die ultimative beziehungs-herausforderung

m.e. sind wir alle für solche situationen - aktiv wie passiv - völlig unzureichend vorbereitet.
Wie möchtest dich darauf vorbereiten?
Anderen kann man eben nur mitteilen, relativ schonend eventl, dass man bald nicht mehr da ist.
Sich selber 🤔, akzeptieren und schauen dass noch eine Zeit so gut als möglich verbracht wird.

Der Anästhesist damals war ein Bekannter von mir.
Der hat zu mir gesagt - Du wirst/musst nicht leiden, keine Schmerzen haben, wenn es soweit ist.
 
Die Ärzte sind auch oft mit ihrer Direktheit überfordernd. Bei meinem Vater erzählte die Ärztin von einer großen OP mit Darmverlegung....mein Vater rannte gleich aus dem Krankenhaus.
Der erstbehandelnde Arzt hat zu mir bei der Darmspiegelung gesagt, 3, maximal 6 Monate.
Das war im September 2014. 😎
Die ganzen OP's und Chemos die folgten waren allerdings sehr fordernd.

Egal, jetzt geht's mir gut. 🥸.
 
Der erstbehandelnde Arzt hat zu mir bei der Darmspiegelung gesagt, 3, maximal 6 Monate.
Das war im September 2014. 😎
Die ganzen OP's und Chemos die folgten waren allerdings sehr fordernd.

Egal, jetzt geht's mir gut. 🥸.
Das freut mich!!!

Mein Papa ist aber 87 und nicht mehr Leidens bereit....dazu schwer Dement...er will einfach nur in Ruhe gehen. .
 
Wie möchtest dich darauf vorbereiten?

vorbereiten kannst dich m.e. im eigentlichen sinn darauf nicht. aber zwischen dem und das kapitel komplett aus unserer realität verdrängen ist ein riesen-unterschied.

außerdem schätze ich, dass das jahrhundertelange gap zwischen "glauben" und forschung, was das tatsächliche geschehen nach unserem irdischen ableben betrifft einen gutteil heute unguter gefühle ausmacht. einfach weil mit dem wissen über die realität die "gesellschaftliche und ideologische lenkung" womöglich völlig verloren ginge.
 
Ich habe beruflich immer schon viel Berührung mit dem Tod.

Als ich dann einmal familiär damit zu tun bekam, die Person gilt mittlerweile als gesund, hat es mich aus meinen Schuhen gehoben.
Damit umgehen. Gute Frage .
So wie man damit umgeht dass de Winter naht und der Kreislauf von neuen beginnt. Es ist immer ein kommen und gehen auf der Erde.
Irgendwas an das man glaubt und damit leben.
Das gibt Kraft.

Auch ist oft der Gedanke, jetzt hat die Person keine Schmerzen mehr, für mich tröstlich.
 
Naja. Ich kann nur von 2 Ärzten berichten die es mit der Direktheit bissl übertrieben haben. Und ich hatte es sicher mit 20 oder noch mehr zu tun.
in meinem Leben habe ich viele Ärzte kennen gelernt.
Situation Kaiserschnitt zweites Kind die Narkose hat nicht richtig gewirkt aber die Op war im Gange. Das Kind war draussen. Die Frau Schmerzen ohne Ende. Der Arzt zu mir Sie müssen sich jetzt entscheiden Kind oder Frau.... Ich hielt den Kopf meiner Frau und sah das schmerzverzerrte Gesicht.... Ich wusste in dem Moment nicht, was der Arzt meinte und so sagte ich Frau.... Das Kind wurde genommen und wurde weg gebracht dann der Bauch wieder zu genäht....
Der Arzt hatte nur gemeint, ob ich mit dem Kind mit gehen wollte zum waschen und wickeln, für mich ging es da eher drum wer eventuell überlebt.... aber das war eben die schlecht geführte Kommunikation. Ein paar Worte mehr hätten das klarer ausgedrückt...

Meine Mutter auf der Palliativstation im KH mit Krebs im Endstadium. Die Ärztin kam ins Zimmer und sagte: Ich verabschiede mich von Ihnen und wünsche Ihnen alles Gute. Ich weiss nicht ob ich Sie noch einmal lebend wiedersehe. Die Ärztin hatte nur einen Tag frei und dann Nachtdienst... Meine Mutter hat dann noch gut 3 Wochen gelebt...

Es gab noch viele Situationen wo ich schlechte Kommunikation erlebt habe - Die Ärzte waren sich aber darüber nicht im klaren. Sie sehen oft nur das medizinische und ihre Fakten. Was den Menschen mit der direkten Kommunikation angetan wird nehmen sie oft überhaupt nicht wahr.
 
m.e. sind wir alle für solche situationen - aktiv wie passiv - völlig unzureichend vorbereitet. einfach weil wir das thema "sterben" viel zu sehr aus unserer realität und den damit verbundenen optionen verdrängen. die einzigen, die sich damit professionell beschäftigen sind die makler von lebensversicherungen ...
Und Wunderheiler und Scharlatane.
 
es reißt mir das herz heraus, in solchen situationen nicht helfen, verbessern oder sonst irgendwie positiv beitragen zu können.
zach, sehr zach.... :zweisam:

ich war der Meinung, ich habe mich dem Thema Tod ausführlich gewidmet, also nicht verdrängt und abgetan, nein hingeschaut...
bis zu dem Tag, als der Sohn heimkam mit der Nachricht, dass die Mama von seiner Freundin Krebs hat.

