Ich halte 90% der ganzen Theorien zu den Preisen in Österreich für Unfug weil ein naher Verwandter einmal in der (sehr viel) höheren Ebene bei einer bekannten Supermarktkette gearbeitet hat.
Fakt ist eben das viele Österreicher öffentlich nicht auf den Preis achten weil sie sehr arrogant sind und von der ständigen Scham heimgesucht werden als arm zu gelten.
Psychologisch ist es damit zu begründen das Österreich einmal in weiten Teilen wirklich sehr arm war, es aber immer reiche Bürger gab und man dieses Manko im Proletariat durch Theater ausgleichen wollte. Das wurde dann quasi zum gängigen Lebensstil.
Der Handel ist nicht blöde und der Österreicher dadurch das perfekte Opfer!
Der Österreicher verdient gut und ob er sich einen Urlaub, ein besseres Auto oder ein Haus leisten kann ist dem Supermarkt / Lebensmittelkonzernen natürlich egal.
Der wirklich arme Österreicher ist als Käufer für die meisten Sparten ohnehin fast irrelevant.
Es zählt nur das Kaufverhalten!
Der Österreicher zahlt eben im Schnitt 30% mehr und würde sich nie öffentlich darüber aufregen sich keine Steaks, Fisch und Hühner mehr leisten zu können.
Er mault lieber über das "System", diverse angeblich Verantwortliche die oft einen feuchten Furz mit den Preisen zu tun haben, irgendwelche Steuern und natürlich verbreitet er hundert Theorien um dadurch wiederum vor anderen selbst intelligent zu wirken. Er ist der einzige der das System versteht, weil er der Schlaue ist... .
Nur mal ein sehr vereinfachtes Beispiel!
Ich kaufe 100.000 Äpfel in Deutschland. In Deutschland bekomme ich pro Apfel 1,00€.
Verkaufe ich den gleichen Apfel in Österreich um 1,30€, kauft den aber auch jeder.
Natürlich ist es etwas Mehraufwand.
Aber die Österreicher werden nicht über mich maulen, sie werden ihren angeblich Verantwortlichen die Schuld geben, sie werden von Steuern reden, vom bösen Europa, von Weltverschwörung. Aber nicht über mich, den Typ der 0,30€ mehr pro Apfel verdient weil er es einfach macht.
Mit dem Gewinn kaufe ich mich bei einer Apfel Plantage in Österreich ein. Die mache ich noch Bio und voll heimisch.
Und dann verkaufe ich die Äpfel von dort nicht um 1€, auch nicht um 1,30€, sondern um 2€.
Denn diese Äpfel sind ja nun besser als andere Äpfel. Denn die sind Bio UND Austria. Und darum natürlich mehr wert!!!!

Dem Bauer der für mich die Arbeit macht zahle ich natürlich auch nicht mehr als wenn ich die Äpfel in Deutschland um 1€ pro Stück verkaufe. Warum auch? Der Apfel ist nur 1€ wert.
Beobachtet einfach selbst die Kassen wenn ihr Zeit habt. Das Waggerl wird mit namhaften Waren vollgepackt die von Konzernen stammen die hauptsächlich auf Luft, Wasser und künstlichen Geschmack setzen. Für diesen Mist bezahlt man gerne das doppelte und danach trifft man dann Freunde und es wird maximal darüber gemault wie teuer alles geworden ist.
Warum wurde es dann gekauft?!
Um darüber zu maulen?
In der App der Kette oft Gutscheine von -30%. App ist zu kompliziert, würde tatsächlich erfordern das man sich 5 Minuten damit beschäftigt. "So arm bin ich ja nicht!"
Voll peinlich damit an der Kassa zu zahlen.
Als höchstes der Gefühle halte ich eine Karte hin um Punkte zu sammeln die ich nur einlöse wenn die Kassiererin es selbst proaktiv vorschlägt!
Dazu überwacht mich dann mit der App die CIA. (Dürfen "die" eigentlich nicht erfahren wie blöd man einkauft?)
Aufkleber mit -25%. Auch hier oft: "Den Dreck brauche ich nicht!" Ich kann es mir ja leisten! Nur zu vertreten wenn man als aktive Hausfrau auftritt.
Die Idee das der -25% Aufkleber bereits einkalkuliert ist und die Ware trotzdem noch großen Gewinn macht? Genau wie beim digitalen -30% Gutschein? Fehlanzeige!
Man geht höchstens davon aus dem Supermarkt damit kräftig eines auszuwischen.
Fazit. Man kann mit Apps, Sonderangeboten, der Nutzung mehrerer Läden für eine Einkaufsliste auch die gleichen oder sogar bessere Preise als in anderen, günstigen EU Ländern erzielen. Man kann die beste Qualität erzielen wenn man statt Werbegetöns auf die reale Qualität achtet.
Dazu muss man aber einige unbequeme Wahrheiten akzeptieren. Zum Beispiel das "Buhuhu" und "heul" diverser armer, armer Leute die ja nichts für ihre "Äpfel" bekommen die im Vergleich zu anderen sogar einfach Mist schmecken.
Ändern wird sich nur etwas wenn die Käufer in Österreich bewusster und konsequenter agieren und auch einmal den Handel in einer EU oder einer Welt verstehen lernen.
Und wenn man hier versucht die Vorgaben für den Handel planwirtschaftlich zu verändern ohne das Konsumverhalten anzupassen wird man in Zukunft um "Äpfel" anstehen müssen.
Wer den Preis in Österreich hochtreibt? Der Österreicher der brav diese Preise bezahlt und alles als minderwertig und peinlich betrachtet was billiger sein würde.
Andere Länder sind meistens nicht "billiger", sie bezahlen einfach nicht mehr als die dortigen Preise. Freie Marktwirtschaft!
Und natürlich gibt es auch andere Faktoren die Preise beeinflussen. Öko und Umweltvorgaben, Energiepreise, Transportwege, Steuern, Absatzzahlen und vieles mehr. Aber der Hauptfaktor sind sie eben nicht. Denn selbst wenn man alles abschälen würde passt der Preis eben immer noch nicht.