Etwas verpasst im Leben?

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Hallo,

gleich vorab: Mir ist durchaus bewusst, dass die folgende Frage eigentlich nur ich selber beantworten kann. Trotzdem interessiert mich die Meinungen der Elite in Sachen Sexualität und Beziehung. Und das werdet ihr doch sein. Wo könnten Menschen mehr Erfahrung mit Sex und Beziehung haben als hier. Naja probieren wir es einfach mal:

Ich stelle zuerst mal die Frage und dann folgen ergänzende Erklärungen:

Kann man mit der ersten Partnerin glücklich werden bzw. findet ihr man hat in dem Fall etwas vom Leben verpasst?

Ergänzende Erklärungen: sehr persönlich – bitte nur lesen wen es interessiert – ansonsten einfach die oben genannte Frage beantworten. Nicht dass mir dann noch Klagen kommen weil es so umfangreich und ich bezogen ist. :mrgreen:

Bin mit meiner Freundin jetzt 10 Jahre zusammen. Wir haben uns also mit 16 Jahren kennengelernt und sind seit damals durchgehend ein Paar. Es läuft eigentlich ganz gut, sexuell ist alles in Ordnung. Die Quantität hat gegenüber dem Anfang zwar abgenommen dafür ist die Qualität erhalten geblieben. Da ich (noch) ein treuer Mensch bin, ergibt sich folgende Situation: Ich bin 26 Jahre und habe bisher nur mit einem Menschen Sex gehabt.

So das verdauen wir jetzt erst einmal. Ab und zu kann ich es selber kaum glauben, wie muss es dann erst euch Experten dabei gehen das sich vorzustellen? Sie ist gleich alt wie ich, hatte jedoch kurz bevor wir zusammen kamen mit jemand anderem ihr erstes Mal.

Klar wir hatten auch ein paar Krisen. Die erste gemeinsame Wohnung zB stellte uns vor eine Zerreißprobe, die wir aber überwunden haben. Es ist im Großen und Ganzen wirklich harmonisch, die Interessen sind bis auf ein paar Ausnahmen gleich bzw. ähnlich und wir sind vom Typ her kompatibel würde ich sagen. Sofern das ein Mensch wie ich ohne Vergleichsmöglichkeiten bewerten kann.

Es stellt sich jetzt natürlich die Frage nach der Zufriedenheit. Und ja ich bin zufrieden nur irgendwas spukt im Hinterkopf herum. Wenn ich jetzt nicht die Notbremse ziehe dann bin ich wahrscheinlich in naher Zukunft verheiratet, habe ein Haus gebaut und vielleicht sogar ein Kind. Dann ist es zu spät um weitere Erfahrungen zu sammeln. Zumindest auf moralisch anständigem Weg. (Bitte jetzt keine Diskussion darüber führen -> aus meiner persönlichen Sicht wäre es unmoralisch jemanden der einem das ganze Leben geschenkt hat zu betrügen) Es muss also bald eine Entscheidung fallen.

Warum ich zweifle: Weil ich vielleicht einige Aspekte des menschlichen Lebens niemals kennenlernen werde: zB: das Gefühl der Verliebtheit, die Spannung dabei, das Kribbeln. Das habe ich nur mehr gaaaaaaanz dunkel in Erinnerung von damals. Vielleicht will ich das aber noch mal erleben?!? Dann Liebeskummer und das Gefühl verlassen zu werden. OK das sind keine wünschenswerte Gefühle trotzdem gehört das zum Leben dazu. So etwas kenne ich bis dato nicht! Hat es nie gegeben bei mir. Etwas verpasst? Vielleicht möchte ich auch meinen sexuellen Horizont erweitern. Sie ist durchaus experimentierfreudig allerdings auch mit klar definierten Grenzen.

Es gilt also abzuwägen ob die eventuell zu erhaltende Abwechslung und Lebenserfahrung den Verlust einer tollen, intelligenten, selbstständigen, hübschen Frau rechtfertigt.

