Reise zum nächsten Stern

Ich würde mich auf genetisch einwandfreie Menschen nicht verlassen. Nicht selten gibt es spontane Mutationen. Und wirklich gesunde Menschen gibt es kaum noch. Zivilisationskrankheiten lassen sich nicht einfach durch die Genetik wegmachen. Aber der Gedanke scheint ja vielen zu gefallen: Der genetische Müll bleibt auf der Erde und nur das beste genetische Material darf dann auf einem anderen Planeten weiterleben.
 
Hi,

D.h. Du denkst, dass das per Unterdrückung funktioniert?

ich würde es nicht Unterdrückung nennen. Es ist die Exekutivgewalt.


... es geht ja mehr um die Frage, wie über so lange Zeit eine stabile Population aufgebaut werden kann.

Die Population bleibt über die gesamte Reise gleich. Sie muss ausreichen, am Zielplaneten eine genetisch gesunde Population aufzubauen. Bei Tieren sieht man 25 Paare als ausreichend an, um immerwährend genetisch gesund zu bleiben.


Der genetische Müll bleibt auf der Erde und nur das beste genetische Material darf dann auf einem anderen Planeten weiterleben.

Darum geht es nicht. Die Frage ist, wie viele Individuen es braucht, um sicher keine genetischen Defekte am Ziel (nach über 6.000 Jahren) zu haben, um dort eine genetisch brauchbare Population aufzubauen.

Es wird angenommen, dass 1/3 der Population am Weg durch Krankheiten etc. eliminiert wird.

Und unter der Prämisse ist es so, dass wenn 50 Paare losfliegen, 100% sicher ist, dass nach den 6.000 Jahren am Zielplaneten eine Population aufgebaut werden kann, die nicht durch Inzucht und Co. Gendefizite hat.

25 Paare haben eine Chance von 50% und 14 Paare haben eine Chance von 0%.

Also wenn man nur 14 Paare losfliegen lässt sind die alle tot bevor sie ankommen oder durch Inzucht etc. derart degeneriert, dass sie keine gesunde Population am Ziel aufbauen können.

LG Tom
 
Die Frage ist doch, ob es nicht für die Menschheit gut ist, auch genetische Defekte zu haben. Versteh mich nicht falsch, niemand möchte krank oder behindert sein, aber sie sind wichtig für das soziale Gefüge der Spezies Mensch.

Menschen wie mich zB würde es somit nicht geben (und ohne arrogant zu wirken, ich würde Euch fehlen), würde es nach genetischer Selektion gehen. Ich möchte zB nicht in einer Welt leben, wo es keine gesundheitliche und genetische Vielfalt gibt. Behinderungen, Krankheiten sind wichtig für eine Gesellschaft, sich weiter zu entwickeln. Keine Gesellschaft hat jemals durch Selektion einzelner Individuen überlebt.

Auch hat die spartanische Gesellschaft nicht überlebt, weil sie ihre behinderten Babies getötet haben. Die Geschichte zeigt doch immer wieder, dass Defizite körperlicher und mentaler Art wichtig sind, sodass der Mensch als soziales Wesen funktioniert - anders als bei Tieren, wo wirklich die Devise gilt: Der Stärkere überlebt.
 
Hi,

Die Frage ist doch, ob es nicht für die Menschheit gut ist, auch genetische Defekte zu haben.

auch Gendefekte sind hier bereits einkalkuliert. Darum geht es nicht. Die Frage ist, wie viele Individuen man mindestens losschicken muss, damit ein neuer Planet sicher besiedelt werden kann. Und wenn es weniger als 50 Paare sind, besteht das Risiko, der Planet nicht sicher besiedelt werden kann. Bei 14 Paaren ist ausgeschlossen, dass der Planet besiedelt werden kann.



und ohne arrogant zu wirken, ich würde Euch fehlen

Mir würdest Du in jedem Fall fehlen! ;)


würde es nach genetischer Selektion gehen.

