meine Frau lässt mich nicht ran!

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Einem erfahrenen Mann kann keine Frau etwas vorspielen.
Denn er spürt den Orgasmus der Frau dort, wo er stattfindet.
 
„…mit Geburt unseres ersten Kindes hat es angefangen. Es lief kaum noch etwas.
Ausreden, Erklärungen, ihrerseits gepaart mit Verständnis, Bemühen und Mitgefühl meinerseits.
Ich bin ja genaugenommen überrascht, dass wir es überhaupt zu einem zweiten Kind geschafft haben. Vermutlich, weil SIE es wollte.
…mit Geburt unseres zweiten Kindes dann das total AUS. Es lief so gut wie NICHTS mehr.
Es ist zum Verzweifeln!
Ich liebe meine Frau immer noch, das ältere Kind ist mittlerweile 14 (!?!!) Jahre alt. Mittlerweile lehnt sie auch körperliche Nähe ab, selbst in kleinster Form.


***

Die "Geisel" unserer Zeit ist die "Überproduktion von Erwartungshaltungen" und das sich darauf einlassen von uns selber. Dies kann und wird nicht funktionieren und letztlich endet dann das Ganze beim "...das kann doch nicht Alles gewesen sein, das bisschen Liebe und Sportverein....".
Zeitgleich mit dieser, unserer Fehleinschätzung des Seins hat sich eine ganze "Industrie" von "Analysten", "Besserwissern", "Helfern" und medialen "Befindlichkeiterklärungsspielwiesen" breit gemacht und verdient an diesem "Jammertal" ein Vermögen.
Und aussen vor bzw. allein gelassen bleiben dann bei diesem Spiel "Otto und Josefa Normalverbraucher".
Eine Begegnung von zwei, zumiest völlig unterschiedlichen Menschen ist, zumindest zu Anfang, ein Vabanquespiel erster Klasse. Vielfach gieriges Aufeinanderprallen von Gelüsten/Erwartungen und Hoffnungen, beschmückt mit "Sternenhimmel und "ewiger Begehrlichkeit". Einige Zeit, manchmal sogar sinds Jahre, geht dieser "Traum" durchaus in Erfüllung. Doch dann schleicht sich das Leben/der Tag des Alltäglichen wie ein zäher Nebel herein.
Als "kurzes Lichtblickspiel" gibts dann auch noch die Kinder und vor allem das "Zubereiten" dieser, doch sie können auch nicht mehr den morgendlichen Mundgeruch, die zerstreuten Wäschestücke und das abendliche Pyjama- und Nachthemdanziehen beiseite schieben. Also gibts den "Lustgewinn", falls er überhaupt noch irgendwie aktivierbar ist, nur mehr ausserhalb der "vier angestammten Wände". Doch dies befriedigt halt eben auch nicht - also was tun??
Vielleicht einfach den Ist-Stand als gegeben akzeptieren, mit sich selber auf die Erkundungsreise zu WARUM, WESHALB und GERADE SO gehen und nach dem Suchen und Finden das/die/den Gegenüber zu einem neuen Dialog "verführen". Die ausgetreten Pfade hinterfragen, sich neu "aufstellen" und dies geht vom Outfit bis hin zur Wiederbelebung des eigenen Geistes. Und die angesammelten "Rollenspiele" (von "Mütterchen" bis hin zu "Kumpel") ablegen.
Wenns trotz all dem nicht mehr geht, dann sich mit dem notwendigen Respekt und Format voneinander "verabschieden". Mag zwar schmerzlich sein, doch allemal besser als sich in der "Unendlichkeit des Niedergangs" einer/der "einstigen großen Liebe" für immer zu verlieren.
 
Die "Geisel" unserer Zeit ist die "Überproduktion von Erwartungshaltungen" und das sich darauf einlassen von uns selber. Dies kann und wird nicht funktionieren und letztlich endet dann das Ganze beim "...das kann doch nicht Alles gewesen sein, das bisschen Liebe und Sportverein....".
............, doch sie können auch nicht mehr den morgendlichen Mundgeruch, die zerstreuten Wäschestücke und das abendliche Pyjama- und Nachthemdanziehen beiseite schieben. Also gibts den "Lustgewinn", falls er überhaupt noch irgendwie aktivierbar ist, nur mehr ausserhalb der "vier angestammten Wände"...... Mag zwar schmerzlich sein, doch allemal besser als sich in der "Unendlichkeit des Niedergangs" einer/der "einstigen großen Liebe" für immer zu verlieren....... usw

Traurige, harte Worte von dir. Aber es ist schon auch was wahres drann...

Na gut. Wie wird das weitergehen? Wie schaut die Zukunft der abendländischen Kultur aus?

Sollten die moralischen Dämme brechen, sollte das Tabuthema "Tote Hose in der Ehe" demnächst keines mehr sein und es zum "Allgemeinwissen" der Gesellschaft werden das der Sex in der Ehe bei Minimum 50% der Paare (ich schätze sogar mehr) einen langsamen, schmerzlichen Tod stirbt was wird dann passieren?

Gibt es dann noch Männer/Frauen die es bei einer 50:50 Chance das die/der heißblütige Geliebte, die Granate im Bett, zum lustlosen Kumpel mutieren es überhaupt riskieren das Wagnis Ehe einzugehen?

Oder suchen die Männer Scharenweise das Weite spätestens wenn der Knirps 2 Jahre alt ist und die Göttliche keinen Bock mehr hat?

Massenweise alleinerziehende Mütter die den Spagat probieren zwischen Erwerbsleben und Kind mit psychischem Knacks?

Hechelnde Männer hektisch auf der Suche nach dem nächsten sexuellen Überkick?

Gerät unser Gesellschaftssystem dessen Dreh und Angelpunkt, dessen stabilisierende Keimzelle immer noch die funktionierende Familie ist dann völlig aus den Fugen?


