Lust als Lebensinhalt?

Zweisamkeit ist etwas schönes. Erotik, Lust und (guter) Sex ebenso.
Doch fällt mir in unserer (Neue-) Medien verseuchten und leistungsorientierten Konsumgesellschaft immer mehr auf, das Sex für einige einen gewissen (zu hohen) Stellenwert hat.
Das Streben nach immer mehr Abgrenzung und Extremen hat sich im Selbstzweck verloren, was uns in eine kreative Sackgasse führte.
Lust, Widerstand und ein freier Geist bleiben beim Streben nach "mehr" in Wirklichkeit auf der Strecke.
Es wäre doch schön, wenn wir einen Ausweg aus dieser Einbahnstraße fänden.
Und unsere Umwelt wieder hinterfragen, statt uns von Instagram-Ästhetik, Mode und Product-Placement ein unheimlich bedeutsames Leben vorgaukeln zu lassen.
Bin ich denn wirklich heutzutage ein "Niemand", nur weil ich eine Woche keinen Sex hatte?
Was meint Ihr?

Ja, für mich ist Lust def. ein lebensinnhalt und auch wichtig. Aber mir geht es keinesfalls um 2schneller, höher , weiter" sondern um besondere Stunden mit besonderen Menschen.
Und ja, oft ist einfach mal eine Woche oder mehr kein Platz für Sex im Leben, so what?
 
Wenn ich mal meinen eigenen Stil entwickelt habe,dem treu bleibe,wird mich der Mainstream und wohl auch die Lust in unregelmässigen Abständen streifen und ein Stück im Gleichschritt mit meiner Persönlichkeit marschieren...denke ich mir......
 
Die heutige medial sehr beeinflusste Welt bewirkt bei mir genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich erreichen möchte.
Die Sexualisierung von allem und jedem bewirkt bei mir eine gewisse Amstumpfung (aufgrund von Übersättigung) und bewusster Abgrenzung zur Allgemeinheit und dieser Oberflächlichkeit.

Wenn, dann erlebe ich Lust sehr intensiv und möchte das durch äußere Einflüsse nicht beeinflussen lassen. Ich weiß jedoch, dass Lust für mich auch eine Art Rauschgefühl darstellt und ich aus eigenem Antrieb heraus (bzw. gemeinsam mit einem Partner) in einer Partnerschaft immer wieder nach diesem Gefühl strebe, weil ich es einfach brauche. Das muss nicht bedeuten, dass alles „höher, weiter, schneller“ werden muss, aber eine gemeinsame Entwicklung bringt ohnedies von alleine eine aufregende Veränderung im Laufe der Zeit.
 
Du zeigst mit einem Finger auf andere - drei bleiben dabei aber auf dich gerichtet

:up: Die Aussage hat mich so fasziniert, dass ich's gleich probieren und Finger zählen musste:lol:


ein zu großes Thema is um es virtuell zu diskutieren

Sind virtuelle Diskussionen, v.a. open space/open time, nicht genau das Richtige für große Themen?

Wobei, wieso ein großes Thema?

Erstes Thema:
Lust als Lebensinhalt?

Lust im Allgemeinen ist ein toller Lebensinhalt, sexuelle Lust ja prinzipiell auch, aber halt nicht lebensfüllend (mein Körper hält's nicht durch:cry::D)


Zweites Thema:
Zweisamkeit ist etwas schönes. Erotik, Lust und (guter) Sex ebenso.
Doch fällt mir in unserer (Neue-) Medien verseuchten und leistungsorientierten Konsumgesellschaft immer mehr auf, das Sex für einige einen gewissen (zu hohen) Stellenwert hat.
Das Streben nach immer mehr Abgrenzung und Extremen hat sich im Selbstzweck verloren, was uns in eine kreative Sackgasse führte.
Lust, Widerstand und ein freier Geist bleiben beim Streben nach "mehr" in Wirklichkeit auf der Strecke.
Es wäre doch schön, wenn wir einen Ausweg aus dieser Einbahnstraße fänden.

Danach zu streben, das zu sein und tun, was man gern hat, und jenes bleiben zu lassen, was man nicht mag, ist mein pragmatischer Ansatz für einen möglichen Ausweg.
Dass auf jeden Einzelnen tonnenweise Eindrücke aus mehr und schnelleren Medien in unserer vernetzten Welt einprasseln und damit einhergehend positiv sowie negativ Informationen bereitstellen, Möglichkeiten aufzeigen und Bedürfnisse wecken, ist so - und überfordert mich auch des Öfteren, überwiegend find ich's positiv.
Ich spiel' lieber in der klimatisierten U-Bahn 5 Minuten mitm Handy, als mich in der ungefederten Pferdekutsche für 2 Stunden mitm Sitznachbarn nicht unterhalten zu können weil's so rumpelt.;)

Drittes, viertes und fünftes Thema:
Und unsere Umwelt wieder hinterfragen, statt uns von Instagram-Ästhetik, Mode und Product-Placement ein unheimlich bedeutsames Leben vorgaukeln zu lassen.
VR ist ein Teil unserer Umwelt.
Mode, also immer wieder was Neues, ist nix Neues, ich hab' mal gelernt (und dann mit Tinte auf Papier geschrieben), dass Veränderung ein menschliches Grundbedürfnis ist.
Werbung ist für mich auch einer der ungutesten Eindrücke aus den Medien, weil's halt leider auch oft desinformiert, falsche Fakten liefert, sich schwer unterscheiden lässt:
Was brauch ich, und habs - juhuu - gefunden? / Was hat mich gefunden, weil's gekauft werden will.
Werbung finanziert halt sehr viel davon, was wir als freie Medien wahrnehmen, zum Teil ist das ja auch positiv, ....

