Ghosting - Charakterschwäche oder besser für beide?

Wie würdet Ihr schriftlichen Kontakt beenden? Angekündigt oder stillschweigend?

  • Ich sage Bescheid, dass ich nicht mehr schreiben möchte, ohne Begründung.

    Stimmen: 3 13,0%
  • Ich sage mit Begründung Bescheid.

    Stimmen: 14 60,9%
  • Ich stelle den Kontakt kommentarlos ein .

    Stimmen: 6 26,1%

  • Umfrageteilnehmer
    23
Wtf ... nach 5 Monaten und am Weg zu dir auch noch. Ziemlich erbärmlich ... die Leut brauchen echt mehr Therapie.
Es kommt drauf an wie man zu sich selbst steht ,ich war zu dem Zeitpunkt ziemlich reif und habe mir keine weitere Gedanken darüber gemacht,keine Ahnung ob ich mit 20 so resolut gewesen wäre😅🤷‍♀️
Darum geht es ja auch,sich weigern als temporäre Therapiezentrum zu fungieren oder so ähnlich..
 
Es kommt drauf an wie man zu sich selbst steht ,ich war zu dem Zeitpunkt ziemlich reif und habe mir keine weitere Gedanken darüber gemacht,keine Ahnung ob ich mit 20 so resolut gewesen wäre😅🤷‍♀️
Darum geht es ja auch,sich weigern als temporäre Therapiezentrum zu fungieren oder so ähnlich..
Da hast du vollkommen recht. Irgendwann lernt man ja hoffentlich, nicht alles persönlich zu nehmen. Aber in den 20ern ist das bestimmt ein Riesen Herzschmerz
 
m.M.n hat es wie oft mit Kommunikationsunfähigkeit zu tun ,heutzutage passiert es überall ,Freundes und Bekanntenkreis inklusive
Ich persönlich wurde mal in eine(ca 5 Monate) Beziehung geghostet,er fragte ob er aufm weg zu mir noch was mitnehmen sollte und weg war der 🤣🤣wissend dass ihm nichts passiert ist ,hab ich ihm gleich überall gelöscht und blockiert
Monate später bekam ich einen Brief (hello from the other side...)mit seine Erklärung dazu ,es hatte wie ich schon angenommen hatte nichts mit mir zu tun sondern mit seine Probleme,ungeklärte traumata blabla

klare und offene Kommunikation wäre wünschenswert aber ja,das ist dann anscheinend doch zu "erwachsen "

Danke für deinen Beitrag. Dies stellt für mich Ghosting dar... zumindest hat er die Situation noch aufgelöst. Tropfen, heißer Stein und so...



Für mich beginnt Ghosting meistens nicht in dem Moment, in dem einer plötzlich nicht mehr antwortet... sondern viel früher.

Zwei Menschen lernen sich kennen, schreiben, treffen sich, haben irgendeine Form von Beziehung zueinander... nennen wir es Liaison, Bekanntschaft, Freundschaft plus, whatever... Keiner sagt klar was Sache ist, was erwartet man sich davon oder ob man überhaupt dasselbe darin sieht oder will.

Der eine entwickelt mehr Gefühle, interpretiert vielleicht mehr hinein, als tatsächlich vorhanden ist... sagt aber nichts. Warum? :unsure: Weil die Antwort eventuell unangenehm sein könnte. Der andere sieht das Ganze lockerer, unverbindlicher, vielleicht einfach als nette Begleitung, Sex, Zeitvertreib oder was auch immer... merkt womöglich sogar, dass der andere emotional tiefer reingeht und sagt ebenfalls nichts.

Warum?
Weil Konfliktvermeidung in beide Richtungen funktioniert und es viel schöner ist, wenn man am Ende mit dem Finger auf den anderen zeigen kann. Schau, der wars... der Idiot. (ich gendere hier nicht)

Dann kommt meistens das langsame Auslaufenlassen... weniger Nachrichten, weniger Initiative, weniger Treffen, weniger emotionale Verfügbarkeit. Für den einen ist das längst ein Rückzug. Für den anderen beginnt jetzt erst recht das Kopfkino...

Hat er Stress?
Ist gerade viel los?
Braucht sie Abstand?
Hab ich was falsch gemacht?
Meldet er sich morgen wieder?

Und während der eine innerlich immer weiter aussteigt, investiert der andere noch mehr Gedanken und Gefühle hinein...