Oder sollen wir wieder zum "Alten System" zurückkehren? Wo die Frau einfach zu gehorchen hat und wo sie wenn er bock hat, wurscht ob nüchtern oder im Schnapsrausch, einfach zum herhalten hat. Der Göttergatte schießt ab, hinter ihm die Sintflut. Und auf jedem Bauernhof gibts dann wieder 12 bis 15 Kinder...


Zugegeben provokante und sicher etwas überzogene Fragen. Aber wie gehts wirklich weiter??
 
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Massenweise alleinerziehende Mütter die den Spagat probieren zwischen Erwerbsleben und Kind mit psychischem Knacks?
weil die mutter alleinerziehend ist und erwerbstätig ist leidet automatisch das kind? an gewissen huscher kann man dir nicht absprechen, oder?
 
Einem erfahrenen Mann kann keine Frau etwas vorspielen.
Denn er spürt den Orgasmus der Frau dort, wo er stattfindet.

Wobei ich mir jedoch vorstellen kann, das sich sehr viele männer, aufgrund ihrer Selbstüberschätzung (sehr oft auch beim aussehen:roll:) als sehr erfahren einschätzen und es gar nicht sind. besonders die älteren verwenden 0815 :shock: ned böse sein, keiner ist persönlich angesprochen :hahaha:
 
FOCUS-Artikel - Sex wird völlig überbewertet! Wenn der Partner „Ich brauch’s nicht!“ sagt

„Liebeskummer ist schmerzhaft“

Hemmungslose Leidenschaft, lange und heiße Nächte ohne Schlaf, sich ewig in den Laken wälzen - die ideale Never-Ending-Story? Die meisten Paare würden sich das wohl wünschen. Oder vielleicht doch nicht? Denn die Realität sieht anders aus.
Da zieht sie nämlich dahin – die Leidenschaft, selten laut und polternd, sondern still und klammheimlich – wie ein fieser Virus. Bemerkbar macht sich das meist erst dann, wenn der Leidensdruck bereits zu einer stattlichen Größe herangewachsen ist und schon weh tut.

Sex wird völlig überbewertet!

Ist das denn wirklich so? Und wer bewertet Sex eigentlich? Ich denke, dass Sex immer die Bedeutung hat, die wir ihm beimessen, und zwar jeder Einzelne von uns. Die Gesellschaft, das sind wir.
Bei Google ist „Sex“ das am häufigsten eingegebene Schlagwort und schon lange wissen wir alle, dass „Sex sells“. In jedem Fernsehsender und beinahe jeder Zeitschrift springt uns SEX entgegen und maximal die Hustenlöser-Werbung kommt noch ohne „ihn“ aus. Sex scheint allgegenwärtig und dennoch passiert in der eigenen Beziehung meist nicht so viel, wie man möchte.
Gerade bei Paaren, die wenig Sex haben, hängt die Messlatte sehr hoch. Wenn man nur alle Jubeljahre zueinander findet, soll es ganz besonders gut gelingen (muss ja auch 'ne Weile vorhalten!). Und damit hat Sex das Spielerische, Leichte verloren und wird schwer, anstrengend, leistungsorientiert und verursacht Stress. Spätestens hier beginnen sexuelle Probleme wie Funktionsstörungen und ganz oben an steht die Lustlosigkeit. Denn wer hat Lust auf Stress?

Die Entscheidung – wie wichtig ist mir Sex wirklich?

Es gibt kein „normal“ und auch kein Muss! Ob man Sex haben möchte und vor allem welchen, ist heute ein Individualproblem. Das kann man gar nicht oft genug betonen und doch werde ich immer wieder nach sogenannten Normen gefragt.
Solange Sex für beide Partner keine bedeutende Rolle spielt, gibt's auch kein Problem. Denn keiner muss Sex haben! Schwierig wird es, wenn sich in der Partnerschaft nur einer zum sexuellen Ausstieg oder zur Enthaltsamkeit entscheidet, aber auch darüber wird man reden müssen. Ansonsten wächst der Leidensdruck bis zur bedrohlichen Größe und es wird ziemlich frostig in der Partnerschaft.

Unterschiedliches Verlangen

Klar muss sein, dass Partner häufig sehr unterschiedliche Vorstellungen von Verlangen haben und das führt gerne dazu, dass der Mehrwoller Druck auf den Wenigwoller ausübt, der sich irgendwann genervt zurückzieht und die Sache ganz einstellt. Hier ist die Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten, besonders groß. Drängen – Rückzug, Rückzug – Drängen. Und der beidseitige Frust wird immer größer, bis das Thema Sex zum neuralgischen Punkt wird.
Erinnern Sie einmal, welche Rolle Sex und Leidenschaft am Anfang Ihrer Beziehung spielte. Für mich stellt es nämlich einen bedeutenden Unterschied dar, ob etwas von Anfang an schwierig war oder sich erst während der Beziehung plötzlich oder wahrscheinlicher schleichend verabschiedet hat. In diesem Fall lohnt sich die Ursachenforschung besonders.

Tschüss Lust Sie haben immer eine Wahl

Ich würde ja gerne, aber…! Wenn erst…, dann…! Diese Aussagen signalisieren keine echte Bereitschaft für Konsequenzen. Das klingt mehr nach Konfliktvermeidung und stellt dauerhaft keine Lösung dar. Leider sind nicht alle Probleme lösbar, aber mit entsprechendem Engagement sehr viele!
Weil in jeder Beziehung Kompromisse notwendig sind, braucht es die auch in der Sexualität und dafür wird man Klartext reden müssen. Ehrlichkeit, Offenheit und Mut sind Voraussetzung, denn wenn Ängste vor Konflikten und Auseinandersetzungen überwiegen, glauben wir keine Wahl zu haben. Denn wer braucht, kann nicht entscheiden!

