Slow-sex eröffnet neue Möglichkeiten , den Körper intensiv zu spüren, sich in der Langsamkeit mit dem Partner zu verbinden , jeden Moment und jede Berührung bewusst wahrzunehmen und zu genießen, durch Augenkontakt und bewusstes Atmen auch einem gewissen spirituellen Aspekt Raum zu geben, Entspannung und Achtsamkeit für sich selbst und das Gegenüber zuzulassen und in einem meditativen Zustand Ekstase zu erleben....
die bewusste Langsamkeit ermöglicht eine Entschleunigung , die durchaus einen zusätzlcihen gesundheitlichen Benefit ermöglicht ....
so wie auch der Slow-Food-Bewegung die Entwicklung von neuer Genussfähigkeit zu grunde liegt , so liegt der Slow-Sex-Bewegung ebenfalls zugrunde, die Sinnlichkeit , die Sensitivität und die daraus entstehende Erfüllung zu kultivieren
Liest sich sehr schön. Was mich daran (ein bißchen) stört ist, daß es auf mich so wirkt, als wäre das allgemein der Fall. Ist's nämlich nicht.
Für mich ist das Beschriebene bislang jedenfalls nur "Einbahnstraße", das heißt: es ist (für mich) so lange zutreffend, wenn ich eine Frau langsam, ausgiebig, zärtlich und mit aller Neugier verwöhnen kann.
Mir selbst gibt dieses "Slow" die Befriedigung dadurch, daß sich meine Lust durch die Lust meiner Gespielin nährt.
Wenn sowas auf Gegenseitigkeit beruht, mag das beglückend sein, wenn aber mein/e Partner/in davon ausgeht, daß ich umgekehrt ebenso viel Lust empfinde, wenn ich stundenlang "beglückt werde", kann ich damit sehr wenig anfangen, die Erregungskurve schläft dabei allenfalls ein, weil dann zu stark in den Vordergrund rückt, was der/die Partnerin an Reaktionen aus mir "herauskitzeln" will.
Vielleicht Korinthenkackerei, ist mir nur deshalb bewußt, weil mir bei Männern dieser Genuß des Lustgewinns durch die Lust des Partners weitgehend fehlt. Ich kann Männer nicht so erspüren wie Frauen, auch meinen Mann nur sehr begrenzt. Seit mir das klar geworden ist, beziehe ich meine Lust an/mit ihm stärker aus meinen eigenen Bedürfnissen, und die sind schnell und hitzig, während seine Bedürfnisse langsam, ausgiebig und mit sehr viel Zeit wahrgenommen werden wollen.
Glaub aber nicht, daß wir da so ungewöhnlich als Paar ticken, Geben und Nehmen und das halt je nach Laune und Möglichkeiten im Wechsel sind im Zusammensein ja nicht nur beim Sex wesentlich, wenn's für beide Beteiligten beglückend sein soll.