Es ist mir mit meinen 26 Jahren im Moment leider nicht möglich auf die tägliche Beeinflussung durch Arbeitskollegen, Freunden, den Medien etc. gleichgültig und erhaben darüber zu reagieren. Der Tenor ist klar: Man muss so und so viele Partner gehabt habe und so und so viel ausprobiert haben tönt es von allen Seiten.

Zusammenfassend: Klar das ist Jammern auf hohem Niveau und das ist auch der Grund warum ich die Frage in diesem Forum stelle und nicht in einem PC Forum im Smalltalk Bereich oder ähnlichem. Dort bekomme ich nur zu hören. „Sei zufrieden, hey ich bin 25 und hatte noch nie eine Freundin.“ Mit so etwas kann ich aber nichts anfangen. Meine Sauf-, Sport- und Motorradkumpel will ich so etwas nicht fragen. Die Eltern sind seit jeher von ihr begeistert weshalb eine Frage diesbezüglich wohl auch nicht viel Sinn macht. Und so einen besten Freund mit dem man alles bespricht habe ich aber das ist meine Freundin. :lol: Nur das kann ich nicht mit ihr besprechen. Ich habe es ganz vorsichtig probiert aber das ist nicht erfolgversprechend bzw. hat sie meiner Meinung nach keine derartigen Gedanken. Bei ihr ist alles Eitel Wonne und sie würde lieber heute als morgen heiraten.


Mir ist auch klar, dass keiner von Euch mich kennt oder eine Kristallkugel zuhause hat oder Hellseher ist, mich würden einfach Meinungen dazu interessieren und wem der persönliche Käse zu langweilig ist der könnte großzügiger Weise einfach kein beleidigendes Kommentar dazu abgeben und vielleicht die fettgedruckte Frage beantworten.
 
Mir ist durchaus bewusst, dass die folgende Frage eigentlich nur ich selber beantworten kann.

...

Kann man mit der ersten Partnerin glücklich werden bzw. findet ihr man hat in dem Fall etwas vom Leben verpasst?

Die Antwort auf deine Frage hast du dir ja schon gegeben. Ein paar Gedanken habe ich noch dazu.

Hat man dann etwas vom Leben verpasst?
Ja natürlich. Man verpasst immer etwas vom Leben, egal wie man sich entscheidet, egal was man tut. Man verpasst immer das, was man eben nicht getan hat. Die Frage ist, wäre das Verpasste wichtig gewesen? Wäre es bedeutender, schöner, erfüllender gewesen?

Wichtig war es wohl nicht, du kannst auch ohne die "andere" Erfahrung gut leben. Sie geht dir nur marginal ab. Schöner, erfüllender könnte sein, muss aber nicht. Es hätte genausogut das Gegenteil passieren können, eine völlig desaströse Serie von Reinfällen oder gar keine Beziehung.

Aber du bist doch in einer erfüllenden, glücklichen Beziehung! Du hast ja schon gewonnen! Du hast etwas, was viele andere lange suchen und vielleicht nie finden. Du fragst dich, ob die Suche an sich erstrebenswerter gewesen wäre als das Ziel sofort zu erreichen. Ja, kann sein, dass das Spaß gemacht hätte, muss aber nicht sein. Vora allem muss es nicht sein, dass du dann dein Ziel, das du jetzt bereits länger genießt, auch tatsächlich erreicht hättest.

Ich habe auch mehrjährige Beziehungen hinter mir, meine erste Freundin ist mir gleich viele Jahre geblieben. Natürlich senkt das die "Erfolgsrate" wenn man Erfolg als möglichst viele Kerben am Gewehrschaft definiert. Betrachtet man glücklich verbrachte Zeit als Erfolg, dann ist es völlig egal, mit wievielen verschiedenen Partnern man die verbracht hat.

