahren erlegen, da bin ich Jesu Wort gefolgt. Bis ich erkannte, dass es nicht mein Weg ist.
Ich glaube, dass alle Weltreligionen eine "Wahrheit" für uns offenbaren können, nicht mehr nicht weniger. Kennst du die Parabel mit dem großen Elefanten?
Jeder sieht die Welt mit seinen Augen, ein Stück vom großen Ganzen, so einfach ist das.
Meine Wahrheit muss nicht die deinige sein, jedoch können wir voneinander lernen und uns erinnern, das fasziniert mich! Deshalb mag ich dieses Forum, ich lerne hier so viel über die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen, wo sonst ist das möglich? Und erkenne dabei immer wieder, das sie den meinen so ähnlich sind.
Masken aufzusetzen, dieses Spiel erfreut mich nicht mehr, was andere von mir erwarten, kann ich erfüllen, wenn ich mich gut dabei fühle, so einfach.
Irgendwann habe ich aufgehört, dem Leben gegenüber Widerstand zu leisten, seit dem liebe ich es, das ist alles.
Ich übe mich in Geduld mir selber gegenüber. Alte Verhaltensmuster (Klötze am Bein) verschwinden nicht über Nacht.
Worte wirken dualistisch, also was soll mein Verstand verstehen, was mein Herz bereits weiß?
Mein Verstand ist ein guter Diener, aber kein guter Meister.
Jetzt bin ich bereit, meinen Weg zu gehen und der fühlt sich verdammt gut an, das ist alles.
Spiritualität bedeutet für mich nicht Wettkampf, wer ist weiter, höher schneller? sondern, wie kann ich meine ungeliebten Seiten in mir in Liebe annehmen.
Das mag ich üben, das ist alles.
 
Jeder Mensch und jeder symbolisch gesehene Gegenstand kann zum "Glücksbringer" werden, man muss es nur erkennen, bzw sich dafür zu erkennen geben. Jeder der Glück mit jemanden teilt, ist ein "Glücksbringer"
Finde es schön das du mit deinem Wesen als "Glücksbringer" auf andere wirken möchtest:up:
 
Und wenn in der Aufgabe die Hingabe liegt und Vertrauen daraus erwächst?

Als Aufgabe war eindeutig das Streben nach Glückseligkeit definiert.
Hingabe und Vertrauen beißen sich da ja nicht, oder?

Man lebt ja dennoch sein Leben, wie man es erstrebt - das sagt eine Altruistin und ich bin bis hier her sehr zufrieden damit.
Dennoch gibt es immer und leise klingenden Sehnsüchte von denen man nie weiß, ob sie sich erfüllen werden.

"Was passiert mit mir, wenn sie sich nicht erfüllen? Ist mein Leben/Glück davon abhängig?

In meinem Weltleben spielt das keine gravierende Rolle.
Ich definiere mich über keine Glücksskala. Ich kann auch mal sehr tief und verzweifelt unglücklich sein.
Dass ich das zulassen und leben kann, in vollem Schmerz durch´s tiefe Tal wandern, macht mich wiederum glücklich.
Von dort nehme ich unsagbare Schätze mit.

Sollte sich eine Sehnsucht erfüllen, was doch die eine oder andere tut, erfüllt sie mich und ich hüte meinen Schatz und teile ihn wo ich kann.
Sehnsüchte sind ja keine direkten Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen oder können.

Es sind Geschenke, die man vielleicht erfüllt bekommt.
...nichts worauf man Anspruch erheben kann oder sie mit Gewalt, Wollen, Einsatz erreichen kann.

Dann ist der Moment, wo auch das Wort Demut (Richtung Kant) Wert und Bedeutung bekommt.

Wäre es mir wirklich wichtig im andauernden Zustand der Glückseligkeit zu sein könnte ich Aschu´s weg wählen oder einfach nur kiffen Tag und Nacht.

sondern, wie kann ich meine ungeliebten Seiten in mir in Liebe annehmen.

Nur so dahingesagt:
Wenn Du lernst zu begreifen, was Du ohne Deine ungeliebte Seite wärst und wo sie Dir fehlen würde.
Jedes Manko dass wir besitzen, ist in anderer Situation ein Trumpf.

