Langjährige Affären wie ist sowas möglich?

Was passiert bei Affären die so lange halten? z.B. über 10 Jahre, wie ist das möglich? Ist das nicht ein Doppelleben?
Ich habe mich das auch schon immer gefragt... Ich habe immer schon jetzt das Gefühl, dass ich zeitlich nicht alles unter einen Hut bekomme. In einer funktionalen Beziehung will ich mit der Partnerin ja auch Zeit verbringen. Es verbleibt dabei für Affären keine Zeit. Deswegen frage ich mich, ob jahrelange Affären dann nur das Ergebnis auseinander gelebter Beziehungen sind oder der bequemste Weg für Menschen, die sich überall gerne die Rosinen herauspicken oder notwendige Konsequenzen nicht tragen wollen.
 
Ich habe mich das auch schon immer gefragt... Ich habe immer schon jetzt das Gefühl, dass ich zeitlich nicht alles unter einen Hut bekomme. In einer funktionalen Beziehung will ich mit der Partnerin ja auch Zeit verbringen.

Man kann sich sein Leben so organisieren, dass für beides ausreichend Zeit bleibt.
 
Man kann sich sein Leben so organisieren, dass für beides ausreichend Zeit bleibt.
Das kommt auf die Ansprüche an. "Ausreichend" ist ein sehr subjektiver Begriff, bei dem wir Männer in unserer Einschätzung oft daneben liegen. Und organisieren bedeutet faktisch ja nur, dass man die Zeit woanders wegnimmt, da die Menge der Zeit pro Tag nicht erweitert werden kann. Vorausgesetzt man hat also bislang nicht stundenlang Zeit sinnfrei abgegammelt, muss es an anderer Stelle auf kurz oder lang Folgen haben.
 
Das kommt auf die Ansprüche an. "Ausreichend" ist ein sehr subjektiver Begriff, bei dem wir Männer in unserer Einschätzung oft daneben liegen. Und organisieren bedeutet faktisch ja nur, dass man die Zeit woanders wegnimmt, da die Menge der Zeit pro Tag nicht erweitert werden kann. Vorausgesetzt man hat also bislang nicht stundenlang Zeit sinnfrei abgegammelt, muss es an anderer Stelle auf kurz oder lang Folgen haben.
Es ist auch eine langjährige Affäre wenn man sich einmal jährlich trifft. Das ist ja von der Zeit nicht festgelegt.

Eine mit regelmäßigen Treffen ist sicher eine Art Doppelleben.
 
Ich habe mich das auch schon immer gefragt... Ich habe immer schon jetzt das Gefühl, dass ich zeitlich nicht alles unter einen Hut bekomme. In einer funktionalen Beziehung will ich mit der Partnerin ja auch Zeit verbringen. Es verbleibt dabei für Affären keine Zeit. Deswegen frage ich mich, ob jahrelange Affären dann nur das Ergebnis auseinander gelebter Beziehungen sind oder der bequemste Weg für Menschen, die sich überall gerne die Rosinen herauspicken oder notwendige Konsequenzen nicht tragen wollen.
Die Frage stelle ich mir ja auch immer ... es geht um die Verteilung der Ressource Zeit & Aufmerksamkeit ... oft denke ich mir ja, wenns in ihre Partner mehr Zeit investieren würden, dann würde es sicher in der Beziehung "besser" laufen.

Ich denke, eine Frage der ganz konkreten Lebensumstände ... z.B. Wer arbeitet in welchem Ausmaß von Wann bis Wann ... beruflich viel unterwegs, oder eher Abends regulär anwesend - sprich wie Effektiv "Störend" wird das ganze empfunden ... wird dem Partner damit etwas vom Zeitkontingent "Weggenommen".

Bei uns/mir stand einmal vor längerer Zeit eine beruflicher Wechsel in die Schweiz zur Diskussion .. und im Gespräch war dann auch eine "Vor Ort Beziehung/Affäre" als temporärer Lösungsansatz ein Thema.
 
