Wenn sich die Fremdgänger einig sind, trägt jeder für sich das Risiko der eigenen Beziehung. Und offenbar sind sie auch bereit dazu, sonst kommt es nicht soweit.
Aber warum sich Manche über die Beziehung des potentiellen Sexpartners Gedanken machen, erschließt sich mir nicht ganz, noch dazu weil sie ja meist nichts darüber wissen.
Vielleicht weil manche sich nicht wie Bonobo Affen benehmen wollen und soziale Konflikte nicht unnötig provozieren? Weil sie noch einen Sinn für eine gesunde Gesellschaft haben die nicht von Lug und Trug definiert wird und sich auch Gedanken machen warum Treue schon vor tausenden Jahren eine Thematik gewesen ist wozu man auch Leitbilder geprägt hat.
Schon im Christen und Judentum war man davon überzeugt das es anzuraten ist wenn man nicht begehrt, des Nächsten Haus, Weib, Knecht, Magd, Vieh oder was er sonst besitzt.
Im Koran steht ebenfalls dass ein Mann nicht das begehren soll, was jemand anderem gehört, inklusive Ehepartner.
Im Hinduismus sind Ehebruch und das Begehren einer fremden Frau ein klarer Verstoß gegen Dharma. Auch im Buddhismus ist Ehebruch und sexuelles Begehren von Frauen und Männern von anderen Menschen zutiefst unethisch.
In der Konfuzianischen Ethik ist es eine Verletzung von Li. Dem Anstand.
Und auch wenn man von Religion nichts halten mag, der Kern der Sache ist dass sich fast alle nennenswerten Kulturen die sich aus dem eigenen Dreck erhoben haben dafür entschieden haben die Beziehungen anderer Menschen, vor allem in Ehen zu respektieren.
Schon im Codex von Urnammu und Hammurabi wurden Ehebruch und das Begehren bestraft. Wohlgemerkt schon vor über 4000 Jahren!
Das Argument der Eigenverantwortung lasse ich daher auch nur bedingt gelten. Denn unter dieser Prämisse könnte man auch einen Drogendealer tolerieren. Denn er zwingt seine Kunden ja nicht direkt ihr Leben mit seinem Angebot zu ruinieren.
Der Mensch ist oft schwach, hat Momente die er später bereut und macht Fehler.
Und aus diesem Grund hat man sich präventiv dagegen entschieden.