Oft ist es ja garnicht so, dass sie keiner haben möchte. Aber viele davon sind halt in irgendeiner Form emotional oder psychisch nicht Durchschnitt und brauchen als Gegenpart jemanden der da gut dazupasst. Hätte ich meine Frau nicht schon vor Jahren kennen und lieben gelernt, kann ich mir ganz gut vorstellen, dass auch ich langfristig Single geblieben wäre. Über oder Untergewicht kann man ja wenigstens angehen, aber wer z.B. irgendwo im Asperger-Spektrum angesiedelt ist, hat meistens einen sehr begrenzten Spielraum.
Wenn man anders funktioniert als der Großteil der Menschheit, wird man einfach irgendwann müde seine Filterlosigkeit oder etwaige andere Mätzchen immer und immerwieder von Neuem zu erklären.
Mit zunehmendem Alter wird es auch schwieriger, komplett neue Menschen kennenzulernen. Entweder kommt dann über den bestehenden Freundeskreis irgendjemand daher mit dem es einfach passt, oder eben nicht.
Das ist doch im Grunde auch eine Eigenschaft, die man einem Großteil der Menschen anrechnen kann. Deppert und komisch sind grundsätzlich die Anderen. Das ist von körperlicher und intellektueller "Beschaffenheit" vollkommen entkoppelt.
Das würde bedeuten, dass all diese Menschen nicht "gut" oder "richtig" genug für andere sind und deshalb niemanden "abbekommen".
Jeder braucht am Ende einen Partner der zu einem passt und keiner ist "normal". Es hat jeder irgendwo seinen eigenen speziellen Klescha und man braucht einen anderen, dessen Schaden mit dem eigenen kompatibel ist.
Manche haben da mehr Spielraum als andere.
Von solchen Menschen spreche ich nicht.
Wenn jemand eine "Behinderung", ganz gleich welcher Art und Weise, also körperlich, psychisch oder geistig hat, ist es klar, dass sich da nicht so einfach jemand findet.
Und da ich auch mit solchen Menschen arbeite, weiß ich wovon du schreibst.
Leider erkennen viel zu wenige Menschen was für gute, treue, zuverlässige und oftmals intelligente Menschen hinter einer solchen "Behinderung" stehen.
Wenn man sie näher kennen lernt, merkt man es sehr wohl, wenn man nicht blödsinnig voreingenommen und mit Vorurteilen vollgestopft ist.
Letztens meinte ein junger Mann, als ich zu ihm sagte, ich schätze seine ruhige bedachte Art, dass es wahrscheinlich von seinem Aspergersyntrom kommt.
Ich habe ihm geantwortet, dass ich das nicht so sehe, sondern er einfach ein angenehmer Mensch ist, mit dem man sich richtig gut unterhalten kann.
Er meinte dann, dass es natürlich auch viel mit der Erziehung und dem Umfeld zu tun hat, in dem man aufgewachsen ist und natürlich mit Charaktereigenschaften.
Wir hatten dann eine lange gute Unterhaltung.
Eine solche Selbstreflexion, die dieser angeblich behinderte Mensch, an den Tag legt, findest du bei angeblich normalen gesunden Menschen nur sehr selten.
Ich ziehe eine Unterhaltung mit ihm, Unterhaltungen mit sehr vielen anderen Menschen in meinem Umfeld, die studiert haben und angeblich so Vieles wissen und ach so gebildet sind, allemal vor.
Also nochmal, von solchen Menschen schreibe ich nicht, sondern von den angeblich normalen gesunden Menschen.