Inwieweit meint ihr kann man Gefühle steuern?

Normalerweise kann man Gefühle schlecht steuern, ich staune immer über Leute mit ausdrucklosem Gesicht die sich voll unter Kontrolle haben, aber so ein unbewegliches Pokerface hat auch was..
 
Ausschalten oder einschalten von Emotionen kann ich nicht. Aber ich hab mit den Jahren gelernt, sie gut zu kontrollieren und damit umzugehen.
Auch wenn das nicht immer gleich gut funktioniert 😂
 
Normalerweise kann man Gefühle schlecht steuern, ich staune immer über Leute mit ausdrucklosem Gesicht die sich voll unter Kontrolle haben, aber so ein unbewegliches Pokerface hat auch was..
Wobei diese dann einfach dissoziieren. Was ja nichts anderes als Schutzmechanismus ist. In kleinen selbst erlebt, als ich mit der U Bahn zur Schule fuhr. Hätte ich alles bewusst aufgenommen hätten mich damals alleine die Gerüche erschlagen. Von den vielen Ausdrücken in den Gesichtern der Menschen ganz zu schweigen.
Schlussendlich sind wir in der Lage und auch abzuschirmen wenn es nötig ist, was ja gut und sinnvoll ist.
Unsere Gefühle entstehen ja aus dem Bild welcher wir und von einer Situation machen und einer Menge Unterbewussten.
Nur enthebt und das deshalb aus jeglicher Verantwortung?
 
Sich in eine Arbeitskollegin oder Mitschülerin zu verlieben die diese Gefühle nicht erwidert, täglich damit konfrontiert zu sein - das abzudrehen oder zu verdrängen ist gar nicht einfach....
Danke für deine Antwort.
Abzudrehen und verdrängen würden es ja nicht auflösen. Strategien entwickeln klar. Nur ist es jedem gegeben gesellschaftlich gesehen maßvoll damit umzugehen? Wie sieht es dann mit Eifersucht aus?
 
empfindungen sind meiner meinung nach die summe aus eindrücken
Dem kann ich nur zustimmen, denn wenn du dir selbst von einem anderen Menschen keinen Eindruck machst oder machen kannst dann wird es wohl sehr schwer sein etwas für diesen anderen Menschen zu empfinden, vielleicht liege ich auch daneben, aber ich würde es halt so sehen,
 
Mich hat das sehr interessiert, weil eben, in meinen Augen doch einige so beharrlich dafür sind, gewisse Dinge zu legalisieren ( ist ja nun nicht das einzige Thema), die für mich so ein großes Unverständnis hervorrufen. Oder manche "Schwiegermutter- Beiträge oder den mit der Unverbindlichkeit zum Beispiel.

Du unterstellst Gefühllosigkeit. Jemand, der so scharf darauf hinarbeitet, daß Verwandte miteinander vögeln dürfen, kann kein besonders sensibler, fühlender Mensch sein, richtig?

Das Thema Inzest wurde vor knapp 9 Jahren hier schon einmal diskutiert, ich habe damals wie heute ähnlich argumentiert, anders als heute konnte ich mich noch nicht wirklich zu einer eindeutigen Position durchringen.

Soll Inzest straffrei sein?

Mir persönlich fällt es gerade bei diesem Thema sehr schwer, rational zu bleiben, es emotional von der Geschichte zu trennen, die ich als Mißbrauch durch meine Brüder empfunden habe. Und es kostet mich sehr viel Kraft, gerade dann beim Thema zu bleiben, wenn „mein Bauchgefühl“ etwas anderes, schmerzhafteres aus dem Thema Inzest machen will, weil zu nah dran, zu ähnlich, obwohl es eindeutig wiederholt worden ist: innerfamiliärer Mißbrauch wird durch den Inzestparagrafen nicht verhindert noch werden Kinder aus solchen Verbindungen durch Gesetze verhindert.

Was mich betrifft: solche Themen wie der Inzestthread und die Art, wie dort miteinander umgegangen wird sind sehr geeignet, mich mal wieder aus dem Forum zurückzuziehen und froh zu sein, die meisten Diskutanten nicht persönlich zu kennen.
 
