Doch doch, in meinem Leben läuft es rund, ich habe durch die Erfahrungen gekündigt und hab einen viel besseren Job, lebe generell wieder viel lieber und fühle mich an den meisten Tagen "nur" glücklich, weil ich in der Beziehung wieder zu mir gefunden habe. Sie hat zumindest damals ihren Prozess abgebrochen und ist wieder in ein Leben zurück, das sie eigener Aussage kaputt macht. Das spielt garantiert mit. Aber was wirklich eine offene Wunde ist ist, dass es nie eine Aussprache gab. Ich wurde im Regen stehen gelassen und mit Komplimenten überhäuft, als Begründung dafür, weshalb Schluss sei.
Klar sollte ich einfach abschließen können, aber ohne ehrliche Aussagen ihrerseits, ohne eine Aussprache, dauert es leider offenbar sehr, sehr lange ...
Ein einfaches "ich wollte nicht mehr weil ..." wäre doch recht freundlich gewesen, von einer Person, die mir so viel Honig ums Maul geschmiert hat ...
Alles das kann zutreffen, das worauf ich mich beziehe sind all die Dinge, die sie mir gesagt hat. All das, was angeblich so toll war, waren ihre Worte. Sie hat mir direkt gesagt, wie unzufrieden sie mit ihrem Leben vor mir war und wie gut es nicht mit mir sei.
Nachdem sie sehr knapp ein Ende ausgesprochen (ausgeschrieben) hatte, ging es auch noch eine Weile hin und her, leider ohne Erklärungen ihrerseits. Meist nur Komplimente, die absurd erschienen, weil sie ja Schluss gemacht hat. Seit sie dann gefragt hat, wie ich sie denn sehen würde und ich ihre Selbstbeschreibung damit verglichen habe, wie sie sich mir gegenüber gezeigt hatte, hat sie nur noch verzögert und offensichtlich betrunken geantwortet oder geschrieben und dann war es wortlos vorbei.
Ich habe nur zwei Interpretationsmöglichkeiten, die ich sehe: Erstens, sie hat mich von Beginn an nur belogen und das glaube ich nicht (klar, das kann zutreffen, aber das wäre doch viel Aufwand ihrerseits gewesen und den Sinn würde ich auch nicht sehen). Oder zweitens: Sie wollte die Veränderung nicht mehr, weil sie Angst davor hatte. Dazu würde auch passen, dass sie - als ich zu Beginn immer glücklicher und ausgeglichener wurde - zweimal angemerkt hat, was denn los sei, dass ich plötzlich so fröhlich sei.
An Tagen wie heute, wenn alles wieder besser wird, ist es auch nicht das, was ich ihr oder sie mir geben könnte, das im Fokus meiner Wahrnehmung liegt, sondern der Wunsch einfach ehrlich zu hören oder zu lesen, wo die Probleme lagen und vor allem zu verstehen, weshalb sie auch keine Freundschaft möchte, die für sie - im Vorfeld - angeblich so wichtig gewesen wäre, sollte es auseinander gehen.
Ich muss irgendetwas gesagt oder getan haben, das sie verletzt hat, bin alle Nachrichten und Gespräche immer wieder durchgegangen und finde nichts, das das auslösen hätte können.

Ich bin mir aber beinahe sicher, dass es irgendetwas gegeben haben muss, das von "ich will dich unbedingt schnell wieder sehen" zu "ich will die nie wieder sehen" geführt hat. Und solange ich keine Erklärung habe, frage ich mich, was es denn schreckliches war, das ich getan oder gesagt haben könnte - sehr wahrscheinlich ohne es zu bemerken.

Ich grüble viel ... ich weiß ... aber ich konnte bislang aus beinahe jeder anderen Trennung lernen. In diesem Fall habe ich mich durch die Beziehung gut entwickelt, aber aus der Trennung nichts, absolut nichts lernen können, da ich ihre Motivation nicht kenne.