Grade bei BDSM klaffen Wunsch und Erwartungen mit der Realität oft weit auseinander
ganz richtig.
ausserdem sind meistens die wünsche und erwartungen äusserst spezifisch, werden aber unter einem sehr groben überbegriff vereint, was dann eben ein falsches gesamtbild (wie vom TE wahrgenommen) abgibt.
ich erlaub' mir mal ein eigentliches faux-pas, und mach eine autokauf-analogie ...
stellen wir uns eine person vor, die sich selbst als sehr sportlichen fahrer sieht, und demnach auf dem gebrauchtmarkt einen sportwagen sucht. diese person hat aber einen ganz besonderen sportwagen im sinn, nämlich einen porsche 964 turbo S leichtbau. von denen gibt es nunmal nicht sehr viele, die meisten sind nicht zum verkauf.
jetzt passieren hier zwei dinge, auf dem gebrauchtmarkt, die zu der anfangs erwähnten "verfälschung" führen.
zum einen gibt es viele "verkaufsanzeigen", die nur erwähnen "habe einen sportwagen zum verkauf, der einen sehr sportlichen fahrer als neuen besitzer sucht".
zum anderen schaltet der suchende seine eigene anzeige "sehr sportlicher fahrer sucht einen sportwagen".
jetzt wird es ganz viele verschiedene konstellationen geben, es werden die verschiedensten sportwagen zum verkauf stehen, und es werden ganz viele "sehr sportliche fahrer" einen bestimmten sportwagen suchen. wenn jetzt aber all diese leute den fehler begehen, mit so groben und nichtsaussagenden "überbegriffen" zu suchen, bekommt man schnell den eindruck, dass es zwar viele sportliche fahrer gibt, die einen sportwagen suchen, und ganz viele sportwagen gibt, die einen solchen fahrer eben suchen, aber komischerweise viele dann raunzen, dass sie ihr gegenstück nicht finden (also zB eben "ich finde einfach keinen sportwagen").
dabei scheitert es in wirklichkeit einfach daran, dass die suche genau genommen ja doch sehr spezifisch ist, und nunmal viele der sportlichen fahrer gar nicht zu dem angebotenen sportwagen passen.
so ähnlich verhält es sich nunmal mit diesen überbegriffen "dom" und "sub". das, was tatsächlich unter den begriffen dann für die eigene suche verstanden wird, ist eben sehr spezifisch, und nicht ausreichend durch diese zwei begriffe allein definiert.
somit entsteht dann der eindruck, dass hier zwei suchende gruppen "aneinander vorbeireden", was aber vermutlich gar nicht der fall ist.
viel eher ist es so, dass die leute meistens einfach mit dem aufwand, der nunmal notwendig ist, um da wirklich durchzublicken, überfordert sind, und sich sehr schnell auf irgendwelche details versteifen, die für die suche selbst gar nicht so relevant sind (stichwort "haarfarbe"), in hoffnung, so schneller einen passenden treffer zu landen.
im grunde genommen gibt's für jeden topf an deckel da draussen ... aber wenn man keine lust hat, sich die mühe zu machen, den verschiedenen deckeln eine chance zu geben, dann wird's eben zu eine "suche der nadel im heuhaufen", bei der wohl der faktor glück noch die entscheidenste rolle spielen wird.
meiner erfahrung nach haben sich die wenigsten bdsm pärchen tatsächlich mit vordefinierten vorstellungen gesucht und gefunden (gibt es natürlich auch, aber ich bezweifle eben, dass das eine mehrheit darstellt). viel häufiger ist es so, dass sich zwei menschen komplett abseits der sexuellen vorlieben näher gekommen sind, und sich verliebt haben, und dann eben ihre bdsm vorlieben gemeinsam zu einem funktionierenden spiel entwickelt haben, bei dem eben beide zufrieden und erfüllt sind.