Institution Ehe

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Bin mir nicht sicher ob die Religion die Ehe von der Gesellschaft übernommen hat, oder umgekehrt. Eigentlich müsste man wissen, wer die Ehe „erfunden“ hat.



Ich glaube Religionen und Ehen sind älter als die Schrift, also wird das nicht zu klären sein, was vorher da war und was was beeinflusst hat.
Ehen sind sogar älter als das Wort "Ehe" selbst, vorher, im Altertum und Antike sprach man von "Gefährten".
 
Bevor der Mensch sesshaft wurde, war Besitz bei weitem nicht so wichtig.
Als die Menschheit sesshaft wurde, war Teilen nicht mehr angesagt. Als sesshafter gilt es: Haus bauen, alles in Besitz zu nehmen und verteidigen.
Die Ehe, sprich, das an sich binden eines Partners, bzw auch mehrere, ist eine "Gesellschaftliche Norm" der sesshaft gewordenen, und Religion und Staat fördern seit eh und je diese Besitzansprüche.
Dazu kommen die kulturell gefestigten Zwangsvorstellungen von: "Es gibt nur den einen;):herzen:"

Ob wir ohne dieser Institution glücklicher wären.
Dazu ein alter weiser Grieche:

Heirate oder Heirate nicht, du wirst nicht glücklich:)

Sokrates
 
Hmmmm
Arbeiten wir uns mal langsam durch . :)

.Triebhaftigkeit einzudämmen
Jein....sehe ich nicht so.
Es ist das eine die ursprüngliche Idee die Ehe betreffend , aber davon hat sich das Modell Ehe doch schon sehr weit weg entwickelt.
Es ist doch rein die Sache vom Paar wie lebhaft ihre Sexualität ausgelebt wird, betreffend wie oft....Wie kreativ und ob vielleicht sogar mit Mitspielern.

. Rechte und Pflichten
JEIN.
Gesetzt den Fall der Partner hat einen schweren Unfall Fall oder eine Erkrankung möchte ich doch das Recht haben vom Arzt eingeweiht zu werden in Details.
Ohne Ehe hat man das nur in sehr eingeschränkter Funktion. ...Oder?

. Zu Pflichten fällt mir nicht viel ein zugegebernermaßen denn Treue lebt man doch gerne, wenn alles stimmt in der Ehe.
Und wenn nicht muss man so wie so handeln, auf welche Weise auch immer.

. Ehe und Religion
War sicher früher intensiver miteinander verknüpft und es wurde nach aussen hin an Ehen festgehalten die an sich kaputt und lieblos waren, um ja den Schein nach aussen hin zu wahren.
Mmn ist das im ländlichen Gefilde noch Thema im Vergleich zu Großstädten.
Scheinheiligkeit wie von Seiten der Kirche vorgelebt ( ja ich bin kein Freund dieser Institution ) aber nur Lebensjahre kostet und nicht glücklich macht.

. Wenn es die Ehe nicht geben würde....
Gute Frage!
Würden sich beide Partner mehr bemühen da ein Stück weit falsche Sicherheit den Partner betreffend weg fällt ?

. Verroht und unkultiviert gewiss nicht.

. Kleinkariert
Als solches sehe ich die Ehe oder was sie mit einen macht nicht.

Ich gehöre zu den Menschen die an die Liebe glauben....
Zu heiraten ist für mich der Liebe zweier Menschen ein Krönchen aufsetzten.
Sich offiziell zueinander zu bekennen.
Dazu zu stehen im guten und schlechten füreinander da zu sein, so lange die Ehe besteht.
Gemeinsam daran zu arbeiten und das intensiv, dass die Liebe und Sexualität funktioniert ......weil es einem wichtig ist.
Und nicht zu Beginn quasi mit zu spielen....Zugeständnisse zu machen die mit der Zeit an Substanz verlieren, einer Farce gleichen.
Denn für diese Scheinheiligkeit kann selbst die Kirche nichts.

Abgesehen davon braucht es nicht zwingend die Kirche um die Liebe besiegeln zu lassen.
Das Standesamt...klar
Aber es gibt wunderbare freie Trauungen die nicht weniger an Romantik haben, als in der Kirche.
Diese Antwort trifft meine Fragestellung schon etwas mehr...

