Damals war nicht alles besser, aber manches anders?

Ich glaube, wir verwechseln oft zwei Dinge: die Vergangenheit und unsere Jugend.

Wenn jemand sagt: "Früher war alles besser", meint er meistens nicht den Kalten Krieg, sauren Regen, zwei Fernsehprogramme, endlose Behördengänge oder den Zigarettenrauch im Zug. Er meint das Lebensgefühl, das er damals hatte.
Mit zwanzig war fast alles zum ersten Mal: die erste große Liebe, der erste Kuss, das erste Auto, die erste eigene Wohnung. Heute ist vieles technisch besser, schneller und bequemer. Aber das erste Mal lässt sich eben nicht digitalisieren.

Vielleicht war früher gar nicht die Welt intensiver. Vielleicht waren wir es.

Und noch etwas: Damals musste man warten. Auf den Brief, auf den Anruf, auf den nächsten Samstag in der Disco. Dieses Warten war manchmal mühsam, hat den Dingen aber auch Gewicht gegeben. Heute bekommen wir fast alles sofort. Ironischerweise suchen viele genau deshalb wieder nach dem, was früher selbstverständlich war: Aufmerksamkeit, Geduld und echte Begegnungen.
Darum würde ich nicht sagen: Früher war alles besser.
Ich würde sagen: Früher war vieles knapper. Und gerade deshalb war manches kostbarer.

Bei mir persönlich ist das nicht so.
Tatsächlich würde ich nie wieder 15, 20 oder 25 sein wollen, weil mein Leben da nicht Ansatzweise so schön war wie jetzt. Hätte mir jemand mit 20 gesagt, dass ich beruflich erfolgreich bin und einen guten Job habe, ein sehr gutes Einkommen habe, ich Größe 38 trage (das ist deswegen relevant, weil ich immer sehr dick war), fit bin und gern Sport mache, in einem Haus mit Garten lebe, glücklich verheiratet bin und eigentlich keine Sorgen habe, dann hätte sich das für mich wie ein Märchen angehört.

Und trotzdem, auch wenn mein Leben viel schöner, glücklicher und zufriedenstellender ist als früher - die Welt von früher ist das, was ich vermisse. Die Menschheit ging anders miteinander um, alle waren irgendwie freier, unbeschwerter. Ich kanns auch nicht richtig in Worte fassen. Heute ist gefühlt jeder bei der kleinsten Kleinigkeit auf 180, niemand will sich mehr richtig mit dem Anderen beschäftigen, kaum jemand schafft es mal nicht 5 Minuten aufs Handy zu schauen.. wir sind fordernder, egoistischer, rücksichtsloser im Allgemeinen. Und natürlich ist die Wirtschaft, Social Media und die Schnelllebigkeit auch nicht außer Acht zu lassen.
 
Bei mir persönlich ist das nicht so.
Tatsächlich würde ich nie wieder 15, 20 oder 25 sein wollen, weil mein Leben da nicht Ansatzweise so schön war wie jetzt. Hätte mir jemand mit 20 gesagt, dass ich beruflich erfolgreich bin und einen guten Job habe, ein sehr gutes Einkommen habe, ich Größe 38 trage (das ist deswegen relevant, weil ich immer sehr dick war), fit bin und gern Sport mache, in einem Haus mit Garten lebe, glücklich verheiratet bin und eigentlich keine Sorgen habe, dann hätte sich das für mich wie ein Märchen angehört.

Und trotzdem, auch wenn mein Leben viel schöner, glücklicher und zufriedenstellender ist als früher - die Welt von früher ist das, was ich vermisse. Die Menschheit ging anders miteinander um, alle waren irgendwie freier, unbeschwerter. Ich kanns auch nicht richtig in Worte fassen. Heute ist gefühlt jeder bei der kleinsten Kleinigkeit auf 180, niemand will sich mehr richtig mit dem Anderen beschäftigen, kaum jemand schafft es mal nicht 5 Minuten aufs Handy zu schauen.. wir sind fordernder, egoistischer, rücksichtsloser im Allgemeinen. Und natürlich ist die Wirtschaft, Social Media und die Schnelllebigkeit auch nicht außer Acht zu lassen.
Du bringst den Unterschied gut auf den Punkt. Du vermisst nicht dein früheres Leben, sondern eine Art des Miteinanders, die heute seltener geworden ist.
Gerade beim Thema Sexualität sieht man das deutlich. Früher gab es kein EF, keine Dating-Apps und keine Messenger. Wenn jemand Lust auf Sex hatte, musste er erst einmal rausgehen, Menschen kennenlernen, flirten, Körbe kassieren, tanzen, reden und oft mehrere Abende investieren. Der eigentliche Sex war nur die Spitze eines langen sozialen Prozesses. Heute kann jemand im EF schreiben: "Suche Sex" oder "Will ficken, heute noch." Mit etwas Glück findet sich innerhalb weniger Stunden jemand. Das ist weder gut noch schlecht, aber es verändert zwangsläufig den Weg dorthin.