Hier geht es ja nicht um genetische Selektion. Wenn am Weg - während der 6.300 Jahre - eine Alex geboren wird, dann lebt die auch ganz normal dort. Ob sie sich fortpflanzen darf wird eventuell eingeschränkt (Risikoabwägung), aber es geht ja nur um die Reise! Am Zielplaneten angekommen wird man relativ rasch die Vermehrung freigeben, weil wenn die 70 Leute ankommen ist genug genetische Vielfalt da, damit die Leute dort langfristig überleben können.

Es geht nur darum sicherzustellen, dass am Ziel genug genetische Vielfalt da ist, dass die nicht aussterben.

LG Tom
 
Ich würde mich auf genetisch einwandfreie Menschen nicht verlassen. Nicht selten gibt es spontane Mutationen. Und wirklich gesunde Menschen gibt es kaum noch. Zivilisationskrankheiten lassen sich nicht einfach durch die Genetik wegmachen.


Doch durch Genetik und künstlicher ausgewählter Befruchtung gibt es keine spontanen Mutationen mehr, wenn dann nur noch gewünschte.

Der genetische Müll bleibt auf der Erde und nur das beste genetische Material darf dann auf einem anderen Planeten weiterleben.

Sorry, aber darauf wird es letztendlich hinauslaufen. Kann mir nicht vorstellen, dass mit Riesenaufwand und absichtlich, genetisch schlechtes bzw. nicht kompatibles Material mitgenommen werden würde. Ebenso Personen mit Erbkrankheiten oder Imunschwäche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist, wie viele Individuen man mindestens losschicken muss, damit ein neuer Planet sicher besiedelt werden kann.


:cool: Jo, 5 Frauen und tonnenweise befruchtete Eizellen! :shy:

:smuggrin: Wozu unnötig lebende Männer mitzahn? Die nur Unmengen Ressourcen verbrauchen, gebt'ses auf, in Zukunft braucht keiner mehr Männer im Weltraum und auf anderen Planeten.:aetsch:
 
Es geht nur darum sicherzustellen, dass am Ziel genug genetische Vielfalt da ist, dass die nicht aussterben.

LG Tom

Ich denke, wir werden, wenn wir alle genetischen Veränderungen ausmerzen um alle Risiken einer möglichen Krankheit, ohnehin aussterben. Die Natur und jede Spezies muss sich über Generationen hinweg an die Lebensbedingungen nach ihren Möglichkeiten anpassen müssen. Wird eine künstliche Veränderung herbeigeführt, stirbt die Spezies. Der Mensch hat bis jetzt mit jedem seiner Aktion sich und die Umgebung zu verändern, enormen Schaden verursacht.

Die Natur lebt von der Unvollkommenheit. Warum gilt der Hai als bester Jäger im Meer? Weil er genau dieser Bedingung angepasst ist und das über Generationen hinweg. Er kann aber nicht fliegen ... und das ist gut so.

Und nicht jede genetische Veränderung (auch Behinderung) muss zum Nachteil der Spezies sein. Wäre es so, so würden wir noch immer auf allen Vieren herumkriechen und wären so behaart wie Stevos Hamster. Auch nicht schön. ;)
 
Ich denke, wir werden, wenn wir alle genetischen Veränderungen ausmerzen um alle Risiken einer möglichen Krankheit, ohnehin aussterben. Die Natur und jede Spezies muss sich über Generationen hinweg an die Lebensbedingungen nach ihren Möglichkeiten anpassen müssen.


Bis hierher richtig, jedoch in Zukunft werden wir einen anderen Weg gehen und die Umgebung und Natur an uns anpassen. Somit wird genetische Veränderung unnötig.
Siehe Erde jetzt mit Landwirtschaft, Verkerhrsnetzwerk, Grossstädte und Ausrottung unserer natürlichen Feinde - wir haben den Planeten schon übungsweise an uns angepasst, noch mit Fehler, aber war ja quasi erst der Prototyp und Lernobjekt.
Beim nächsten Planeten machen wir es dann besser.
 
