Glaub ich gar nicht. Allein aufgrund der Bevölkerungsdichte werden weitaus mehr Ressourcen benötigt als außerhalb, um zu überleben. Das macht man nur wenn man sich im Notfall auf die Regierung verlässt. Was nützt einem eine Wohnung wenn man darin verhungert?
Kommt eben immer darauf an welche Art von Krise kommt und wie sich die eigene Umgebung verhält.
Angenommen man lebt in guter Umgebung und viele verlassen in der Krise die Häuser und Wohnungen um auf das Land zu flüchten. Dann kommen erfahrungsgemäß ziemlich schnell Plünderer. Das konnte man in Österreich sogar schon bei Hochwasser Evakuierungen im Burgenland beobachten. Ob man sich dann der Gefahr stellen kann oder will ist natürlich eine Entscheidung die Folgen haben kann.
Gerade die besser betuchten Gebiete können da schnell heimgesucht werden, weil dort natürlich auch mehr zu holen ist.
Die Staatlichen Ordnungskräfte werden natürlich ihr Bestes geben, aber bei größeren Krisensituationen könnte der Schutz von evakuierten oder stark ausgedünnten Gebieten schnell an Priorität verlieren.
Die Niederschlagung von Aufständen etc. könnte da z.B. Kräfte binden und man steht plötzlich ohne Schutz da. Und gerade Hauptstädte sind in Krisen immer gerne das Ziel von Unruhen und Großdemonstrationen wo auch Polizei und Militär an die Grenzen kommen.
Ein Zivilgebäude ist in der Regel nicht zur Verteidigung geeignet. Selbst wenn man Türen und Fenster in den Griff bekommt, das Gebäude selbst ist anfällig für Feuer und bei diversen "modernen" Baustilen hat man oft nicht einmal Wandstärkenschutz vor Zivilmunition.
Ein Gebäude ist immer auch eine Falle. Selbst einer der geübtesten Soldaten seiner Zeit hat es in Frankreich in den 70er Jahren trotz Bewaffnung nicht geschafft einer Gruppe erfolgreich zu widerstehen die sein Haus anzündeten und dann das Feuer auf ihn eröffneten als er eine Flucht aus dem Gebäude versuchte. Noch anfälliger sind natürlich Wohnungen in Mehrparteienhäuser, vor allem in höheren Stockwerken.
Der selbstbewusste Verteidigungssinn der sich auf Haus und Hof bezieht ist oft ein psychologischer Griff in das Klo. Bewegung schlägt Stellung. Stellung soll verzögern, lähmen, Kräfte binden, Verluste auf eigener Seite minimieren, beim Gegner maximieren. Im Zivilbereich ohne Hoffnung auf Entsatz, Rückzugskorridor oder Evakuierung reiner Selbstmord.
Aussitzen kann man realistisch ohnehin nur Zeitabstände welche man mit Vorrat überbrücken kann. Eine kontinuierliche Eigenversorgung ist oft fragil und lockt zudem Fressfeinde. Steht man als gut vorbereiteter Mensch einmal vor dem Kollaps ist der Rest der Umgebung schon lange vorher kollabiert und man wird zum attraktiven Ziel. Die eigene Vorbereitung wird dann zum Damoklesschwert und verleitet zu falschen Entscheidungen weil man den Kipppunkt verpasst.
Im Idealfall bewegt man sich von der Gefahr weg. In ein "letztes Gefecht" oder eine Belagerung wird man höchstens unter sehr unglücklichen Umständen gezwungen. Sich selbst in so eine Situation zu bringen ist mehr als kontraproduktiv!
Realistisch und ohne "irrsinnige" Prepperpläne kann man sich am besten mit breit gefächerten Wert und Geldmitteln absichern. Ein zusätzliches Gratiskonto in Deutschland, Litauen und anderen Ländern sowie ein gut verteiltes Portfolio ist ohnehin auch ohne Krisen zu empfehlen.
Besser man kauft sich den Weg in die Sicherheit frei und gastiert dann wie ein Tourist und nicht als Flüchtling.