Zu Kleinkariertheit meine ich konkret:

Du musst heiraten
Du musst diesen Menschen heiraten
Du musst Kinder kriegen

In der Natur gibt es ja auch keine Moralvorstellungen wenn es um Fortpflanzung geht.

Wie hätte sich der Mensch entwickelt, wenn es diese Zwänge nicht gegeben hätte?

In der Antike gab es doch schon mal diese Ansätze und da ist vieles entstanden, was heute nich Verwunderung verursacht
 
Wie hätte sich der Mensch entwickelt, wenn es diese Zwänge nicht gegeben hätte?
Wir würden immer noch im Wald den Rehen nachstellen und Beeren sammeln.
Ob wir es hören wollen oder nicht, mit der Sesshaftwerdung vor etwa 10000 Jahren haben die Menschen die Besitzrichtung eingeschlagen die viele Erfindungen erst ermöglicht hat.
Ehe ist nichts anderes als ein Besitzanspruch auf einen Menschen
Und ihr dürft jetzt natürlich schreiben, bei uns ist das alles ganz anders, aber aus der Entfernung betrachtet, ohne der Disneyrosabrille ist es leider so. Ob wir das wahr haben wollen oder nicht.
Ihr seht schon, ich bin eher kein Romantiker in diesen Dingen:)
 
Diese Antwort trifft meine Fragestellung schon etwas mehr...

Zu Kleinkariertheit meine ich konkret:

Du musst heiraten
Du musst diesen Menschen heiraten
Du musst Kinder kriegen

In der Natur gibt es ja auch keine Moralvorstellungen wenn es um Fortpflanzung geht.

Wie hätte sich der Mensch entwickelt, wenn es diese Zwänge nicht gegeben hätte?

In der Antike gab es doch schon mal diese Ansätze und da ist vieles entstanden, was heute nich Verwunderung verursacht

Betreffend MUSST...
Glaubst du wirklich das das heute noch so ist?
Ich glaube nicht daran das sich die Menschen heut zu Tage in die Ehe drängen lassen.

Eher daran das...
Es Menschen gibt die in unterschiedlichen Lebensbereichen zu viel das tun ohne ausgesprochene Zwängen zu haben, was sie glauben das von Ihnen erwartet wird.
Erwartungen entsprechen wollen um nicht Andere zu enttäuschen auch auf die Gefahr hin, selber dabei auf der Strecke zu bleiben.

Wie hätte sich der Mensch entwickelt. ..
Suggestivfrage :)

Bedenke Menschen die eine starke Persönlichkeit haben, lassen sich zu nichts drängen.

Dann gibt es Menschen die quasi Führung brauchen....glauben sie zumindestens, da zu unselbsständig.
Die sind fast froh wenn ihnen Entscheidungen abgenommen werden.

Traurig.aber wahr.
 
Wir würden immer noch im Wald den Rehen nachstellen und Beeren sammeln.

Sehe ich genau umgekehrt. Aus den Ländern auf der Welt wo Religion und Ehe einen viel höheren Stellenwert haben, kommen viel weniger Innovationen und Entwicklungen

Vielleicht wären wir heute viel weiter, wenn wir dieses Brett der Konvertionen vorm Kopf schon früher abgelegt hätten ....
 
@Mitglied #63395

ad 1. Deine These ist falsch. Spiritualität war dem menschlichen Wesen von Anfang an inhärent. Dass mit Religion Schindluder getrieben wurde und wird, hat damit nichts zu tun. Das Institut der ( monogamen ) Ehe bestand schon lang vor dem Christentum. Siehe Germanen, Römer etc.. Die Ehe diente der wirtschaftlichen und politischen Absicherung der Sippe, später Familie.. Erst am Konzil von Trient (1545 bis 1563) wurde die Ehe zum kirchlichen Sakrament. Die Triebhaftigkeit war der Kirche damals noch relativ egal.

ad 2. Verwegen erscheint mir die Gleichsetzung von Ehe und Kleinkariertheit. Hier könnten Worte der Erläuterung die Diskussion befruchten. Das Ehe- und Familienrechrecht hat schlicht ordnenden Charakter. Mir erscheint das Konkubinat wesentlich chaotischer, riskanter und aufwändiger wenn auch hin und wieder freudvoller.
 