Was dir die Zukunft bringt, kannst du ohnehin nicht vorhersehen. Ob die Beziehung weitere 10, 20, 30 Jahre hält, hängt von euch und eurer Umwelt ab. Deine Entscheidung, wie du vorgehen willst, kannst du nur für den Moment treffen. Cernunnos Signatur passt hier vorzüglich (ich borg' sie mir aus):
Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

Ich wünsche dir, dass du eine Entscheidung triffst, die du in 10 Jahren nicht bereust.
 
Ic glaube, so einfach kann man deine frage nicht beantworten,....denn:
- Wann hab ich etwas verpasst???
- Kann ich etwas verpassen, das ich eigentlich gar nicht will???
- Möchte ich um der sexualität willen etwas aufgeben, das mir sehr viel bedeutet???

Ich bin der meinung, das deine fragestellung eine sehr natürliche ist! Auch mütter (ich spreche da aus erfahrung) haben oft das gefühl etwas zu verpassen,...(vor allem wenn man, wenn auch geplant, in sehr jungen jahren schwanger wurde!)

Verpassen kann man meiner meinung nach nur etwas, das man vermisst! Vermisst du sexualität mit anderen frauen, oder - deiner lebenssituation besser angepasst, hast du das verlangen mit einer anderen frau zu schlafen?
Kannst du mit deiner lebenspartnerin offen darüber reden?
Vielleicht hat sie ja genau die gleichen gefühle wie du, und ihr findet eine möglichkeit eure wünsche wahr werden zu lassen.

Ich weiß, immer den tipp "reden, reden, reden" zu geben, ist etwas dünn, aber vielleicht findet ihr ja einen ansatz von dem ihr euch dann gemeinsam weiterentwickeln könntet.
Die fragen, sie du sir meines erachtens nach stellen solltest sind:

- Was fehlt mir?
- Ist es die neugier?
- Kann ich so weiter leben wie bisher und dabei glücklich sein, oder behindern mich meine wünsche an einer zufriedenen zukunft mit meiner partnerin,...

Wenn du die dritte frage mit ja beantwortest, wäre es meiner meinungnach besser einmal das gespräch zu suchen,.....

LG Kassi
 
Also dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen ... Du hast das, wonach die meisten Menschen sich ihr Leben lang sehen und was sie oft nicht finden.

Natürlich ist eine entsprechende Medienbeeinflussung vorhanden - auch ich spreche mich davon nicht frei, diversen "Trends" hinterher gelaufen zu sein ... aber ist/war es das wert?

Mein Lebensziel war schon immer: "konservatives" Leben, mit Frau, Kind & Haus ... Aber es hat irgendwie immer nicht gepasst - nicht immer wegen der falschen Partnerin, oftmals wegen mir, da ich mich dann doch nicht entscheiden konnte, bzw anderen Reizen wieder erlegen bin ...

Wenn Du Dich wohl fühlst, weisst, dass Du Dich auf Deine Partnerin verlassen kannst und alles andere drumherum auch stimmt - warum das alles für etwas aufgeben, was Du nicht kennst und durch irgendwelche Berichte glaubst zu versäumen?

Ich würde die Partnerschaft nicht gefährden - aber die Entscheidung musst Du treffen ...


LG
CZ
 
Ich kann mich nur anschließen: Jede Enstcheidung FÜR etwas, ist auch eine Entscheidung GEGEN etwas. Oder anders gesagt, unser Leben besteht nicht nur aus den Dingen, die wir getan haben, sondern viel mehr aus den Dingen, die wir NICHT getan haben. Und oft gehen denDingen, die wir NICHT tun, die schwierigsten Enstcheidungen voraus.

Im Übrigen denke ich, dass es gut und sehr normal ist, dass du über dieses Thema nachdenkst. Irgendwann wird sich ja auch deine Freundin diese Frage stellen. Und sie für sich beantworten. Darum ist "reden" da ein guter Tip.

