Aus WIKIPEDIA:
Rot ist eine
warme Farbe.
Glut ist rot. Rot gilt als Farbe des
Blutes und ist mit
Leben verknüpft. Es bedeutet
Energie und
Wärme.
Rot steht für
Freude,
Leidenschaft,
Liebe sowie
Erotik, aber auch für
Aggression und
Zorn, so etwa bei dem Begriff „rotsehen“ oder beim roten Tuch.
Weibliche
Bonobos und
Schimpansen erröten an verschiedenen Stellen ihres Körpers (z. B. den Genitalien und auf der Brust), wenn sie nahe der
Ovulation sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass Männchen auf diese roten Signale mit verstärkter
Masturbation und Begattungsversuchen reagieren. Psychologische Experimente (2010) mit Menschen haben gezeigt, dass Männer von roter Kleidung an Frauen stärker angezogen werden als von andersfarbiger Kleidung.
[3] Diese anregende erotische Wirkung der Farbe Rot macht man sich schon lange in
Bordellen bzw. im sogenannten
Rotlichtmilieu zunutze. Rote Bekleidung bei Frauen führt zu einer signifikant höheren Kontaktrate bei Dating-Websites im Vergleich zu Frauen mit schwarzer, weißer, gelber, blauer oder grüner Bekleidung.
[4] Zusätzlich besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit beim per Anhalter Fahren mitgenommen zu werden.
[5] Dementsprechend misstrauen Frauen anderen Frauen in roter Kleidung. Männer in roter Kleidung wiederum werden von anderen Männern als dominant erlebt, von Frauen aber eher als aggressiv.
[6] Andererseits nahmen Frauen Fotos von Männern auf rotem Hintergrund attraktiver wahr, als Fotos, die ihnen auf weißem Hintergrund gezeigt wurden.
[7]
Im
Rotlichtviertel findet sich Prostitution, das
Rotlichtmilieu beschreibt dessen soziale Umgebung.
Grundsätzlich wird man unabhängig vom Geschlecht als modischer wahrgenommen, sobald man die Farbe Rot trägt.
[8]
Für die psychische Wirksamkeit gibt es umstrittene Ansätze, es soll kurzfristig Kraft und Schnelligkeit steigern. Bei anspruchsvollen oder geistigen Aufgaben wirkte es eher kontraproduktiv: Sportler mit rot gekleideten Gegnern verlieren beispielsweise häufiger und sehen Schüler vor einem Test rot, schneiden sie schlechter ab.
[9] Gesteigert werden kann dieser
farbpsychologische Effekt noch durch die Kombination mit Schwarz, der Farbe des Todes. Der Zusammenhang von Rot und Aggression führte in der
Antike dazu, dass der rote Planet
Mars mit dem Kriegsgott
Mars assoziiert wurde. Dadurch war es auch die männliche Farbe, und für Jungen war das „kleine Rot“ (
Rosa) vorgesehen, bis es nach dem
Ersten Weltkrieg, anfangs der 1920er Jahre durch das
Blau der Arbeitswelt (Marineuniform, blaue Arbeitsanzüge) abgelöst wurde.
[10]
Erröten kann ein Zeichen von
Scham oder
Verlegenheit sein, aber auch von Zorn. Hier spielt das seelische System die treibende Kraft, indem es die Blutversorgung aktiviert und damit den Hautton verändert. Die Verringerung des Blutdrucks führt zum Erblassen.
Rot = „schön“ (?)
Die besondere Bedeutung von Rot als seltenes Farbmittel und als kräftige, auffallende Farbtönung brachte gelegentlich eine Verbindung zu schön.
- Im Russischen besaß das Wort rot (краcный) ursprünglich sowohl die Bedeutung „rot“ als auch „schön“ (im modernen Russisch daher gesteigert als прекраcный sowie abgeleitet als красивый). Beispielsweise gilt der Rote Platz (russisch Красная площадь, deutsche Transkription Krasnaja ploschtschad, wiss. Transliteration Krasnaja ploščadʹ) seit dem 17. Jahrhundert als der „schöne Platz“ in Moskau.
- Im Mittelalter gab es den gesonderten Berufsstand der Schönfärber, die ein leuchtendes Rot der repräsentativen Kleider färben konnten. Allerdings gelang es ihnen auch, minderwertigen Stoffen einen besseren Eindruck zu geben. So blieb von diesem Berufsstand die übertragene Bedeutung der Schönfärberei.
- Goethe äußerte sich: „Die vollendeteste Farbe ist das roth. Roth ist das Blut. Gelb fordert rothblau * blau – rothgelb * Purpur – grün u. umgekehrt.“ (zit. Einige Erinnerungen Sophie von Schardts aus Goethes Vorträgen bei seinen Mittwoch Frühstücken.[11])