Fazit

In meinen Augen wird nicht der Sex überschätzt, sondern die Kommunikation unterschätzt!
Forschen Sie nach den Ursachen, wenn Ihr Partner mit dem Statement „Ich brauch's nicht“ aufwartet. Klären Sie, ob er „es“ wirklich nicht braucht oder ob es sich um eine Ausrede handelt. Auch wenn es schmerzhaft klingt, aber vielleicht braucht er es nur mit Ihnen nicht? Oder die Art und Weise der gemeinsamen Sexualität regt nicht (mehr) an? Setzen Sie sich mit diesen Fragen, den Wünschen und Bedürfnissen, vor allem aber mit Ihrem Partner auseinander. Sie schieben die Probleme sonst nur auf, denn die Zeit alleine verändert leider gar nichts!


Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratg...ust-sie-haben-immer-eine-wahl_id_3487622.html Montag, 06.01.2014, 12:48 · (Andrea Bräu - Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin)
 
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FOCUS-Artikel „Missverständnissen vorbeugen - Reden Sie über Sex! Sonst haben Sie bald keinen mehr

„Viel zu wenig Paare reden wirklich miteinander“

Warum es so wichtig ist Selbstverantwortung zu übernehmen. Und wieso es unzufrieden macht darauf zu warten, dass der Partner irgendwie und irgendwann, mehr oder weniger zufällig, das für uns Richtige tut.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen morgens am Frühstückstisch und möchten, dass Ihr Schatz, der bereits munter durch die Küche hüpft, Ihnen einen Kaffee macht, während Sie noch halbblind tastend nach dem Stuhl suchen. Wie drücken Sie Ihren Wunsch aus? Mit Grunzlauten, Zeichensprache oder geben Sie am Ende Rauchsignale? Vermutlich sagen Sie ganz einfach (oder falls Sie ein Morgenmuffel sind grummeln Sie) „Liebling, würdest Du mir bitte einen Kaffee machen?“ Möglicherweise kommt Ihr Gegenüber sogar ganz von selbst auf die Idee, dass Ihnen nach Kaffee gelüstet, aber was wenn nicht? Wie lange würden Sie wohl abwarten und innerlich wahrscheinlich zunehmend unzufriedener werden?

Kaffee oder Sex?

Den Gusto nach einem Kaffee gegenüber dem Partner auszudrücken, erfordert keinen besonderen Mut. Wobei die Übernahme von Selbstverantwortung tatsächlich bereits im Kleinen beginnt. Vielen Menschen gelingt schon das nicht, und sie schieben die Verantwortung an den Partner ab. Wenn er mich wirklich liebt, dann sollte/müsste er doch riechen/wissen, was ich brauche und was besser nicht! Was wird mit dieser Einstellung wohl passieren, wenn es um das Äußern von sexuellen Wünschen und Vorstellungen geht? In der Praxis erlebe ich täglich, wie schwer den meisten Menschen eine direkte Kommunikation in Sachen Sex fällt. Die Unzufriedenheit der Partner wächst, und es entwickelt sich Leidensdruck. Es gibt kein kommunikatives Miteinander mehr, sondern ein Nebeneinander.

Offene Kommunikation basiert auf Selbstwert!

Wer Verantwortung für sich und die eigene Sexualität übernimmt, wird nicht drum herum kommen, sich dem Partner wirklich zu zeigen und etwas von sich preiszugeben. Das Risiko dabei ist, dass man sich angreifbar, also verletzbar macht. Die Entscheidung, das trotzdem zu wagen, braucht großen Mut und einen stabilen Selbstwert – übrigens auf beiden Seiten, denn der Partner wird auch damit umgehen müssen, dass der andere mögliche Bedürfnisse ausdrückt.
Weil bei vielen Menschen aber die Ängste vor diesem Schritt überwiegen, bleibt die Kommunikation oft an der Oberfläche. Das ist gerade in Sachen Sex folgenschwer und führt aller Regel nach zu Missverständnissen.

Die bequeme Zone verlassen

Über den eigenen Schatten springen, Dinge ausprobieren, Neues gegen Altes tauschen, all das erfordert Mut. Von der Gewohnheit zur Veränderung zu kommen, bedeutet auch immer die eigene Komfortzone verlassen zu müssen. Weil wir aber genau davor Angst haben, bleiben wir gerne in selbiger hängen, denn wir ziehen meist die Sicherheit vor und niemand wird irritiert.
Würden Sie Ihrem Partner eigentlich verschweigen, dass Sie Vegetarier sind? Oder trinken Sie Kaffee mit Milch und Zucker, obwohl sie ihn lieber schwarz hätten? Beim Sex aber, da sieht das plötzlich völlig anders aus. Klar, Sexualität ist wohl das sensibelste Thema und dennoch bin ich in der Praxis immer wieder überrascht, wie wenig Paare wirklich miteinander reden, gerade über Sex.

Fazit

Übernehmen Sie Verantwortung für sich und auch für Ihre Sexualität. Schöpfen Sie Ihr Potential aus und riskieren Sie etwas. Treffen Sie eine Entscheidung. Denn wer Verantwortung für sich selbst übernimmt, kann zwar scheitern. Doch wer es nicht tut, wird sicher nicht gewinnen. Also wie entscheiden Sie sich? Das Motto „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ gelingt eben nicht und wir generieren somit nur unsere eigene Unzufriedenheit.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratg...en-sie-bald-keinen-mehr-haben_id_3447183.html Sonntag, 08.12.2013, 12:52 · (Andrea Bräu - Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin)
 
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FOCUS Artikel - Textauszug „Hinter den Kulissen einer Paartherapie - Wie Männer und Frauen ihr Liebesleben reparieren

…Mit den Paaren verhält es sich brav arbeitsgeteilt, was so aussehen kann: Frau droht mit Trennung wenn sich nichts ändert, Mann versteht jetzt, dass es sehr ernst ist, einer von beiden bringt das hoffnungsvolle Schlagwort „Therapie“ (oder abgeschwächt das Wort „Beratung“, oder noch besser „Coaching“) ins Spiel und der andere, der schon nicht die Idee hatte, hat dann wenigstens die Aufgabe den Termin zu vereinbaren! Wegen der Gleichberechtigung versteht sich.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass in der Regel die Initiative in Beratung oder Therapie von demjenigen ausgeht, der den größeren Leidensdruck hat. Und das sind einfach häufiger die Frauen.