Du unterstellst Gefühllosigkeit. Jemand, der so scharf darauf hinarbeitet, daß Verwandte miteinander vögeln dürfen, kann kein besonders sensibler, fühlender Mensch sein, richtig
Eben nicht. Mein Eindruck ist absolut nicht der dass diese Personen deswegen gefühllos seien. Auf beiden Seiten.
Wenn es dich so sehr trifft ist es sicherlich besser sich rauszunehmen.
Ich bin mit Kindern aufgewachsen die aus ihren Familien kamen wegen solcher Geschichten. Und gerade deswegen interessieren mich die Intentionen. Inwiefern Gefühle gefühlt gesteuert werden. Oder eben nicht. Sind doch alles massive Tabuthemen unserer Gesellschaft. Gerade mir taugt es andere Seiten wie zum Beispiel @Mitglied #247512 dargestellt zu lesen.
Kein Elternteil nehme ich an bekommt ein Baby mit der Absicht, es später als sexuellen Gefährten wahrzunehmen.
Ich erkenne es an wenn jemand klar sagt er sei Opfer seiner Gefühlswelt. Nur bedeutet es nicht dass ich es persönlich gut heisse.
 
Was mich betrifft: solche Themen wie der Inzestthread und die Art, wie dort miteinander umgegangen wird sind sehr geeignet, mich mal wieder aus dem Forum zurückzuziehen und froh zu sein, die meisten Diskutanten nicht persönlich zu kennen.
Gerade hat mich das andersrum berührt. Eben weil es zu keinem Eklat kam in meinen Augen.
 
Oder eben nicht. Sind doch alles massive Tabuthemen unserer Gesellschaft. Gerade mir taugt es andere Seiten wie zum Beispiel @Ophira dargestellt zu lesen.

Schau, ich habe keine Ahnung ob ich für Legalisierung bin.
Das käme drauf an (aber das erlebe ich nimmer) wie ein Gesetzesentwurf aussehen würde.
Das kann sehr unterschiedlich sein und könnte mir auch gar nicht gefallen, ich weiß es einfach nicht.

Was ich hingegen wichtig ist, dass man (um)denken darf und kann.

Auch wenn wenig attraktiv so geht man immer von Negativbeispielen aus, von denen man meist gelesen hat.
Negative Entwicklungen passieren aber nicht mit einem "Pling" und dann sind sie da.

Wenn die Diskussion um Legalisierung geht, dann stelle ich mir vorerst ein Paar vor (so wie hier in der näheren Umgebung).
Wenige wissen, dass sie ein Paar sind, sie sind Schwestern und haben ein Haus geerbt, das sie gemeinsam bewohnen.
Sie sind beide über 30 und haben sich so entschlossen. Wir sind über das LGTB-Thema ins Reden gekommen, tja - ein Zufall.
Beide sind echt tolle Frauen, zu den Eltern haben wir gleichfalls Nahverhältnis.

Dann klammere ich beim Nachdenken mal alles aus, was ohnehin strafbar ist.
Dann bleibt nimmer viel über, weil eben diese Menschen im Dunklen leben, nicht auffällig sind, ihr Ding leben.
Die paar die auffallen sollten, haben dadurch auch gute Chancen unbemerkt über Jahre durchzurutschen.

Ja und es gibt Gefühle, denen nachzugehen sofort nachzugehen ist, die gemeldet gehören, die strafbar sind, am besten noch bevor es zu einer Tat kommt. (Prävention)

Ja man kann Gefühle bewusst steuern und auch daran arbeiten.
Ja es gibt Gefühle, die man wirklich nicht haben sollte.
Ja, es gibt Leute mit psychischen Störungen (genauso wie mit Diabetes, darüber reden wir aber jetzt nicht.)

Wo ich ansetzen will hat ein Ziel.
Ich wünsche mir fürs erste, dass man drüber reden darf.
Dass zuerst die Opfer Sprache und Gehör bekommen ist dafür ganz enorm notwendig.

Ich wünsche mir, dass auch die Täter lernen zu sprechen, bevor sie zu Täter werden.

