Ich habe meine Kindheit zu großen Teilen als Einzelkind und ohne großartig viele Spielsachen verbracht. Naturgemäß beflügelt das die Fantasie und mir geht auch heute das Herz auf, wenn ich meinem Kleinen dabei zusehe, wie er zwischen Lego und Playmobil mit einer Kastanie und zwei Münzen seine eigene, ganz persönliche Welt erbaut.
Weil hier vor allem Anfangs immerwieder der Apnoetaucher als Beispiel kam.
Für mich gibt es in den diversen Entspannungsphasen ganz klare Linien die auch beim Tauchen zum Tragen kommen.
Zum Beispiel mache ich mein tägliches Nickerchen, das dauert genau so lange bis ich beginne in die Traumwelt einzutreten. Manchmal richte ich mir den Wecker, manchmal nicht. Jedenfalls höre ich dabei alles um mich herum. Ich kann auch Gesprächen folgen und anschließend eine sinnvolle Antwort auf Fragen dazu geben, trotzdem bin ich hier in einer anderen Welt.
Wenn ich tauche ist dieser Zustand sehr ähnlich. Im Grunde mache ich dann mein Nickerchen unter Wasser und die große Kunst ist es die Schwelle zum Schlaf nicht zu überschreiten.
Ich kenne diesen Zustand aber auch aus der Musik. Man lässt sich derart auf die anderen in der Gruppe ein, dass man ganz genau spürt was als nächstes kommen muss. So spielt man am Ende doch, ohne Noten und ohne Plan ein gemeinsames Lied, komponiert in einer gedanklichen Grauzone die der Welt in der ich mich als Kind bewegte sehr ähnlich ist.
In einer von außen beeinflussten Gefahrensituation, mir vor allem in den Bergen bekannt agiert man genauso. Das klare Ziel ist überleben, der Weg dorthin ist nicht zwingend gegeben, die Abläufe, Bewegungen passieren automatisch. Alle Sinne sind auf der höchsten Alarmbereitschaft, man hört, sieht, riecht Dinge die in harmlosen Situationen nicht wahrnehmbar sind.
Am Ende ist man im Tal und kann sich an den Weg nicht mehr erinnern.
Das einzige was bleibt sind klare Bilder im Kopf.
Mit dem passenden Menschen kann man in der Sexualität auf genau der selben Ebene miteinander interagieren.
Dazu braucht es keine großartigen Gefühle, keine Absprachen, keine Pläne.
Es reicht einzig und allein sich gemeinsam auf diese Reise zu begeben und sich voll darauf einzulassen.
Esoterik ist für Menschen da, die das nicht können aber gerne hätten.