Im Übrigen glaube ich - zumindest war es bei mir so , dass Beziehung und Sex und Liebe etwas ist, dass auch mit "Lernen" zu tun hat. Man lernt über sich etwas und über andere, man lernt von anderen, man tut anderen Unrecht, man bekommt Unrecht angetan. Und mit jeder Trennung kann man wieder von vorne beginnen und kann ein Stück weiter kommen. Solange bis man sich gut genug kennt und genug erlebt hat, um "für immer" sagen zu wollen. "Du bist nicht meine erste, aber meine Letzte könntest du sein".

Meinen Nichten und Neffen rate und wünsche ich aus diesem Grund immer einige gescheiterte Beziehungen (gescheitert = gescheiter) bevor es so verbindlich und endgültig wird, dass Lebensfragen draus werden.
 
Ja man kann mit der ersten Frau glücklich werden.

Verpasst hast nur die Erfahrung wie es ist mit anderen Frauen.
Denn jede Frau ist anders von Charakter her und auch im Bett.

Aber wennst eh eine hübsche Intellegente und selbständige Frau zu Hause hast. Dann kannst dich eh Glücklichschätzen und würde einen Seitensprung in deinen fall nicht in Erwägung ziehen.
 
Vorab Danke für die vielen teils sehr umfangreichen Antworten! :)

Verpassen kann man meiner meinung nach nur etwas, das man vermisst!

Kann man etwas vermissen, das man nicht kennt?

Vermisst du sexualität mit anderen frauen, oder - deiner lebenssituation besser angepasst, hast du das verlangen mit einer anderen frau zu schlafen?

Das muss ich leider mit Ja beantworten. Die Neugierde ist einfach da und auch das Verlangen wenn ich zB einer hübschen Frau begegne. Man hört ja oft wenn es mit dem Partner 100% stimmt hat man das Verlangen nicht?!? Kann ich nicht nachvollziehen, ich habe es die meiste Zeit gehabt. Einfach mal jemanden anderen spüren wie das so ist wäre ein großer Wunsch.

Kannst du mit deiner lebenspartnerin offen darüber reden?
Vielleicht hat sie ja genau die gleichen gefühle wie du, und ihr findet eine möglichkeit eure wünsche wahr werden zu lassen.

Leider nicht. Ich habe es probiert und war dann ca. eine Woche damit beschäftigt das von mir Gesagte (was 100% die Wahrheit war) zu revidieren und abzuschwächen etc. Sie hat so etwas überhaupt nicht erwartet. Ich meine wie naiv kann ein ansonsten blitzgscheites Mädl sein? Aber so war es, sie ist aus allen Wolken gefallen und sie hat lt. eigenen Angaben nicht im Geringsten derartige Gedankengänge und kann auch nicht nachvollziehen dass ich noch andere Erfahrungen brauche und somit wohl auch kein Verständnis dafür. Ich nehme an, dass sie dadurch dass sie auch nur eine richtige Beziehung in ihrem Leben hatte vielleicht nicht genug Selbstbewusstsein erlangen konnte und ihr deswegen diese Äusserungen sauer aufgestossen sind. Und nur zur Sicherheit, ich habe ihr das so schonend wie nur irgendwie möglich beigebracht.

Die fragen, sie du sir meines erachtens nach stellen solltest sind:

- Was fehlt mir?
- Ist es die neugier?
- Kann ich so weiter leben wie bisher und dabei glücklich sein, oder behindern mich meine wünsche an einer zufriedenen zukunft mit meiner partnerin,...

Kann ich alle drei mit einem eindeutigen JA beantworten.

Wenn du die dritte frage mit ja beantwortest, wäre es meiner meinungnach besser einmal das gespräch zu suchen,.....

Von der Seite wird nichts zu holen sein. Ich glaube ich werde das allein entscheiden müssen.
 
Natürlich ist eine entsprechende Medienbeeinflussung vorhanden - auch ich spreche mich davon nicht frei, diversen "Trends" hinterher gelaufen zu sein ... aber ist/war es das wert?

Das ist die entscheidende Frage!

