Damals war nicht alles besser, aber manches anders?

Wenn ich an die 80er denke, dann sicherlich ohne Verklärung - wenngleich meine Kindheit und Jugendzeit eine ganz wunderbare war. Ich möchte aber weder auf die Errungenschaften der Gegenwart verzichten, noch in einer früheren Zeit leben. Hätte ich damals gewusst, was uns 2026 erwartet, allein hinsichtlich moderner Technik, hätte ich darauf gebrannt, das erleben zu können. Und doch hat der Gedanke an die 80er für mich auch etwas Beruhigendes. Fast so wie der Gedanke an Urlaub. Eine Woche zurück? Zwei? Oh ja, bitte.

Was ich tatsächlich ein wenig vermisse, ist die Struktur einer Welt, wie sie sich mir damals präsentiert hat - linear und überschaubar. Das heißt aber nicht, dass ich mit den Gegebenheiten heute nicht zurechtkomme. Dennoch: Veränderungen verliefen langsamer, Informationen waren begrenzter, Zusammenhänge einfacher zu erfassen, Ursache und Wirkung leichter nachvollziehbar. Heute zeigt sich die Welt wesentlich komplexer. Nicht nur, weil es mehr Wissen gibt, sondern weil jedes neue Wissensgebiet unzählige Verbindungen zu anderen Themen schafft. Jeder zusätzliche Wissenspunkt erzeugt neue Kanten. Das Netz wird größer und dichter zugleich. Wer ein Thema wirklich verstehen möchte, muss inzwischen weit mehr Zusammenhänge berücksichtigen - und das verfügbare Wissen wächst mit einer Rasanz, dass einem schwindlig werden kann. Spezialisierung wird immer notwendiger - und die Spezialisierung innerhalb der Spezialisierung. :wacky: Der Tag hat aber nun mal nur 24 Stunden und der Mensch nur ein Gehirn. Die Möglichkeiten für das Erlernen sind gleich geblieben. Meinem Empfinden nach geht das zunehmend zu Lasten eines allgemeinen Verständnisses und Überblicks. Eine Herausforderung, vor der insbesondere auch Jugendliche und junge Erwachsene heute stehen.

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum der Gedanke an die 80er für mich etwas von Erholung hat. Nicht, weil damals irgendetwas so viel besser, sondern weil die Welt langsamer war. Es war leichter, neue Entwicklungen in das eigene Weltbild einzuordnen. Heute entstehen innerhalb weniger Jahre technologische, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in einer Größenordnung, für die frühere Generationen Jahrzehnte Zeit hatten. Manchmal fühlt es sich einfach nach einem ziemlichen "Run" an. Und auch, wenn mein Kopf gut Schritt hält, mein Bauch liebt halt Kontinuität. Ein bisschen noch. Ein paar Minuten noch bleiben. Nur kurz noch einmal zurücksehen. Nur ein Weilchen noch.
Wollte gerade einen Beitrag schreiben der ungefähr dem entspricht. Danke dafür so hätte ich es wahrscheinlich nicht formulieren können.
Weil auch ich sehe es so.
Ich freue mich über eine spannende Gegenwart und Zukunft. Genauso blicke ich aber auch oft zurück.
Je weniger verklärtt dieser Blick ist desto mehr erkennt man .
Jede Zeit hat ihre Chancen,Herausforderungen, Glückmomente und auch Dinge die man weniger braucht
 
Früher gab es wohl weniger "Informationen", aber vor allem gab es weniger "Fehlinformationen". Lügen gab es schon immer, aber nicht in dem Ausmaß wie heute und es wird nicht besser werden nehme ich an. Trotzdem lebe ich noch immer lieber im Heute, als im Gestern. :schulterzuck:
 
Lügen gab es schon immer, aber nicht in dem Ausmaß wie heute
Ich denke das hängt damit zusammen, dass die Welt heute vernetzter und transparenter geworden ist gegenüber den Achtzigern. Lügen, Mauscheleien etc konnten in dieser Zeit noch im Kreis der Mitwisser unter der Decke gehalten werden...selbst wenn etwas aufkam, blieb es meist in einem regionalen Umfeld hängen...in der heutigen Zeit weiß es die gesamte Weltbevölkerung in sekundenschnelle, dass sich zB der öffentlich dargestellte vermeintlich bedauerliche Jagdunfall im Kreis von Spitzenmanagern und -politikern doch als ein ungeklärter Todesfall nach einem sexuell motivierten Übergriff im Zuge eines Saufgelages gemütlichen Geschäftsessens ereignet hatte...dank Handyfotos, Socialmedia und Co...ich möchte den Fortschritt nicht missen, aber er hat auch seine Tücken und ich bin mir nicht sicher, ob unser Gehirn schon dazu bereit ist, mit der rasanten Entwicklung und dem damit verbundenen enormen Informationsfluss Schritt halten zu können...
 
