Konsens und Einvernehmlichkeit im BDSM

Darf ich neugierig sein ?

So wie ich das verstehe, habt ihr euch nicht oder nicht gut gekannt.

Wäre hier nicht das so oft angesproche „Safewort“ angebracht gewesen bzw. wurde das, wenn vorhanden, ignoriert?

Auch von meiner Seite, pass auf dich auf.
Mit der Schlinge um den Hals und einem kollabieren den Kreislauf. Und dann einfach weggehen.
 
Richtig! Den Veranstalter trifft keine direkte Schuld, er war sogar sehr sorgsam.
Nur es gibt einen Frauen Unterschuss und somit wird da nicht so genau geschaut.
Trotzdem ist der Veranstalter in der Pflicht auf seine Gäste aufzupassen! Absolute Katastrophe! Ich hoffe das hatte Konsequenzen!
 
So gesehen ist Bdsm hin und wieder eine Gradwanderung, denn es kann die Einvernehmlichkeit schnell verschwinden.
Vorsichtigkeit und Wertschätzung kann nicht hoch genug angesetzt werden.
 
So gesehen ist Bdsm hin und wieder eine Gradwanderung, denn es kann die Einvernehmlichkeit schnell verschwinden.
Vorsichtigkeit und Wertschätzung kann nicht hoch genug angesetzt werden.
Dein Beispiel zeigt aber, wie wichtig es ist vorher Grenzen abzusprechen und dementsprechend im Konsens zu handeln.
 
Dein Beispiel zeigt aber, wie wichtig es ist vorher Grenzen abzusprechen und dementsprechend im Konsens zu handeln.
Vor allem langsam vorzu gehen mit viel Zeit Geduld und ohne Drogen oder Alkohol.
Einfach mit Empathie vorgehen.
Empathie ist für mich jetzt ganz klar eine sehr wichtige Komponente.
Und ehrlich dann kann es auch emotional sehr spannend und erfüllend werden.
 
Einvernehmlichkeit sehe ich als Grundvoraussetzung, sonst reden wir nicht mehr von BDSM. Allerdings kann eine D/S und/oder SM-Beziehung, die intensiv gelebt wird, schon Formen annehmen, wo die Einvernehmlichkeit nicht mehr so klar ersichtlich ist. Da wären wir dann beim Begriff Meta-Konsens. Im Endeffekt ist aber auch bei diesem Formen, wie z. B. TPE-Beziehungen, als Basis die Einvernehmlichkeit da, auch wenn dem untergeordneten Part (scheinbar) alle Rechte entzogen werden. Wobei ich auch sagen muss, dass ich persönlich kein Befürworter solcher extremen Beziehungsformen bin. Ich kann das zwar als Vorstellung sehr anregend empfinden, bevorzuge in der Realität aber dann dennoch die Unterordnung und Hingabe aus dem Gefühl der Verehrung heraus. Auch die Erniedrigung durch Zwang erlebe ich gerne, aber dann doch eher als Session oder eingestreute Praktik. Auf lange Sicht gesehen, ist mir auch in einer Beziehung/Spielbeziehung mit Machtgefälle die Eigenständigkeit sehr wichtig.

Das Lechzen nach Bestrafung hat, meiner Meinung nach, zumeist masochistische Tendenzen, ob nun körperlich oder psychisch. Es gibt aber auch Menschen, für die die Bestrafung die Zuspitzung des Machtgefälles ist, ohne dass sie in erster Linie masochistisch sind. Es steht die Ohnmacht, die völlige Hilflosigkeit, dem anderen ausgeliefert zu sein, im Mittelpunkt. Man wird korrigiert, bis man genau nach dem Willen des übergeordneten Part funktioniert. Dieses "Abrichten" kann einen tiefliegenden Wunsch nach völliger Entmachtung und Unterordnung befeuern, ohne dass man an der Bestrafung als Tat, in Form von Schmerz, eine unmittelbare Befriedigung findet.

Hat ein Sklave bedingungslos zu gehorchen? Wenn man in den klassischen BDSM-Definitionen des Sklaven bleibt, ja. Aber man lebt ja individuell und nicht nach Normen, die andere mal aufgesetzt haben. Dennoch bleibt es in gewisser Weise immer ein "Spiel", auch wenn man es intensivst und voller Leidenschaft lebt. Der Sklave hat, ebenso wie die Herrin/der Herr immer die Möglichkeit mit einem "Nein" die Beziehung zu beenden - und da wären wir wieder bei der Basis der Einvernehmlichkeit, ohne der nichts geht.
 
