wir verdrängen das - und irgendwie erscheinen wir uns daraus unsterblich. sowohl wir selber, der partner und unsere engsten familienmitglieder. tod ist nur das, was den anderen passiert. aber wir sind es nicht, so ist es nicht.
die frage daher: wie geht ihr selber damit um?
Ich hatte nicht viel Zeit dieses Thems zu verdrängen. Ein Opa hat sich das Leben genommen, da war ich in meinem fünften Lebensjahr. Seitdem sind andere Großeltern und ein Haufen Freunde gestorben. Die Großeltern älter aber bei weitem zu jung, die Freunde naturgemäß viel zu jung. Suizid, Unfälle, Substanzindiziert, krankheitsbedingt.
Gefühlsmäßig am bewusstesten bin ich sicher zw. 2019 und 2024 damit umgegangen. In dieser Zeit haben wir meinen Ziehvater, meinen Vater und meine Ziehmuttet direkt begleitet und gepflegt. Nebenher noch fünf Mitglieder aus meiner erweiterten Familie verabschiedet, ein guter Freund der Familie trotzt seit einigen Jahren dem Tod, ein Seggefährte aus früheren Tagdn starb vor wenigen Wochen bei einem Motorradunfall.
Der Tod ist ein Teil meines Lebens, er war es immer und er wird es auch immer sein. Es vergeht kein Tag an dem ich mir nicht vorstelle, wie es wäre wenn es meine Frau erwischen würde.
Vorbereiten kann man sich trotzdem nicht, es ist jedes Mal anders, ganz unabhängig davon, ob die verstorbene Person ein langes oder kurzes Leben gelebt hat. Es ist vom Menschen abhängig, von der Bindung zu ihm, davon, wie er selbst zum Thema gestanden ist.
Ich denke das wichtigste für Deinen Freund ist, dass Du ihm als Freund erhalten bleibst. Ich habe miterleben müssen, wie Menschen die in Richtung Schwelle marschiert sind, nach und nach allein gelassen wurden.
Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil das Umfeld überfordert war. Die Angst etwas falsches zu sagen, nicht richtig zu reagieren, womöglich durch die eigene Stimmung das Befinden des anderen zu beeinflussen.
Nimm es an wie es ist, geh zu ihm und umarme ihn und dann lacht und weint ihr einfach gemeinsam. Sterben ist ein Prozess. Du hast das große Glück einen Teil Deiner Trauerarbeit zu überspringen indem Du weißt, dass es passieren wird.
Am schwersten waren immer die Tode, die nicht vorhersehbar waren. Der Onkel meiner damaligen Partnerin, ein herzensguter Mensch, ist mit 76 durch einen Unfall mitten aus dem Leben gerissen worden. Das war für mich nicht weniger schlimm als der Unfalltod meines besten Freundes mit Mitte 30 oder der (fast Zeitgleiche) Suizid eines Freunded mit Anfang 20.
Bleib bei ihm, Du musst nicht stark sein, Du musst niemandem Kraft geben.
Das sind Ansprüche die Du an Dich stellst, Deine Vorstellungen mit denen Du Dir das Ganze schwer machst.
Es reicht wenn Du einfach nur da bist und der bleibst der Du bist!
Alles Gute!