Vielleicht ist genau das der Preis des technischen Fortschritts: Wir sind beim Ziel oft schneller angekommen, erleben dafür aber den Weg dorthin seltener. Und gerade dieser Weg, mit all seiner Unsicherheit, Vorfreude, Fantasie und Spannung, war vielleicht ein größerer Teil des Erlebnisses, als uns damals bewusst war. Wenn ich an meine diesbezüglichen Erlebnisse aus meiner Jugend denke, vermisse ich oft diese Tollpatschigkeit:D
 
Einfach nicht, aber durchaus machbar.
Regeln und Grenzen sind für Kinder unglaublich wichtig. Sie geben Orientierung, Sicherheit und helfen dabei, Verantwortung zu lernen. Gerade in der heutigen Zeit ist das wichtiger denn je. Smartphones, Spielkonsolen, Social Media und Co. sind fast immer in Reichweite. Das ist nichts Schlechtes, die digitale Welt gehört heute einfach dazu und bietet viele Möglichkeiten.
Trotzdem brauchen Kinder einen gesunden Umgang damit. Und genau hier sind die Eltern gefragt. Klare Abmachungen, zBsp. maximal eine Stunde Social Media oder Computerspiele pro Tag sind keine Bestrafung, sondern eine sinnvolle Orientierung. Kinder brauchen nicht unbegrenzte Freiheiten, sondern Eltern, die ihnen liebevoll Grenzen setzen und diese auch konsequent einhalten.
Auch wenn sie darüber diskutieren oder die Regeln nicht immer gut finden. Genau diese Konsequenz gibt ihnen Halt. Grenzen sind kein Zeichen von Strenge, sondern von Fürsorge und helfen Kindern dabei, selbstständig und verantwortungsvoll mit den vielen Möglichkeiten unserer Zeit umzugehen.
Genau das predige ich gefühlt jeden Tag bei der Arbeit. Leider nur mit mässigem Erfolg.
Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr....
Ich stimme dir grundsätzlich zu. Eltern brauchen Regeln, Konsequenz und müssen Vorbilder sein. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich glaube nur, dass viele unterschätzen, wie groß die Konkurrenz heute geworden ist. Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr allein. Da wirken Freunde, Social Media, Influencer, Algorithmen, Gaming, Werbung und vieles mehr gleichzeitig auf sie ein. Gegen diese permanente Reizflut anzukommen, ist eine Herausforderung, die frühere Generationen in dieser Form gar nicht kannten. Deshalb fällt es mir schwer, Eltern vorschnell verantwortlich zu machen, wenn ein Kind irgendwann falsche Entscheidungen trifft. Irgendwann treffen Kinder ihre eigenen Entscheidungen, und manchmal eben auch schlechte. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihnen möglichst gute Werte und ein stabiles Fundament mitzugeben.
Ob sie später immer danach handeln, liegt irgendwann nicht mehr vollständig in ihrer Hand.
 
lach, irre, es gab noch kein Handy, Telefone hatten eine Strippe und Wählscheiben, lach
Es war immer eine Überraschung wer anruft … 😂
man musste immer warten bis einer sturmfrei hatte um mal etwas intimer zu werden, oder draußen einen Spaziergang durch den Wald machen, lach
Ich hab ab 14 im Haus meiner Großeltern gewohnt und meine Oma sagte immer: mach was Du willst, aber nicht bei uns zuhause 😂

Eigentlich verrückt… Ich war immer froh, wenn die Kinder mit ihren Freunden und Freundinnen daheim waren.
Es war nicht alles schöner früher, aber viel stressfreier, anders als heute, aber schön sich zu erinnern, an die vielen Erlebnisse, danke
Dem schließe ich mich an. Ich glaub ich war einfach auch stressfreier oder resistenter …

Vieles gelesen wo ich mir dachte: ja genau … schöne Zeitreise ☺️
 
Was ich früher definitiv besser gefunden habe war das Frauen keine Angst davor hatten ihre feminine Seite mit allen Stärken, aber auch Schwächen offen zu zeigen.

Meistens zwischen 17 und 20 wurden viele Mädels plötzlich erwachsen, begehrenswert und man traute seinen Augen kaum.

Heute verschlafen viele diese Phase und bleiben graue Mäuse bis sie dann emotional abstumpfen, verfetten und frustriert zu Zicken mutieren.

Geist und Körper waren in meinen Augen früher wesentlich mehr im Einklang. Heutzutage wird eher verhüllt, versteckt und geschämt, nicht präsentiert und stolz betont.
Und verstößt jemand gegen den Zeitgeist wird er gleich attackiert und korrigiert oder gecancelt.

Als Ersatz für die Aufmerksamkeit und die selbstbewusste Rolle flüchten sich dann auch viele in diverse Fantasiekrankheiten oder schädigen sich und auch ihre Umgebung auf andere Weise.

Die unbedarfte Generation gibt dann eben dem Smartphone, Internet oder Lockdowns die Schuld daran. Aber das ist genauso ein Schwachsinn wie man früher die Rockmusik oder Actionfilme beschuldigt hat.

