Schmertzt das wachsen nicht?
Meine Erfahrungen sind folgende:
Es ist wie beim Augenbrauenzupfen. Die ersten Male schmerzt es bei jeder Methode (beim Zuckern weniger, finde ich). Das Einwachsen von Haaren kann man vermeiden, indem man die enthaarte Haut regelmässig peelt oder die Stellen, an denen man dunkle Nachwuchspunkte sieht, mit einem rauen Material abreibt, wenn man den Eindruck hat, dass sich ein Haar unter der Haut verbiegt statt herauswächst.
Harzen:
wasserfestes Kunstharz (Plastik), das sehr heiss pro Hautabschnitt nur ein Mal mittels Roll-On Patrone oder mit einem Spatel aufgetragen und sofort mit einem fest draufgedrückten Stoffstreifen oder - sobald die Masse zäh geworden ist - mit der Hand gegen die Wuchsrichtung der Haare abgezogen wird, wobei ein Teil der Haare ab- statt ausgerissen wird.
Vorteile:
es geht sehr schnell – muss sehr schnell gehen
es ist sehr gründlich (wenn die Haare lang genug sind)
die ausgerissenen (nicht die abgerissenen) Haare wachsen langsam und dünner nach
Nachteile:
wenn die wasserfeste Masse zu hart wird, ist sie auch mit Öl kaum mehr zu entfernen
auf Textilien hinterlässt es waschresistente Flecken
die Haut wird durch das heisse Auftragen von Kunststoff sehr rot
die ab- statt ausgerissenen Haare sind schnell wieder zu sehen und stoppelig
ev. verwendete Stoffstreifen können nicht mehr wiederverwendet werden.
Wachsen:
wasserlöslicher Inverthonig (Zucker), wird wahlweise kalt (Zimmertemperatur) oder warm (leicht erhitzt) , in knetfester oder dickflüssiger Konsistenz, (je nach Länge und Dicke der Haare und je nach eigener Vorliebe bzw. Können) aufgetragen, wobei es viele Varianten und Methoden gibt (wer sich dafür interessiert, findet sie unter verschiedenen Stichwörtern im Internet dargestellt und erklärt). Die Masse kann mehrmals an einer Stelle angewendet und die Haare können daher auch mit der Wuchsrichtung entfernt werden, wodurch weniger Haare ab- statt ausgerissen werden.
Vorteile:
es lassen sich auch kürzere und feinere Haare (auch Gesichtshärchen) damit entfernen,
die wasserlösliche Masse klebt nur auf Haaren und ausgetrockneten Zellen (Peeling!!)
sie ist von der Haut und aus Textilien leicht mit Wasser zu entfernen,
sie ist auch kalt gut wirksam (auch aus dem Kühlschrank!!)
es werden mehr Haare ausgerissen, die später und dünner nachwachsen als abgerissene
es ist für jede

eine Methode dabei, die gelingt (zumindest das Abreissen gelingt immer)
die Paste lässt sich aus Zucker (und milder Säure) leicht selbst herstellen, wenn man sie nicht fertig kaufen will,
ev. verwendete Stoffstreifen können gewaschen und wieder verwendet werden.
Nachteile:
die Prozedur muss für einen gründlichen, anhaltenden Effekt ev. mehrmals an einer Stelle wiederholt werden
professionelle Depilatoras verlangen fürs Wachsen wesentlich mehr Geld als fürs Harzen.
Zwirnen:
Eine Zwirnschlaufe wird in der Mitte um die eigene Achse gedreht und mit der entstandenen Fadenspirale wird unter schnellen Auf- und Abbewegungen des vorderen Fadenteils über die zu enthaarende Stelle gefahren. Dabei klemmen sich die Haare in den gedrehten Faden und werden herausgerissen. Die Methode verlangt Geschicklichkeit und ziemlich viel Übung, damit es schnell und schmerzarm funktioniert. Sie ist die gründlichste Methode, weil sich mit dem Faden auch die allerfeinsten Härchen, die weder von Kunstharz noch von Zuckerwachs noch von einer Pinzette erfasst werden, entfernen lassen. Professionelle Depilaroras, die zwirnen, findet man in Wien nur in orientalischen Friseurläden.
Vorteil:
gründlichste Methode (s.o.)
Nachteil:
verlangt sehr viel Geschick,
zum selber Machen kaum geeignet (da man drei Hände brauchen würde)
professionelle Depilatoras, die das nicht nur im Gesicht machen, gibt es in Wien meines Wissens nach nicht.