Konsens und Einvernehmlichkeit im BDSM

Wie ist denn dieser Konsens eigentlich zu beweisen? Ich mein im Nachhinein?
Da könnte sich doch theoretisch jemand einfach im Nachhinein entscheiden ins Spital zu gehen, Prellungen, Wunden, Spuren uÄ dokumentieren zu lassen und daraufhin eine Anzeige zu erstatten. Allein für Schmerzensgeld.
Das kann in der Tat zum Problem werden.
Ein Beispiel: Eine Freundin von mir hat sich von ihrer Freundin getrennt, diese ist daraufhin zur Polizei und hat ihre Ex wegen Körperverletzung angezeigt. Sie hatte wohl noch Striemen und/oder blaue Flecken. Meine Freundin wurde darauf zur Aussage vorgeladen. Zum Glück hatten die beiden einen schriftlichen Vertrag aufgesetzt. Auch wenn der nicht rechtskräftig gültig ist, war das als Beweis der Einvernehmlichkeit zulässig vermutlich war meine Freundin auch glaubwürdig und die Anzeige wurde fallen gelassen.
 
Kommt sowas gelegentlich vor? Achtet man bei solchen Spielarten davor auf schriftliche Kommunikation und irgendeine Form von nachweisbarem Konsens? Oder funktioniert das eine gewisse Vertrauensbasis?
Ich kann da nur für mich sprechen. Der Konsens wäre bei mir leicht nachzuweisen, weil ich mit meinen Playpartnern immer schriftlich vorab kläre was wir machen wollen. Auch mit langfristigen Playpartnern. Und auch wenn ich eine Generalerlaubnis habe “Du kannst mich so hart rannehmen, wie du möchtest, ich will nur dienen” muss ich nicht bis 100% gehen. Weil erfahrungsgemäß ist 100% vom anderen für mich eher moderat, also ich kann da relativ entspannt drüber gehen. Weil meine 100% würde vermutlich nur ein Brat aushalten. Und da weiß ich nicht, ob das nicht gefährlich wäre, weil ich nie nachgebe und sich das aufschaukeln würde. Daher keine Brats bei mir.
 
Aber generell spiele ich nur mit Menschen wo ich auch eine gewisse Nähe habe. Die ist wichtig für mich, weil eigentlich ich danach die Nähe auf jeden Fall haben möchte. Und meistens ist sie auch im Spiel wichtig, weil ich schon sehe, wenn ich beim wem eine Grenze erreiche und dann mal kurz aussteige, den her nehme, drücke und schau ob es ihm noch gut geht. Und dann entscheidet derjenige eh ob er noch will oder nicht. Fast immer ist es dann eher so, dass wir nach diesem kurzen Moment der Nähe über diese Grenze gehen können, die vorher noch nicht schaffbar war.
 
weil ich mit meinen Playpartnern immer schriftlich vorab kläre was wir machen wollen.
Schön bei der Art des Vorhabens kann man ja schon im Vorfeld ablehnen wenn es nicht passt.
Doch es ist die Ausführung, die Intensität die zum Konsensverlust führen kann.
Auspeitschen kann wie streicheln oder liebkosend sein bis hin zu tödlichen Verletzungen. Müsstest das klar definieren wie was und wie heftig etwas sein darf. Das funktioniert nicht in der Praxis.
 
Sind es wirklich alles Masochisten die nach einer Bestrafung lechsen?
Masochisten wollen keine Bestrafung. Normalerweise wollen sie so gequält werden, wie sie sichs vorstellen.
Zumindest war das meine Erfahrung mit Masofreundinnen.
Muss man halt aufpassen, dass das nicht eskaliert und zu Verletzungen führt.
Gibt es ein BDSM auch ganz ohne Schmerzen?
Natürlich. Eine Bekannte hat ihrer Freundin/Sub seitenlange Listen geschrieben, was sie alles machen sollte und nicht machen sollte.
Ist halt nicht so meins.
 
ch kann eine Menge wegstecken, Ja ich habe mich auf irgendwelchen Veranstaltungen heftig schlagen lassen, in der Hoffnung eine neue Herrin zu finden. Fast hätte mich das mein Leben gekostet.
Oh.
Bei mir warens nur ein paarmal sehr lange anhaltende Spuren, die mich sehr genervt haben.
 
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Oh. Nur vom Schlagen?
Bei mir warens nur ein paarmal sehr lange anhaltende Spuren, die mich sehr genervt haben.
Ja das geht. Verbluten und schlagen an falschen Stellen. Es gibt auch ziemlich brutale Peitschen die tiefe Wunden hervor rufen.

