Hab die Tage sehr lange mit einem guten Freund gequatscht. Seine Situation ist quasie 1:1 der Meinen. Nur die Krankheit ist auslösend eine andere.
Wo kommt dem die ganze innere Schieflage eigentlich her? Wir werden halt gesellschaftlich und kirchlich geprägt.
Wir wachsen im monogam “vorgelebten“ Mama und Papa haben sich ganz doll lieb Modell auf. Schnell merkt der Ein, oder Andere...das es hinter dem Vorhang der Bühne gar nicht funktioniert. Da bleiben dann noch die Dogmata des Glaubens...an die sich oft nicht mal der Prediger selber hält. Aber schöne Fassade
Wie ist denn die Realität? Zumindest in meiner Familie gibt es nicht eine Ehe...die funktioniert hat. Die, die verheiratet geblieben sind...haben gesoffen, gestritten...Fremdgehen, Lügerei...
Das Modell...“Nur Du“, Für immer wir, in guten wie in schlechten Zeiten...

Ja...geht so lange gut, wie es keine langfristigen und existenziellen Probleme gibt. Gibt es sie...und halten sie lang genug an...zeigt sich sehr schnell, wie es um diese selbst auferlegten und zivilisations romatisierten Regeln steht...
Wir haben alle Freunde und Bekannte, ein soziales Umfeld...dieses ist fast immer so ausgelegt, das alle unsere eigenen Interessen vertreten sind. Teils auch mit Schnittmengen. Alles in einer Person findet sich kaum...
Aber bei Emotionalität und Sexualität...da sind die Ansprüche ganz hoch. Moralisch so hoch...das man ehr ein funktionierendes Lebens Modell kaputt gehen lässt...als sich ein Stück weit zu lösen, von dieser Erwartungshaltung.
Ich verschreibe mich hochmoralisch diesem einen Menschen...erwarte von ihm, das er es mir gleich tut...- den Rest des Lebens! Egal ob er daran kaputt geht...oder nicht...sein Problem, wie er es für sich selber löst...er hat es mir versprochen, sich mir versprochen...
Er hat sich in allem was er ist...quasie selber enteignet...
Das ist so zum Kotzen...
Eine Ehe die zwischenmenschlich und lebenspraktisch hervorragend funktionier...ist dem Tode geweiht, wenn einer von beiden “ein unmoralisches Dreckschwein“ ist...und wo anders Sexualität auslebt. Ganz egal wie er hinter dem Partner steht, wie viele Probleme er mit stämmt, wie viel Leid er mit erträgt...ohne das es ihm je in den Sinn käme...die Ehe zu verlassen.
Es interessiert keinen...wie viel Verzicht es bedeutet...wenn der Partner krank ist, man selber nicht helfen kann...ausser da zu sein und zu bleiben...! Das mal wertungsfrei und gelöst von moralischen Ansprüchen zu betrachten, als Aussenstehender...ist kaum jemandem möglich. Es wird direkt geurteilt und alles andere, was den Menschen ausmacht...ist nichts mehr Wert.
Diese moralische “Einbahnstraße“...kann lieber in Selbstaufgabe und Depression des “Gesunden“ enden...bevor Sexuallität ausserhalb der Partnerschaft akzeptiert wird.
(In meinem Umfeld ist das so...)
Hobbys...die ein Partner nicht teilt...die man selber aber als erfüllend und bereichernd empfindet...darf man mit anderen Menschen ausleben...mit voller Leidenschaft und Hingabe...! Diese Menschen dürfen auch wechseln...keiner bewertet, wenn unsere Sport Partner, Kickerfreunde, Schachkumpels...etc. häufig wechseln.
Warum ist das aber bei den Dingen so, die ich, die wir... in einer Ehe für normal und richtig halten? Warum ist das so?
Vor etwas mehr als einem Jahr hat mir meine Frau freigestellt, mich aus dem Eheversprechen zu lösen...
Da ich unsere Ehe als wirklich gut empfinde...war und ist dieser Gedanke für mich ausgeschlossen. Würde ich aber offenkundig ab jetzt durch fremde Betten wandern...nur der Sexuallität wegen...und ohne an allem anderen zu zweifeln, das unser gemeinsames Leben ausmacht...
Bin ich mir sicher...die Ehe währe zwischenmenschlich in allen Belangen erledigt. Auch in Ihrer Familie hat nicht eine Ehe funktioniert...
FUßNOTE
Das sind MEINE Gedanken...die sich aus den letzten Wochen heraus sehr stark manifestiert haben. Ich sage nicht...das sie allgemein gültig sind, für andere richtig zu sein haben...oder die Gedanken anderer deshalb verkehrt sind.
Wer sich davon provoziert fühlt...möge davon abweichen...und sich diesen Stiefel bitte nicht anziehen.
Themen Start war inklusive der Frage...wie man darüber denkt, oder damit umgeht...
Mein Denken verändert sich zur Zeit. In wie weit mein Umgang damit sich noch verändern wird, weis ich grade noch nicht...aber sowie es bis vor Kurzem war, kann es nicht bleiben...