Liebe Zaubermuschel, ich versteh schon, worauf du hinauswillst. Denkst du, ich hätte kein Verständnis, wie verzweifelt man sein kann, wenn einem der Sex vorenthalten wird? Glaubst du ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn man wochen- und monatelang an der Seite des geliebten Partners buchstäblich eingeht, weil dieses Grundbedürfnis nach Sex nicht gestillt wird? Das kenne ich, ich weiß auch wie beschissen man sich fühlt, wenn man anfängt, sich wie ein Tier zu fühlen, weil man ständig an Sex denken muß und man vor lauter Verzweiflung anfängt, an Sex mit anderen zu denken.
Und ich kann mir gut vorstellen, wie es ist, wenn neben der Frau auch noch ein Kind da ist und man beide nicht einfach "ablegen" will und kann.
Alles das kann ich zum Teil aus eigenem Erleben nachvollziehen, wirklich.
Und dann sehe ich, wie jemand in dieser Lage anfängt, seine Situation einseitig zu "schönen", indem er bereits erste Schritte in die Heimlichkeit tut. Und ich weiß, daß er sich damit weiter in eine Ausweglosigkeit hineinreitet, die schon viele andere beschritten haben, das Thema ist ja wahrhaftig kein Neues. Es wird ihm nicht helfen, er wird doch allerhöchstens kurzfristige Erleichterungen finden. Wie oft? Vielleicht so oft wie der eheliche, 14-tägige Sex? Seltener? Und wo? Daß er hier eine Sexpartnerin findet wäre möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Oder Geld für eine SW aufbringen? Wie oft wird das finanziell möglich sein?
Und dann? Heimlichkeiten. Organisieren, darauf warten, daß er zum nächsten heimlichen Stelldichein geht oder sich das nächste halbe Stünderl bei der SW leisten kann?
Mag sein, daß meine Antworten "knackig" wirken. Da steckt auch viel Zorn drin, nicht nur weil er ein "Arsch" ist, sondern weil er bereits auf dem besten Weg ist, wie so viele einen Weg zu beschreiten, der gerade mal so viel Erleichterung bietet - vielleicht! - daß er weiter im Trott machen kann, ohne einer Lösung auch nur einen Schritt näher zu kommen. Ich bezweifle sehr, daß die paar Schritte "nebenraus" ihm die Häufigkeit an Sex sehr viel näher bringen wird. Sowas erbittert mich, weil ich zu oft mitbekomme, wie jemand dann mit 50, 60 oder noch später feststellt, daß er sich in vermeintlichen Auswegen verheddert hat, die lediglich das ursprüngliche "Leiden" in die Länge gezogen haben.