Du sollst nicht Unkeuschheit treiben

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Ich bin überzeugt davon, dass viele dem Glauben ganz was anderes aufdrücken, als er eigentlich ist, sein will und sollte.

In den heiligen Schriften steht "Mache dir kein Bild von dem Herren" - das bezieht sich ja nicht nur auf das was man sieht, sondern es verdeutlicht, dass Gott außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt. Das was Glaube sein soll ist ein Band, es geht nicht darum ein guter Gläubiger zu sein, der Wort für Wort etwas umsetzt, das irgendwann mal geschrieben und überliefert wurde....sondern es geht darum zu verstehen, dass wir uns verändern und entwickeln.
Religion sollte nicht von Ritualen dominiert werden, sondern sie sollte vermitteln was Menschen miteinander verbindet und das über alle Glaubensrichtungen hinaus.

Streunende Katze Nr. 1 schleicht sich täglich in die Gebetshütte, stört bei der Messe, hat dort nichts verloren, der Pfarrer lässt die Katze anbinden. Am Tag darauf das Selbe. In Zukunft beschließt der Pfarrer, dass die Katze bereits vor der heiligen Messe angebunden werden muss. Jeden Tag. Irgendwann ist der Pfarrer längst tot, auch die Katze, sie wurde durch eine neue ersetzt, die immer noch täglich vor der Kirche angebunden wird. Die Kirche hat mittlerweile zwar eine Tür und nicht mehr nur Decken, die den Eingang verhängen, die Katze könnte also gar nicht rein, selbst, wenn sie wollte, aber ein religiöses Ritual ist eben ein religiöses Ritual. ;)

Katze Nr. 2 legt sich auf das Messgewand des Pfarrers. Sie schläft ein.
Die Messdiener wollen sie verjagen. Das heilige Gewand soll nicht besudelt werden.
Der Pfarrer schneidet den Teil, auf dem die erschöpfte Katze liegt ab und lässt sie weiterschlafen.
Das ist das was Religion durchaus auch vermitteln kann - Achtsamkeit, Nächstenliebe und Fürsorge.

Es ist keine höhere Macht, die aus dem Menschen "Böses" herauskitzelt...es ist einerseits der Verlust von Vernunft und andererseits die Umempfänglichkeit für Veränderung und Lösungsorientierung.

An Dir ist ja eine kleine Pastorin verloren gegangen!
Gleich warte ich noch mit Lessings Ringparabel auf… :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Grunde sollten wir zwischen Religion als Weltanschauung und Kirche als Institution unterscheiden. Wir dürfen nicht vergessen, dass Religion Millionen von Menschen Trost spendet, Hoffnung gibt, sie in harten Zeiten zusammen bringt. Ich selbst bin nicht getauft, nicht religiös erzogen und glaube nicht an Gott. Jedoch spüre auch ich hin und wieder eine schöpferische Kraft und eine leitende Hand, mit der ich manchmal auch spreche und hadere. Mit der Kirche als Imstitution kann ich nichts anfangen, zu sehr wurde sie durch Gier und Macht geformt, anstatt aus Nächstenliebe.

Das Reich Gottes ist inwendig in Euch und überall um Dich herum; Nicht in Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden.
 
Und als Mensch bist du vielschichtig, widersprüchlich, manchmal erschrocken vor dir selbst, manchmal verwundert über deine Taten/Gedanken/Worte. Nichts anderes wollen diese Zeilen ausdrücken... poetisch.

Nein, diese Begriffe sind mir zu sehr in Gegensätze und Extreme polarisiert, zu sehr aufgeladen.

Wenn ich meine Sexualität auslebe wie es mir passt bin ich - für meine Begriffe - weder schändlich noch Hure. Und bloss weil ich "keusch" lebe, so wie es im Erstpost beschrieben wurde noch lange nicht heilig.

Diese Begriffe lassen mich eher an eine psychische Störung denken denn an "einfach ein Mensch"
 
Im Grunde sollten wir zwischen Religion als Weltanschauung und Kirche als Institution unterscheiden. Wir dürfen nicht vergessen, dass Religion Millionen von Menschen Trost spendet, Hoffnung gibt, sie in harten Zeiten zusammen bringt. Ich selbst bin nicht getauft, nicht religiös erzogen und glaube nicht an Gott. Jedoch spüre auch ich hin und wieder eine schöpferische Kraft und eine leitende Hand, mit der ich manchmal auch spreche und hadere. Mit der Kirche als Imstitution kann ich nichts anfangen, zu sehr wurde sie durch Gier und Macht geformt, anstatt aus Nächstenliebe.

Das Reich Gottes ist inwendig in Euch und überall um Dich herum; Nicht in Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden.
Mein zweit lieblingswitz : sagt einer zum anderen...sag mir wo Gott ist!
Antwortet der andere...sag mir wo er nicht ist!

