Konsens und Einvernehmlichkeit im BDSM

Ich bin kein Switcher, aber ich frag bei neuen Sachen immer mal einen befreundeten Dom das an mir zu demonstrieren, damit ich weiß was es tut. Aber bei Schlagwerkzeugen ist das total unterschiedlich. Hängt auch davon ab, wie empfindlich man bei der Haut ist.
Ich hab verwende gerne Paddles mit Metallkern, Rohrstöcke und kurze mehrschwänzige Peitschen für Flogging. Dann hab ich mir in Berlin einen gummiumantelten Schlagstock gekauft. Ich hab den bei mir kaum gespürt und auch keine Spuren davon gehabt. Bei meinem damaligen Sub war ich sehr vorsichtig damit. Aber das war nur ein Bubb, wenn man drauf gehaut hat. Hat ihm auch nicht weh getan, also habe ich fester zugeschlagen und dann haben wir es gelassen, weil für mich keine fühlbare Response und für ihn keine spürbare Befriedigung. Aber 3 Tage später war der Arsch nicht blau, der war schwarz. Waren dann 10 Tage lang eine Erinnerung a das Spiel, bis es angefangen hat weniger zu werden.
Vieles kann man nicht im Voraus wissen.
Ein erfahrenerer Dom , ist deswegen vorsichtig und geht deswegen langsam vor.
So hat man auch etwas mehr Spaß, ganz nebenbei. :cool:
 
bin kein Switcher, aber ich frag bei neuen Sachen immer mal einen befreundeten Dom das an mir zu demonstrieren,
Deshalb spiele ich h am liebsten mit Switcherinnen. Oder zumindest mit jemanden, der das schon mal am eigenen Leib erlebt hat.
Aber natürlich ist das individuell, manche Praktiken wie an den Haaren ziehen, Ohrfeigen oder Schmerzpunkte drücken können bei mir ein müdes Lächeln hervorrufen (und auch andere Sachen), andere sind schon fix und fertig wenn man sie mit zwei Fingern an den Haaren zieht oder so.
 
Schön bei der Art des Vorhabens kann man ja schon im Vorfeld ablehnen wenn es nicht passt.
Doch es ist die Ausführung, die Intensität die zum Konsensverlust führen kann.
Auspeitschen kann wie streicheln oder liebkosend sein bis hin zu tödlichen Verletzungen. Müsstest das klar definieren wie was und wie heftig etwas sein darf. Das funktioniert nicht in der Praxis.
Stichwort: "Safeword" - unabdingbar für mich. Gerade wenn Sub selbst über die eigenen Grenzen hinaus möchte und Dom sich darauf einlässt. Ja, Sub-Space existiert und kann da gefährlich werden. Da gibt's unter erfahrenen BDSM'lern so einige Kniffe, um auch da immer wieder zu grounden und Sub zurück zu holen. Das Ampelsystem ist die wohl bekannteste Technik.
Ist Sub so sehr im Space, dass sie/er nicht mehr ansprechbar ist, dann gilt hoffentlich Abbruch - und zwar vor der Ohnmacht. Could be so easy, if everybody knows. ;)
Voraussetzung: Dom ist total in der Kontrolle und sieht jedes Detail bei Sub - Kennen in- und Auswendig ist da für mich totale Voraussetzung bevor ich Grenzen erweitere!
 
Was mich irritiert, ist, dass früher viel mehr geredet wurde, bei oder nach Sessions, Spielen oder ähnlichen.
Hat sich das jetzt aufgehört?

Wo hast Du das denn her? Entspricht das lediglich Deiner Wahrnehmung oder wieso formulierst Du das hier beinahe als Fakt?

Aus meiner Perspektive: das gesprochene Wort stört auch mich in der Session extrem - war aber schon immer so. Das benötigten wir maximal wenn meine Herrin sich doch mal unsicher ist, ob ich noch ansprechbar und in meinem Willen bin - das ist selten, denn unsere Kommunikation vorher und auch nonverbal stimmt durch unsere Alltagsbeziehung einfach on point.
Da sind wir aber beim nächsten Punkt: die Kommunikation endet nicht, wenn das Wort verstummt. Jeder Atemzug ist Kommunikation. Jedes Muskelzucken, jeder noch so leise Ton und auch der Wimpernschlag verrät ihr, wo ich mich gerade befinde.
Bei uns hat das von Anfang an funktioniert.