o.t. Ich komme aus der Zeit und war doch recht gefragt/gejagt, aber mit Mods, Punks, Mitläufern und Trendsettern hatte ich nie was am Hut (wie viele andere). Ich konnte mich gut zwischen ihnen bewegen, hab sie aber immer als Wappler und Gruppenjunkies empfunden. Die hatten mit meinem Weg, meinem Leben, nie etwas zu tun.

Ich war auch nie direkt bei einer Gruppe und hab mich immer irgendwie zwischen den Welten bewegt. Ich war in das einzige Mädel und die jüngste in einer großen Gruppe Burschen in der vieles Vertreten war 😂 und hab das ganze immer mit Interesse und Neugier beobachtet.

Ich bin nicht gaga und ich muss nicht anderen Leuten in meinem Alter erzählen, wie es war, damit wir uns auf die Schulter hauen und bestätigen, dass es so war. Wozu? Schad um die Zeit.
Na geh, das macht schon auch Spaß. Vor allem komm ich immer drauf, was ich alles vergessen habe, was anderen in Erinnerung geblieben ist. 😘
 
Die waren über dem Eingang angebracht .

Damals eben,
Jung
Dumm
Gefräßig
Gut dann fällt zumindest Einbruch weg 😂

Ich fang gar nicht erst an wieviel Blödheiten ich gemacht hab. 🙈

Mein Sohn ist gerade von der Maturareise heimgekommen und hat ganz verwegen von seinen „Ausschweifungen“ erzählt. Ich kann mich an volle zwei Tage von meiner Maturareise gar nicht erinnern und hab auch sicher nicht jede Nacht in meinem Zimmer verbracht. Da war er dann schon kurz schockiert. Die Jugend von heute ist einfach viel zu brav 😂
 
Hier 🥰, die waren in meiner Jugend Kult, genau so wie Theo Lingen und Hans Moser 🤣
Ja genau … meine Oma hat mich oft gebeten, den Videorecorder für sie einzuschalten. Und dann hat sie meinst gesagt „Geh schau mit mir“ … und das hab ich gemacht … alle alten Schinken inklusive der „Kostümfilme“, wie meine Oma die alten Hollywoodstreifen nannte. Ich schau die immer noch gern … wurde damals voll angefixt 😂
 
Gut dann fällt zumindest Einbruch weg 😂

Ich fang gar nicht erst an wieviel Blödheiten ich gemacht hab. 🙈

Mein Sohn ist gerade von der Maturareise heimgekommen und hat ganz verwegen von seinen „Ausschweifungen“ erzählt. Ich kann mich an volle zwei Tage von meiner Maturareise gar nicht erinnern und hab auch sicher nicht jede Nacht in meinem Zimmer verbracht. Da war er dann schon kurz schockiert. Die Jugend von heute ist einfach viel zu brav 😂
Den Gedanken hatte ich auch schon und habe mir gewünscht, dass er ein bisschen mehr auch Mal Blödsinn anstellt. Und sich dabei, wie ich, meistens nicht erwischen lässt 😜🤣
 
Na geh, das macht schon auch Spaß. Vor allem komm ich immer drauf, was ich alles vergessen habe, was anderen in Erinnerung geblieben ist. 😘

Ich denke, dass solche Rückblicke ab und an uns in vielerlei Hinsicht gut tun. Es ist kein Entweder-Oder. Man kann sich durchaus mit den Beinen und dem Kopf in der Gegenwart befinden und dennoch solche Ausflüge zelebrieren. Woher kämen unsere Geschichten, wenn nicht aus der Vergangenheit? Wozu etwas fotografisch festhalten, wenn es doch morgen schon vergangen ist? Erinnerung ist nicht automatisch eine allumfassende Sehnsucht. Erinnerung schafft Identität, sie macht Veränderung sichtbar: Veränderung der Umwelt, Veränderung eines selbst. Erinnerung zeigt Fortschritt. Vieles wird uns erst durch einen Vergleich bewusst. Das versteht den Rückblick meines Erachtens als Methode, nicht als Selbstzweck. Eine Nostalgie die lähmt, würde ich sehr abgrenzen von einer, die ein nettes Gedankenexperiment ist, die Stimmung macht, uns unterhält und so etwas wie ein Spiel ist unter Menschen, die in derselben Zeit aufgewachsen sind. Und erst recht würde ich sie abgrenzen von Erinnerungen, die der Entwicklung dienen.
 
