es reißt mir das herz heraus, in solchen situationen nicht helfen, verbessern oder sonst irgendwie positiv beitragen zu können.
zach, sehr zach....
ich war der Meinung, ich habe mich dem Thema Tod ausführlich gewidmet, also nicht verdrängt und abgetan, nein hingeschaut...
bis zu dem Tag, als der Sohn heimkam mit der Nachricht, dass die Mama von seiner Freundin Krebs hat.
Das Mädel ist oft bei uns und wir freuen uns mit dem Sohn, dass er so ein liebes Mädchen an seiner Seite hat.
Aber dass mich diese Nachricht so umhaut, damit habe ich nicht gerechnet.
Es hat in mir Angstprogramme hochgespült, wo ich dachte, die sind gegessen. Wir haben mit gefiebert und gehofft, dass die Mama da lebend rauskommt. Im Juli ist sie gegangen. Jetzt weiß ich, was es heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sie hat eine 5% Wahrscheinlichkeit gehabt, das zu überleben. Ich habe mir bis zum Schluss gedacht, das ist nicht nichts.
Leider war es uns nicht mehr möglich, sie persönlich kennen zulernen, doch die Erzählungen ihrer Tochter über ihre Mama, haben mich sehr an meine eigene Geschichte erinnert.
Ihre Kinder plus Schwiegerkinder in spe. und der Mann haben zu neunt bei ihr im Palliativzimmer geschlafen. Später abwechselnd, da es dem Stationsalltag nicht zuträglich war. Sie alle gemeinsam, haben ihr ihre Lieblingslieder vorgesungen, mit ihr gelacht, mit ihr geweint. Sie waren rund um die Uhr bei ihr.
Die Mama hat sich gewünscht, dass bei ihrer Beerdigung die Angehörigen bunte Kleidung tragen sollen.
Ihre Lieblingslieder hat mein Sohn auf dem Keyboard gespielt und gesungen mit der Familie. Gestern hat er mir ein Audio davon geschickt. Schön haben sie es gemacht!
Ich habe mich so darüber gefreut, als mein Sohn mir erzählte, dass die Mama im KH gesagt hat, dass sie uns noch so gerne zum Grillen eingeladen hätten. Ich habe ihr über meinen Sohn immer wieder mal ein Bild geschickt und ihr einen Brief zukommen lassen, in der Zeit, als sie im KH lag.
Ich bin mit dieser Mama verbunden und daran kann der Tod nichts ändern. Wenn ich in die wunderschönen blauen Augen der Freundin unseres Sohnes sehe, sehe ich auch ihre Mama.
Das Kleid, dass sie sich für die Beerdigung ausgesucht hat, steht ihr ausgezeichnet.
Mein Sohn hat mir ein Bild geschickt, wo die Urne der Mama zu sehen ist. Daneben er und seine Freundin. Beide lächeln darauf...