Warum kommen sie?

Zu den klassischen Paarkonflikten gehören Kommunikationsprobleme, Sexualität, Seitensprünge und Außenbeziehungen, Unzufriedenheit und Krisen aufgrund besonderer Lebensumstände wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes.

Bei den weiblichen Einzelkommern liegt der Leidensdruck in der Unzufriedenheit mit Partner und ergo Partnerschaft. Die männliche Spezies führt es häufig aufgrund von Liebeskummer zu mir. Sexuelle Themen sowie Affären und Ähnliches kommen bei beiden übrigens ebenso häufig vor.

(Vor)-Urteile

Nein, Männer sind NICHT weniger emotional als Frauen, sondern sie haben gelernt, mit ihren Emotionen anders zu „haushalten“.

Nein, es sind NICHT immer die Männer, die nicht reden wollen oder können, sondern auch häufig die Frauen, die unter dem „Schweige-Phänomen“ leiden.

Nein, es sind NICHT immer die Männer, die dauernd Sex wollen oder zumindest mehr Sex als ihre Frauen, sondern genauso oft begegnet mir in der Praxis die „sexuelle Enthaltsamkeit“ gegenteilig (auch wenn es schwer zu glauben ist).

Ja, für viele Männer ist es schwer Hilfe von außen anzunehmen. Therapie ist noch heute für viele Menschen, insbesondere für Männer ein Eingeständnis von Schwäche und somit gleichbedeutend mit Scheitern. Schließlich kennt ein Indianer doch keinen Schmerz!

Ja, die Mehrheit der Trennungen geht von Frauen aus. Generell sind Frauen in Partnerschaften rascher unzufrieden, während für Männer noch alles im grünen Bereich zu sein scheint und eine Trennung sie nicht selten wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft.

Ja, für uns Frauen scheint eine Partnerschaft und Familie einen höheren Stellenwert zu haben, während das Zentrum des Mannes seine Arbeit ist und er von dort viel Anerkennung bezieht.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratg...n-ihr-liebesleben-reparieren_aid_1136034.html · (Andrea Bräu - Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin)
 
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FOCUS Artikel - Die Kunst der Lebendigkeit - Einfache Regeln für eine intakte Beziehung
„Als Paar glücklich bis ans Lebensende. Wer wünscht sich das nicht?“

Ein aufregendes Sex- und Beziehungsleben auch nach jahrelangem Zusammenleben? FOCUS-Online-Expertin Andrea Bräu gibt Tipps, wie Paare ihre Beziehung möglichst lange frisch halten können.
Ich traue mich kaum das Unwort „Kommunikation“ einzutippen und kann Sie innerlich förmlich stöhnen hören: „Nicht schon wieder, das ist doch nichts Neues. Das weiß doch jedes Kind“ Ja, stimmt. Aber es weiß auch jedes Kind, dass man weniger essen muss, um abzunehmen. Oder äußerst konsequent die Mucki-Bude aufsuchen, um mit Schwarzenegger & Co. auch nur annähernd konkurrieren zu können. Aber tun wir das denn?
Ich sehe das ganz pragmatisch: Jeder tut das, was ihm wichtig ist. Dass man allerdings auch für eine lebendige (!) Partnerschaft etwas tun muss, will niemand hören. Viele meiner Klienten sind der Meinung, dass eine gute Partnerschaft nur dann eine ist, wenn sie von alleine läuft, und dass Kommunikation sowieso völlig überwertet wird.

Man kann doch auch alles zerreden!
Ja, kann man, muss man aber nicht! Wir Menschen haben nun mal die Fähigkeit, uns auf mehr Ebenen mitzuteilen, als unsere artenreichen Erdmitbewohner (die bellen, muhen oder wiehern) – und das ist Voraussetzung für soziale Systeme. Im Leben geht es für mich darum, die Balance (Gelassenheit oder Souveränität könnte man auch sagen) zu erlangen, also nicht Entweder-Oder, sondern Sowohl-als-auch. Zwischen schwarz und weiß gibt es nämlich viele Farben. Vielleicht liegt die Wahrheit ja darin, nicht alles zu sezieren, aber auch nicht zu ignorieren?

Kommunikation ist viel mehr als Reden
Wussten Sie, dass das Sprechen selbst nur einen äußerst geringen Prozentsatz der gesamten Kommunikation ausmacht? Der bedeutend größere Anteil läuft nonverbal ab: Körpersprache, Blicke, Gesten, Mimik, all das ist Kommunikation. Bin ich meinem Gegenüber zugewandt, sehe ich es an und mache nicht nebenher den Abwasch oder verdrehe die Augen und denke „hoffentlich ist der bald fertig“? All das sind deutliche Botschaften, die unabhängig vom Gesprochenen mit einfließen und vor allem wirken. Nach meiner Erfahrung geht es nämlich viel weniger darum, WAS gesagt wird, sondern WIE es gesagt wird.

Offene Herzen
Er sitzt hinterm aufgeklappten Laptop und sie fragt ihn „Liebst Du mich eigentlich noch?“ Er grummelt: „Mmm …, das weißt Du doch!“ Kennen Sie auch das Gefühl, wenn Ihnen jemand etwas erzählt und Sie dabei nichts empfinden? Das kann daran liegen, dass entweder Ihr Herz oder das Ihres Gegenübers (worst case: alle beide) nicht „geöffnet“ sind. Denn es braucht eine Entscheidung, ob man sich von anderen Menschen „berühren“ lassen will bzw. ob man selbst „berühren“ will. Dabei ist es nötig, nicht den Kopf sprechen zu lassen, sondern das Herz und das geht niemals nur mit Worten. Genauso ist das auch im Sexuellen: rein körperlicher Sex hat keine (lebens-) lange Haltbarkeitsdauer; früher oder später fehlt etwas. Soll nicht heißen, dass die Beziehung dann zu Ende ist, aber von Lebendigkeit ist jedenfalls nicht mehr viel zu spüren.