Da frage ich mich halt schon: Ist man es sich selbst nicht irgendwann schuldig, die eigenen Gefühle auch einmal auf Realität zu überprüfen?
Ich mein, immerhin wird hier schon sehr viel von einem "erwachsen sein" gesprochen. Aber ist halt schöner wenn man es danach immer noch von sich selbst behaupten kann. Fingerzeig - eh schon wissen.

Wenn ich merke, dass ich mich emotional immer weiter hineinsteigere... warum spreche ich es nicht an?
Wenn ich merke, dass der andere mehr will als ich... warum spreche ich es nicht an?

Beide vermeiden genau das Gespräch, das die Situation vermutlich schon Wochen vorher geklärt hätte.

Beim abrupten Ghosting ist die Sache nur radikaler... einer denkt vielleicht längst, da entsteht etwas, der andere hält den Kontakt für locker oder inzwischen schlicht belanglos. Oder er merkt sehr wohl, dass ein Gespräch notwendig wäre, drückt sich aber davor und verschwindet.

Und nein... bevor wieder dieses unsägliche „Täter-Opfer-Umkehr“ kommt, die in so einem Fall überhaupt nichts zu suchen hat. 🙄
Es geht nicht darum, Ghosting schönzureden oder dem Geghosteten die Schuld dafür umzuhängen. Es geht darum, eine Dynamik nicht erst ab dem ENDE, Rückwirkend oder nur aus einer Perspektive zu betrachten.

Wenn zwei erwachsene Menschen monatelang nicht darüber sprechen, was sie fühlen, wollen oder erwarten... dann haben nun mal oft beide ihren Anteil daran, dass irgendwann eine völlig schräge Situation entsteht.

Nicht zwingend 50:50... auch nicht jede Situation ist gleich... und Ghosting bleibt trotzdem kein besonders erwachsener Umgang damit...

Aber nur zu sagen „der eine ist Täter, der andere Opfer“ und alles davor komplett auszublenden, ist mir ehrlich gesagt zu bequem.

Gefühle kann man nicht immer zur Gänze steuern... aber reden, auch wenn es mir schwer fällt einen klaren Kopf zu behalten, könnte man darüber schon 😉
 
Danke für deinen Beitrag. Dies stellt für mich Ghosting dar... zumindest hat er die Situation noch aufgelöst. Tropfen, heißer Stein und so...



Für mich beginnt Ghosting meistens nicht in dem Moment, in dem einer plötzlich nicht mehr antwortet... sondern viel früher.

Zwei Menschen lernen sich kennen, schreiben, treffen sich, haben irgendeine Form von Beziehung zueinander... nennen wir es Liaison, Bekanntschaft, Freundschaft plus, whatever... Keiner sagt klar was Sache ist, was erwartet man sich davon oder ob man überhaupt dasselbe darin sieht oder will.

Der eine entwickelt mehr Gefühle, interpretiert vielleicht mehr hinein, als tatsächlich vorhanden ist... sagt aber nichts. Warum? :unsure: Weil die Antwort eventuell unangenehm sein könnte. Der andere sieht das Ganze lockerer, unverbindlicher, vielleicht einfach als nette Begleitung, Sex, Zeitvertreib oder was auch immer... merkt womöglich sogar, dass der andere emotional tiefer reingeht und sagt ebenfalls nichts.

Warum?
Weil Konfliktvermeidung in beide Richtungen funktioniert und es viel schöner ist, wenn man am Ende mit dem Finger auf den anderen zeigen kann. Schau, der wars... der Idiot. (ich gendere hier nicht)

Dann kommt meistens das langsame Auslaufenlassen... weniger Nachrichten, weniger Initiative, weniger Treffen, weniger emotionale Verfügbarkeit. Für den einen ist das längst ein Rückzug. Für den anderen beginnt jetzt erst recht das Kopfkino...

Hat er Stress?
Ist gerade viel los?
Braucht sie Abstand?
Hab ich was falsch gemacht?
Meldet er sich morgen wieder?

Und während der eine innerlich immer weiter aussteigt, investiert der andere noch mehr Gedanken und Gefühle hinein...

Da frage ich mich halt schon: Ist man es sich selbst nicht irgendwann schuldig, die eigenen Gefühle auch einmal auf Realität zu überprüfen?
Ich mein, immerhin wird hier schon sehr viel von einem "erwachsen sein" gesprochen. Aber ist halt schöner wenn man es danach immer noch von sich selbst behaupten kann. Fingerzeig - eh schon wissen.

