Lust als Lebensinhalt?

Individualität und Massen Trend schließt sich für mich aus.
Das sich Trend auf seltsame Weise verändern ist mir sehr deutlich aufgefallen als plötzlich jede Menge Männer mit Flanellhemden und Vollbärten aufgetaucht sind, die nennen sich Hipster und dergleichen. Wtf? Vor 10 Jahren habens mich als Hinterwäldler oder Einsiedler bezeichnet und auf einmal ist das "fanzy" und "hip". Dann kommens mit "Lumbersexuell" :mauer:
Super. Danke. Genau das meine ich, eben noch bezogen auf das gesamte Thema Erotik, Sex, BDSM, usw.
 
Lust als Lebensinhalt ist eigentlich ein sehr schöner Threadtitel.
Vor allem bietet er auch sehr viel Interpretationsspielraum.
Lust hat bei mir einen hohen Stellenwert...auf Kleinigkeiten, auf Besonderes, Lust darauf mich selbst zu entdecken, Lust auf Sex, Erotik, aber auch Lust auf alles andere das mich befriedigt - gute Musik, Kunst, Texte, Natur, Wasser, Fotografie - alles was mich bewegt...ich liebe das Leben, diese pure Lust am Leben und allem was für mich dazugehört und das absolut unabhängig von Trends, Pornos oder der Erwartung anderer. Es gibt keinen Fahrplan durch ein wirklich lustvolles Leben, man muss sich selbst mMn einfach spüren, zulassen und sich nicht in Erwartungen (anderer) verzetteln.
 
Kürzlich war sogar in einem Extrateil der Süddeutschen Zeitung ein mehrseitiger Artikel zum Thema BDSM, zu Stammis und dergleichen. Mich würde interessieren , wieviel Prozent der Bevölkerung, den von dir angesprochenen Lebensstil pflegen. Was schätzt ihr?

Das ist kein "Lebensstil", sondern eine sexuelle Präferenz, die man solchen Leuten meist weder ansieht noch sonstwie anmerkt. Und die Skala von mal ans Bett fesseln bis zum echten Sadismus ist sehr breit. Daher kann es da auch keine pauschale Prozentzahl geben.
 
Doch fällt mir in unserer (Neue-) Medien verseuchten und leistungsorientierten Konsumgesellschaft immer mehr auf, das Sex für einige einen gewissen (zu hohen) Stellenwert hat.
.. Da wird der niedere Instinkt angesprochen. Sex sells..
Und es funktioniert - warum also was ändern in der Marketingstrategie?
Und unsere Umwelt wieder hinterfragen, statt uns von Instagram-Ästhetik, Mode und Product-Placement ein unheimlich bedeutsames Leben vorgaukeln zu lassen.
Das is aber in erster Linie ein Teenagerproblem. Man weiß doch, dass das nicht das wahre Leben ist - selbst Instagramerinnen zeigen das schon. (Fotos von gleichen Posen am Morgen/Abend, aus verschiedenen Blickwinkel, mit einem anderen Filter,...)
Da wird also schon Aufklärung betrieben - auch von jenen die diese Verhaltensmuster (also das negative das du ansprichst) produzieren.

By the way: Durch Instagram schaut so mancher mit offeneren Augen in die Welt. Die suchen halt das nächste ästhetische Ding das sie fotografieren können. Dadurch wird die Umwelt auch bewusster wahrgenommen. (aus welchen Gründen sei mal ausgeklammert..)
Eine Münze hat halt immer zwei Seiten. Und man kann sich auf das negative versteifen - muss man aber nicht.
Bin ich denn wirklich heutzutage ein "Niemand", nur weil ich eine Woche keinen Sex hatte?
Das is aber eine ganz andere Baustelle.
Was du oben ansprichst hat den Effekt, dass man sich selber geiler machen will. Schöner, schneller, besser. Selbstdarstellung ist das Stichwort.
Ob du tatsächlich gefickt hast is egal. Du musst es rüberbringen können.
Wenn man das denn will... - das is aber Pubertärer Scheiß, dass sich die Jungs und Mädls was vorlügen innerhalb der Clique... Das verliert sich mit der Zeit wenn man weiß dass man reden muss miteinander und auch zuhören und dass nicht alles was glänzt Gold is und dass nicht alles was am Boden liegt Scheiße ist...

Aber das is halt was, was man lernen muss. Das hat IMHO wenig mit der Generation Y per se zu tun sondern mit einem lernprozess der Generationsübergreifend (also auch Menschen die nicht mit den neuen Medien aufgewachsen sind müssen lernen wie man damit umgeht) und Generationsunabhängig ist.

Die entsprechende Generation hat teilweise den Bezug zum realen Leben verloren, da sie einen grossen Teil ihrer Zeit im Netz verbringt.
Du zeigst mit einem Finger auf andere - drei bleiben dabei aber auf dich gerichtet mein Guter. Auch du verbringst viel Zeit im Netz.
Das sieht man auf der Strasse, in der U-Bahn etc, das Reale drumrum wird gar nicht mehr wahrgenommen.
Das ist nicht Gernerationsabhängig... Ich seh' so viele in der uBahn CandyCrush oder anderen scheiß spielen während die Mutter/Großmutter am Handy hängt.. Machen wir uns da mal nix vor.

Es is eh schon gesagt worden, dass es kein "früher war alles besser" Thread werden soll. Aber das sind Gesamtgesellschaftliche Prozesse die immer schon da waren. Leistungsorientiertheit is nix was die jetzige Generation erschaffen hat.