Fazit
Die Frischhaltefolie für Beziehungen ist in meinen Augen die Kunst der Lebendigkeit. Kein (dauerhaftes!) oberflächliches Blablabla (wer holt wann die Kinder wo ab? Oder: was kochen wir heute, morgen, übermorgen?), sondern den Mut aufzubringen, sich wirklich dem Partner zu zeigen, sich zu öffnen, Gefühle auszudrücken, kurzum: sich verletzbar zu machen. Das ist Lebendigkeit und die Frischegarantie für Beziehungen inklusive Sex. Ach ja: vorsichtshalber sei erwähnt, dass die Frischhaltefolie unbedingt luftdurchlässig, also atmungsaktiv sein sollte!

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratg...-fuer-eine-intakte-beziehung_aid_1160016.html Samstag, 23.11.2013, 14:24 · (Andrea Bräu - Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin)
 
FOCUS Artikel - Woran Partnerschaften heute scheitern

Die zehn größten Beziehungskiller
Mehr als jedes dritte Ehepaar lässt sich scheiden. Gründe für die Trennung gibt es genug. Eine aktuelle Studie offenbart, worin Paare die größten Herausforderungen sehen. Einfache Tricks helfen, damit die Beziehung dennoch hält.
Im Jahr 2012 ließen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts 179 100 Ehepaare scheiden. Das sind zwar weniger als im Vorjahr, trotzdem scheitert immer noch mehr als eine von drei Ehen. Die Partnervermittlung ElitePartner hat sich gefragt, warum so viele Beziehungen in die Brüche gehen. Sie hat 10 000 Menschen gefragt, worin sie die größten Herausforderungen für ihre Beziehung sehen und ermittelte folgende zehn Beziehungskiller:

1. Wenig Zeit füreinander (57%)

2. Stress in der Arbeit (55%)

3. Schwierige finanzielle Situation (53%)

4. Sexualleben lebendig halten (44%)

5. Räumliche Trennung, Fernbeziehung (43%)

6. Partner achtet nur auf seine Bedürfnisse (42%)

7. Durch Kinder wenig Zeit zu zweit (35 %)

8. Streit über Alltagsdinge (31%)

9. Umgang mit Kindern aus vorherigen Beziehungen (28%)

10. Sich auf Dauer treu zu bleiben (27%)

Wie ein Paar Zeitmangel und Stress „überlebt“
Demnach sind vor allem mangelnde Zeit und Stress im Job die Übeltäter, wegen denen die Liebe auf der Strecke bleibt. Akademikerpaare sind davon laut ElitePartner stärker betroffen als andere. Um nicht in die Falle zu tappen und die Partnerschaft daran zerbrechen zu lassen, gilt es Prioritäten zu setzen. „Haben beide Partner einen sehr anspruchsvollen Job, sollten sie die verbleibende Zeit wirklich miteinander verbringen“, sagt Sigrid Sonnenholzer, Expertin für Paarberatungen.

Das heißt für beide: Nicht mit dem Kopf durch die Wand und nur die eigenen Interessen sehen. Möchte ein Partner das Wochenende lieber auf der Couch verbringen und der andere bergsteigen oder Fahrrad fahren, sollten das in keinem Fall dazu führen, dass es irgendwann heißt „ich mache mein Ding und du machst deins“. „Das ist der Tod jeder Beziehung“, warnt Sonnenholzer. Am besten sei es, wenn die Partner Kompromisse schließen und beiden Ansprüchen gerecht werden – warum also nicht ein gemütlicher Samstag vor dem Fernseher und ein Ausflug ins Grüne am Sonntag?

Wenn Distanz die Liebe vernebelt, muss ein Plan B her
Er arbeitet in Hamburg, sie in München – dazwischen liegen fast 800 Kilometer Entfernung. Selbst die schnellste Zugfahrt dauert sechs Stunden. Sehen können sich Paare in solch einer Fernbeziehung meist nur am Wochenende. Doch das kostet Zeit und Geld.

„Fernbeziehungen sind eine zunehmend häufigere Lebensform“ – das erfährt Therapeutin Sigrid Sonnenholzer von vielen Paaren, die ihre Hilfe suchen. Problematisch werde es, wenn die Beziehung auf Distanz nicht planbar, nicht berechenbar und eine Änderung des Zustands unabsehbar ist. Paare können die Beziehung zwar vorübergehend an Platz zwei hinter der Arbeit setzen, doch sie sollten sich einen Plan B überlegen, der etwa heißt: „Wir können wieder zusammenziehen. Wir sind dieser Situation nicht ausgeliefert“. Wird die Fernbeziehung dann unerträglich, hat das Paar immer noch Plan B in der Hinterhand – auch wenn das vielleicht für einen oder beide finanzielle Einbußen bedeuten mag.

Wenn Sie Schuhe will – und Er das Motorrad kauft
„ Kinder können Beziehungen hart auf die Probe stellen. Damit die Ehe dennoch nicht scheitert, müssen Eltern auch Partner bleiben.“

Auch finanzielle Sorgen können eine Beziehung stark belasten. Allerdings kommt es darauf an, worin die Sorgen wurzeln. Hat ein Paar zusammen ein Haus gekauft und deshalb Schulden, belastet das die Beziehung nicht unbedingt. Vielmehr kann das Paar die Probleme miteinander teilen. Anders verhält es sich, wenn der Mann einen Kredit aufgenommen hat, um sich ein neues Motorrad zu kaufen. Oder wenn die Frau die letzten Ersparnisse ausgegeben hat – nur, weil die Schuhe so gut zum neuen Kleid passten. Unterschiedliche Vorstellungen davon, wofür ein Paar sein Geld ausgibt, können zu heftigem Beziehungskrach führen. Dann hilft es laut Paartherapeutin Sigrid Sonnenholzer, einen Plan zu machen, für welche Dinge das Paar Geld ausgibt und was noch für anderes übrig bleibt.

