Der Affäre passiert etwas, was dann?

Für mich wärs ein Unterschied ob mich jemand über längere Zeit belügt und betrügt oder ob jemand mal einen Situationsbezogenen Ausrutscher hat.
Ich hatte vor 20 Jahren über Monate lang eine Affäre. Es war keine spontane Entscheidung, sondern das Ergebnis eines schleichenden Gefühls. Ich fühlte mich in meiner Ehe nicht mehr gesehen, nicht mehr wertgeschätzt, nicht mehr begehrt. Ich habe mich nach Nähe gesehnt, nach Aufmerksamkeit und dem Gefühl, wieder lebendig zu sein. Statt diese Leere anzusprechen und auszuhalten, bin ich ausgewichen. Ich habe mir etwas genommen, das sich in drm Moment wie Trost angefühlt hat, aber letztlich nur neue Wunden geschaffen hat.
Als mein Mann die Affäre entdeckt hat, ist unsere Welt auseinandergebrochen. Die Zeit danach war sehr schmerzhaft. Wir haben geweint, gestritten, geschwiegen und versucht, das Geschehene zu verstehen. Für ihn hätte es tatsächlich einen Unterschied gemacht, wenn es ein einmaliger Ausrutscher gewesen wäre. Die Dauer und die Heimlichkeit haben den Vertrauensbruch für ihn noch schwerer gemacht. Ich musste Verantwortung übernehmen für das, was ich verursacht habe und aushalten, wie sehr ich ihn verletzt habe. Zu erkennen, wie tief das ging, hat mich beschämt und wachgerüttelt zugleich.
Ob Vertrauen sich wirklich wieder kitten lässt, weiss ich bis heute nicht sicher. Aber wir haben gelernt anders hinzusehen: auf unsere Verletzungen, auf das, was gefehlt hat und auf das, was wir einander wieder geben wollen. Ich bereue die Affäre. Sie hat mir gezeigt, wie sehr ich mir Nähe wünschte und wie wichtig es ist, diesen Wunsch dort auszusprechen wo es hingehört, statt ihn heimlich woanders zu suchen.

Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit währen am längsten, zumindest meiner Erfahrung nach.
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Für die Hinterbliebenen aber vielleicht schon.
Möglich. Am ehesten aber für den Täter.

Umgelegt auf das Thema hier:

Der Täter (Betrüger) hofft auf Totschlag (geringeres Strafmaß).
Das Opfer (Betrogener) ist tot (also betrogen).
Die Hinterbliebenen (Angehörige von Täter und Opfer) haben einen Täter und ein Opfer und werden nach Sympathie oder (verwandschaftlicher) Nähe entscheiden was sie besser finden.
 
Es ist immer wieder interessant, wir korrekt sich plötzlich Viele bei moralisch eher verwerflichen Themen, wie dieses wieder einmal ist, verhalten...Affären, Fremdgehen etc aufs schlimmste verurteilen...wie heißts so schön? Wer frei von Fehlern ist, werfe den ersten Stein...aber Vorsicht...man könnte möglicherweise im Glashaus sitzen...
 
Da würdest eher seiner Frau einen Gefallen tun und ihr seine Nachricht weiterzuschicken
Findest Du man hätte als Außenstehende/r das Recht dazu, auf diese Art und Weise in das Leben eines anderen Paares einzugreifen?
Ich finde das gehört sich auch nicht, was weiß man schon, was sich die Beteiligten ausgemacht haben.
Es ist mindestens genauso niederträchtig wie der Betrug an sich.
 
Schön ist beides sicher nicht. Aber eine Affäre hat man meist nicht grundlos.
"Betrunken" fremdgehen ist nur eine Ausrede für die eigenen Defizite.
Da machst Du es Dir ein wenig einfach, sowas kann genauso passieren wenn in der Beziehung schon länger etwas nicht mehr stimmt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da machst Du es Dir ein wenig einfach, sowas kann genauso passieren wenn in der Beziehung schon mehr nicht mehr stimmt.
Dann sowieso. In einer intakten Beziehung sollte überhaupt kein Betrug vorkommen, egal ob einmal oder Affaire. Einfach weil es nicht "notwendig" ist.
Wenn eh schon was im Argen liegt, können natürlich beide Formen von Betrug vorkommen.
Ich geh halt von dem Fall der "Entschuldigung durch Alkohol" aus. Alkohol ist für mich in so einem Fall keine Entschuldigung.
 
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