Es ist ja auch so, dass sich Bedürfnisse und Wünsche ändern und das ist auch gut und schön so.
Als junges Mädel wäre für mich ONS, Casual, F+ oder gar Polyamor nicht denkbar gewesen. Ich dachte, es gäbe eine Person für mich auf die meine ganze Liebe und Hingabe konzentrieren konnte. In der Theorie und sogar einige Jahre in der Praxis hats auch funktioniert. Wenn man aber erkennt und sieht, wie Andere ihre Beziehungen pflegen oder gar ganz andere Varianten von Liebe und Begegnungen leben, hab ich mir gedacht: Ja, warum nicht?
Und gerade Polygamie ist ja nichts Neues.
Meine Theorie dazu: In einer humanistisch-feministisch-emanzipatorischen Gesellschaft sind polygame und polyamore Beziehungskonstrukte häufiger zu finden, als in beispielsweise stark konservativ religiös strukturierten Gesellschaft. Sprich, je offener und freier sich die Menschen fühlen und auch leben, um so höher steigt die Akzeptanz für Mehr-Beziehungen und Beziehungsvariationen.
@Mitglied #313861 ... Normal ist eigentlich keine Beziehung, sie ist immer so, wie die beteiligten Personen diese gestalten. Egal ob strenge Monogamie, offene oder polyamor geartete Beziehungsformen - Wichtig ist doch, dass keiner der Beteiligten das Gefühl hat, auf etwas zu verzichten oder hinten nach zu stehen.
Sex allein reicht mir nicht. Obwohl ich schon einige ONS (die Meisten davon waren auch großartig), steht für mich auch diese besondere Form der emotionalen Verbindung. Und jeder weiß aus eigener Erfahrung, wirklich guter und erfüllender Sex wird einfach mit der Zeit besser und lustvoller.
Ein Freund meinte gestern zu mir:
Klar kann man auch extrem fantastischen ONS haben, aber alles im Leben ist steigerbar.
Auch interessant ist, dass viele der genannten Begegnungsformen oft fließend in das andere übergehen können.
ONS zum Casual - Die erste Begegnung war so toll und die Chemie hat perfekt gepasst, dass man sich auf eine weitere Begegnung einlässt.
Casual zum F+ - Es stimmt nicht nur der Sex, sondern auch zwischenmenschlich fühlt es sich gut an. Man unternimmt auch außerhalb des Bettes Zeit miteinander. Hat sogar ähnliche Interesse, die man miteinander teilt. Jedoch alles noch ungezwungen, freunschaftlich und ohne jeglichen Besitzanspruch.
F+ zur Beziehung (mono/poly/offen) - Es entwickeln sich tiefe Gefühle, die weit über Freundschaft hinausgeht und man überlegt gemeinsame Zukunftspläne
Es geht auch umgekehrt, wobei ein ONS in der umgekehrten Reihenfolge wohl eher schwierig sein könnte.
Die Quintessenz scheint also zu sein, dass - egal welche Beziehungsform man favorisiert oder sogar selbst lebt - es immer um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Ja, auch beim ONS gehts darum.