Wenn ich merke, dass ich mich emotional immer weiter hineinsteigere... warum spreche ich es nicht an?
Wenn ich merke, dass der andere mehr will als ich... warum spreche ich es nicht an?

Beide vermeiden genau das Gespräch, das die Situation vermutlich schon Wochen vorher geklärt hätte.

Beim abrupten Ghosting ist die Sache nur radikaler... einer denkt vielleicht längst, da entsteht etwas, der andere hält den Kontakt für locker oder inzwischen schlicht belanglos. Oder er merkt sehr wohl, dass ein Gespräch notwendig wäre, drückt sich aber davor und verschwindet.

Und nein... bevor wieder dieses unsägliche „Täter-Opfer-Umkehr“ kommt, die in so einem Fall überhaupt nichts zu suchen hat. 🙄
Es geht nicht darum, Ghosting schönzureden oder dem Geghosteten die Schuld dafür umzuhängen. Es geht darum, eine Dynamik nicht erst ab dem ENDE, Rückwirkend oder nur aus einer Perspektive zu betrachten.

Wenn zwei erwachsene Menschen monatelang nicht darüber sprechen, was sie fühlen, wollen oder erwarten... dann haben nun mal oft beide ihren Anteil daran, dass irgendwann eine völlig schräge Situation entsteht.

Nicht zwingend 50:50... auch nicht jede Situation ist gleich... und Ghosting bleibt trotzdem kein besonders erwachsener Umgang damit...

Aber nur zu sagen „der eine ist Täter, der andere Opfer“ und alles davor komplett auszublenden, ist mir ehrlich gesagt zu bequem.

Gefühle kann man nicht immer zur Gänze steuern... aber reden, auch wenn es mir schwer fällt einen klaren Kopf zu behalten, könnte man darüber schon 😉
Ja und nein ,da hast du nicht unrecht ,ich hab zugegebenermaßen nur schnell durchgelesen

in meinem spezifischen fall zb wurde aom Anfang an alles besprochen ,wie und wo das hinführt,wann usw ,wir hatten uns 1xwoche gezielt zeit dafür genommen um über alles zu sprechen damit interpretierungen und Missverständnisse vermieden werden können
Ist es trotzdem passiert?
War das auch jemand der von sich behauptet hat sowas nie zu tun oder gar zu dulden?Ja
Was solls.
Niemand kann in wen anderen rein schauen,man kann nur offen sein und zuhören🤷‍♀️
 
Ja und nein ,da hast du nicht unrecht ,ich hab zugegebenermaßen nur schnell durchgelesen

in meinem spezifischen fall zb wurde aom Anfang an alles besprochen ,wie und wo das hinführt,wann usw ,wir hatten uns 1xwoche gezielt zeit dafür genommen um über alles zu sprechen damit interpretierungen und Missverständnisse vermieden werden können
Ist es trotzdem passiert?
War das auch jemand der von sich behauptet hat sowas nie zu tun oder gar zu dulden?Ja
Was solls.
Niemand kann in wen anderen rein schauen,man kann nur offen sein und zuhören🤷‍♀️

Deshalb galt der erste Satz ja auch explizit deinem Fall.

Und nur derartige Situationen stellen für mich „echtes“ Ghosting dar, wenn vorab (scheinbar) alles geklärt wurde.

Anderes Beispiel:
Wenn ich mich jemandem gegenüber ziemlich mies verhalte und derjenige dann den Kontakt abrupt abbricht, kann ich immer noch sagen: „Er/Sie hat mich geghostet“, ohne meine eigene „Mitschuld“ erwähnen zu müssen.

Ist es dann wirklich Ghosting... oder war es schlicht vorhersehbar?
 
Danke für deinen Beitrag. Dies stellt für mich Ghosting dar... zumindest hat er die Situation noch aufgelöst. Tropfen, heißer Stein und so...



Für mich beginnt Ghosting meistens nicht in dem Moment, in dem einer plötzlich nicht mehr antwortet... sondern viel früher.

Zwei Menschen lernen sich kennen, schreiben, treffen sich, haben irgendeine Form von Beziehung zueinander... nennen wir es Liaison, Bekanntschaft, Freundschaft plus, whatever... Keiner sagt klar was Sache ist, was erwartet man sich davon oder ob man überhaupt dasselbe darin sieht oder will.