Eltern sein und trotzdem Partner bleiben
Kinder stellen Beziehungen auf eine enorme Belastungsprobe – sowohl die leiblichen, als auch die, die einer der Partner mit in die Ehe oder die Beziehung bringt. Das entscheidende dabei: Die Elternrolle darf die Partnerrolle nicht ersetzen. „Eltern sollten Liebespaare bleiben“, sagt Sigrid Sonnenholzer. Damit das gelingt, legen sie am Besten einen Abend in der Woche fest, an dem sie nicht die Eltern sind, sondern ein Paar. An diesem Abend können sie ins Kino gehen, ins Restaurant oder zum Tanzen, Hauptsache dieser Paarabend fällt nicht aus und die Themen drehen sich nicht nur noch um die Kinder.

Ist das Kind nicht das leibliche, sollten ein Paar trotzdem alle Entscheidungen, die die Erziehung betreffen, gemeinsam treffen, damit niemand unbewusst ausgegrenzt wird.

Den unausgesprochenen Rollenwechsel vermeiden
Männer und Frauen belasten laut Elitepartner-Umfrage unterschiedliche Faktoren in einer Partnerschaft. Frauen klagen häufiger über Diskussionen und Streit rund um Haushalt und Einkauf. Auch das ist Paarberaterin Sonnenholzer nicht fremd: „Wenn Kinder da sind, findet häufig ein unausgesprochener Rollenwechsel statt.“ Oft kommen dann traditionelle Denkmuster bei Männern durch: Sie verdienen das Geld, die Frau kümmert sich um Haus und Kind – auch, wenn sie nebenbei noch arbeitet.

Das Hauptproblem in diesem Fall ist, dass Frauen ihre Arbeit als nicht wertgeschätzt empfinden und sich mit dem Haushalt allein gelassen fühlen. Deshalb sollten nach Möglichkeit beide Partner im Haushalt helfen. Hat einer der Partner tatsächlich kaum Zeit dafür übrig und kann daher nicht tatkräftig im Haushalt mit anfassen, sollte er jedoch zumindest seine Teilnahme und Wertschätzung zeigen. Dann kommen Vorwürfe der Art „du siehst ja gar nicht, was ich tue“ gar nicht erst auf.

Das Problem mit dem Sex und der Treue
Viele Beziehungen scheitern, wenn Sexualität und Intimität in einer Beziehung verloren gehen
Männer hingegen empfinden es als schwierig, das Sexualleben aktiv zu halten. „Es ist wichtig über dieses Thema mit dem Partner zu reden“, sagt die Paarexpertin. Geht die Sexualität in einer Beziehung vorübergehend unter, dann bedeutet das noch lange nicht, dass daran die Partnerschaft zerbrechen muss. „Eine Durststrecke ist durchhaltbar“, sagt Sonnenholzer. Dann sei es jedoch wichtig, zumindest die Intimität in der Beziehung zu bewahren – also das Kuscheln, Streicheln, in einem Bett schlafen. Geht beides verloren, sieht die Paarexpertin schwarz. Dann gehe über kurz oder lang häufig einer der Partner fremd.

Keine Defizite entstehen lassen
Eine Beziehung ist nicht nur schön. Damit sie funktioniert, müssen beide Beteiligten daran arbeiten. Das wichtigste sei, keine Defizite, egal welcher Art, entstehen zu lassen, rät Sonnenholzer. Der Partner muss erfahren, dass der andere ihn wertschätzt und ernst nimmt. „Man sollte den anderen immer wieder fragen: ‚Wann fühlst du dich von mir geliebt‘“, rät Sonnenholzer. Sind es etwa kleine Gesten wie eine Umarmung oder ein Kuss, die dem einen wichtig sind, sollte der andere unbedingt darauf achten, diese Dinge zu tun. Auch Sexualität und Intimität sind starke Säulen einer Partnerschaft. Zudem ist es wichtig, dass beide am Leben des anderen aktiv teilnehmen.

Egoismus bringt die Liebe um
Wer nur noch sich selber sieht und die Bedürfnisse des Partners nicht mehr wahrnimmt, der kann seine Beziehung erheblich bedrohen. Oft sei dem Partner sein egoistisches Handeln überhaupt nicht so bewusst, sagt Sonnenholzer. Vielleicht hat er nie gelernt, Rücksicht zu nehmen. Dann hilft manchmal ganz einfach eins: Miteinander über das Problem zu reden.


Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/gesu...tnerschaften-heute-scheitern_aid_1060467.html Freitag, 02.08.2013, 13:57 · von FOCUS-Online-Redakteurin Lisa Kleine
 
weil die mutter alleinerziehend ist und erwerbstätig ist leidet automatisch das kind? an gewissen huscher kann man dir nicht absprechen, oder?

Mit einem Aufschrei der alleinerziehenden Damenwelt habe ich gerechnet, aber deswegen brauchst ned patzig werden Schatzi!

Klar gibts Kinder wo das mit der Alleinerziehung super hinhaut, aber bei einem großen Teil fehlt halt schon was, nämlich der Vater.
 
Mit einem Aufschrei der alleinerziehenden Damenwelt habe ich gerechnet, aber deswegen brauchst ned patzig werden Schatzi!

