Na da hab ich ja eine Büchse geöffnet
Ich muss zugeben das eine oder andere war scheinbar nicht richtig ausformuliert bzw. kam etwas falsch rüber.
Daher versuche dies ein wenig zu korrigieren bzw. auch zu ergänzen.
Der gesellschaftliche Tenor ist ja wie folgt:
Du Mann hilf deiner Frau den Kopf frei von Ballast (Kinder, Haushalt, Arbeite, etc.) zu bekommen. Zeig ihr wie sehr du sie leibst und begehrst und erkenne ihre Wünsche und Sehnsüchte.
Natürlich sollte dies selbstlos und ehrlich sein obwohl manche dies sicher auch sehr gut könne.
Wenn die Dame der Schöpfung dann gnädig ist „empfängt“ sie dich dann auch.
Deshalb bleib ich auch bei der Aussage, dass Frau auch ein wenig daran „arbeiten“ soll ihre Libido zu steigern und nicht diese Aufgabe dem Mann zu übertragen.
Und steinigt mich nicht verbal – mir ist durchaus klar, dass jede Frau unterschiedlich ist manche mögen den ganze Rosenkitsch nicht und manche stehen drauf – manche brauchen einen Ball in den Mund und manche in den Arsch.
Danke dir für das öffnen dieser Büchse - es ist etwas das mich sehr beschäftigt, aus unterschiedlichen Standpunkten heraus....
Meine vorläufige Zwischenbilanz ist das unsere Gesellschaft noch sehr in dem "Heilige&Hure" Dilemma steckt - sowohl was Selbst/Rollenbild der Frauen betrifft als auch die Grundkonzepte der Männer....
Das mag streckenweise schon ganz gut funktionieren aber bei Veränderungen im Lebenslauf (Heirat, Kinder etc ) kommt es womöglich unbewußt zu trage (jetzt als verheiratete Frau....)
Ein anderes Indiz in die Richtung ist die Ausrichtung der Sex-Sells Maschinerie in Richtung männliche Bedürfnisse
Und auch die Preisgestaltung im Erotikbereich signalisiert - um die weibliche Sexualität muß man sich bemühen und locken, männliche Sexualität ist wertlos.
Ist es wirklich so das es mehr wert ist wenn ich geil bin als wenn mein Sub geil ist?
Die wenigsten setzen sich mit diesen subtilen Signalen bewußt auseinander, aber es wird permanent irgendwo suggeriert - Frauen wollen eigentlich keinen Sex, und die Frauen die Sex wollen sind doch irgendwie Schlampen oder Prostituierte.....
Auch das weibliche Lustlosigkeit medizinisch nicht thematisiert wird, männliche aber der Pharma/med Industrie sehr wichtig erscheint zielt in diese Richtung
Als ich nach der Geburt meines Sohnes jahrelang kaum bis überhaupt keine Lust mehr hatte und nach mehreren Jahren zu meinem Gyn sagte, dass das nun auch für die Beziehung allmählich problematisch wird winkte er nur ab und meinte das sei bei jungen Müttern normal.
Ein Mann der nach mehreren Jahren Lustlosigkeit zum Urologen/Andrologen geht und sagt es ist für ihn und seine Beziehung problematisch wird mit seinem Anliegen bestimmt ernster genommen.
Ein weiterer Faktor ist das imho männliche Sexualität anders getriggert wird als weibliche Sexualität....
Weibliche Sex ist schon einmal Zyklusabhängig.... um die Mitte des Zyklus wird Frau viel eher Lust haben.... Voraussetzung dafür ist ein funktionierender Zyklus.... Da wird aber von der Verhütungs/Pharmaindustrie recht sorglos damit umgegangen welche Auswirkungen die
Verhütungsmittel auf Gesundheit u Libido haben.... (erhöhtes Krebsrisiko, erhöhte Thrombosegefahr, Lustlosigkeit, Depressionen etc)
Männer springen meist schon bei optischen Reizen an, die können ja auch sehr "distanziert" sein.... z.B. Plakate etc. Wiederum ist da die Wahrnehmung oftmals gar nicht bewußt, steigert aber die Lust, Bereitschaft schon....
Frauen reagieren oftmals auf andere Reize wie Geruch, Stimme (hmmm, ich überlege gerade ob das vielleicht darin begründet sein könnte weil Geruch so manches über die körperliche Verfassung und genetische Kompatibilität aussagen? - UND: meinem Wissen nach verändert sich das was Frau gerne riecht mit dem Hormonstatus... zum Eisprung anderes als zur Mens hin als während der Schwangerschaft als während hormoneller Verhütung...)