Sextes Thema:D
Bin ich denn wirklich heutzutage ein "Niemand", nur weil ich eine Woche keinen Sex hatte?
Was meint Ihr?
Das könnte - ähnlich wie Fasten oder Urlaub im Kloster - ein neuer Hype werden...:p;)
 
Bin ich denn wirklich heutzutage ein "Niemand", nur weil ich eine Woche keinen Sex hatte?
Was meint Ihr?
Ein Ansatz (weil es viele subjektiv zutreffende Antworten geben wird): Die Vielzahl von Eindrücken, Verantwortungen, etc. führt bei manchen dazu, dass sie ihren persönlichen Fokus auf ein Thema ausrichtet. Das kann Sex sein. Der Mensch kann sich aber auch ein anderes Steckenpferd der exzessiven Prägung aussuchen: Drogen, Essen, Sport, Arbeit, usw.

Mein Ansatz zum Thema "sinnlichen Austausch" lautet: Lieber Qualität statt Quantität.

Ich empfinde es übrigens als gesund, wenn man sich bei der Frequenz nach verlockendem Angebot und eigenem Bedürfnis richtet. ;)
 
Nicht wirklich.
Ich frage mich schlicht, ob es mir nur so vor kommt, oder Realität ist, das Sex ein Teil unserer Leistungsgesellschaft geworden ist...
für mich nicht ... ich hab mich aber dank spezialisierung schon lange in allem belangen vom thema leistungsgesellschaft verabschiedet. da das leben kein porno ist geht's bei mir um genuss, befriedigung, nähe und fiesen spaß.
 
Da du ja sonst keiner bist, wenn du nicht Vollgas mit dabei bist...?
Hat es früher doch auch gegeben. Früher musste das Mopped oder das Auto getunt sein ansonsten hast nicht mit dazu gehört. Im Bierzelt auf dem Oktoberfest musst Dir mindestens 5L Bier in die Rübe kippen (ansonsten bist kein ganzer Kerl), im Fitnessstudio immer 10Kg mehr auflegen als der Vorgänger und der TV daheim muss auch mindestens 1 Zoll größer sein als der vom Nachbarn. Für mich ist das der klassische Generationskonflikt; der Nachwuchs verschiebt die Grenzen etwas und die "Alten" schütteln nur den Kopf. Warum sollte das in der Sexualität nicht auch stattfinden?
 
Hat es früher doch auch gegeben. Früher musste das Mopped oder das Auto getunt sein ansonsten hast nicht mit dazu gehört. Im Bierzelt auf dem Oktoberfest musst Dir mindestens 5L Bier in die Rübe kippen (ansonsten bist kein ganzer Kerl), im Fitnessstudio immer 10Kg mehr auflegen als der Vorgänger und der TV daheim muss auch mindestens 1 Zoll größer sein als der vom Nachbarn. Für mich ist das der klassische Generationskonflikt; der Nachwuchs verschiebt die Grenzen etwas und die "Alten" schütteln nur den Kopf. Warum sollte das in der Sexualität nicht auch stattfinden?
Und das alles war mir immer schon Wurscht , als Kind, als teen , als junger Erwachsener, als nicht mehr so junger Erwachsener, und hoffe auch als Greis .
Wobei ich dazusagen muß, manchmal wäre es leichter mit der Menge mitzulaufen, aber das hat leider nie funktioniert bei mir , und jetzt bleibe ich schon aus Sturheit dabei.
 
Wobei ich dazusagen muß, manchmal wäre es leichter mit der Menge mitzulaufen, aber das hat leider nie funktioniert bei mir , und jetzt bleibe ich schon aus Sturheit dabei.

Wobei ich starke Zweifel habe, ob dieses "mit der Menge mitlaufen", wie so ähnlich auch in der TE behauptet, tatsächlich den häufigeren, besseren und vor allem zufriedenstellerenden Sex bedeutet oder gar ein Ausweg aus dem angeblichen "Niemand sein " wäre.

Eine exaltierte Minderheit hat es schon zu allen Zeiten gegeben, was aber nie wirklich "mainstream war". Auffällige Tatoos, Piercings und sonstige Moden ändern nicht das Sexualverhalten der Menschen. Sie sind allenfalls ein Zeichen für einen Mangel an Sex und die Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung.
 
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