Mein Lebensziel war schon immer: "konservatives" Leben, mit Frau, Kind & Haus ... Aber es hat irgendwie immer nicht gepasst - nicht immer wegen der falschen Partnerin, oftmals wegen mir, da ich mich dann doch nicht entscheiden konnte, bzw anderen Reizen wieder erlegen bin ...

Ja mir ist auch schon seit jeher klar, dass ich niemals der Typ sein werde der jedes Wochenende eine andere abschlept und allein versauern will ich auch nicht. Also passt mir das "konservative Leben" schon ganz gut aber kann es das schon gewesen sein?

Wenn Du Dich wohl fühlst, weisst, dass Du Dich auf Deine Partnerin verlassen kannst und alles andere drumherum auch stimmt - warum das alles für etwas aufgeben, was Du nicht kennst und durch irgendwelche Berichte glaubst zu versäumen?

Weil eben da ein bestimmtes Verlangen ist und dieses kleine Verlangen das man lange unterdrücken kann einfach immer da ist. Was wäre wenn? Wenn ich mir die aktuellen Scheidungsraten anschaue komme ich zu dem Schluss, dass dieses Verlangen mehr Menschen haben.
 
Wie willst du das machen nimmst du eine Auszeit für ca 2 Jahre und versuchst noch andere Frauen und dann wieder mit mehr Erfahrungen sie zurückzunehmen oder versuchst du es mit einen Seitensprung oder machst endgültig Schluss und gehst eine neue Beziehungen ein?
 
Wie willst du das machen nimmst du eine Auszeit für ca 2 Jahre und versuchst noch andere Frauen und dann wieder mit mehr Erfahrungen sie zurückzunehmen

Get real. Nach zwei Jahren Auszeit gibt es nichts mehr zum Zurücknehmen. Warum sollte sie da mitspielen?
 
Im Übrigen glaube ich - zumindest war es bei mir so , dass Beziehung und Sex und Liebe etwas ist, dass auch mit "Lernen" zu tun hat. Man lernt über sich etwas und über andere, man lernt von anderen, man tut anderen Unrecht, man bekommt Unrecht angetan. Und mit jeder Trennung kann man wieder von vorne beginnen und kann ein Stück weiter kommen. Solange bis man sich gut genug kennt und genug erlebt hat, um "für immer" sagen zu wollen. "Du bist nicht meine erste, aber meine Letzte könntest du sein".

Meinen Nichten und Neffen rate und wünsche ich aus diesem Grund immer einige gescheiterte Beziehungen (gescheitert = gescheiter) bevor es so verbindlich und endgültig wird, dass Lebensfragen draus werden.

Kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich sehe es mittlerweile sogar fast als Fluch an, dass eben diese Beziehung so früh begonnen hat und mir dadurch einiges vom Leben vorenthalten hat. Ich weiss das klingt krank und ich habe es lange vor mir selber verleugnet aber es ist so.
 
Wie willst du das machen nimmst du eine Auszeit für ca 2 Jahre und versuchst noch andere Frauen und dann wieder mit mehr Erfahrungen sie zurückzunehmen oder versuchst du es mit einen Seitensprung oder machst endgültig Schluss und gehst eine neue Beziehungen ein?

Auszeit und Zurücknehmen ist keine Option für mich das würde ich ihr niemals antun wollen.

Über einen Seitensprung habe ich lange und ich meine wirklich sehr lange nachgedacht. Immer wieder Vor- und Nachteile abgewogen, mich selber beruhigt und mir eingeredet ist ja nur körperlich und das bedeutet mir ja nichts. Fazit: Ich habe es nicht gemacht, kein einziges Mal weil sie mir dafür einfach zu leid tut. Weil sie ein guter Mensch ist also einer von den richtig Guten, keine Hintergedanken oder Falschheit einfach ein netter Mensch der nichts weiter will als mit mir den Rest ihres Lebens zu verbringen. Und das getraue ich mich nach 10 Jahren Beziehung zu sagen. Somit hat sie das einfach nicht verdient.

