Die Deutsche Bank: es hat sich ausgeträumt

Unabhängig davon wie man jetzt zur Budgetdisziplin einzelner Staaten steht, Europas Politik muss sich schon auch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie ihre eigenen Hausaufgaben auf die Notenbank abgewälzt hat. Solange die EZB ein Mandat verfolgen muss, das nicht von einer gemeinsamen Fiskalpolitik innerhalb der Währungsunion mitgetragen wird, steht die Geldpolitik eben vor jener Situation, die wir gerade vorfinden
Und dieses Dilemma ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, daß man mit dem Euro zwar einen einheitlichen Währungsraum geschaffen hat (was grundsätzlich ja eine gute Idee war/ist), aber es nach wie vor einzelne, unterschiedliche Volkswirtschaften gibt. Und je mehr diese auseinanderdriften, desto spannender (Achtung: Euphemismus; es müßte eigentlich heißen: desto gefährlicher) wird's für den Euro.
 
Und dieses Dilemma ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, daß man mit dem Euro zwar einen einheitlichen Währungsraum geschaffen hat (was grundsätzlich ja eine gute Idee war/ist), aber es nach wie vor einzelne, unterschiedliche Volkswirtschaften gibt.

Das ist natürlich richtig. Zu glauben, dass die Misere allein den südlichen Euroländern anzulasten wäre, entspricht allerdings nicht ganz der Wahrheit. Deutschland mit seinen langjährigen Leistungsbilanzüberschüssen jenseits der 6% darf sich da auch getrost bei der Nase nehmen.

Wen es interessiert, ein recht interessantes und unterhaltsames Streitgespräch zwischen einem Hayek-Jünger und einem Anhänger des Keynesianismus zum Thema Geldsystem/Geldpolitik:

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... Sollten Universalbanken generell in Retail- und Investmentbanken aufgesplittet werden, wie das die Herren Glass und Steagall (nicht Segal, @Mitglied #513126 :D) bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angedacht haben (und mit dem Glass-Steagall Act auch umgesetzt wurde) oder sind reine Geschäftsbanken im Umfeld wachsender Ertragserosion gar nicht mehr überlebensfähig? ... .

Interessantes Thema!

Wer sollte das denn tun? Oft sieht man vor lauter Wald die Bäume nicht! Ebenso absurd die immer wieder vorgetragene Forderung, "Banken zu regulieren". Da wackelt wohl der Schwanz mit dem Hund, oder so. Politiker sind die Handlanger des weltumspannenden Bankenkartells. Und das Lustigste, sie verbergen das nicht mal. Alle Infos und Teilnehmerlisten, sogar die Tagesordnungen ihrer Treffen sind online auffindbar. Auf 3Sat sind Dokus abrufbar, z. B. wie das damals bei der bankrotten WestLB lief, zwar nicht im Hauptabendprogramm, das könnte den Seher/die Seherin beunruhigen, aber zu später Stund` als Minderheitenprogramm ...

Wie sagte schon Franz Josef Strauß und später sein "Nachfolger" so schön: "die die zur Wahl stehen haben nichts zu sagen und die die das Sagen haben stehen nicht zur Wahl".

:)
 
Chronik: Mord in Edlitz: Bankmanager gestand Tat
was mich in diesem Kurzbericht allerdings stutzig macht:

"nun gestand er die Tat an der 85-jährigen Frau. Weitere Angaben habe der Beschuldigte bei der Einvernahme durch die Haftrichterin am Donnerstag nicht gemacht, bestätigte Erich Habitzl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.
Als Geständnis im technischen Sinn seien die Angaben des Mannes nicht zu werten. Dafür würden unter anderem Angaben zum Motiv fehlen
".

Also so hab ich das noch nie gehört: ein Tatgeständnis ist solange keines, bis der Täter nicht auch seine Motive nennt? Im Ernst? Hört sich für mich sehr komisch an.
 
Servus,

Gibt es denn deiner Meinung Fortschritte bei der Deutschen Bank seit Sewing? Stellen wurden abgebaut, Filialen geschlossen und erste, bescheidene Gewinne gemacht.
Wie siehst du das?

LG


Fortschritte gibt es zweifelsohne, die Frage ist, wie diese in Zeiten von Corona zu bewerten sind, denn, so paradox es im ersten Moment klingen mag, die Krise dürfte zumindest bis jetzt, der Deutschen Bank durchaus in die Hände spielen bzw. gespielt haben, sowohl aus- als auch einnahmenseitig. Ausgabenseitig, weil einerseits in Zeiten wie diesen Sparprogramme leichter durchzusetzen sind und andererseits Sparpotentiale bei Büro- und Reisekosten stärker durchschlagen, als ursprünglich veranschlagt. Einnahmenseitig hat die Deutsche Bank die gute Ertragssituation vor allem dem lukrativem Geschäft am Anleihemarkt zu verdanken. Pandemie bedingt benötigen viele Unternehmen Liquidität, Liquidität die sie sich am Kapitalmarkt, mittels Anleihen holen.
Für Banken wie die Deutsche, die in diesem Segment nach wie vor zu den großen Playern gehört, bedeutet das Hochkonjunktur, sodass die Deutsche Bank ihre Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen um knapp 50% steigern konnte. In anderen Geschäftsfeldern der Bank sieht es dagegen weit trister aus.
Eine weitere Unsicherheit liegt in der Entwicklung ausfallgefährdeter Kredite, die mit dem Auslaufen staatlicher Hilfsprogramme und Kreditstundungen noch Einiges an Belastungen für den europäischen Bankensektor darunter natürlich auch auf die Deutsche Bank bringen wird.
Hinsichtlich der Eigenmittelausstattung ist der europäische Bankensektor nach wie vor nicht so krisenfest, wie man das gerne seitens der Aufseher hätte, aber auch hier ist eine Bewertung nicht ganz einfach, einerseits weil Stresstests teilweise verschoben und andererseits die Anforderungen bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozesse in Hinsicht auf Tier-1 Kapital etwas aufgeweicht wurden.

Gruß Prinz-aus-Wien :mrgreen:
 
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