2. Wie hätte sich die Menschheit entwickelt, wenn es die Ehe nicht geben würde? Wären wir zum Beispiel sozial verroht oder unkultivierter? Oder hätten wir uns viel weiter entwickelt als wie wir es heute sind, weil es uns an der anerzogenen Kleinkariertheit fehlen würde?

Dazu empfehle ich das Studium der Ethnologie.

Wenn du mit "weiter entwickelt" mehr sexuelle Freiheit/ Promiskuität meinst, wirst du da auch fündig. Ansonsten sehe ich in Hypothesen dazu eh nur Wunschvorstellungen. :D
 
Ziel war und ist es den Menschen durch seine Ängste zu kontrollieren und zu unterjochen, damit ein paar wenige Macht über viele bzw. den Rest haben. Dazu wurden Regeln entwickelt um die Menschen in ein moralisches Korsett zu zwängen. Eine dieser Regeln ist die Ehe – geschaffen um z.B. die Triebhaftigkeit des Menschen einzudämmen.

mit der kontrolle der menschen und machtausübung über sie durch angst und wissen über ihre "sünden" kann ich durchaus etwas anfangen. nicht nur durch die religionen übrigens. so funkioniert erpressung auch außerhalb dessen. aber in/via religionen aus der todesangst heraus ganz besonders gut. himmlisch belohntes wohlverhalten, auf ewig sanktioniertes fehlverhalten, perfekt! bis hin zu den 40 auf ewig zu bumsenden jungfrauen beim märtyrertod, um den religionsmächtigen eine opferbereite kamikazearmee in die hand zu geben. na besser gehts nicht!

Wie ist eure Meinung zu meiner These zur Entwicklung der Ehe

sie ist m.e. ursprünglich eine soziale rudelregelung für sex und lebensversorgung gewesen, um sich als stammesführer revierkämpfe im eigenen lager vom hals zu halten. wann sind die 10 gebote "vom berg herab gebracht worden"? auf dem zug der hebräer weg aus der sklaverei in ein unbekanntes land. na mord und totschlag muss es da unterwegs gegeben haben. klar, dass moses "das wort gottes verkündet" hat. sonst wäre er wohl nimmer bis um die nächste kurve gekommen. und das hat - ziemlich unhinterfragt - bis fast heute bestand gehabt. unter anderem weil es auch eine probate regelung zur einzementierung des patriarchats war.

so gesehen hat das letzte jahrhundert gesellschaftlich wirklich dramatisches bewegt.

2. Wie hätte sich die Menschheit entwickelt, wenn es die Ehe nicht geben würde? Wären wir zum Beispiel sozial verroht oder unkultivierter? Oder hätten wir uns viel weiter entwickelt als wie wir es heute sind, weil es uns an der anerzogenen Kleinkariertheit fehlen würde?

schwer zu sagen. ebensowenig wie was heute ohne die beiden weltkriege (etc.) wäre. sogar noch schwerer.
 
Vorab muss ich ein klein wenig ausholen, versuche aber mich so kurz wie möglich zu halten.



Bin bekennender Atheist und denke das die großen Religionen ihren Ursprung in kleinen Sekten hatten. Ziel war und ist es den Menschen durch seine Ängste zu kontrollieren und zu unterjochen, damit ein paar wenige Macht über viele bzw. den Rest haben. Dazu wurden Regeln entwickelt um die Menschen in ein moralisches Korsett zu zwängen. Eine dieser Regeln ist die Ehe – geschaffen um z.B. die Triebhaftigkeit des Menschen einzudämmen.



Nun hat sich die Ehe nicht nur in der Religion etabliert, sondern auch im Staat und im Alltag. Es gibt Rechte und Pflichten, welche in unserer Gesellschaft verankert sind.



Ich möchte folgende 2 Dinge zur Diskussion stellen:



1. Wie ist eure Meinung zu meiner These zur Entwicklung der Ehe bzw. der Religionen?

2. Wie hätte sich die Menschheit entwickelt, wenn es die Ehe nicht geben würde? Wären wir zum Beispiel sozial verroht oder unkultivierter? Oder hätten wir uns viel weiter entwickelt als wie wir es heute sind, weil es uns an der anerzogenen Kleinkariertheit fehlen würde?



Bin mal gespannt, ob eine interessante Diskussion zu Stande kommt ….

