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Gast
(Gelöschter Account)
Wäre die Liebe doch so ein schön rational geformtes Ding. Hach, wäre das einfach. Dann wüsste man immer wie und wo und warum man da steht wo man steht.
Deine rationale Art in allen Ehren. Reden, analysieren, abschliessen. Nur so klar funktioniert das nicht immer für alle. Für sie scheint es nicht funktioniert zu haben. Sie entschloss sich für den weniger rationalen Weg und nahm den Weg des Gefühls und lies dich somit mit deinen Fragen alleine... Warum, wiso, weshalb, kann ich dir als Letzte sagen. Aber genau so ist es und nicht anders. Da hilft für dich nur noch das zu akzeptieren genau so wie ein „ich liebe dich nicht“ zu akzeptieren ist.
Aber Liebe ist doch - für den respektive diejenige, der/die sie empfinden oder nicht empfinden - zumindest in dem Punkt klar und offensichtlich, wenn es um die Frage geht, ob man liebt, ab wann man liebt und/oder ab wann nicht mehr. Liebe ist ein derart starkes Gefühl, dass es doch sehr bizarr anmuten würde, man wüsste nicht, ob man so empfindet oder nicht, dafür muss man ja nichtmal reflektieren, sondern lediglich fühlen, was ja auch eine Voraussetzung dafür ist, überhaupt von Liebe sprechen zu können.

Keine der Varianten - sie liebt mich, liebt mich nicht, liebt mich nicht mehr, hat mich nie geliebt - ist offensichtlich (weil es ja Anzeichen für alle Varianten gibt, die wiederum die unterschiedlichsten Dinge über ihren Charakter aussagen würden); ohne zu wissen, wie sie gefühlt hat, ist es mir nicht möglich ihr Verhalten zu verstehen und etwas (aus Überzeugung) zu akzeptieren, von dem ich nicht weiß, ob es zutrifft, erscheint mir nicht möglich. Sollte sie mich nie geliebt haben, müsste ich ich fragen, weshalb sie mir etwas derartiges vorgespielt hätte. Sollte sie mich noch geliebt haben, hätte es ein leichtes sein müssen, mir die Wahrheit zu sagen, sollte sie mich nicht mehr geliebt haben, hätte sie aus eigener Erfahrung sehr wohl wissen müssen (wie in allen anderen Fällen), wie man sich fühlt, wenn man keinen Abschluss erhält, da sie selbst auch lange nicht über eine sehr ähnliche Situation hinweg gekommen ist und mir gegenüber gerade dieser Erfahrung wegen immer wieder bestätigte, dass wir einander eben klar sagen, was, wann, wieso und uns aussprechen.
In diesem Fall ist das aber auch nicht das Problem, der Grund fürs Aus ist nur insofern relevant, weil ein Grund immer besser ist, als keinen Grund zu kennen. Ich würde doch auch keinem Befehl Folge leisten, der grundlos oder ohne Erklärung erfolgt

Leider ist das Rationale aber nur ein Teil des Ganzen.
Ich dachte ja schon öfters, ich hätte abgeschlossen, auch ohne Erklärung, habe auch Wochen lang nicht an sie gedacht habe, das Gefühl für sie wird aber immer wieder getriggert und macht dann jedwede Aufarbeitung zunichte.
Ich habe es bislang mit allen möglichen Theorien versucht, mit allen möglichen Gedanken und nichts davon scheint mich auf Dauer von ihr zu lösen. Das ist es, was mich fertig macht, nicht dass ich das Gefühl nicht los würde, sondern dass es wieder voll da ist, sobald ich auch nur kurz an sie denke. Und ja, ich weiß selbstverständlich weshalb, seit wann und wie sehr ich sie liebe und auch, weshalb es bei ihr anders ist, als bei anderen. Mangels der Erfahrung mit solch einer Liebe habe ich diesen Thread eröffnet und viele, unzählige Gespräche geführt. Es beruhigt auf Dauer, leider nicht endgültig.
Und ja, das stimmt sicherlich auch, ich hänge mich darauf auf, es verstehen zu müssen, weil es ohne Verständnis einfach nicht klappen will, endlich dauerhaft damit abzuschließen.
Natürlich habe ich auch schon daran gedacht, dass es das - in einem anderen Thread besprochene - Wegstoßen aus Verlustängsten sein könnte, aber auch das wäre nur eine Theorie von vielen und zwar sehr viel weniger verletzend, als einfach ahnungslos zu sein, was ihre Gefühle angeht, aber solange ich es nicht weiß, würde ich alle anderen Theorien außer Acht lassen und das lässt mein Bewusstsein nicht zu.
An den meisten Tagen will ich sie ja auch nicht zurück, aber ich würde lügen, würde ich sagen, ich hätte nicht ab und an Angst davor, sie würde eine Neuauflage wollen, denn ich weiß, wie ich schon auf einen Gedanken oder eine Nachricht getriggert werden kann und würde wohl garantiert "ja" sagen und am liebsten einfach alles Negative verdrängen. Dieser Gedanke ist für mich absolut untypisch, weil - so wie sie sich verhalten hat - klar wäre, dass sie mich wieder verletzen würde.
Das einzige, das ich in diesem Zusammenhang einfach akzeptieren kann ist, dass ich in meinen Gefühlen für sie nicht rational sein kann, so rational logisch es mir auch vorkommt, sie zu lieben ... (und ja, ich weiß, dass Liebe nicht logisch ist und dieser Gedanke durch und durch von den Gefühlen für sie durchsetzt ist)
Heute bin ich in einer eher gleichgültigen Stimmung, bin mir aber ziemlich sicher zu wissen, was passieren würde, würde ich nicht nur auf der Metaebene über sie denken, sondern an sie als Person. Leider kann ich die schönen Momente nicht nutzen, um mich an ihnen zu erfreuen, ohne ihr immer und immer wieder aufs neue zu verfallen. Wenn das bei jeder Frau, die ich geliebt habe, so gewesen wäre, hätte ich vermutlich schon herausgefunden, wie ich damit umgehen kann.
Seit gestern rede ich mir - auch unter Meditation - ein, ich wäre für sie gestorben; schon damals. Das erklärt auch nichts, aber zumindest ist es eine Blockade in meinem Kopf, die - für den Augenblick - verhindern kann, dass alles wieder kommt, ohne dass ich es zulasse. Und ja, ich hoffe, dass ich diesen Zustand so lange halten kann, bis er normal wird. Wissen kann ich es leider nicht.
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