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Fast so wie der Gedanke an Urlaub. Eine Woche zurück? Zwei? Oh ja, bitte.

Danke für diese schöne Bild und ich sehe das wie du.

In dieser Zeit nochmals leben?

Nein warum auch, sie war und wird immer Teil meines Lebens bleiben, immer lebendig.

Ein bisschen noch. Ein paar Minuten noch bleiben. Nur kurz noch einmal zurücksehen. Nur ein Weilchen noch.

Vor wenigen Tagen hatte ich das erste Klassentreffen mit meinen Schulkollegen nach 40 Jahren.

Es war wie der von dir oben zitierte Urlaub in die Vergangenheit voller Geschichten und Erinnerungen.

Natürlich haben wir einander erzählt was wir heute machen, welche Berufe wir nach der Matura ergriffen haben und wie wir uns verändert haben.

Das lustige Punk Mädel ist zur Rechtsanwältin geworden, eine andere die immer schon Tiere mochte zur Tierärztin und einer unserer persischen Flüchtlinge ist Radiologe im Ausland und war per Video Teil dieses Abends.

Die K. die damals schon Außenseiter war, ist auch an diesem Abend still daneben gesessen und so wie damals war es kaum möglich mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Dinge ändern sich und manches eben nicht.

Und dann gab’s auch noch den arroganten Schnösel, damals im Sakko und Kravatte mit Kurzhaarschnitt der zum langhaarigen Bartträger voller Tattos geworden ist.

Aber nebst all den Veränderungen die wir einander erzählt haben, war dieser Abend voller Geschichten und G‘schichtln aus der Vergangenheit.

(Jessas und du bist doch in der Unterhose die ich dir zur Marura geschenkt hab durch den ganzen Heurigen wo wir gefeiert haben marschiert)

Wir sind nicht nur ein paar Minuten in dieser Zeit geblieben.

Nein, es waren schöne Stunden.

Ohne Wehmut, sondern mit Freude an der Vergangenheit.

40 Jahre die an diesem Abend zwar da waren, andererseits waren wir aber wieder die Klasse von 1986.
 
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Österreicher sprechen auch deutsch oder irre ich mich?
Als in Österreich lebender Deutscher kann ich Dir versichern:
Es scheint dieselben Sprache zu sein, nur heißt alles anders.

Wie sagte mal einer:
Was die Österreicher und Deutschen voneinander trennt, ist die gemeinsame Sprache.
 
ich denke, dass solche Rückblicke ab und an in vielerlei Hinsicht gut tun. Es ist kein Entweder-Oder. Man kann sich durchaus mit den Beinen und dem Kopf in der Gegenwart befinden und dennoch solche Ausflüge zelebrieren. Woher kämen unsere Geschichten, wenn nicht aus der Vergangenheit? Wozu etwas fotografisch festhalten, wenn es doch morgen schon vergangen ist? Erinnerung ist nicht automatisch eine allumfassende Sehnsucht. Erinnerung schafft Identität, sie macht Veränderungen sichtbar: Veränderungen der Umwelt, Veränderungen eines selbst. Erinnerung zeigt Fortschritt. Vieles wird uns erst durch einen Vergleich bewusst. Das versteht den Rückblick als Methode, nicht als Selbstzweck. Eine Nostalgie die lähmt, würde ich sehr abgrenzen von einer, die ein nettes Gedankenexperiment ist, die Stimmung macht, uns unterhält und so etwas ist wie ein Spiel unter Menschen, die in derselben Zeit aufgewachsen sind. Und erst recht würde ich sie abgrenzen von Erinnerungen, die der Entwicklung dienen.

Besser kann man es kaum ausdrucken.

Ich schaue gerne auch zurück. Mal mit Freude, mal mit Schmerz. Oft aber auch, um .... zu bestätigen, zu lernen oder einfach nur, um zufriedener zu sein.