Fakt ist das die Jugend mit den technischen Möglichkeiten nur das tut was man früher persönlich gemacht hat. Nur kann man es heute skandalös dokumentieren und was früher real passierte existiert nur als Erinnerung und ist nicht mehr belegbar.

Ich stimme dir grundsätzlich zu. Eltern brauchen Regeln, Konsequenz und müssen Vorbilder sein. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich glaube nur, dass viele unterschätzen, wie groß die Konkurrenz heute geworden ist. Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr allein. Da wirken Freunde, Social Media, Influencer, Algorithmen, Gaming, Werbung und vieles mehr gleichzeitig auf sie ein. Gegen diese permanente Reizflut anzukommen, ist eine Herausforderung, die frühere Generationen in dieser Form gar nicht kannten. Deshalb fällt es mir schwer, Eltern vorschnell verantwortlich zu machen, wenn ein Kind irgendwann falsche Entscheidungen trifft. Irgendwann treffen Kinder ihre eigenen Entscheidungen, und manchmal eben auch schlechte. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihnen möglichst gute Werte und ein stabiles Fundament mitzugeben.
Ob sie später immer danach handeln, liegt irgendwann nicht mehr vollständig in ihrer Hand.

Das heute vieles schlechter wurde ist das Resultat einer Generation von Versagern die ihren Kindern nichts beigebracht hat.
Ob sie ihr nicht vorhandenes Benehmen auf Socialmedia oder in einer Disco ausleben macht keinen Unterschied. Nur darf man dagegen nicht angehen, weil keiner sich selbst an der Nase fassen will und man mehr Zuspruch generiert wenn man sich wie ein Neandertaler hinstellt und dem "Intaaaned" die Schuld gibt.

Als würde nicht jeder Pensi längst mit einem Smartphone herumlaufen um sich Fakenews per Facebook eintrichtern zu lassen und per WhatsApp über die Nachbarn zu schimpfen. Wenn überhaupt sollte man Menschen ab 60 den Zugang zu Smartphones sperren, weil Jugendliche wenigstens nicht ihr Geld an irgendwelche Scammer schicken und dann in den Medien herumheulen wie sie betrogen wurden weil doch der Polizeipräsident aus Zamunda in seiner E-Mail garantiert hat das er Gold zurück schick.

Was mir persönlich wirklich fehlt ist die Eigenverantwortung und die damit verbundene Freiheit alles zu tun was keinem anderen massiv schadet.
 
Ich stimme dir grundsätzlich zu. Eltern brauchen Regeln, Konsequenz und müssen Vorbilder sein. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich glaube nur, dass viele unterschätzen, wie groß die Konkurrenz heute geworden ist. Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr allein. Da wirken Freunde, Social Media, Influencer, Algorithmen, Gaming, Werbung und vieles mehr gleichzeitig auf sie ein. Gegen diese permanente Reizflut anzukommen, ist eine Herausforderung, die frühere Generationen in dieser Form gar nicht kannten. Deshalb fällt es mir schwer, Eltern vorschnell verantwortlich zu machen, wenn ein Kind irgendwann falsche Entscheidungen trifft. Irgendwann treffen Kinder ihre eigenen Entscheidungen, und manchmal eben auch schlechte. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihnen möglichst gute Werte und ein stabiles Fundament mitzugeben.
Ob sie später immer danach handeln, liegt irgendwann nicht mehr vollständig in ihrer Hand.
Und sind wir immer so gute Vorbilder …? 😉
 
Und in der Schule eine Schulmilch. Weiß aber nicht mehr was meine Eltern dafür im Monat zahlen mussten.
Milch, Kakao und Vanillemilch 😂 wobei letztere aus verständlichen Gründen nur spärlich gewählt wurde … gibts irgendwen der Vanillemilch wirklich mochte?

Gibt’s eigentlich noch sowas wie Klassenordner, in den Schulen?
 
Milch, Kakao und Vanillemilch 😂 wobei letztere aus verständlichen Gründen nur spärlich gewählt wurde … gibts irgendwen der Vanillemilch wirklich mochte?

Gibt’s eigentlich noch sowas wie Klassenordner, in den Schulen?

Kakao gab’s bei uns nur kurze Zeit.

Der hat zu viele Flecken auf den Wänden bei unseren legendären Schlachen verursacht.

🙈
 
Um beim Thread -Thema zu bleiben :lalala: - damals waren die Auto auch besser, weniger Firlefanz, und man das Meiste noch selbst reparieren konnte..

Wasser aus!
Ohh ja … Scheinwerferlampen wechseln war noch eine 10 Minuten Aktion

Mein erstes Auto war der alte E Kadett von meinem Großeltern. Opa wollte ihn behalten, weil er ihn in- und auswendig kannte und einfach alles reparieren konnte. Wir haben gemeinsam Stoßdämpfer und Motorlager gewechselt … ich erinnere mich daran wie mich der Fahrlehrer beim Motorraumcheck aufs Glatteis führen wollte und fragend auf die Stoßdämpfer zeigte … wir haben das nie wieder gemacht 😂😂😂
 
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