Vorsicht, das wird bestimmt wieder politisch. ..
 
:rolleyes: Nein, gibt es alles längst nicht mehr, ein paar Jahre gemeinsamer Haushalt und bist da genauso abgesichert als wie verheiratet.

Auch wenn man nur als WG gelebt hat? Gibt es heutzutage ja schon sehr oft. Wie soll dann bewiesen werden, ob zwei nur eine Wohnung teilten oder ob es eine Partnerschaft gab?
 
Auch wenn man nur als WG gelebt hat? Gibt es heutzutage ja schon sehr oft. Wie soll dann bewiesen werden, ob zwei nur eine Wohnung teilten oder ob es eine Partnerschaft gab?


Keine Ahnung, denke gemeinsamer Meldezettel reicht da aus, aber kannst sicher wo nachlesen, wie gesagt, ich kenne das Thema nur vom Hörensagen, weil es mich noch nie persönlich betraf.
 
Auch wenn man nur als WG gelebt hat? Gibt es heutzutage ja schon sehr oft. Wie soll dann bewiesen werden, ob zwei nur eine Wohnung teilten oder ob es eine Partnerschaft gab?


HELP.gv.at: Allgemeines zur nicht ehelichen Lebensgemeinschaft

Was heißt "nicht eheliche Lebensgemeinschaft"?

Von einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft spricht man dann, wenn eine Partnerin/ein Partner länger andauernd in einer Wohn-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft zusammenleben und diese nicht verheiratet sind.
 
Ich stelle mir vor, ich lebe ohne irgendeine staatliche oder religiöse Regelung in einer offenen und freien Gesellschaft.
Ich lebe ev überschneidend mit verschiedenen Frauen zusammen, die schon z T Kinder in die Beziehung mitbringen oder mit mir Kinder in die Welt setzen. Irgendwann passt es nicht, und ich beende die Beziehung. Die Frau ist mir samt ihres Nachwuchses dann vollkommen egal und sie kann schauen wo sie bleibt. Dann kommt die nächste oder die nächsten Frauen und das gleiche Leben beginnt von Neuem. Eventuell sind wieder andere Stiefkinder da, eventuell auch wieder gemeinsame Kinder und schwups passt nach einiger Zeit die Nasenspitze nicht und es wird wieder gewechselt.
Da es keine Beziehungsregeln gibt, gibt es auch keine Unterhaltszahlungen und ich kann mit meinem Vermögen tun und lassen was ich möchte.

Vor zig-Jahrtausenden lebten unsere Vorfahren bereits dieses Beziehungsmodell. Ich frage mich, weshalb sie dieses paradisische Lebens- und Beziehungsmodell aufgegeben haben ?
 
In der Natur gibt es ja auch keine Moralvorstellungen wenn es um Fortpflanzung geht.

Mit dieser "in der Natur ist es so" oder "natürlich wäre es" unterliegst du allerdings dem naturalistischen Fehlschluss, wenn von der Natürlichkeit der Annahmen auf die Richtigkeit der Folgerung geschlossen wird. Rohes Fleisch ist natürlich, trotzdem essen wir es gebraten oder gekocht (also nehmen es künstlich zu uns) Auf die Spitze getrieben würde das dann in Sozialdarwinismus münden, da in der Natur ja nur der Starke und Gesunde überleben kann. Von daher ist diese "in der Natur ist es ja auch so" Argumentation abzulehnen.

Generell zu Religionen, da denke ich, das der Katholizismus in Europa mausetot ist, er dafür aber in Südamerika und Teilen Afrikas bestimmt weiterexistieren wird. Dieses Vakuum wird dann halt von anderen gefüllt, ein Bekannter von mir ist Imam und lud mich ein zum Freitagsgebet in eine Moschee, auch wenn der Islam nichts für mich ist, zumindest diese Vitalität die er verkörpert imponierte mir schon, im Vergleich zu den Gottesdiensten wo das Publikum wie im Seniorenclub ist, und da aus demographischen Gründen auch nichts mehr nachkommen kann.

Für die Entwicklung einer Gesellschaft wird die Institution Ehe als exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft vermutlich das beste Modell sein, es wird da immer ein paar Ausreißer geben oder Alternative Gruppen, letzten Endes verschwinden diese dann aber und andere nehmen deren Platz ein.
 
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