Das Mädel ist oft bei uns und wir freuen uns mit dem Sohn, dass er so ein liebes Mädchen an seiner Seite hat.
Aber dass mich diese Nachricht so umhaut, damit habe ich nicht gerechnet.
Es hat in mir Angstprogramme hochgespült, wo ich dachte, die sind gegessen. Wir haben mit gefiebert und gehofft, dass die Mama da lebend rauskommt. Im Juli ist sie gegangen. Jetzt weiß ich, was es heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Sie hat eine 5% Wahrscheinlichkeit gehabt, das zu überleben. Ich habe mir bis zum Schluss gedacht, das ist nicht nichts.

Leider war es uns nicht mehr möglich, sie persönlich kennen zulernen, doch die Erzählungen ihrer Tochter über ihre Mama, haben mich sehr an meine eigene Geschichte erinnert.
Ihre Kinder plus Schwiegerkinder in spe. und der Mann haben zu neunt bei ihr im Palliativzimmer geschlafen. Später abwechselnd, da es dem Stationsalltag nicht zuträglich war. Sie alle gemeinsam, haben ihr ihre Lieblingslieder vorgesungen, mit ihr gelacht, mit ihr geweint. Sie waren rund um die Uhr bei ihr.
Die Mama hat sich gewünscht, dass bei ihrer Beerdigung die Angehörigen bunte Kleidung tragen sollen.
Ihre Lieblingslieder hat mein Sohn auf dem Keyboard gespielt und gesungen mit der Familie. Gestern hat er mir ein Audio davon geschickt. Schön haben sie es gemacht!

Ich habe mich so darüber gefreut, als mein Sohn mir erzählte, dass die Mama im KH gesagt hat, dass sie uns noch so gerne zum Grillen eingeladen hätten. Ich habe ihr über meinen Sohn immer wieder mal ein Bild geschickt und ihr einen Brief zukommen lassen, in der Zeit, als sie im KH lag.
Ich bin mit dieser Mama verbunden und daran kann der Tod nichts ändern. Wenn ich in die wunderschönen blauen Augen der Freundin unseres Sohnes sehe, sehe ich auch ihre Mama.

Das Kleid, dass sie sich für die Beerdigung ausgesucht hat, steht ihr ausgezeichnet.
Mein Sohn hat mir ein Bild geschickt, wo die Urne der Mama zu sehen ist. Daneben er und seine Freundin. Beide lächeln darauf...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,


wir verdrängen das - und irgendwie erscheinen wir uns daraus unsterblich. sowohl wir selber, der partner und unsere engsten familienmitglieder. tod ist nur das, was den anderen passiert. aber wir sind es nicht, so ist es nicht.

ich weiß nicht, ob das eine rhetorische Figur ist oder eine Verallgemeinerung.

Ich mache das nicht.

die frage daher: wie geht ihr selber damit um?

Ist eine Zweikomponentenfrage.

Mit dem Tod anderer, tja, es tut weh. Die Nachricht von Lou Kollers Tod hat mich mehr belastet, als ich gedacht hätte. Ich weiß, dass es egoistisch ist, man tut sich selbst leid, weil man jemanden vermisst. Mir hilft da Musik. Beim Broilers Konzert wurde sein Ableben bekanntgegeben, ich finde ein Lied der Broilers passend:


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Die zweite Komponente ist mein eigener Tod. Auch dazu hab ich das passende Lied:

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LG Tom
 
Ich weiß, dass es egoistisch ist, man tut sich selbst leid, weil man jemanden vermisst.
Die zweite Komponente ist mein eigener Tod.

die wichtige frage dabei ist immer: um wen geht es? mir geht es in beiden aspekten dieses themas nicht um mich selbst. sondern nur darum, ob ich in der phase so sehr "NICHT ich selbst" sein kann, um für den geliebten anderen den job so zu tun, wie es die situation verlangt.
 
Ich habe es hier glaub ich schon einmal geschrieben, der Satz macht mich friedvoller:
Trauer ist Liebe, die heimatlos geworden ist.

Wie man mit dem Tod umgeht.. aus meiner Warte aus: Erst mal gar nicht. Und wenn man wieder Luft bekommt, rastet man am Ufer bis man irgendwann wieder die Zehen nach dem Fluss des Lebens ausstrecken kann. Mit viel Rast. Und Geduld. Um dann den Fragmenten, die heimatlos geworden sind, wieder Bedeutung und Raum zu geben.

Überdies sehe ich den Tod aber lieber als Freund, nicht als Feind. Als (vlt etwas stoisch) logische Konsequenz eines Lebens - der wir unabdingbar unterliegen. Wer Mensch ist, wird auch sterben. Irgendwie so friedvoll und schrecklich zugleich. Mir bringt das Frieden.

aber ob ich das selber umgekehrt auch so könnte? auch daran zweifle ich.
Zweifel hat man ja meist dort, wo Wissen oder Vertrauen fehlt. Wenn es ein guter Freund ist, dann ist's mMn angemessen, ihn danach zu fragen und mit ihm etwas zu vereinbaren - wenn du das erstmal für dich alleine nicht kannst. Ich glaube, es hätte etwas tragisch-schönes, meiner Freundin "zu erlauben" nicht an der Schwere festzuhalten und sich, bei jedem Gedanken an mich, an unserer Leichtigkeit zu bedienen die unsere Freundschaft so ausgemacht hat.
 
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