Ich glaube aber, dass das ein zu großes Thema is um es virtuell zu diskutieren... Sehr vielschichtig das ganze... darum glaub' ich, dass das mein einziger Post hier gewesen sein wird.
Zum Abschluss: Bei Socal Networks genauso wie in der realen Welt hat man halt seine Blase in der man sich bewegt. Die Welt ist noch lange kein Sodom und Gomorra.. Ein Wandel war schon immer da.
 
Lust als Lebensinhalt ist eigentlich ein sehr schöner Threadtitel.
Vor allem bietet er auch sehr viel Interpretationsspielraum.
Lust hat bei mir einen hohen Stellenwert...auf Kleinigkeiten, auf Besonderes, Lust darauf mich selbst zu entdecken, Lust auf Sex, Erotik, aber auch Lust auf alles andere das mich befriedigt - gute Musik, Kunst, Texte, Natur, Wasser, Fotografie - alles was mich bewegt...ich liebe das Leben, diese pure Lust am Leben und allem was für mich dazugehört und das absolut unabhängig von Trends, Pornos oder der Erwartung anderer. Es gibt keinen Fahrplan durch ein wirklich lustvolles Leben, man muss sich selbst mMn einfach spüren, zulassen und sich nicht in Erwartungen (anderer) verzetteln.

Klingt ja hübsch philosophisch ;)

Gelingt dir das auch immer?
 
Lust als Lebensinhalt ist eigentlich ein sehr schöner Threadtitel.
Vor allem bietet er auch sehr viel Interpretationsspielraum.
Lust hat bei mir einen hohen Stellenwert...auf Kleinigkeiten, auf Besonderes, Lust darauf mich selbst zu entdecken, Lust auf Sex, Erotik, aber auch Lust auf alles andere das mich befriedigt - gute Musik, Kunst, Texte, Natur, Wasser, Fotografie - alles was mich bewegt...ich liebe das Leben, diese pure Lust am Leben und allem was für mich dazugehört und das absolut unabhängig von Trends, Pornos oder der Erwartung anderer. Es gibt keinen Fahrplan durch ein wirklich lustvolles Leben, man muss sich selbst mMn einfach spüren, zulassen und sich nicht in Erwartungen (anderer) verzetteln.
Gute Einstellung, und da stimme ich dir voll zu.
Nur habe ich das Gefühl, viele fühlen sich unter Druck gesetzt, die "Lust" voll zu erleben/aus zu leben. Da du ja sonst keiner bist, wenn du nicht Vollgas mit dabei bist...?
 
Jetzt? Was war dann vor zehn Jahren, als ich Stammgast in (den damals noch seltenen) Swingerclubs war?
Ich red noch von vor 20, 30, 40 Jahren.
Kann alles natürlich erstunken und erlogen sein. Aber allein was für Geschichten aus der Zeit des Urgroßvaters rumgeistern.
Da war auch kein Rock sicher, der Besuch im Bordell auch völlig normal und schon mal die Hausmagd geschwänkert. Wurde nur nicht drüber geredet.
Was sicher richtig ist, damals und auch vor 10 Jahren wurde es dir nicht so auf die Nase gebunden.
Und ich würde nicht Fehler machen zu glauben man wäre immer der einzige der selbstbestimmt lebt und alle anderen würden nur Trends nach laufen.
 
Wüsste nicht wo ich das geschrieben hätte..."scheißdrauf"-Momente hat jeder und die braucht es auch. Aber im Grunde suche und finde ich immer ein Futzerl Positives, das mich schlimmstenfalls durch schwere Zeiten trägt. ;)

Das du geschrieben hast, dass dir das immer gelingt, sagte ich nicht.
Ich fragte nur bewusst danach.

Ich kenne mehr Weisheiten als das ich anwende. Und ich glaube ich bin kein Einzelfall. Darum fragte ich nach :)
 
Super. Danke. Genau das meine ich, eben noch bezogen auf das gesamte Thema Erotik, Sex, BDSM, usw.
Ich denke da spielt sehr viel Wunschdenken mit, ich gehöre mit meinen 30 Länzen auch zu den Jüngeren und wenn ich ,selten aber doch, mit einigen von der Landjugend fortgehe (so von 20-25 jährige) merke ich folgendes: Gegen Mitternacht schlafens mitm Schädel am Tisch ein weils fertig sind, und später hört man über ein paar Ecken wie viele Austern dort gecknackt wurden. Worauf du @Mitglied #436609 hinauswillst weiß ich noch immer nicht.
 
Sex war im übrigen immer ein wichtiger Teil des Lebens, sonst wären wir längst ausgestorben.
Aber man muss es eben heute nicht mehr unbedingt verstecken.
Und das spiegelt sich im Netz wieder, die Pornoindustrie hat am meisten davon profitiert, nicht weil sie die Menschen geiler gemacht hätte, sondern weil die Nachfrage von Anfang an gewaltig war.
 
Wer bestimmt das ob ich wer bin oder nicht?
@Mitglied #252098 hat es, finde ich, auf den Punkt gebracht.
Der eine lässt sich vom Mainstream beeinflussen, glaubt dann voll "Cool und Individuell" zu sein, dem anderen ist es wurst. Sicher auch eine Frage des Alters bzw der Lebenserfahrung und Vernunft.
 
Zurück
Oben