Klar gibts Kinder wo das mit der Alleinerziehung super hinhaut, aber bei einem großen Teil fehlt halt schon was, nämlich der Vater.
bei so einer meldung geht mir (als übrigens NICHT alleinerziehende mutter - nur fürs protokoll) die hutschnur durch - die tatsache, dass kinder aus intakten familien auch vernachlässigt sein können, ist halt mal nicht von der hand zu weisen
 
…2. Frauen belügen sich selbst über ihr erotisches Empfinden. Der Kopf übt mehr Macht über den Körper aus als bei Männern
Was törnt Frauen an? Die weibliche Lust scheint unbegrenzt zu sein.
„Doch anders als Männer nehmen sie das Verlangen des Körpers oft nicht wahr, oder sie verleugnen die Lust sogar bewusst“, sagt Daniel Bergner. Die Kluft zwischen Vagina und Verstand hat sowohl genetische wie gesellschaftliche Ursachen, schreibt er. „Ein neuraler Filter blendet die sexuellen Signale des Körpers aus. Er schützte Frauen möglicherweise vor sexueller Gewalt, wie sie bei unseren Steinzeitvorfahren üblich war.“ Frauen gehen psychisch auf Distanz zu ihrem Körper, wie auch andere Studien zeigen. Sie denken nicht nur seltener an Sex als Männer, sie denken im gleichen Verhältnis auch weniger an Essen und Schlafen als männliche Probanden. Wenn es um Sex geht, scheuen Frauen auch vor bewusster Leugnung nicht zurück. Werden sie beispielsweise zur Zahl ihrer Sexualpartner befragt, geben sie viel mehr Affären zu, wenn strikte Anonymität garantiert ist.
Hinweise darauf, dass Frauen sexuell aktiver wären, würden sie nicht durch gesellschaftliche Moralvorstellungen gebremst, gibt die Primatenforschung. Denn unsere nächsten Verwandten leben ihre Triebe offen aus - frei von Konventionen. Bei Rhesusaffen beispielsweise initiieren fast immer die Weibchen die Sexualkontakte. Sie sind die treibende Kraft, stellen den Männchen unermüdlich nach, küssen und streicheln sie. Auch bei anderen Affenarten konnten Zoologen ähnlich zielstrebige Weibchen beobachten.n

1. Auch Frauen reagieren mit sexueller Erregung auf Pornografie und sind dabei sogar neugieriger als Männer
Die weibliche Sexualität reagiert kaum auf optische Reize…Diese weit verbreitete Überzeugung konnte mittlerweile einwandfrei widerlegt werden, schreibt „New York Times“- Autor Daniel Bergner in seinem Buch „Die versteckte Lust der Frauen“. Frauen sprechen sogar auf eine größere Vielfalt von Erotikfilmen an als Männer. Die Sexualforscherin Meredith Chivers maß die Erregung ihrer Probandinnen mit einem in die Scheide eingeführten Gerät, während sie ihnen Sex-Clips vorspielte. Heterosex, Frauen mit Frauen, Männer mit Männern, Gruppensex, Mann oder Frau beim Masturbieren. Sowohl Heterofrauen wie Lesbierinnen sprachen auf alle Sequenzen an.

Weit einförmiger reagierten die Männer, wie Erektionsmessungen ergaben. Heterosexuelle Männer wurden von Heterosex angetörnt, homosexuelle Männer von Homoerotik.

Neuere Erhebungen unterstützen Bergners These. Einer amerikanischen Umfrage von 2013 zufolge vergnügen sich acht Prozent der Frauen mit Online- Erotik-Videos, viermal mehr als noch vor drei Jahren. Für Männer liegt die Zahl bei 25 Prozent. Die Erhebung wurde telefonisch durchgeführt. Die wahren Zahlen sind vermutlich weit höher. Nach Angabe britischer Therapeuten nimmt sogar übermäßiger Pornokonsum unter Frauen zu.
19 % der deutschen Frauen leiden unter schwindendem sexuellen Verlangen und wünschen sich mehr Lust

3. Monogamie lässt sexuelles Interesse einschlafen und ist der Grund für das abnehmende Verlangen in der Ehe
Monogamie ist in vielen vor allem westlichen Gesellschaften ein festes kulturelles Paradigma.
Verhaltensbiologen und Anthropologen waren sich lange sicher, dass die lebenslange Paarbindung der Natur des Mannes widerspricht und Frauen eher für ein monogames Zusammenleben geeignet sind. Denn Weibchen hätten im Gegensatz zu den Männchen kaum Fortpflanzungsvorteile aus der Paarung mit mehreren Partnern. Seit einigen Jahren haben Forscher evolutionäre Erklärungsmodelle entwickelt, die dieser These widersprechen. Auch Daniel Bergner hält die Theorie für ein Märchen und stellt in seinem Buch die Untersuchungen von Sarah Blaffer-Hrdy, Primatologin und Anthropologin, vor. Hrdy beobachtete, dass sich Langurenweibchen mit vielen Männchen paaren. Der Hang zum Partnerwechsel habe sich teilweise als ein Schutzmechanismus evolutionär entwickelt, um den Nachwuchs vor männlicher Gewalt zu retten. Denn bei etlichen Tierarten töten die Männchen alle Neugeborenen, die nicht von ihnen abstammen. „Wenn ein Männchen nicht sicher sein kann, welches Kind von ihm ist, wird es weniger anfällig dafür, es umzubringen“, erklärt Bergner Hrdys Schlussfolgerungen. Außerdem erhöhe die Promiskuität die Spermienvielfalt und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Als Indiz dafür, dass die Promiskuität nicht nur bei Primatenweibchen, sondern auch bei Frauen evolutionär verankert ist, beschreibt Bergner Hrdys Theorie zu dem verzögerten weiblichen Orgasmus. Für Hrdy ist er ein evolutionär wichtiges Element der Promiskuität: Denn der verzögerte Orgasmus sorge dafür, dass das Weibchen die Partner wechselt, die sie nach und nach weiter anheizen, um schließlich zum Höhepunkt zu kommen. Neben dem evolutionären Eklärungsmodell ist das abnehmende Verlangen der Frau in langjähriger Partnerschaft ebenfalls ein Beleg dafür, dass Monogamie der weiblichen Sexualität widerspricht. Die Psychologin Marta Meana von der Universität von Nevada erklärt dieses Phänomen mit dem narzisstischen Bedürfnis der Frau: Die Frau bekomme mit der Zeit den Eindruck, dass sich der Partner nicht mehr aus impulsivem Begehren heraus für sie entscheidet, sondern weil er keine Wahl mehr hat. Für Bergner ist die Ehe oder eine langjährige Beziehung demnach ein Lustkiller für die Frau.

