Seit die Gleichstellung er Geschlechter im Wirtschaftsleben oberstes Gebot ist, wagt man sich kaum mehr offen zu betonen, was die wahren männlichen Tugenden sind. Ich wage es trotzdem:
Nach wie vor gehören Zielbewusstsein, Geradlinigkeit, Hilfsbereitschaft und Mut dazu und im Umgang mit Frauen zusätzlich Einfühlsamkeit, Rücksicht und ein gewisses Mass an Galanterie.
Wie seht ihr das?
Zu Recht.
Erinnert mich an ein Erlebnis gegen Ende der 80er. Ich lebte damals in einer 8er-WG (5 Männer, 3 Frauen) und während einer unserer wöchentlichen Zusammenkünfte meinte einer: "Der einzige Mann in dieser Gruppe ist die Fritzie".
Hat mir zuerst geschmeichelt, dann hat's mich grantig gemacht, weil es darum ging, daß die meisten sich nicht trauten, ihre Klappe aufzumachen und unbequeme Dinge auszusprechen - harmoniebedürftige Alltagsscheiße halt. Hieß im Umkehrschluß aber auch: Dinge für sich behalten statt klären wäre "weiblich", und so ist es ja nicht.
Ich stehe auf "männlich", hab ich ja schon öfter betont, und damit verbunden sind Eigenschaften, die ich als "typisch" männlich empfinde: Entschlußkraft, Handlungsfreudigkeit, auch die Fähigkeit, sich Dinge/Meinungen am Arsch vorbeigehen zu lassen und es zu ertragen, auch mal als Idiot oder Arsch dazustehen, außerdem die Fähigkeit, unabhängig von eigenen Befindlichkeiten Dinge pragmatisch zu beleuchten und abzuwägen, wo das eigene Ego querschießt - achja, dazu kommen für mich eben auch "optische Informationen", die wie das bisher Genannte für beide Geschlechter mehr oder weniger zutreffen. Körperhaare trimmen-rasieren-auszupfen ist "weibisch", manikürte Fingernägel sind "weibisch", Dessous sind "weibisch" (an meiner Wortwahl dürfte schon zu erkennen sein, daß solche Dinge auf meiner sexuellen Wahrnehmungsliste nicht grad weit oben stehen). Immerhin bin ich sexistisch genug, daß Mann lange Haare haben kann, da bin ich bissl nachlässiger als bei Frauen.
Ob ich jemanden als "männlich" oder "weiblich" wahrnehme, ist nur in Sachen sexueller Attraktivität für mich relevant, der größere Teil meines Lebens bleibt davon unberührt. Ich mag "weiblich" sehr, solange es nicht in mein Bett will.