Endgültig Schluss machen ist die einzige Option zu Weitermachen wie bisher und hoffen dass alles gut wird.

Die Folgen wären natürlich sehr einschneidend:

> gemeinsame sorgsam eingerichtete Eigentumswohnung weg
> wahrscheinlicher Verlust sämtlicher gemeinsamer Freunde --> ich wäre wahrscheinlich der Böse
> Mit dem alleinsein klarkommen. Hey 10 Jahre sind nicht wenig. Auf einmal allein ist sicher ein Schlag ins Gesicht.
> Was sagen Eltern, Verwandte und ihre Familie?

Das wäre wie eine Scheidung. Eigentlich habe ich gar keine Wahl wird mir wiedermal klar!
 
gute fragen, aber die wirst du dir nur selber beantworten können, befürchte ich. ich kenne aber zwei paare aus meinem bekanntenkreis, die auch in diesem alter zusammen gekommen sind und noch heute, 20jahre später zusammen sind.
 
Der Tenor ist klar: Man muss so und so viele Partner gehabt habe und so und so viel ausprobiert haben tönt es von allen Seiten.

jep, und gleichzeitig laufen im tv tagein, tagaus liebesfilme wo die protagonisten am ende glücklich werden bis ans ende ihrer tage...

der mensch trägt nun einmal das ständige bestreben in sich das was er hat zu verbessern und zu optimieren: wenn's nicht so wäre würden wir heute noch zufrieden mit der pferdekutsche von a nach b gelangen. ob es uns letztendlich glücklicher gemacht hat, dass wir nunmehr bald ein euro fünfzig fürs benzin zahlen und dafür auf der tangente im stau stehen und danach eine halbe stunde um einen parkplatz kreisen dürfen sei dahingestellt.

verzeihung für den vergleich.

wenn ich da in deinem posting mehr oder weniger zwischen den zeilen "...bin eh ganz zufrieden" herauslese so wird das meiner ansicht auf dauer zu wenig sein. klar, in einer beziehung sieht's nicht immer so aus, dass gefühlsmässig weihnachten, ostern und geburtstag zusammenfallen; aber der umstand, "...dass man nun doch schon zehn jahre..." wird auf die dauer - fürchte ich - zu wenig sein; und es wird mit sicherheit zu wenig sein, wenn sie, so du offen über deine gefühle sprichst, als reaktion bloss "aus allen wolken fällt".

die basis für eine dauerhaft funktionierende partnerschaft sieht nun einmal so aus, dass beide offen über ihre gefühle, wünsche, sorgen und probleme sprechen können. weil genau das einen (ersten) wichtigen schritt darstellt gedankenspielereien einhalt zu gebieten:

und das muss auch sie verstehen lernen.
 
Ich unke mal, wenn Du Dir eine solche Frage stellst, ist das schon der Anfang vom Ende. Tue Dir einen Gefallen, heirate nicht. Erst dann, wenn Du Dir wirklich sicher bist und weißt, sie ist es. Ich habe mehrmals gedroht, dass ich mir einen anderen Mann suche und es ist eingetroffen. Nicht er hat die Ehe auseinandergebracht. Sie war schon zerbrochen. Wir konnten nie reden. Vielleicht wäre ja das hilfreich, einfach mal reden. Wo sind wir, Wo wollen wir hin. Mit wem möchten wir das tun?
 
Kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich sehe es mittlerweile sogar fast als Fluch an, dass eben diese Beziehung so früh begonnen hat und mir dadurch einiges vom Leben vorenthalten hat. Ich weiss das klingt krank und ich habe es lange vor mir selber verleugnet aber es ist so.

also ich seh das gar nicht als krank an...meine erste beziehung dauerte auch zwischen 15 und 21 und ich bezeichne sie gerne als meine erste ehe (mittlerweile leb ich in der dritten) und meine erste beziehung ging damals auseinander weil ich gemerkt hab, dass ich nicht monogam bin bzw. sein will ... allerdings haben wir uns damals sehr intensiv mit diesem thema auseinander gesetzt ... und das ist mein TIPP an dich: rede mit deiner freundin darüber was dich beschäftigt ... such wirklich die auseinandersetztung ... so dir das thema wirklich wichtig ist ... das kann euch zu neuen erfahrungen und zu einem gemeinsamen sich weiterentwickeln führen... partner entfernen sich immer zuerst innerlich voneinander dadurch dass sie über die dinge die ihnen wichtig sind immer weniger miteinander reden bzw. sich auseinandersetzen
 
... wird Dich nicht loslassen - denke ich mal.

