Angst, Hemmung und Scheu zeugen hier eben vom Guten im Menschen. "Naturbedingt".
nein, sie zeigen nur angst - angst vor widerstand, vor unbequemem, vor gesellschaftlicher ausgrenzung, ... - und das alles hat nicht zwingend etwas mit "gut" zu tun.
du stellst dich selber als bi dar. und mit sicherheit war das outing - zumindest falls auch woanders und offen als person - mit angst und hemmungen verbunden. bist du deswegen "böse" weil du auch frauen liebst? oder weil du dazu stehst? also für mich in keiner weise! wo wäre denn da lust mit dem bösen assoziiert?
oder wenn ein mann schwul oder bi ist? was ist daran "böse"? oder dass ich auch einläufe mag. ist das böse? bin ich deswegen böse? gesellschaftlich außer dem üblichen ist es. no na. war es übrigens eine zeitlang viel weniger. ist es jetzt böser geworden? wäre ich damals nicht böse gewesen, heute aber bin ich es? weil? wir reden über konventionen und gesellschaftsregeln!
frauen im hosenanzug? früher hätte man sie verbrannt dafür! was ist das "böse" daran? und was ist "normal"?
ein flinserl im ohr war in meiner jugend das zeichen für aufruhr und irgendein outcast-dasein. tätowierungen etwas für häfnbrüder und rocker. und heute?
da ist nichts "naturbedingt" gut oder böse! das ist bloßer gesellschaftlicher druck zur konformität.
hätte sich jesus dem damals beugen sollen? oder war er damals etwa gar "böse"? wäre er im sinn der angst und dem normativen druck folgend "gut" geblieben - wir wüssten heute nichts von seiner lehre.
eine bekannte von mir hat einmal gesagt "das gegenteil von liebe ist nicht hass, sondern angst!" ich habe mit dem lange zeit nix anfangen können. aber mehr und mehr glaube ich, dass sie recht hat!