Aber wenn man weiterdenkt: Es wird einmal so ein Schiff gestartet, das braucht 6000 Jahre, hundert Jahre später startet man ein neues, das nur 5000 Jahre braucht und tausend Jahre früher ankommt, als das zuerst gestartete, dann gehört der Planet denen und das erste Schiff kann wieder umdrehen, oder eh gleich beide wieder, weil in 4000 Jahren starten wir ein Touristenkreuzfahrtschiff mit Lichtgeschwindigkeit, dass die beiden locker einholt, besucht und Führungen dann dort an Bord der beiden Oldtimerschiffe macht.......:roll:
 
Hi,

:cool: Jo, 5 Frauen und tonnenweise befruchtete Eizellen! :shy:

:smuggrin: Wozu unnötig lebende Männer mitzahn? Die nur Unmengen Ressourcen verbrauchen, gebt'ses auf, in Zukunft braucht keiner mehr Männer im Weltraum und auf anderen Planeten.:aetsch:

wer versorgt die Menschen? Welches Sperma lässt sich Jahrtausende lang einfrieren? Mit wem keppeln die 5 Weiber, denen is ja bald fad.

LG Tom
 
Hi,



wer versorgt die Menschen? Welches Sperma lässt sich Jahrtausende lang einfrieren? Mit wem keppeln die 5 Weiber, denen is ja bald fad.

LG Tom

;) Gefrorene befruchtete Eizellen gibt es heute auch schon und im Prinzip ist es egal ob sie 10 oder 10000 Jahre gefroren sind. Aber es ist extrem unlogisch, extra Männer mitzunehmen, mit dem heute noch nötigen Riesenaufwand für jeden Kilo den's raufschießen, nur damits im All pempern können.
Wobei Jahrtausende müssen sie eh nicht durchhalten, wie gesagt nach einiger Zeit, lange bevors dort sind, sinds eh nur mehr Touristenattraktion dann. :lol::rofl:
 
Die Frage ist doch, ob es nicht für die Menschheit gut ist, auch genetische Defekte zu haben. Versteh mich nicht falsch, niemand möchte krank oder behindert sein, aber sie sind wichtig für das soziale Gefüge der Spezies Mensch.
Das ist eine Frage die wir, fürchte/hoffe :hmm: ich, wohl schon die nächsten 50-100 Jahre HIER zu beantworten haben mit Fortschreiten der Gentechnik (da wird ja nicht nur an Gemüse herumgepfuscht).

Was die ganze Frage von Generationsschiffen oder Reise zu den Sternen betrifft:
Damit beschäftigt sich die SciFi Literatur seid mindestens einem Jahrhundert. Und auch wenn Cryo-Reisen und Generationsschiffe schon ebensolang theoretische Modelle sind bleiben die realen Grenzen die gleichen:

Es ist ein unglaublich kostenintensives Projekt dass nur durch Zusammenarbeit multipler Großmächte annähernd realisierbar wäre mit praktisch NULL (0!!!) Payoff!
Retourreise ausgeschlossen und schon Daten zu schicken gestaltet sich als mehr als schwierig bis unmöglich.

Kolonialisieren um des Kolonialisierens Willen... im Imperialismus hatten die Großmächte Gründe (Ressourcen, Land, Prestige, Glauben, Macht)... im Weltall gibt es da viel weniger Motivation. Und wo keine Motivation ist dort ist auch kein Kapital
 
Die Frage ist doch, ob es nicht für die Menschheit gut ist, auch genetische Defekte zu haben

Das ist, finde ich, eine ganz zentrale Frage ... meine erste rein Darwinistische Antwort wäre gewesen: Veränderungen ja, Defekte vielleicht weniger ... aber dann hast Du einen weiteren wichtigen Punkt genannt:

aber sie sind wichtig für das soziale Gefüge der Spezies Mensch.

Und das würde ich in jedem Fall unterschreiben.

Grundsätzlich finde ich die technischen Aspekte echt nebensächlich - mir ging es viel mehr um das Gedankenexperiment. Und ja, natürlich ist das ein Standard-Thema für die Science Fiction Literatur. Kann ein gesellschaftlicher Konsens auf so eine Reise mitgenommen werden oder braucht es dabei andere Formen? Was passiert nach 6000 Jahren? Niemand kann sich im entferntesten an Verwandte erinnern, die vor so langer Zeit gelebt haben.
 
Hi,

ähhh das ist ein Gedankenexperiment. Es geht nur darum, wie viele Individuen man braucht für den gesicherten genetischen Arterhalt.

LG Tom
 
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