Religiöse Menschen haben keinen Sex? Rückständig vielleicht aber das heisst noch lange nicht das sie keinen Sex haben.
Ich finde deine Frage hier sehr gut platziert, und abgesehen von einigen Hardcore-Gläubigen (ob es dann Fundamentalisten sind, wage ich zu bezweifeln, die Bibel gibt genug her um nahezu jede Positionierung begründbar zu machen) gibt es mit Sicherheit hier auch gläubige User - in welche Richtung auch immer.
Für "rückständig" halte ich die wenigsten, zumindest hab ich einige User, die sich hier als gläubig zu erkennen gegeben haben, als weniger rückständig erlebt als so manch anderen.
Kürzlich hat mir ein (konvertierter) Katholik erklärt, daß wenn es in einer Ehe nicht mehr so läuft, man sich von Tisch und Bett trennen solle und hinfort keusch und Gott dienend zusammen leben soll... so krass haben nicht einmal die katholischen Ordensfrauen, unter deren Obhut ich als Jugendliche eine Zeit lang gelebt habe, argumentiert. Im Gegenteil: vielleicht nicht "offiziell" i.S. der Rk Kirche, dafür sehr lebensnah, haben sie es durchaus befürwortet, wenn sich die Mädels die Pille verschreiben ließen.
Davon abgesehen: religiöser Glaube bezieht sich keineswegs nur auf die Sexualmoral, was für mich wesentlicher wäre sind Dinge wie das Gebot, Gott zu lieben, das über die anderen Gebote gestellt ist - wäre für mich ein ernsthaftes Problem, obwohl ich mich im Grunde auch als "Ungläubige" relativ stark an den Geboten orientiere. Mein Problem mit einem gläubigen Partner läge vor allem darin, daß ich mit Menschen, die sich stark mit jedweder Ideologie (dazu zähle ich auch Religionen) identifizieren, erfahrungsgemäß sehr schnell in Konflikte gerate - in dem Moment, wo eine "übergeordnete Instanz" - in dem Fall also ein Gott - ins Spiel kommt, ist ein freier Austausch nur mehr selten möglich. Ist vergleichbar mit Leuten, die bei jeder Konfliktsituation gleich "das Gesetz" oder irgendwelche Verwaltungsvorschriften bemühen - eine Haltung, mit der ich einfach nicht klarkomme.