Blind bin ich nicht.
Dein Glück sollte nicht an eine Partner gekoppelt sein. Wenn man das machen würde, könnte z.B. der überraschende Tod dessen dich aus der Umlaufbahn werfen.
Das sehe ich anders. Für mich zeugt Menschsein von einem Wunder.
Wie du selber schreibst, liegt da eine lange Zeitspanne dazwischen. Bewusstwerdung geschieht nicht über Nacht. Ein Baby kommt nicht auf die Welt und kann laufen.
Dem ersten Satz kann ich vollumfänglich zustimmen. Handlungen geschehen nicht in einem luftleeren Raum. Ergo hat es immer auch Auswirkungen auf das Umfeld.
Ob wir diese Vergangenheit endlich überwinden können, wird sich weisen.
Ich habe meine Großeltern, bezüglich dieser Vergangenheit gelöchert. Wie konnte das geschehen usw.
Die letzten sechs Jahre haben (mir) gezeigt, dass es nach wie vor sehr fragil ist. Und wir uns nicht sicher sein können.
Wenn man z.B. als Blinddarm bezeichnet wird, auf den die Gesellschaft verzichten kann, muss widersprochen werden, von Anfang an. Da gebe ich dir recht.
Wir sprechen hier von grundsätzlich verschiedenen Dingen.
Es wurde bereits von mehreren anderen außer mir erklärt, dass "unverbindlicher Sex" nicht bedeutet, dass man sich nicht aufeinander einlässt. Es bedeutet für die Mehrheit auch nicht, dass man Sex konsumiert und die Sexualpartner wechselt wie andere die Unterwäsche.
Es bedeutet, dass klar ist, dass außerhalb der gemeinsam gelebten Sexualität und allem was dazugehört, keine Verpflichtungem entstehen.
Das kann natürlich mit der Zeit trotzdem passieren, aber es muss nicht sein.
Das wovon Du sprichst ist für mich Menschen und deren Sexualität zu konsumieren, auch wenn man nicht dafür bezahlt. Das gibt es vereinzelt.
Wenn Du viele davon in Deinem Bekanntenkreis oder Umfeld hast, belehrt mich das eines Besseren. Ich dachte immer, dass ich mich in meiner Künstlerblase in einem Bereich bewege, in der ein in Relation gesehen höherer Prozentsatz mit pathologischen Problemchen zu kämpfen hat, vor allem was die Sexualität betrifft. Aber offenbar stimmt das nicht.
Auch bei Bewusstheit sprechen wir vermutlich von verschiedenen Dingen. Bei Dir schwingt da für mich schon wieder eine "Bewusstheit" mit rein, die einem auserwählten Kreis von Menschen zugänglich ist.
Sich seiner selbst bewusst zu sein bedeutet wissenschaftlich, dass man im Spiegel erkennt, dass man das selbst ist und nicht jemand anderer.
Und selbst das Fehlen dieser Form des Bewusstseins ist kein Maßstab für Menschsein.
Ein Mensch ist nicht mehr oder weniger Mensch und er gibt nichts von seinem Menschsein auf, ganz egal was er wann wo und wie tut.
Eine Bewusstheit darüber wie Aktionen oder Begebenheiten und Gewohnheiten sich langfristig im Außen oder Innen auswirken werden oder können, entwickeln viele Menschen zeit ihres Lebens nicht.
Sie bleiben trotzdem vollwertige Menschen.