Mit der Schlinge um den Hals und einem kollabieren den Kreislauf. Und dann einfach weggehen.
Ich habe schon Bücher zu Shibari und Bondage gelesen und einige Videos (Anleitungen und Tipps) geschaut.

Und eines haben, zumindest die Guten, alle gemeinsam:
Sie beginnen mit einer recht langen Erklärung was man NICHT tun sollte. Vor allem wo und was man auf keinen Fall binden sollte. "Der Hals" steht da meistens GANZ oben auf der Liste!
Selbst wenn man mit Breath Play herumspielen will. Breathplay ist eine eigene Diskussion und in meinen Augen sollte NIEMAND damit herumspielen. Dabei sterben Menschen. Viele. Praktisch jeden Tag!

Aber gerade in der Bondage sollte Breath Play keine Rolle spielen. Und genau deshalb wird in sämtlichen Anleitungen davor gewarnt. Wenn man jemandem die Luft abdrückt ist das zumindest eine aktive Handlung. Man ist anwesend, man beschäftigt sich aktiv mit seinem Sub (/Opfer) und man kann auf Warnsignale reagieren. Das ist nicht der Fall wenn man dazu Seile irgendeiner Art verwendet! Da kann man sich mal umdrehen, irgendein Spielzeug holen oder vorbereiten, Signale übersehen, sich ablenken lassen (gerade in einem Club oÄ Settings) und wenn man dann abgelenkt ist dann lässt der Druck nicht nach, wie vergleichsweise wenn man sowas mit den Händen macht. Und selbst falls man die Signale bemerkt muss man, anstatt einfach loszulassen, erstmal Knoten finden, mit Seilen arbeiten und das unter Druck.

Deswegen wird allgemein empfohlen: NIEMALS den Hals abzubinden oder irgendwas mit Seilen um den Hals zu tun (außer man achtet sehr bewusst darauf dass die Seile nur dekorativ sind und in keiner Form einschneiden oder irgendwas abdrücken können).

Sowas ist echt weit weg von jeder Form von SSC. Und selbst wenn man sowas will dann hat das VIELLEICHT Platz in einer nüchternen Session mit vollkommender Aufmerksamkeit und in einer Langzeit-BDSM Beziehung wo verdammt viel Vertrauen da ist und im Idealfall durchgeführt von jemandem der/die nicht ganz unerfahren mit erster Hilfe oder gar Medizin ist.
 
Ich habe schon Bücher zu Shibari und Bondage gelesen und einige Videos (Anleitungen und Tipps) geschaut.

Und eines haben, zumindest die Guten, alle gemeinsam:
Sie beginnen mit einer recht langen Erklärung was man NICHT tun sollte. Vor allem wo und was man auf keinen Fall binden sollte. "Der Hals" steht da meistens GANZ oben auf der Liste!
Selbst wenn man mit Breath Play herumspielen will. Breathplay ist eine eigene Diskussion und in meinen Augen sollte NIEMAND damit herumspielen. Dabei sterben Menschen. Viele. Praktisch jeden Tag!

Aber gerade in der Bondage sollte Breath Play keine Rolle spielen. Und genau deshalb wird in sämtlichen Anleitungen davor gewarnt. Wenn man jemandem die Luft abdrückt ist das zumindest eine aktive Handlung. Man ist anwesend, man beschäftigt sich aktiv mit seinem Sub (/Opfer) und man kann auf Warnsignale reagieren. Das ist nicht der Fall wenn man dazu Seile irgendeiner Art verwendet! Da kann man sich mal umdrehen, irgendein Spielzeug holen oder vorbereiten, Signale übersehen, sich ablenken lassen (gerade in einem Club oÄ Settings) und wenn man dann abgelenkt ist dann lässt der Druck nicht nach, wie vergleichsweise wenn man sowas mit den Händen macht. Und selbst falls man die Signale bemerkt muss man, anstatt einfach loszulassen, erstmal Knoten finden, mit Seilen arbeiten und das unter Druck.

Deswegen wird allgemein empfohlen: NIEMALS den Hals abzubinden oder irgendwas mit Seilen um den Hals zu tun (außer man achtet sehr bewusst darauf dass die Seile nur dekorativ sind und in keiner Form einschneiden oder irgendwas abdrücken können).