Ich bin froh darüber, dass ich nach Beendigung einer langen Beziehung, alles ausprobieren konnte, was ich kennen lernen wollte.
Hätte ich das nicht getan, wäre ich nach wie vor der Überzeugung, irgendwas versäumt zu haben.

Durch das Ausleben dieser wilden Single-Phase, bin ich jetzt eigentlich reifer für eine fixe Beziehung als vorher - eben weil ich jetzt weiß, dass ich nix versäume.

Ich kann als gut nachvollziehen, was in Dir vorgeht.

Wirklichen Tipp kann ich Dir aber auch keinen geben.
 
Das ist die entscheidende Frage!

Wenn ich ehrlich bin: Nein!
Ich habe mir damit viele mögliche langfristige Partnerschaften in meinem Leben verbaut. Ich hatte in meinem Leben (jetzt 41) zwei für mich längere Beziehungen, einmal nen gutes Jahr und zuletzt meine Ehe mit 3 Jahren ...
Ansonsten waren es halt nur Affairen von wenigen Stunden bis zu einigen Monaten - es hat mich zwar in dem Moment "befriedigt", aber nicht glücklich gemacht ...

Ja mir ist auch schon seit jeher klar, dass ich niemals der Typ sein werde der jedes Wochenende eine andere abschlept und allein versauern will ich auch nicht. Also passt mir das "konservative Leben" schon ganz gut aber kann es das schon gewesen sein?

Warum nicht? Wenn man(n)/frau dabei glücklich ist, wieso sollte man dann mehr wollen? Nur wegen der Reize, die über den TV flimmern oder im Internet zu finden sind?

Weil eben da ein bestimmtes Verlangen ist und dieses kleine Verlangen das man lange unterdrücken kann einfach immer da ist. Was wäre wenn? Wenn ich mir die aktuellen Scheidungsraten anschaue komme ich zu dem Schluss, dass dieses Verlangen mehr Menschen haben.

Klar, meine Ehe ist auch in die Brüche gegangen - aber nicht, weil ich/sie ein Verlangen nach anderen Menschen hatte. Nicht jede Ehe wird geschieden, weil einer der Beiden meint, etwas zu verpassen.
Ich war nie in Deiner Situation, ich habe in meinem Leben viele "Partnerinnen" bzw eigentlich hauptsächlich Sex gehabt. Aber auch ich hatte früher oft das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich mit der einen oder anderen Frau "länger" zusammen war. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt glücklicher bin oder glücklicher gewesen wäre, wenn ich mit meiner ersten Liebe immer noch zusammen wäre ...

Also manchmal habe ich das Gefühl, durch mein ausschweifendes "Liebes-"Leben habe ich die wahre Liebe und Zuneigung zu einem anderen Menschen irgendwie verloren ... ich habe meine Frau geliebt, konnte es ihr aber immer nie so zeigen ... irgendwie hatte ich immer eine Art Mauer um mich errichtet ...

Ich weiss nicht, ob ich mich noch jemals wieder richtig verlieben kann - ich kann jemanden toll finden, ihn lieb haben, Sex haben ... aber irgendwie fehlt immer was ... vielleicht wäre das nicht so, wenn ich nicht immer allen Reizen nachgegeben hätte ...


LG
CZ
 
Ich war nie in Deiner Situation, ich habe in meinem Leben viele "Partnerinnen" bzw eigentlich hauptsächlich Sex gehabt.