4. Narzissmus ist eine Triebfeder weiblichen Verlangens
Begehrt werden ist eine der wichtigsten Aspekte weiblichen Lustempfindens, schreibt Bergner.
Für Frauen ist also nicht unbedingt der Körper des Partners Quell der Lust, wie es bei Männern angenommen wird. Vielmehr ist es dessen Verlangen nach ihrem Körper - Narzissmus in neutralem Sinn also. „Was Frauen anheizt, ist die männliche Begierde und die weibliche Macht, diese zu erzeugen“, betont er. Bergner bezieht sich dabei auf die Untersuchungen der Psychologin Marta Meana. Sie berichtet von Frauen, die ihren Freund oder Ehemann zwar innig liebten, aber dennoch keine Lust auf Sex mit ihnen hatten. Mit Männern aber, die deutlich und „räuberischer“ ihre sexuelle Begierde nach ihnen kundtaten, schliefen die Patientinnen äußerst gern. Meana treibt ihre These auf die Spitze: „Begehrt werden ist der Orgasmus.“

5. Ob Frauen sich zu Männern oder Frauen hingezogen fühlen, ist nicht lebenslang festgelegt
Einen Nachweis, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen genetisch verankert ist, konnten Genetiker bislang noch nicht erbringen.
Trotzdem sind viele Wissenschaftler davon überzeugt, dass es angeboren sei, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell veranlagt ist. Lisa Diamond, Professorin für Psychologie an der Universität von Utah bestreitet diese Theorie nicht. Jedoch geht sie davon aus, dass die Ausrichtung weiblichen Verlangens fließend ist. Sie hat Hunderte Frauen in Interviews und Fragebögen zu ihren erotischen Vorlieben befragt. Daniel Bergner stellt in seinem Buch die Ergebnisse von Diamond dar: Sie habe herausgefunden, dass weibliches Verlangen sehr stark von emotionalen Faktoren bestimmt wird, sodass sich sogar die Ausrichtung auf das Geschlecht ändern kann.

6. Sexuelles Verlangen und Erregung ist viel Biochemie und wenig freie Entscheidung
Die Lust auf Sex entsteht im Körper der Frau auf zwei Ebenen.
Aus den Eierstöcken und Nebennieren gelangen Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron über das Blut ins Gehirn. Sie überschwemmen die primitiven Hirnareale nahe dem Hirnstamm und regen die Produktion von Botenstoffen an. Diese Neurotransmitter sind die eigentliche Essenz des Verlangens. „An erster Stelle ist Dopamin die Substanz der Lust“, sagt Bergner. Jim Pfaus, Neurowissenschaftler der Concordia Universität in Montreal, erklärt: „Ein Dopaminrausch ist ein Lustrausch.“ Durch die hormonelle Dusche ändert sich im Gehirn die Wahrnehmung und erzeugt Erregung, etwa wenn eine Frau den Geruch ihres Liebsten inhaliert. Doch damit sich die Begierde auf den Mann richtet und die Frau nicht nur in ein Chaos der gesteigerten Wahrnehmung stürzt, muss Dopamin im Gleichgewicht mit anderen Hormonen agieren. Serotonin bremst impulsives Handeln, erzeugt Wohlbehagen und ermöglicht gründliches Nachdenken. Und darin liegt oft das Problem. Grübelt die Frau beim Sex über ihre Jobprobleme nach, anstatt sich ihrem Verlangen hinzugeben, stehen die beiden Gegenspieler Dopamin und Serotonin nicht im günstigen Verhältnis zueinander. Als dritten Botenstoff der Lust nennt Pfaus die Opioide. Fluten sie beim Orgasmus das Gehirn, gibt es kein Halten mehr. Ein wichtiger Nebeneffekt: Sie konditionieren unser Gehirn, nach weiteren Höhepunkten zu streben.

7. Weibliches Verlangen wird kulturell gezügelt
Frauen schauen genau, wem sie ihre Eizelle zur Befruchtung anvertrauen.
Deshalb sind sie auf exklusive Bindungen bedacht und die natürlichen Hüterinnen der Monogamie. So oder so ähnlich klingt es, wenn evolutionsbiologische Erklärungen Gemeingut werden. Bergner führt Forschungsergebnisse an, die diese vermeintlichen Gewissheiten in Frage stellen. Sinngemäß hätten die „evolutionsbiologischen Märchen“ in einem der hausbackenen Ratgeber stehen können, die man frisch vermählten Paaren in den 50er-Jahren in die Hand drückte. Frei und selbstbestimmt sei die Sexualität der Frau bis heute nicht: „Das weibliche Verlangen“, schreibt Bergner, „ist eine unterschätzte und unterdrückte Kraft . . . selbst in unseren übersexualisierten und vermeintlich so freizügigen Zeiten.“ Wissenschaftliche Versuche scheinen zu bestätigen, dass die Sittenpolizei im Gehirn der Frau deutlich aktiver ist als beim Mann: Fragt man Studentinnen, wie oft sie masturbieren, hängt die Antwort stark davon ab, wie beobachtet sie sich beim Ausfüllen der Fragebögen fühlen. Männlichen Kommilitonen dagegen ist es ziemlich gleichgültig, ob sie anonym, unter Aufsicht eines Wissenschaftlers oder an einem vermeintlichen Lügendetektor Auskunft geben sollen: Die Antworten variierten kaum.
Auch die ach so wählerische Frau wird weniger wählerisch, wenn die üblichen Rollenmuster nicht mehr gelten. Beispiel Speed-Dating: Bei den beliebten Single-Treffen für schnelles Kennenlernen sitzen normalerweise die Frauen am Tisch, und die Männer wandern von einer zur anderen. In der Regel wollen am Ende der Veranstaltung die Frauen weitaus weniger Männer zu einem zweiten Rendezvous treffen als umgekehrt. Forscher haben ausprobiert, was passiert, wenn die Männer am Tisch sitzen bleiben und die Frauen ihre Plätze wechseln. Der Effekt war durchschlagend: Plötzlich sagten die Frauen ebenso oft und „wahllos“ ja zu einem zweiten Date wie die Männer.
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Textauszug … Quelle
 
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