Sowas ist echt weit weg von jeder Form von SSC. Und selbst wenn man sowas will dann hat das VIELLEICHT Platz in einer nüchternen Session mit vollkommender Aufmerksamkeit und in einer Langzeit-BDSM Beziehung wo verdammt viel Vertrauen da ist und im Idealfall durchgeführt von jemandem der/die nicht ganz unerfahren mit erster Hilfe oder gar Medizin ist.
Schön geschrieben!

Was ich aber noch gern verstehen möchte, was war der Zweck? Hier wurden für mich ersichtlich 2 bis 3 Praktiken kombiniert, welche aus meiner Sicht nicht miteinander funktionieren.
 
Sind es wirklich alles Masochisten die nach einer Bestrafung lechsen?
Ich kann nur für mich sprechen:
Ich bin absolut Maso. Und eine ziemliche Brat. Nicht, weil ich mir diese "Rollen" irgendwann mal ausgesucht habe.
Sondern, weil ich Grenzen suche, in einer Welt, die mich täglich an den Rand des Wahnsinns bringt. Meine Herrin gibt mir diese Grenzen. In Form ihrer Dominanz. Ich entscheide nicht, respektlos oder besonders frech zu sein, um bestraft zu werden. Meine Herrin und ich merken an meinem Ungehorsam häufig: "Überreizung - time for session!"
Grenzen enger stecken. Das ist für andere eine Strafe - für mich pure Erlösung.
Meine Strafen sehen einfach anders aus:

- Heute sehe ich keinen Grund für Deinen Ungehorsam: T&D bis zum Flehen.
- Überforderung ja, aber Deine Worte waren drüber/ Du hast mich blamiert: Schweig, bis ich Dir etwas anderes Befehle.... Das gepaart mit gezielten Schmerzreiten in der Öffentlichkeit kann durchaus zu weiteren Strafen führen, wenn man doch mal versehentlich einen Laut von sich gibt. ;)

Die Liste ist so lang erweiterbar, wie meine Herrin kreativ...

Die dann logischerweise keine mehr ist.
Eben doch - wenn Dom das eben an Sub anpasst. ;)
Ein Sklave hat bedingungslos zu gehorchen, stimmt das?
Das legt allein der Vertrag zwischen allen Beteiligten fest.
Gibt es ein BDSM auch ganz ohne Schmerzen?
Definitiv. Das Feld ist unendlich weit und reicht von einfachen Federspielchen und Augenbinden über Shibari und Atemkontrolle bis hin zu Klinikspielen inklusive "Blutspende" - kink ist divers ;)
Ich freue mich auf eine spannende und sachliche Diskussion. Ich möchte einfach nur mehr gegenseitiges Verständnis generieren.
 
Im einvernehmlichen Sado/ Maso-Bereich gibt es eigentlich nur persönliche Konstellationen und keine allgemein gültigen, die auf jeden passen würden. Alles nicht einvernehmliche in diesem Bereich ist verwerflich und kann auch strafbare Körperverletzung sein. Alles einvernehmliche ist Lust am Leiden. Und paradox.
Worin liegt hierbei für Dich das Paradoxe?
Zieht nicht beinahe jeder Mensch tagtäglich Lust oder Freude aus Leid?
"Schadenfreude ist die große Freude" ist kein neumodischer Ausspruch. ;)
Die Bibel ist ebenfalls voll mit Beispielen, in denen Leid als Erlösung betrachtet wird.

Drastisch und überspitzt? Ja. War natürlich Absicht, um den Diskussionsfluss zu halten.
Für mich ist's dennoch kein Paradoxon: gerade extreme körperliche Stimulation der Nerven löst bei mir eben extreme Reaktionen aus.
Wer sich mit der Aktivierung verschiedener (oder eben gleicher Hirnareale) bei Lust und Schmerz einmal befasst hat, könnte vielleicht staunen. ;)
 
Selbst wenn man mit Breath Play herumspielen will. Breathplay ist eine eigene Diskussion und in meinen Augen sollte NIEMAND damit herumspielen. Dabei sterben Menschen. Viele. Praktisch jeden Tag!
Ich glaube, dass hier viel falsch gemacht wird. Denn im Kampfsport wird täglich von tausenden Menschen das Würgen und Strangulieren unter Anleitung geübt. Das machst du schon in der ersten oder zweiten Judo Einheit. Beim Jiu und MMA gehört es genauso dazu und noch bei vielen anderen Breitensporten. Anders als beim Breathplay kommt da so gut wie nie jemand zu Schaden. Es gab ja auch die Untersuchung mit Markern im Blut, die auf Vorrübergehende Gehirnschäden hinweisen hat in England. Die hat einigen Leuten die Würgen beim Sex angeschlagen, während eine ähnliche Untersuchung bei Kampfsportlern die regelmäßig gewürgt werden keine Auffälligkeiten ergeben hat.

