Nicht was er/sie braucht, sondern verdient.
Es ist einfach nicht so, dass jeder bekommt, was er braucht, wenn ers braucht.

das fällt für mich in die Kategorie universumswünscher. Man kann Dinge unternehmen, damit Dinge passieren. Ob sie dann wirklich passieren, liegt an vielen, vielen Faktoren.
Auch, je nach Standpunkt, von wo aus ich die Dinge betrachte.
Ich versuch's an einem Beispiel im Erzählen, vielleicht wird dann klarer, was ich meine, ok?
Wir kriegen alle Aussehen, Charaktermerkmale, Erziehung mit auf den Weg ins Leben. Manche gute, manche weniger gute. Kann man sagen, das ist unfair, aber ich seh's wie ein Blatt Karten, das man beim Pokern auf die Hand kriegt: man kann auch mit lausigen Karten gewinnen.
Als junge Frau dachte ich immer, ich wünsch mir doch nichts weiter als jemanden, der mich liebt. Stimmte nicht, obwohl der Wunsch natürlich da war. Dringender aber war das, was ich damals nicht spüren konnte, nämlich: mich selbst kennenlernen, mögen, verstehen. Das hatte Priorität. Ich fand niemanden, der mich liebt, und das war konsequent. Das hat sich geändert, als ich immer mehr zu mir gekommen bin.
Anderes Beispiel, weil das immer wieder mal geschrieben wird: "Ansprüche stellen, die man selber nicht erfüllt". Tu ich, und das voller Überzeugung. Natürlich gibt's Dinge, die mir wichtig sind und wo ich auf Übereinstimmung Wert lege, gar keine Frage. Aber wenn ich alle Ansprüche, die ich habe, selbst erfüllen würde, bräuchte ich keinen anderen Menschen, ich wäre selbstgenügsam.
Will sagen: wir haben Prioritäten, auch in dem, was wir uns wünschen. Und wir verändern uns, strahlen das auch aus, wenn wir uns selbst auf den Grund gehen. Merk ich momentan in einer Art, die mich manchmal fast umhaut. "Ich tu noch nicht": logische Konsequenz daraus.
Oder einfacher: wer jahrelang auf der Suche nach etwas ist, ohne es zu bekommen, sollte mal anfangen, ob das, was er oder sie signalisiert, wirklich das ist, was er wirklich will.