Ich denke , das Beste ist sich langsam an etwas heran zu tasten, der Dom muss den Subs lesen lernen. Es ist ein Spiel und es ist eine ganz spezielle Form einer Kommunikation.
 
Ja das geht. Verbluten und schlagen an falschen Stellen. Es gibt auch ziemlich brutale Peitschen die tiefe Wunden hervor rufen.

Ich denke , das Beste ist sich langsam an etwas heran zu tasten, der Dom muss den Subs lesen lernen. Es ist ein Spiel und es ist eine ganz spezielle Form einer Kommunikation.
Eine maso-Bekannte hat mal gemeint, wenn sie in Fahrt ist, könne man sie schlachten und sie würde noch "mehr" schreien.
Sie achtet auch drauf, dass keine gefährlichen Spielsachen rund ums Bett oder die Fixierstelle liegen.
Und sonst halt, dass Top verantwortungsvoll handelt.
Hat aber ein normales Leben und einen normalen Beruf, ich glaube Lehrerin oder so.
Was mich irritiert, ist, dass früher viel mehr geredet wurde, bei oder nach Sessions, Spielen oder ähnlichen.
Hat sich das jetzt aufgehört?
 
Ich denke für ein paar Stunden kann Sub ziemlich perfekt sein.
Mich reizt es aber keinen Unterschied zwischen Alltag Session zu machen.
Ich möchte dauerhaft und möglichst uneingeschränkt für meine Lady da sein.
Sicher ein viel höherer Anspruch, oder?

Was klar ist: Augenhöhe ist auch unerlässlich, da dies ein gutes Mittel der Kommunikation, der Wertschätzung und der Zielfindung ist.
Meine Erfahrung ist das vieles ganz einfach durch Gewohnheiten in den Alltag über geht. Eine Herrin muss da nicht viel tun.
Es wäre ein Fehler wenn Sie Stress hätte.
Ich würde das nicht packen..
Dieses dienen.
Und ich tu mir schwer, das mit gleichzeitiger Augenhöhe in Einklang zu bringen
 
Ich möchte auch noch erwähnen, dass Auspeitschen ganz verschiedene Funktionen erfüllen kann. Der Sub, Sklave sollte dabei wissen warum er gepeitscht wird.
1. Spielerisch um das Schmerzempfinden zu erkunden und die Reaktion zu testen.
2. Training um die Hingabe zu vertiefen, der Sklave die Demütigung und Schmerz anzunehmen lernt.
Er seine Rolle verinnerlichen kann.
3. Als Disziplinierungs-Maßnahme wenn er vereinbarte Regeln gebrochen hat.
4. Um Lustschmerz zu induzieren.
 
Eine maso-Bekannte hat mal gemeint, wenn sie in Fahrt ist, könne man sie schlachten und sie würde noch "mehr" schreien.
Sie achtet auch drauf, dass keine gefährlichen Spielsachen rund ums Bett oder die Fixierstelle liegen.
Und sonst halt, dass Top verantwortungsvoll handelt.
Hat aber ein normales Leben und einen normalen Beruf, ich glaube Lehrerin oder so.
Was mich irritiert, ist, dass früher viel mehr geredet wurde, bei oder nach Sessions, Spielen oder ähnlichen.
Hat sich das jetzt aufgehört?
After-Care und Kommunikation.. sehr gut.
Im Rausch der Session ist vieles möglich, weil die Schutzfunktion des Egos verschwinden kann. Daher ist Konsens Abfrage im Augenblick eigentlich sehr fragwürdig.
 
Im Kampfsport klopft man gewöhnlich auch ab wenn man in so einen Hold gerät. Und da gibt es strenge Regeln und Etiquette was erlaubt ist und was nicht. Gewöhnlich wird da niemand bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und das Ziel ist von vornherein nicht jemandem die Luft abzuschneiden.
Im Training ja, in Turnieren nicht unbedingt. Ich habe Freunde die in Amateur Turnieren bewusstlos wurden, oder aber Gegner Bewusstlos gewürgt haben. Allerdings - da hast du recht, sollte beim Würgen niemals so weit gegangen werden. Beim Kampfsport gibt es ja Referees, die darauf achten und dann sofort stoppen. Es gibt schon Würgegriffe die Luftröhre und Blut abschneiden. Aber ein Quetschen von Luftröhre, oder Kehlkopf würde ich jetzt unter "viel falsch machen" zählen. Genauso wie es problematisch ist die Blutzufuhr nur schwach, dafür länger ab zu drücken. Die tief liegenden Arterien bringen dann noch Blut ins Gehirn, die nahe an der Haut liegenden Venen können das aber nicht mehr abtransportieren.
Ich sag nicht Breathplay ist ohne Risiko, was ich sage ist es gibt bestimmte Formen und Dauer von Würgen und Strangulation die nachweislich ohne Schäden bleiben.