Sie nehmen in vielen Fällen wahr, dass ihre Gefühle nicht mit der gesellschaftlichen Norm kompatibel sind.
Viele kämpfen lange dagegen an, manche ein ganzes Leben lang, andere ergeben sich irgendwann und es kommt zu einer Straftat.
Meine Hoffnung ist dahingehend, wenn man über "kranke Gefühle" sprechen kann und darf, nicht sofort gesellschaftlich ausgeschlossen wird.

Man findet einige Adressen z.B. bei Pädophile-Prävention, wo es Menschen möglich ist, wenn sie diese Neigung erkennen, vorab eine Therapie zu machen, bzw. Unterstützung im Kampf gegen diese Gefühle. (viel zu wenig Anlaufstellen und Therapieplätze)

Es verstört mich der Ansatz, dass einmal etwas passiert sein muss, damit irgendwas passiert.
Es verstört mich, dass es kaum Therapieplätze gibt, dass kein Augenmerk darauf gelegt wird.
Es verstört mich, dass diejenigen die auf das Gesetzbuch pochen, vergessen, dass ein Urteil einem Opfer einmal gar nicht hilft (mitunter sogar ein Gerichtsverfahren gleichfalls traumatisch wird)
Es verstört mich, dass die, die nach Recht und Ordnung schreien, nicht dafür schreien, dass Maßnahmen ergriffen werden, Anlaufstellen vorhanden sind, für Menschen, die ganz bewusst NICHT Täter wollen werden, den Drang in sich jedoch immer dringender fühlen. Die stehen recht alleine damit da, gell.

Mir wären Leute die am Puls der Zeit sind und Scheu sich aufzeigen trauen, bei weitem lieber, als diejenigen die nachher mit dem Finger zeigen bei manchen Delikten, schwere Körperverletzung (wie Schwanz abschneiden) oder Mord/Lynchjustiz verbal einfordern.

Ich wünsche mir eine Sensibilität für andere Menschen, anstatt ein Wegsehen wenn man vielleicht etwas sehen könnte, was einem nicht gefällt.
(nö es geht nicht um Schwanzavas - aber ich schau auch hin, wenn ich lesen mag, was der Mensch dahinter schreibt)
 
Es verstört mich der Ansatz, dass einmal etwas passiert sein muss, damit irgendwas passiert.
Es verstört mich, dass es kaum Therapieplätze gibt, dass kein Augenmerk darauf gelegt wird.
Es verstört mich, dass diejenigen die auf das Gesetzbuch pochen, vergessen, dass ein Urteil einem Opfer einmal gar nicht hilft (mitunter sogar ein Gerichtsverfahren gleichfalls traumatisch wird)
Es verstört mich, dass die, die nach Recht und Ordnung schreien, nicht dafür schreien, dass Maßnahmen ergriffen werden, Anlaufstellen vorhanden sind, für Menschen, die ganz bewusst NICHT Täter wollen werden, den Drang in sich jedoch immer dringender fühlen. Die stehen recht alleine damit da, gell.
Mich verstört das nicht mehr. Kenne es nicht anders. Vielleicht abgebrüht?
 
Mich hat einfach die Meinung von anderen zu diesem Thema interessiert. Eben in Bezug auf so Dinge wie dem Inzest Beitrag.
Nur auf diesen Beitrag?

Empfindungen hat man oder hat man nicht = also nicht steuer bar.
Was der Mensch jedoch aus seinen Empfingungen macht bzw. mit sich machen läst ist schon steuerbar. Zu einem großen Teil jedenfalls. Wie aber weiter oben schon geschrieben wurde lässt mancher/manche aber hie und da etwas zu viel zu und dann wird es mit den "Gefühlen" halt schwierig(er)
 
Nur auf diesen Beitrag?