Aber vergiss nicht dass die Menschen oft vorher durch die unseligen Regeln und Gebote erst in die unglückliche Situation geraten sind!
Du bist Sünder? Von Geburt an? Wie pervers ist das denn?
 
Im Grunde sollten wir zwischen Religion als Weltanschauung und Kirche als Institution unterscheiden. Wir dürfen nicht vergessen, dass Religion Millionen von Menschen Trost spendet, Hoffnung gibt, sie in harten Zeiten zusammen bringt. Ich selbst bin nicht getauft, nicht religiös erzogen und glaube nicht an Gott. Jedoch spüre auch ich hin und wieder eine schöpferische Kraft und eine leitende Hand, mit der ich manchmal auch spreche und hadere. Mit der Kirche als Imstitution kann ich nichts anfangen, zu sehr wurde sie durch Gier und Macht geformt, anstatt aus Nächstenliebe.

Das Reich Gottes ist inwendig in Euch und überall um Dich herum; Nicht in Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden.
Wird schwierig weil die religiöse Weltanschauung als Legitimation hergenommen wird anderen Menschen die eigene Weltanschauung aufzuzwingen.
 
Mein zweit lieblingswitz : sagt einer zum anderen...sag mir wo Gott ist!
Antwortet der andere...sag mir wo er nicht ist!

Aber vergiss nicht dass die Menschen oft vorher durch die unseligen Regeln und Gebote erst in die unglückliche Situation geraten sind!
Du bist Sünder? Von Geburt an? Wie pervers ist das denn?

Gunkl bringt das so hervorragend auf den Punkt. Gläubige können sich nicht vorstellen, dass an der Stelle, wo für sie Gott in ihrem Paradigma ist, für nicht Glaubenden einfach nix ist.
 
Ich brauche keinen Gott und keine Religion um ein Leben zu führen, das von Respekt, (Mit)gefühl und Achtsamkeit geprägt ist. Und ich zolle diesen Respekt auch jedem, der nach religiösen Grundsätzen lebt, die eine solche Lebensweise propagieren. Welche Gottheit hierzu zu Hilfe genommen wird ist mir reichlich egal. Jedes weitere Korsett, das Religionen einem Gläubigen darüber hinaus anlegen lehne ich ab. Religion ist für viele nur eine Krücke. Für die einen um damit gehen zu können und für die anderen um damit zuzuschlagen.
 
unser dorfpfarrer erzählt immer einen guten Witz: ein mann kommt in den himmel, der liebe Gott führt in rum und er fragt, da witwer, ob man im himmel auch eine frau heiraten kann. natürlich sagt der liebe Gott, aber nur standesamtlich. der mann völlig verstört, warum nicht kirchlich. darauf der liebe Gott, weil wir keine Pfarrer heroben haben:D
 
Es ist keine höhere Macht, die aus dem Menschen "Böses" herauskitzelt...es ist einerseits der Verlust von Vernunft und andererseits die Umempfänglichkeit für Veränderung und Lösungsorientierung.

:liebe: ...

religionen haben teilweise uraltes wissen ausgelöscht, weil es nicht mit ihrem "aberglauben" zusammengepasst hat. würden wir alles das, was die menschheit eigentlich schon gewusst hat zusammennehmen, wären wir vielleicht schon weißgottwo in unserer erkenntnis.

wobei ich denke, dass es nicht die Religon war sondern Institutionen derselben! Kirche und christlicher Glaube wird gerade heutzutage von vielen gläubigen Christen getrennt!
Und ich kann wenigstens das sehr gut nachvollziehen.
Es geht immer auch um Macht und der damit einherkommende Missbrauch des Glaubens durch eben diese Institutionen bzw. ihre Vertreter. Die Inquisition ist das Paradebeispiel dafür.

seh ich leider gar nicht so. wirklich leider!

für mich sind die zwei christlichen grundgebote "liebe deinen nächsten wie dich selbst" und "der ohne fehler ist, werfe den ersten stein".

und? wo stehen wir diesbezüglich? schaut euch einfach hier im forum dazu um - und nehmt das mit der liebe mal nicht körperlich! dann sind wir diesbezüglich tief, tief im wald. waren immer im wald, und werden es wohl auch bis auf weiteres sein. im gegenteil: wir wandern derzeit sicher nicht in richtung waldesrand.

Die Kirche ringt um ihre Mitglieder und die Zahlen gehen seit Jahren zurück.
Gesellschaftlich hat sie beständig rückläufigen Einfluss, wenn überhaupt noch, weil ihre Glaubwürdigkeit einfach nur noch durch fragwürdige Auftritte und Konflikte in Eigenregie demontiert wurde.
Zurecht, weil sie es verpasst hat, sich zu entwickeln.
Erstaunlicherweise ist der momentane Pabst ein richtig guter! Er bricht mit vielen konservativen Dogmen der Kirche und nähert sich der Gegenwart!
Durchaus eine Chance!
 
Zurück
Oben