Der eine entwickelt mehr Gefühle, interpretiert vielleicht mehr hinein, als tatsächlich vorhanden ist... sagt aber nichts. Warum? :unsure: Weil die Antwort eventuell unangenehm sein könnte. Der andere sieht das Ganze lockerer, unverbindlicher, vielleicht einfach als nette Begleitung, Sex, Zeitvertreib oder was auch immer... merkt womöglich sogar, dass der andere emotional tiefer reingeht und sagt ebenfalls nichts.

Warum?
Weil Konfliktvermeidung in beide Richtungen funktioniert und es viel schöner ist, wenn man am Ende mit dem Finger auf den anderen zeigen kann. Schau, der wars... der Idiot. (ich gendere hier nicht)

Dann kommt meistens das langsame Auslaufenlassen... weniger Nachrichten, weniger Initiative, weniger Treffen, weniger emotionale Verfügbarkeit. Für den einen ist das längst ein Rückzug. Für den anderen beginnt jetzt erst recht das Kopfkino...

Hat er Stress?
Ist gerade viel los?
Braucht sie Abstand?
Hab ich was falsch gemacht?
Meldet er sich morgen wieder?

Und während der eine innerlich immer weiter aussteigt, investiert der andere noch mehr Gedanken und Gefühle hinein...

Da frage ich mich halt schon: Ist man es sich selbst nicht irgendwann schuldig, die eigenen Gefühle auch einmal auf Realität zu überprüfen?
Ich mein, immerhin wird hier schon sehr viel von einem "erwachsen sein" gesprochen. Aber ist halt schöner wenn man es danach immer noch von sich selbst behaupten kann. Fingerzeig - eh schon wissen.

Wenn ich merke, dass ich mich emotional immer weiter hineinsteigere... warum spreche ich es nicht an?
Wenn ich merke, dass der andere mehr will als ich... warum spreche ich es nicht an?

Beide vermeiden genau das Gespräch, das die Situation vermutlich schon Wochen vorher geklärt hätte.

Beim abrupten Ghosting ist die Sache nur radikaler... einer denkt vielleicht längst, da entsteht etwas, der andere hält den Kontakt für locker oder inzwischen schlicht belanglos. Oder er merkt sehr wohl, dass ein Gespräch notwendig wäre, drückt sich aber davor und verschwindet.

Und nein... bevor wieder dieses unsägliche „Täter-Opfer-Umkehr“ kommt, die in so einem Fall überhaupt nichts zu suchen hat. 🙄
Es geht nicht darum, Ghosting schönzureden oder dem Geghosteten die Schuld dafür umzuhängen. Es geht darum, eine Dynamik nicht erst ab dem ENDE, Rückwirkend oder nur aus einer Perspektive zu betrachten.

Wenn zwei erwachsene Menschen monatelang nicht darüber sprechen, was sie fühlen, wollen oder erwarten... dann haben nun mal oft beide ihren Anteil daran, dass irgendwann eine völlig schräge Situation entsteht.

Nicht zwingend 50:50... auch nicht jede Situation ist gleich... und Ghosting bleibt trotzdem kein besonders erwachsener Umgang damit...

Aber nur zu sagen „der eine ist Täter, der andere Opfer“ und alles davor komplett auszublenden, ist mir ehrlich gesagt zu bequem.

Gefühle kann man nicht immer zur Gänze steuern... aber reden, auch wenn es mir schwer fällt einen klaren Kopf zu behalten, könnte man darüber schon 😉


Hab zuerst schon geglaubt, des is a Beitrag von da @Mitglied #247512 🤣
 
Deshalb galt der erste Satz ja auch explizit deinem Fall.

Und nur derartige Situationen stellen für mich „echtes“ Ghosting dar, wenn vorab (scheinbar) alles geklärt wurde.

Anderes Beispiel:
Wenn ich mich jemandem gegenüber ziemlich mies verhalte und derjenige dann den Kontakt abrupt abbricht, kann ich immer noch sagen: „Er/Sie hat mich geghostet“, ohne meine eigene „Mitschuld“ erwähnen zu müssen.

Ist es dann wirklich Ghosting... oder war es schlicht vorhersehbar?
Du begibst dich hier in richtung Selbstreflektion 😅das ist ein anderes Thema ✍👍
 
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