In anderen Spielverbindung habe ich vorab mehr verbalisieren müssen, wann mein Körper wie reagiert, um Sprachgebrauch in der Session zu vermeiden.

Nach der Session? Stichwort Aftercare: ich liebe Stille, eine kalte Dusche - allein. Einfach sacken lassen, Eindrücke verarbeiten und DANN bin ich bereit, Dinge zu besprechen - wenn nötig. Auch da bin ich keine Freundin großer Worte. Sie zerstören für mich Momente.

Ich kann aber durchaus akzeptieren, dass andere Menschen das ganz anders sehen und brauchen - deshalb mag ich Deine pauschale Aussage so auch nicht stehen lassen. Weil ich das Ganze so gar nicht sehe und einordne. Kommunikation herrscht in einer gesunden BDSM-Dynamik (welcher Art auch immer) immer - auf alle möglichen Arten.
 
Für die ist das ja keine Bestrafung.

Der uralte "Witz" bringt es eigentlich auf den Punkt:
Sagt der Masochist zum Sadist: „Schlag mich!“, der Sadist sagt „Nein.“
Tut er nicht. Das ist viel zu flach gedacht.
Da fehlt allein die Verständigung darüber, was Du unter Strafe verstehst. Lediglich körperliche Züchtigung? Das Verweigern dieser? Mindplay? Etc...


Es grüßt die Masochistin mit sadistischer Herrin. ;)
 
Tut er nicht. Das ist viel zu flach gedacht.
Da fehlt allein die Verständigung darüber, was Du unter Strafe verstehst. Lediglich körperliche Züchtigung? Das Verweigern dieser? Mindplay? Etc...


Es grüßt die Masochistin mit sadistischer Herrin. ;)
"Lechzst" du also als Masochistin nach Bestrafung? (Was ja die ursprüngliche Frage war.) Ich denke, dass geistig gesunde Menschen das nicht tun, egal welche Form die Bestrafung hat.

Im Kommentar auf den meine Antwort mit dem "Witz" fußt, wurde mir unterstellt, dass ich Masochisten als geistig nicht gesund einstufe, was der ursprünglichen Antwort ha widerspricht, was du gerade mit deiner Antwort bestätigst.

Heißt, nur weil ein Masochist auf Schmerzen (jeglicher Art) steht, heißt es nicht er steht auf Bestrafung. Wenn ein Masochist gern geschlagen wird, wäre schlagen als Strafe ja sinnlos. Dann wäre die Strafe eher, das schlagen zu verweigern.

Ich hoffe man kann meinen Ausführungen folgen 😅
 
Ja, warum sollte man sonst (als geistig gesunder Mensch) eine Bestrafung wollen?

Ja. D/s geht auch völlig ohne S/M bzw Schmerzen jeglicher Art.
Guuut, dann zerbröseln wir das Ganze mal, damit die Wortklauberei zu ihrem Recht kommt... 😂

Im Allgemeinen gesehen... zählt man unter "Strafe" etwas unangenehmes - jedoch sind wir hier im BDSM - thread, wo man die allgemein gültige Definition sicherlich auch anders sehen kann oder sollte. 😏

Für MICH ist ein bdsm-affiner Mensch, der sich eine "Bestrafung" ersehnt, nicht per se "geistig UNgesund".

Sei es nun eine lapidare, körperliche "Strafe" oder ein tease & denial oder irgendetwas anderes.
Für die ist das ja keine Bestrafung.
*schmunzel*

Gut - du bist ja nicht "schmerz-affin"...
... insofern scheinst du da wenig Erfahrung zu haben - aber sei dir gewiss:
es gibt durchaus auch körperliche Strafen, die nicht jeder Masochist goutieren würde.

Insofern KANN auch eine körperliche Strafe durchaus eine Strafe SEIN.
"Lechzst" du also als Masochistin nach Bestrafung? (Was ja die ursprüngliche Frage war.) Ich denke, dass geistig gesunde Menschen das nicht tun, egal welche Form die Bestrafung hat.
"lechzen" ist vielleicht das falsche Wort. 🤔
"sich ersehnen" trifft es häufig besser?