Ja, es war anders. Vielleicht war gefühlt (!) auch Manches besser. Aber es macht nicht viel Sinn, Vergangenem nachzuweinen, darin gefangen zu sein.
Den Blick nach vorne richten! Gerne mit Gelerntem aus der Vergangenheit.
 
Wer sein lebendiges Wissen nicht weiter bringt, aufhört zu wachsen, Jungen mit Arroganz begegnet, hat verloren und wird auch abgehängt werden. Zu recht?

Ich bin nicht gaga und ich muss nicht anderen Leuten in meinem Alter erzählen, wie es war, damit wir uns auf die Schulter hauen und bestätigen, dass es so war. Wozu? Schad um die Zeit.
Hier kommen für mich idealerweise beide Welten zusammen. In der Gegenwart leben und an vergangenes zurückdenken ist für mich kein Widerspruch, solange die Balance stimmt, und das eine nicht auf Kosten des anderen zurückstehen muss. Warum nicht schöne Erinnerungen hervorholen? Es hilft mir in Zeiten, in denen auch Mal Dinge schwierig sind, mich wieder aufzubauen. Und zwar nicht, weil ich mich primär in die Vergangenheit zurückwünsche (das Bild mit zwei Wochen Urlaub in den 80ern finde ich dennoch süß), sondern weil es Hoffnung vermittelt. Ich möchte etwas ähnlich schönes dann wieder erleben, und nicht im Alltagschaos versinken. Zum anderen liebe ich von jeher Geschichten. Wenn meine Oma früher immer wieder die gleichen Geschichten erzählt hat, weil sie es nicht bemerkt hat, habe ich trotzdem gerne zugehört. Geschichten und Erlebtes sind für mich persônlich eine Bereicherung für das Leben im Hier und Jetzt und die Zukunft
 
ich denke, dass solche Rückblicke ab und an in vielerlei Hinsicht gut tun. Es ist kein Entweder-Oder. Man kann sich durchaus mit den Beinen und dem Kopf in der Gegenwart befinden und dennoch solche Ausflüge zelebrieren. Woher kämen unsere Geschichten, wenn nicht aus der Vergangenheit? Wozu etwas fotografisch festhalten, wenn es doch morgen schon vergangen ist? Erinnerung ist nicht automatisch eine allumfassende Sehnsucht. Erinnerung schafft Identität, sie machen Veränderung sichtbar: Veränderungen der Umwelt, Veränderungen eines selbst. Erinnerungen zeigen Fortschritt. Vieles wird uns erst durch einen Vergleich bewusst. Eine Nostalgie die lähmt, würde ich sehr abgrenzen von einer, die ein nettes Gedankenexperiment ist, die Stimmung macht, uns unterhält und so etwas ist wie ein Spiel unter Menschen, die in derselben Zeit aufgewachsen sind. Und erst recht würde ich sie abgrenzen von Erinnerungen, die der Entwicklung dienen.
Vor zwei Wochen war 30jähriges Maturajubiläum… wir haben uns wie immer am Campingplatz getroffen, gegrillt, Gitarre gespielt und von alten Zeiten gesprochen … schlagartig war ich wieder 19 und es hat keine 20 Minuten gedauert, dass aus den alten Männern wieder gefühlt die Burschen von damals wurden. Hat schon gut getan, in Erinnerungen zu schwelgen. Ab und zu ist das schon was schönes. 😉
 
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Mr Gilmour … literarisch ein Wahnsinn 😍 … musikalisch nie so ganz meins. :schulterzuck: :mrgreen::schulterzuck:
Ja, deshalb auch der Text und nicht das Video. Andererseits gefallen mir die Basslinien auf der Momentary und der Bell besser als das, was Waters gespielt hätte. Und es ist weniger depressiv, dafür auch weichgespülter.
Da war er halt auch schon ein älterer Herr...ungefähr so alt wie wir jetzt.:undweg:
 
Die Jugend von heute ist einfach viel zu brav
Ja, das hat man beim Linkin Park Konzert deutlich gesehen, der Mini-Mashpit war voller 45-jähriger und mein 22 jähriger Sohn mittendrin. Und die Kids in seinem Alter rundherum haben sich aufgeregt, weil sie geschubst wurden. :rofl:
Aber mein älterer hatte mit 16 schon alles durch, wofür ich 19 jahre gebrauch habe. Und er wurde öfter erwischt.
Da hatten wir halt den Vorteil, dass die Polizei noch keine, oder besser gesagt viel weniger Ahnung hatte.
 
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