Eben und so geht es den meisten Menschen die ich kenne. Egal mit wem man so über dieses Thema redet, es ist immer so dass betreffende Personen mit was weiss ich wievielen Partnern Sex hatten.

Alle sammeln oder sammelten ihre Erfahrungen. Alle! Nur ich nicht.

Unabhängig von den Erfahrungen die fehlen würde ich halt auch wieder mal gern wen erobern. Einfach mal versuchen die oder jene Frau für mich zu gewinnen. Jemanden zum Essen einladen und langsam kennenlernen.

Das alles fehlt und sieht man aber tagtäglich bei Freunden, Bekannten etc.
 
...
Kann man mit der ersten Partnerin glücklich werden bzw. findet ihr man hat in dem Fall etwas vom Leben verpasst?
.....
Ich denke, die wichtigste und entscheidende Frag ist - "kannst DU mit der ersten Partnerin glücklich werden?"
Und ich denke, wenn Du Dir diese Frage erstmal stellst, hast Du Dir auch selbst schon die Antwort gegeben, Du weißt es vielleicht nur noch nicht.
Es ist völlig wurscht, was andere denken, es ist auch völlig wurscht, was Dir "die Medien" oder sonstwer suggerieren wollen - Du weißt ja eh nie was dahinter steckt. Von auf die Allgemeinheit projiziertem eigenen Beziehungsfrust bis hin zur Sauretraubenmentalität ist alles möglich. Letztlich stecken ja überall Individuen dahinter und die sind auch nur emotionell Kinder ihrer Erfahrungen. Das einzige, was für Dich relevant sein sollte, ist wie Du Dich fühlst und Dein Leben empfindest.
Dein Leben ist primär Deine Sache, Du hast imho nur das eine und *DU* mußt es leben - nicht die anderen.

Mit dem Leben ist es imho wie mit dem Sex - es geht nicht um die Quantität sondern um die Qualität. Befriedigt es Dich, bist Du zufrieden, empfindest Du es als Glück?
Wenn Du glücklich bist, genieße es und freu Dich - denn Du hast etwas, worum Dich die meisten anderen beneiden.
Wenn Du es nicht bist, versuch herauszufinden, was Dir fehlt.

In einer Beziehung zu bleiben, nur weil "es der beste Mensch" ist, der Dir je begegnet ist und Dir "sein ganzes Leben geschenkt hat", mag löblich sein und läßt sich gut verkaufen, vor Dir selbst und vor anderen, ist aber imho auf die Dauer zu wenig. 10 Jahre ist zwar viel, vor allem in dem Alter, aber gemessen an dem was noch nachkommt, soviel nun auch wieder nicht.
Wenn sie "die einzige" für Dich ist, der Mensch, den Du mehr als Dich selbst liebst und dessen bloße Gegenwart Dich glücklich macht, dann ist das schon eher ein Grund.

Ich kann gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst und glaube, daß die meisten, die ihren Partner in sehr jungen Jahren finden sich wohl irgendwann diese Deine Frage stellen. Und ich glaube, die Antwort darauf kann nur aus Dir selbst kommen. Und das mein ich jetzt völlig wertfrei. Ist die das Fühlen fremder Haut so wichtig, daß Du dafür Deine Partnerin verlassen würdest? Oder ist Dein Leben für Dich so erfüllend, daß Dich - rein emotionell - eigentlich keine andere interessiert? Wie siehst Du die letzten 10 Jahre - wars toll und möchtest Du es so fortsetzen? Und motiviert Dich der Gedanke daran?
Und letztlich - was hält Dich in Deiner Beziehung? Ist es primär das Drumherum (Wohnung, Existenz, Meinung der anderen, was auch immer) oder doch die Liebe zu Deiner Partnerin?

Ich denke, wenn Du Dir selbst ehrliche Antworten gibst, wirst Du auch die Antwort auf die erste Frage finden. Wie auch immer sie ausfällt.
 
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