Und... noch nicht mal per se aus egoistischen Gründen - indem man die Aufmerksamkeit als Zuwendung umdefiniert.
Manchmal kann es auch einfach ein "gefallen wollen" oder der Wunsch zum dienen sein, der dahinter steckt.

Und eben keine geistige Krankheit.
Im Kommentar auf den meine Antwort mit dem "Witz" fußt, wurde mir unterstellt, dass ich Masochisten als geistig nicht gesund einstufe, was der ursprünglichen Antwort ha widerspricht, was du gerade mit deiner Antwort bestätigst.
Ich hatte lediglich gefragt - nichts unterstellt. 😏
Heißt, nur weil ein Masochist auf Schmerzen (jeglicher Art) steht, heißt es nicht er steht auf Bestrafung. Wenn ein Masochist gern geschlagen wird, wäre schlagen als Strafe ja sinnlos. Dann wäre die Strafe eher, das schlagen zu verweigern.

Ich hoffe man kann meinen Ausführungen folgen 😅
Und nochmals: eine Bestrafung - in welcher Definition auch immer - "muss" nicht zwangsläufig mit körperlichem Schmerz daherkommen. 😏
 
"Lechzst" du also als Masochistin nach Bestrafung? (Was ja die ursprüngliche Frage war.) Ich denke, dass geistig gesunde Menschen das nicht tun, egal welche Form die Bestrafung hat.

Im Kommentar auf den meine Antwort mit dem "Witz" fußt, wurde mir unterstellt, dass ich Masochisten als geistig nicht gesund einstufe, was der ursprünglichen Antwort ha widerspricht, was du gerade mit deiner Antwort bestätigst.

Heißt, nur weil ein Masochist auf Schmerzen (jeglicher Art) steht, heißt es nicht er steht auf Bestrafung. Wenn ein Masochist gern geschlagen wird, wäre schlagen als Strafe ja sinnlos. Dann wäre die Strafe eher, das schlagen zu verweigern.

Ich hoffe man kann meinen Ausführungen folgen 😅
Ich verstehe Dich.
Und genau das, was Du hier anfühtst, macht mich in Deinen Augen doch zu einer geistig nicht gesunden Person.
Ich "lechtze" nicht nach Strafe per se.
Ich lasse an der Stelle einfach das Wort "Brat" in die Runde fallen.
Näher werde ich nicht auf meine Person Bezug nehmen - es gibt Dinge, die nur meine Herrin zu wissen braucht.
Aber der Begriff dürfte schon grob erklären, warum ich Deine Aussage als Unfug einstufe. Auch mit meinem psychologischen Hintergrundwissen übrigens. ;)
 
Guuut, dann zerbröseln wir das Ganze mal, damit die Wortklauberei zu ihrem Recht kommt... 😂

Im Allgemeinen gesehen... zählt man unter "Strafe" etwas unangenehmes - jedoch sind wir hier im BDSM - thread, wo man die allgemein gültige Definition sicherlich auch anders sehen kann oder sollte. 😏

Für MICH ist ein bdsm-affiner Mensch, der sich eine "Bestrafung" ersehnt, nicht per se "geistig UNgesund".

Sei es nun eine lapidare, körperliche "Strafe" oder ein tease & denial oder irgendetwas anderes.

*schmunzel*

Gut - du bist ja nicht "schmerz-affin"...
... insofern scheinst du da wenig Erfahrung zu haben - aber sei dir gewiss:
es gibt durchaus auch körperliche Strafen, die nicht jeder Masochist goutieren würde.
Das ist mir durchaus klar. Für mich wäre eine körperliche Züchtigung schon deshalb durchaus eine Strafe. Hatte ich als Kind zur Genüge, brauche ich nicht noch als Erwachsener. Wer mich körperlich verletzt, sieht mich maximal vor Gericht wieder.
Insofern KANN auch eine körperliche Strafe durchaus eine Strafe SEIN.
Auch das.
"lechzen" ist vielleicht das falsche Wort. 🤔
"sich ersehnen" trifft es häufig besser?
Kein geistig gesunder Mensch ersehnt sich Strafe! Das heißt ja nicht, dass die Person irgendwie geisteskrank ist. Aber zum Beispiel Borderliner verletzen sich selbst (und nicht selten im BDSM anzutreffen). Geistig gesund sind sie nicht. Bevor du dich jetzt daran festbeißt - es ist nur ein Beispiel. Können auch Kindheits(mikro)traumata sein oder sonstwas.
Und... noch nicht mal per se aus egoistischen Gründen - indem man die Aufmerksamkeit als Zuwendung umdefiniert.
Manchmal kann es auch einfach ein "gefallen wollen" oder der Wunsch zum dienen sein, der dahinter steckt.
Was hat der Wunsch zu gefallen oder zu dienen mit dem "Bedürfniss" nach Bestrafung zu tun? Das eine geht auch gut ohne das andere. Für manchen ist die Enttäuschung der/des Dom schon Strafe genug.
Und eben keine geistige Krankheit.