Kommt sowas gelegentlich vor? Achtet man bei solchen Spielarten davor auf schriftliche Kommunikation und irgendeine Form von nachweisbarem Konsens? Oder funktioniert das eine gewisse Vertrauensbasis?
Hmm...die Frage stellt sich für mich nicht. Ich spiele nicht mit Personen denen ich nicht vertraue. Die vertrauen ja auch auf mich, dass sie da ohne bleibende Schäden wieder raus gehen. Wenn eine Frau mit mir Vanilla Sex hat vertraut sie darauf, dass ich ihre Grenzen respektiere und ich darauf, dass sie mich nicht im Nachhinein der Vergewaltigung bezichtigt (was sowieso, auch bei tatsächlichen Übergriffen kaum zu Verurteilungen führt). Außerdem könnte ich bei vielen meiner bisherigen Partnerinnen auf seitenweise Chatverläufe verweisen, die zeigen, dass sie sich auf die Sessions freuen. Allein weil ich manche hier kennen gelernt habe. Bei anderen wissen gemeinsame Bekannte um deren BDSM Neigung. Viel schwieriger wird es, wenn im BDSM der Konsens überschritten wird. Ich kenne Subs, bei denen Limits oder Save Words ignoriert wurden. Beweis mal, dass du ab Punkt X nicht mehr wolltest und das verständlich mitgeteilt hast.
 
Ja das geht. Verbluten und schlagen an falschen Stellen. Es gibt auch ziemlich brutale Peitschen die tiefe Wunden hervor rufen.

Ich denke , das Beste ist sich langsam an etwas heran zu tasten, der Dom muss den Subs lesen lernen. Es ist ein Spiel und es ist eine ganz spezielle Form einer Kommunikation.
Ich sehe hier den/die Domme in der Verantwortung. Man erzeugt ein Rauscherlebnis bei der/dem Sub. Die dürfen Bewusstseinseintrübungen durch die ganzen Körpereigenen Drogen entwickeln. Als Dom ist man da in der Rolle eines Trippsitters. Im Zweifelsfall kommt bei mir ein Check in. Ich mache aber auch mini Aftercare zwischendurch. Also wenn eine Herausforderung gemeistert wurde, dann gibts 45 Sekunden Streicheln und Halten. Je besser ich mein Gegenüber kenne, um so seltener brauche ich diese Check ins, weil ich an der Körpersprache genug ablesen kann. Bei einer der Beiden weis ich etwa oft, dass wir uns dem Limit nähern, bevor ihr das bewusst wird.
Und dann bleibt der Rechtliche Aspekt - nicht bei alle Verletzungen kann eingewilligt werden.
 
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... was zum nachdenken...
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Ich hatte mal sehr langanhaltende Spuren, einige Wochen, vom Ochsenziemer, Gummistock und Plexiglasstock.
Kann man sich im smart leihen bzw. konnte.
Ich bin kein Switcher, aber ich frag bei neuen Sachen immer mal einen befreundeten Dom das an mir zu demonstrieren, damit ich weiß was es tut. Aber bei Schlagwerkzeugen ist das total unterschiedlich. Hängt auch davon ab, wie empfindlich man bei der Haut ist.
Ich verwende gerne Paddles mit Metallkern, Rohrstöcke und kurze mehrschwänzige Peitschen für Flogging. Dann hab ich mir in Berlin einen gummiumantelten Schlagstock gekauft. Ich hab den bei mir kaum gespürt und auch keine Spuren davon gehabt. Bei meinem damaligen Sub war ich sehr vorsichtig damit. Aber das war nur ein Bubb, wenn man drauf gehaut hat. Hat ihm auch nicht weh getan, also habe ich fester zugeschlagen und dann haben wir es gelassen, weil für mich keine fühlbare Response und für ihn keine spürbare Befriedigung. Aber 3 Tage später war der Arsch nicht blau, der war schwarz. Waren dann 10 Tage lang eine Erinnerung a das Spiel, bis es angefangen hat weniger zu werden.
 
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