Beispiel: Du kränkst Dich leicht, empfindest rasch Mitleid: Das ist beruflich oder in der Welt da draußen ziemlich oas… - als Mutter, wirst Du ganz nah dran sein und ein inniges Verhältnis mit Deinen Kindern jenseits des Eltern-Kind-Gschichtl bekommen, sondern Mensch/Mensch-nahe sein. ;)

Im Büro wirst Du´s verfluchen und Dich dafür hassen - Daheim wirst Du dafür geliebt und geschätzt sein, an Lebensqualität gewinnen.
 
Ich sitze ja nicht den ganzen Tag am Boden um mache:"OM". Wem wäre damit gedient.

I a net.

Im Alltag findet man mitunter an sich selbst Eigenschaften, die man ansich gar net so mag, woanders aber doch froh sein kann, dass man sie hat, oder?
Mir kommt´s meist beim Kochen oder beim Unkraut heidln.

So war´s gemeint.
Mein Zugang ist eher erdig und aus dem Leben.
Dennoch überrascht es mich oft, dass der Zugang von Aschu net selten das selbe hervor bringt.
 
I a net.

Im Alltag findet man mitunter an sich selbst Eigenschaften, die man ansich gar net so mag, woanders aber doch froh sein kann, dass man sie hat, oder?
Mir kommt´s meist beim Kochen oder beim Unkraut heidln.

So war´s gemeint.
Mein Zugang ist eher erdig und aus dem Leben.
Dennoch überrascht es mich oft, dass der Zugang von Aschu net selten das selbe hervor bringt.
Denke es treffen hier viele zum Teil sehr ähnliche Wesen zueinander
 
Ich finde meine Ruhe alias OM in der Kunst zu zeichnen, schreiben und auch beim hören von guter ergreifender Musik
Sozusagen der Weg zu inneren Mitte und Ausgeglichenheit
 
Ich sitze ja nicht den ganzen Tag am Boden um mache:"OM". Wem wäre damit gedient.
Könnt ich dir jetzt schon argumentieren ;). Oder das einfachste Argument dafür: Wem schaden die Mönche die das machen damit? Einer der einfachsten Gründe um in solchen Höhlen oder Klöstern zu sitzen und den ganzen Tag zu meditieren ist die Tatsache dass man so zumindest mit Sicherheit kein negatives Karma schafft und niemanden verletzt.
Mein Verstand ist ein guter Diener, aber kein guter Meister.
Das ist vermutlich ziemlich weise und ich sollte das auch irgendwie in das Verhältniss bringen. Hört sich gesund an.
Dennoch überrascht es mich oft, dass der Zugang von Aschu net selten das selbe hervor bringt.
Ja meine Zugänge sind halt etwas verkopft, ritualisiert und kommen aus einer klar definierten Ecke. Trotzdem funktionieren menschliche Geister allgemein ziemlich ähnlich. Und auch Wege mit manchen Dingen fertig zu werden sind oft ähnlich. Ob man die Wegbeschreibung jetzt selbst, im eigenen Leben und eigenen Geist findet, Kirchen, Tempeln oder bei einem guten Therapeuten oder auch nur einem guten Freund. Hauptsache man findet für sich das was passt und einen Weg den man genießen und gut nutzen kann.
 
Im Alltag findet man mitunter an sich selbst Eigenschaften, die man ansich gar net so mag, woanders aber doch froh sein kann, dass man sie hat, oder?
Nein, ich war eben nicht froh darüber und mein Umfeld hat das zu spüren bekommen und war auch nicht froh darüber. Jetzt schließt sich der Kreis: und genau deshalb, aus der Unzufriedenheit heraus, über diese negativen Eigenschaften von mir, habe ich einen Weg beschritten, der mich froh und auch mein Umfeld "froher" macht.
Und genau deshalb bin ich diesen negativen Eigenschaften von mir dankbar, denn sie haben mich erkennen lassen. Ich danke ihnen dass sie mich begleitet haben, aber jetzt dürfen sie sich "schleichen".
Danke @Mitglied #247512, ich schätze deine Fragen sehr.
 
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