Es ist keine Last für ein Kind dazusein. Es ist eine Freude. Für mich gibts nichts schöneres, als das, was ich dem Kind täglich an Liebe gebe, zurückzubekommen. Letztens hat mein nun schon großes Kind (13 Jahre) im Auto wunderschön Weihnachtslieder gesungen, laut und leidenschaftlich. Da hatte ich echt ein ganz warmes Gefühl und dachte: JA, dafür lebe ich.
Jein.
Im ersten Moment dachte ich mir - Kinder ? Last?! Ach nein...Manchmal sind sie lästig, nervtötend, aber es ist keine Last, doch der zweiter Gedanke galt meinen Eltern, wie sie meine rebellische Phase durchgestanden haben und ich komme sehr wohl zu der Erkenntnis, dass Kinder doch eine Last sein können.
Sobald man sich äußern würde, dass man den eigenen Nachwuchs als Last empfindet, könnte man es als Zeichen, oder Beweis der Unfähigkeit, oder des Versagen interpretieren.
Man beachte diejenigen, die mit 30 noch immer in Hotel Mama leben, oder zumindest sich von Mutti bekochen, bedienen lassen, oder sauber halten

Solche Exemplare zb. sind Last, resultierend aus Versagen der Eltern.
Der Prozess zum erwachsen werden ist ja auch nicht so ohne...
Meine Eltern gaben mir extrem viel Liebe und Geduld und ich sah manchmal, als sie an der Grenze zur Verzweiflung waren und sie wünschten, ich wäre anders, doch ich stellte sie ständig auf die Probe. Ich war Zeitlang sicher eine Last. Definitiv.
Aus dem Standpunkt einer Mutter sehe ich es nicht als Last, doch halte für übertrieben es als Wunder zu betrachten und sich schön zu reden. Es ist hart und enorm viel Arbeit, es kostet Verzicht und teilweise Aufgabe um für den anderen kleinen Menschen da zu sein.
Man erntet was man sät - es ist einfach und in Anbetracht der heutigen Jugend gewinne ich den Eindruck, dass einige Eltern die Pflicht da zu sein, ein gutes Vorbild zu sein und Werte vorzuleben, doch als Last empfinden. Ich sehe keineswegs die Kids als schlecht, sondern die Eltern eher als unfähig.
Persönlich kann ich mir mein Leben ohne meiner Tochter nicht mehr vorstellen. Sie hat mein Leben bereichert und wertvoller gemacht, ich würde für sie töten und sterben, doch es gab auch Augenblicke, wo ich Sie gegen eine Wand knallen wollte, wo ich extrem verzweifelt war, oder weg wollte, sei es für einige Tage.
Letztendlich isses die Liebe, die alles andere überwiegt und mildert negative Erlebnisse, doch man muss es wollen...
Es ist nicht nur schön und alle anderen, die es so erlebt haben, kann ich nicht mal beneiden, weil wir wachsen und lernen an den Hürden und Schwierigkeiten.
Mutter zu sein ist für mich der größter und lebenslanger Entwicklung und Reifeprozess.