Bei mir war es die Arbeitskollegin.
Ging über 20 Jahre, bis sie in Pension ging
Eine Vertraute, ein verbindendes Thema, ein Umfeld das beide kennen - ohja, das ist verständlich.
20 Jahre - was ist da alles passiert.
....und was mag wohl bei Euch beiden in all den vielen Jahren im Leben passiert sein?
Ich finde es gibt Affären, die nicht alleine um Sex und Spaß kreisen, sondern vertraute Menschen sind, Kraft und Sicherheit geben.
Ich habe mich das auch schon immer gefragt... Ich habe immer schon jetzt das Gefühl, dass ich zeitlich nicht alles unter einen Hut bekomme. In einer funktionalen Beziehung will ich mit der Partnerin ja auch Zeit verbringen.
Absolut, ich auch nicht.
Ich denke, es ist die Frage "Ist dieser Mensch für mich eine Bereicherung oder eine Belastung?"
Manchen Menschen mögen diese langen heimlichen Beziehung Halt und Orientierung geben.
Aus Sex kann viel werden, auch soetwas.

Man muss es nicht erleben wollen oder gut heißen. Respektieren und verstehen, dass es nun mal für diesen Menschen der Weg ist, für den er sich entschieden hat, scheint schwierig. Tatsächlich geht es niemanden etwas an wie wer sein Leben hinkriegt, Hauptsache er kriegt es hin.

Es ist kein Doppelleben, wenn man mit jemand spricht, er eine Schule für seine Kinder vorschlägt, über ein Theaterstück spricht über dessen Besuch sich der jeweilige Lebenspartner freuen würde, der einen Kontakt zum Installateur vorschlägt - langjährig steht man sich bei, egal in welcher Beziehung steht. Es fließt und kann durchaus positives mitnehmen, das in die Familien reinfließt.

Dass automatisch etwas Weggenommen wird, muss nicht sein.
Wenn dem so wäre, würden wohl keine Vertrautenliebeleien über Jahre Bestand haben.

Um etwas Positives zu sagen.
Strikt Langzeitaffären abzuwerten ohne eventuelle Vorteile sehen zu wollen, quasi "zumachen". Was nicht sein darf hat auch nicht zu sein, deshalb verurteile ich. Kann man machen muss man aber nicht. Man muss es ja selbst nicht tun.
es geht um die Verteilung der Ressource Zeit & Aufmerksamkeit
Dann würde auch kein zweites Kind mehr gehen und das erste schon schwer zu hinterfragen sein.
 
Ich habe mich das auch schon immer gefragt... Ich habe immer schon jetzt das Gefühl, dass ich zeitlich nicht alles unter einen Hut bekomme. In einer funktionalen Beziehung will ich mit der Partnerin ja auch Zeit verbringen. Es verbleibt dabei für Affären keine Zeit. Deswegen frage ich mich, ob jahrelange Affären dann nur das Ergebnis auseinander gelebter Beziehungen sind oder der bequemste Weg für Menschen, die sich überall gerne die Rosinen herauspicken oder notwendige Konsequenzen nicht tragen wollen.
Ja, das ist der bequemste Weg für eine sexuelle Befriedigung. 🤷‍♂️
 
Ja, das ist der bequemste Weg für eine sexuelle Befriedigung. 🤷‍♂️
Ich glaub da gibt es viele Gründe.

Wir haben eine offene Beziehung, weil wir halt neugierig und abenteuerlustig sind, nicht weil uns in der Beziehung der Sex fehlt. Da könnte grundsätzlich auch eine Affäre entstehen, die länger dauert. Bei langfristigen Affären ist halt dann immer die Frage, ob es alle irgendwie Beteiligten gleich sehen.

Oft ist es sicher auch die Flucht aus einer Beziehung, die zumindest auf sexueller Ebene nicht mehr wirklich läuft. Ich trau mich da nicht zu urteilen -- wenn es blöd läuft endet die spannende Affäre mit jemand Neuem in einer Patch-Work-Familie, die dann in der Realität auch nicht läuft, weil der Alltag alles überrent.
 