Empfindungen hat man oder hat man nicht = also nicht steuer bar.
Was der Mensch jedoch aus seinen Empfingungen macht bzw. mit sich machen läst ist schon steuerbar. Zu einem großen Teil jedenfalls. Wie aber weiter oben schon geschrieben wurde lässt mancher/manche aber hie und da etwas zu viel zu und dann wird es mit den "Gefühlen" halt schwierig(er)
Du das war nun ein Beispiel der mir besonders den Denkansatz für diesen Beitrag gab.
Ob es ein " zuviel " gibt, hm, ich halte weniger davon sie zu unterdrücken. Gerade da kann man viel kanalisieren und zum Ausdruck bringen. Bin ich wirklich wirklich wütend, dann stell ich mich zum Beispiel in die Küche oder gehe lange mit dem Hund. Das ist ja auch eine Kraft, die Wut. ( waren jetzt auch nur Beispiele,...) und ich denke es ist wohl möglich mit ihnen umzugehen ohne dadurch meine Umgebung zu schädigen.
Empfindungen so wie du es nennst ist aber der bessere Ausdruck.
 
Sozusagen ein (hilfloser?!) Kompensationsversuch. Jap, kenn ich auch.


Nein, ganz im Gegenteil. Weder lassen sich Gefühle auf diese Art kompensieren noch bin ich „hilflos“, wenn ich mir Mühe gebe, auf der Sachenene zu bleiben. Ich bin vom Temperament her sehr emotional (und hab mich damit schon oft grandios in die Scheiße geritten :mrgreen:). Sich von seinen Gefühlen nicht beherrschen zu lassen kann erlernt werden, und damit lebe ich besser als wenn ich mich immer emotional verhielte. Das heißt aber nicht, daß ich meine Gefühle unterdrücke, ganz im Gegenteil.
 
Mein Freund war ein sehr rationaler, realistischer und vernünftiger Mensch... und trotzdem hat er sich in mich verliebt und mich geliebt (und vernünftig war das sicher nicht, aber vernünftig sein ist halt auch nicht immer das Beste).
Man kann sowas nicht steuern. Er hat dann nicht alles über Bord geworfen und alle Zelte abgebrochen, weil er da eben realistisch und vernünftig war (und es war gut so im Nachhinein betrachtet), aber er hätte sich diese Liebe zu mir niemals verboten, sie unterdrückt oder sonst irgendwas...

Und ich selber kann das sowieso nicht, dafür bin ich viiiiiel zu emotional :mrgreen:
ich hab das gemacht. ich war unglücklich und hab mich spontan verliebt. ab den zeitpunkt gabs kein zurück für uns beide. alle zelte abgebrochen, wir hatten schwere jahre aber never ever werde ich die entscheidung bereuen.
 
ich hab das gemacht. ich war unglücklich und hab mich spontan verliebt. ab den zeitpunkt gabs kein zurück für uns beide. alle zelte abgebrochen, wir hatten schwere jahre aber never ever werde ich die entscheidung bereuen.

Gut für dich, aber vermutlich gab es bei euch keinen Altersunterschied von 32 Jahren, keine unheilbare Nierenkrankheit und keine große Wahrscheinlichkeit ein Pflegefall zu werden ;) (was sich dann eh erübrigt hat, weil er an einer Krebserkrankung gestorben ist, aber das wusste er zu dem Zeitpunkt ja nicht)
Also war es gut, dass er so vernünftig war und sich nicht scheiden hat lassen.
 
Gut für dich, aber vermutlich gab es bei euch keinen Altersunterschied von 32 Jahren, keine unheilbare Nierenkrankheit und keine große Wahrscheinlichkeit ein Pflegefall zu werden ;) (was sich dann eh erübrigt hat, weil er an einer Krebserkrankung gestorben ist, aber das wusste er zu dem Zeitpunkt ja nicht)
Also war es gut, dass er so vernünftig war und sich nicht scheiden hat lassen.
ok ja klar, das ist ein extremfall und da erlaube ich mir sicher nicht eine meinung zu haben. tut mir auf jeden fall leid.
 
Ich würde jetzt nicht sagen, dass Gefühle steuerbar sind, denn dass würde bedeuten, dass man seine "Gefühle" zu 100% unter Kontrolle hat- und dass ist so gut wie nicht möglich.
Klar, man kann seine Gefühle bis zu einem Gewissen grad zulassen/ sie unterdrücken, oder etwas anderes der gleichen.
Doch bereits bei der kleinsten, unvorhergesehenen Veränderung in welcher Richtung auch immer, kann es sein, dass man eben diese Gefühle nicht steuern kann.

Wenn steuern, dann nur in einem kleinen Maßstab
 
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