Zur Ausgangsfrage - ich habe mit zwei Frauen regelmäßige Treffen, bei denen wir oft Spielarten von BDSM praktizieren. Primär geht es ihnen um Schmerz, um Impakt auf ihrer Körperoberfläche und um Festgehalten und fixiert werden. Eine der Beiden mag auch leichte Erniedrigungen und leichte Schmerzen beim Analverkehr. "Bestrafen" tu ich aber keine von den Beiden. Weshalb sollte ich? Eine der Frauen mag zwar noch mehr als Sub "trainiert" werden um ihre Komfortzone zu erweitern und sich Sachen zu trauen, die sie Reizen, aber wo die Scham sie noch abhält. Das mag jetzt einfach an meiner Persönlichkeit liegen, aber ich sehe sanfte Ermunterungen und Belohnen wesentlich zielführender Strafen. "Strafen" wäre für mich nicht Lustvoll, sondern Arbeit und hilft Leuten niemals so viel über sich hinaus zu gehen wie es einfühlsames Coaching tut.
Was ich mache ist sorgsam auf ihre Körper einwirken, auf eine Art und Weise die ihnen Lust bereitet und die ich kontrollieren und steuern kann. "Sorgsam" kann auch recht wild sein und heist hier nur, dass ich genau weis was ich gerade mache und welche Wirkung es an meinem Gegenüber hat und dass mein oberstes Ziel ist meinem Gegenüber gut zu tun (oft halt durch kontrollierten Schmerz).
Ohne ihren Konsens wäre was ich mache Körperverletzung. Genauso wie der Sex mit ihnen ohne ihre Zustimmung und der Möglichkeit die jederzeit zu widerrufen ein Verbrechen wäre.

Die Tatsache, dass sich die Beiden in eine Situation begeben, in der ich ihnen schlimmen Schaden zufügen könnte, bedeutet dass ich sehr vorsichtig agieren muss und das nur mache, wenn ich keinerlei Bewusstseinseintrübungen durch Müdikeit oder andere Einflüsse habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anders als beim Breathplay kommt da so gut wie nie jemand zu Schaden. Es gab ja auch die Untersuchung mit Markern im Blut, die auf Vorrübergehende Gehirnschäden hinweisen hat in England. Die hat einigen Leuten die Würgen beim Sex angeschlagen, während eine ähnliche Untersuchung bei Kampfsportlern die regelmäßig gewürgt werden keine Auffälligkeiten ergeben hat.
Im Kampfsport klopft man gewöhnlich auch ab wenn man in so einen Hold gerät. Und da gibt es strenge Regeln und Etiquette was erlaubt ist und was nicht. Gewöhnlich wird da niemand bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und das Ziel ist von vornherein nicht jemandem die Luft abzuschneiden.

Im Gegenteil: sowas ist in den meisten Kampfsportarten ein klares Foul!

Ohne ihren Konsens wäre was ich mache Körperverletzung. Genauso wie der Sex mit ihnen ohne ihre Zustimmung und der Möglichkeit die jederzeit zu widerrufen ein Verbrechen wäre.
Das fasziniert mich an BDSM eigentlich immer!

Wie ist denn dieser Konsens eigentlich zu beweisen? Ich mein im Nachhinein?
Da könnte sich doch theoretisch jemand einfach im Nachhinein entscheiden ins Spital zu gehen, Prellungen, Wunden, Spuren uÄ dokumentieren zu lassen und daraufhin eine Anzeige zu erstatten. Allein für Schmerzensgeld.

Kommt sowas gelegentlich vor? Achtet man bei solchen Spielarten davor auf schriftliche Kommunikation und irgendeine Form von nachweisbarem Konsens? Oder funktioniert das eine gewisse Vertrauensbasis?
 
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