Ich hatte über 10 Jahre eine Affäre. Wir haben uns ca 2-3x im Jahr getroffen für eine Nacht um uns das beim Sex zu holen was in der jeweiligen Beziehung nicht möglich war. Mehr wollten wir beide nicht.
Hatte aber auch ein paar mal Kontakt zu Frauen die eine "richtige" Affäre wollten. Mindestens 1x in der Woche treffen, gemeinsame Urlaube/ Wochenenden usw.
Das war mir zu viel und wäre dann eigentlich 2 Beziehungen gewesen. Also um jeden Preis eine Affäre wäre für mich nicht möglich und zur Zeit habe ich auch keine Lust dazu.
 
Eine Vertraute, ein verbindendes Thema, ein Umfeld das beide kennen - ohja, das ist verständlich.
20 Jahre - was ist da alles passiert.
....und was mag wohl bei Euch beiden in all den vielen Jahren im Leben passiert sein?
Ich finde es gibt Affären, die nicht alleine um Sex und Spaß kreisen, sondern vertraute Menschen sind, Kraft und Sicherheit geben.

Absolut, ich auch nicht.
Ich denke, es ist die Frage "Ist dieser Mensch für mich eine Bereicherung oder eine Belastung?"
Manchen Menschen mögen diese langen heimlichen Beziehung Halt und Orientierung geben.
Aus Sex kann viel werden, auch soetwas.

Man muss es nicht erleben wollen oder gut heißen. Respektieren und verstehen, dass es nun mal für diesen Menschen der Weg ist, für den er sich entschieden hat, scheint schwierig. Tatsächlich geht es niemanden etwas an wie wer sein Leben hinkriegt, Hauptsache er kriegt es hin.

Es ist kein Doppelleben, wenn man mit jemand spricht, er eine Schule für seine Kinder vorschlägt, über ein Theaterstück spricht über dessen Besuch sich der jeweilige Lebenspartner freuen würde, der einen Kontakt zum Installateur vorschlägt - langjährig steht man sich bei, egal in welcher Beziehung steht. Es fließt und kann durchaus positives mitnehmen, das in die Familien reinfließt.

Dass automatisch etwas Weggenommen wird, muss nicht sein.
Wenn dem so wäre, würden wohl keine Vertrautenliebeleien über Jahre Bestand haben.

Um etwas Positives zu sagen.
Strikt Langzeitaffären abzuwerten ohne eventuelle Vorteile sehen zu wollen, quasi "zumachen". Was nicht sein darf hat auch nicht zu sein, deshalb verurteile ich. Kann man machen muss man aber nicht. Man muss es ja selbst nicht tun.

Dann würde auch kein zweites Kind mehr gehen und das erste schon schwer zu hinterfragen sein.
Es mag tatsächlich Konstellationen geben, in denen Affären zu einer Gesamtstabilität beitragen. Offene Beziehungsmodelle verurteile ich auch nicht, auch wenn ich mir das schwer für mich vorstellen kann. Wenn man das hinbekommt und wirklich alle Beteiligten damit glücklich sind, finde ich es sogar bewundernswert, da es für ein sehr starkes Vertrauensverhältnis spricht, wenn man das wirklich kann.
Alles andere würde ich auch nicht verurteilen, weil die Affäre existiert, sondern weil es ja darauf hinausläuft, dass jemand systematisch hintergangen und angelogen wird, wenn diese Affäre eine Regelmäßigkeit hat und ohne das Wissen des Partners durchgeführt wird. Jedenfalls wenn man in der Partnerschaft von Monogamie ausgegangen ist. Und es mag auch selbst Konstellationen geben, die von heimlichen Affären profitieren, moralisch überwiegt in meinen Augen dennoch negativ, dass die Entscheidung dazu einseitig, das Vertrauensverhältnis ausnutzend und aus egoistischen Motiven heraus getroffen wurde. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, was gut für ihn oder sie ist.
 
Zurück
Oben