Es genug Notenbanker denen Draghis Politik nicht geheuer ist. zB Nowotny äusserte sich kritisch. Treichl als normaler Banker ebenso.
Ja, Ausnahmen gibt‘s immer. Kritiker der EZB, die vorallem in DE, NL, AT zu finden sind, scheinen zu vergessen, dass diese eine Geldpolitik für die gesamte Eurozone zu machen hat und nicht nur für ausgesuchte Länder. Und auf das mulmige Gefühl des Volkes würde ich nicht allzu viel geben. Ist auch kein Wunder, wenn sie von irgendwelchen Crash Propheten irre gemacht werden. Die scheinen ja grad Hochsaison zu haben.
Was hier an Unsinn geschrieben, ist teilweise kaum noch zu überbieten.....“Planwirtschaft“, gerade das derzeitige Geldsystem hat mit Planwirtschaft genau nichts zu tun. Es wird großteils über die Kreditnachfrage der Nichtbanken und das Kreditangebot der Banken bestimmt. Es verhählt sich eher umgekehrt, Gedankenspiele ala Krall, der von einer monetaristischen Geldpolitik träumt, wünscht sich offenbar eine Planwirtschaft herbei, denn gerade hier müsste die Geldmenge von einer „objektiven“ Stelle als Zielgröße vorgeschrieben werden. Das hat mit freier Nachfrage nichts zu tun.
Und zum Thema Negativzinsen: auch in diesem Fall, wenn man sich die Rohdaten der letzten fünf, sechs Jahrzente ansieht, wird man feststellen, dass der reale Nettozins, also abzüglich Kosten, großteils negativ war. Heute lässt sich die Hälfe der Bevölkerung irre machen und läuft irgendwelchen Rattenfängern auf YouTube hinterher.
Ironischerweise trauen sich ja die Großen auch nicht mehr untereinander, darum steigt ja auch die Geldmenge, die sie direkt von der Zentralbank holen.
Auch das ist leider Unsinn. Über das Zentralbankgeld das an die Banken ausgegeben wird, steigt die Geldbasis M0, aber nicht die Geldmenge M3, die im realen Wirtschaftskreislauf zirkuliert.
Weil ich zu faul bin es selbst zu formulieren, aus Wiki zitiert:
Da Zentralbankgeld (bis auf Bargeld) darüber hinaus nicht in den Geldkreislauf der Realwirtschaft gelangen kann, weil Unternehmen und Privathaushalte keinen Zugang zu Konten bei der Zentralbank und damit Zugriff auf Zentralbankgeld haben, kann dementsprechend bei einer Ausweitung von Zentralbankgeld, z. B. im Rahmen von quantitativer Lockerung (QE), auch schwerlich von einer direkt inflationär wirkenden „Geldschwemme“ gesprochen werden. Ein solche Formulierung, wie sie häufiger in den Medien gefunden wird, ignoriert die fundamentalen Unterschiede zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld bzw. unterstellt einen – in der Realität nicht vorhandenen – stabilen kausalen Zusammenhang zwischen beiden Größen auf Basis des Geldschöpfungsmultiplikator-Modells.
Das ist mittlerweile durch wissenschaftliche Publikation hinreichend belegt.
In populärwissenschaftlichen Büchern sind halt derartige Hardfacts kaum zu finden.
Es gibt mathematische Modelle anhand derer sich der Marktzins näherungsweise berechnen lässt, Ökonomen von Goldman kamen dabei zu dem Ergebnis, dass im Euroraum Geld- und Marktzinsen erst seit rund 1,5 Jahren etwas auseinander driften. So läge der derzeitige Marktzins nach Ansicht der Goldman Ökonomen bei etwa 2%, in DE wäre er beispielsweise bei etwas unter 4%, in den südlichen Ländern dagegen nach wie vor bei 0%.
Es ist daher wenig verwunderlich, dass gerade die nördlichen Eurostaaten die Geldpolitik der EZB kritisieren, weil hier in der Tat ein Auseinanderdriften von Geld- und Marktzins zu beobachten ist.
Wie bereits erwähnt, kann die EZB allerdings nicht nur für jene Länder Geldpolitik betreiben, sondern muss dabei auch die wirtschaftlichen Daten der südlichen Länder berücksichtigen und somit stellt der Geldzins klarerweise einen Kompromiss dar. Länder wie DE, NL oder auch FR verkraften einen abweichenden Geldzins weit besser als jene Länder, die nach wie vor mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben. Zudem hat die EZB im Grunde ein vorrangiges (und einziges) Mandat und das heißt Preisniveaustabilität mit einer Zielinflation von etwas unter 2%.
sondern eben nur Aufkaufprogramm trotz schlechter Wirtschafts-Indikatoren.
Jössas, entscheide dich halt mal in deiner Argumentationslinie. Hätten wir tatsächlich durchgehend schlechte Wirtschaftsdaten, würde sich umso mehr ein niedriger Marktzins einstellen und dementsprechend wäre auch ein niedriger Geldzins, den du so verteufelst, angebracht. Sorry, aber du bist so richtig ahnungslos.
Wie tragen deren Spekulationsrisiko, überspitzt gesagt, und als Dank produzieren sie Blasen und Schulden
Ernsthaft? Banken produzieren Schulden? Das ist originell. Sind es vielleicht doch nicht eher die Kreditnehmer, die Verbindlichkeiten aufweisen?
Nur irgendwann ist man dann Opfer der Mathematik.
Ja, vorallem wenn man dieser nicht mächtig ist.
und 5-8% Realinflation (je nach Quelle
Auch wenn ich die Antwort bereits erahnen kann, so ein interessehalber, was wären denn diese Quellen?
Und abschließend noch ein paar Worte zu dem von einigen herbei gesehnten Monetarismus und seiner Geldmengensteuerung. Abgesehen von Chile mit seinem mehr als umstrittenen Reformprojekt der Chicagoer Boys hat in Wahrheit keine relevante Notenbank je eine reine Geldmengensteuerung betrieben. Die Amerikaner gingen schon sehr bald nach Beendigung von Bretton Woods zu einer Zinsniveausteuerung über und selbst die deutsche Bundesbank, die sich eine zeitlang, zumindest offiziell, einer monetaristischen Geldpolitik verschrieben hatte, hat letztendlich immer über das Zinsniveau interveniert. Auch kein großes Wunder, da eine reine Geldmengensteuerung realwirtschaftlich nicht funktioniert. Zwischen Geldnachfrage und den aktuellen BIP Zahlen besteht nun mal kein ausreichender Zusammenhang.