Ich hatte lediglich gefragt - nichts unterstellt. 😏

Und nochmals: eine Bestrafung - in welcher Definition auch immer - "muss" nicht zwangsläufig mit körperlichem Schmerz daherkommen. 😏
Wie erwähnt, ist mir schon klar.
 
Mit deinem zweiten Satz, widerlegst du den ersten.
Dann übersetzen wir "per se" vielleicht unterschiedlich. ;)

Ich kann den zweiten Satz gern anders ausdrücken: es geht nicht um das danach Lechzen - es liegt in meiner Natur, Strafe zu fordern. Hierbei geht es - und es hat Jahre an Selbstreflexion gebraucht, um das zu erkennen - nicht darum, die Masochistin in mir zu kicken. Es geht darum, Grenzen zu erfahren und die Sicherheit meiner Herrin zu spüren, wo die Welt mir unsicher erscheint.
Nun aber verschließe dieses Tor in meine Seele und verweigere tiefere Einblicke.
Wenn Du Dich diesbezüglich wirklich für die Tiefen der Psyche interessierst, wirst Du an so vielen Stellen fündig, wenn Du die richtigen Fragen fernab Deiner Engstirnigkeit stellst.
 
Das ist mir durchaus klar. Für mich wäre eine körperliche Züchtigung schon deshalb durchaus eine Strafe. Hatte ich als Kind zur Genüge, brauche ich nicht noch als Erwachsener.

Ist okay - aber dann bin ich hier raus. 😏

Das ist mir zu eindimensional angesetzt.
Ich nahm an, wir diskutieren hier über solche Dinge im BDSM generell - und nicht nur über deine Befindlichkeiten.

Greetz,

Der Rabe
 
Dann übersetzen wir "per se" vielleicht unterschiedlich. ;)

Ich kann den zweiten Satz gern anders ausdrücken: es geht nicht um das danach Lechzen - es liegt in meiner Natur, Strafe zu fordern. Hierbei geht es - und es hat Jahre an Selbstreflexion gebraucht, um das zu erkennen - nicht darum, die Masochistin in mir zu kicken. Es geht darum, Grenzen zu erfahren und die Sicherheit meiner Herrin zu spüren, wo die Welt mir unsicher erscheint.
Nun aber verschließe dieses Tor in meine Seele und verweigere tiefere Einblicke.
Wenn Du Dich diesbezüglich wirklich für die Tiefen der Psyche interessierst, wirst Du an so vielen Stellen fündig, wenn Du die richtigen Fragen fernab Deiner Engstirnigkeit stellst.
Vielleicht haben wir auch eine andere Ansicht von geistig gesund. Da sind mMn die wenigsten Menschen. Alle haben irgendwo einen "Knacks", die einen mehr die anderen weniger. Du hast deine Begründung gerade selbst geliefert. Unsicherheit.
 
Wer mich körperlich verletzt, sieht mich maximal vor Gericht wieder.
Dein gutes Recht - gestehe jedoch jedem anderen zu, es anders handhaben zu dürfen.
Kein geistig gesunder Mensch ersehnt sich Strafe! Das heißt ja nicht, dass die Person irgendwie geisteskrank ist. Aber zum Beispiel Borderliner verletzen sich selbst (und nicht selten im BDSM anzutreffen). Geistig gesund sind sie nicht. Bevor du dich jetzt daran festbeißt - es ist nur ein Beispiel. Können auch Kindheits(mikro)traumata sein oder sonstwas
Hast Du die Qualifikation, über geistige Zustände anderer urteilen oder gar Diagnosen aussprechen zu dürfen? Da wäre ich ja vorsichtig mit.
Erlegen anderen doch bitte nicht Deine Traumata auf - so schrecklich sie auch sein mögen.
 
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