Das „prickeln“ ist ein bissel Schein. Es mag sich zwar toll anhören, aber der Sex dazu war meist so lala. So zumindest meine Erfahrung.
Als Single-Frau wird man in der Swingerszene regelrecht umschwärmt. Das fühlt sich zunächst gut an. Der tiefe Fall kommt nach dem Sex. Denn dann ist man dem Sexpartner von zuvor so richtig scheißegal. Dazu kommt der nur mittelmäßige Sex, bei dem ich womöglich nicht mal einen Orgasmus hab.
Nö, glaub nicht, dass ich da nochmal zurück kehren werde, aber die Zukunft wird es ja zeigen
Nachsatz: Hinzu kommen ein paar nicht so tolle Erlebnisse wie geplatzte Gummis (die Pille danach kannst als Frau selber bezahlen, weil er sich vertschüsst + diese Pille ist ne Bombe, da liegst einen Tag flach).
Ganz super sind auch die Typen, die versuchen zu tricksen und ohne Gummi zu ficken („Stealthing“), auch mehrfach erlebt.
Das "Prickeln" hat Nichts mit "Schein" zu tun - es kommt primär über neue ungewohnte Situationen/Szenarien und Spielpartner.
Und ganz Ehrlich gesagt - Natürlich nimmt es auch aus Distanz gesehen ab - wenn solche Aktivitäten zur Gewohnheit werden, oder die Spielpartner/Konstellationen dann immer die selben sind - es gibt halt immer nur ein "Erstes Mal" für eine Sache.
Ganz Objektiv - die negativen Ereignisse und Aspekte die Du beschrieben hast, haben auch an sich Nichts mit Swingen zu tun, das kannst Du überall anders auch erleben - natürlich auch, dass dein Sexpartner dann auf einmal das Interesse verliert, weil der Jagdtrieb befriedigt und die Beute erfolgreich erlegt wurde.
Wenn ich Dich richtig verstehe, ist das was Du ankreidest auch eine grundsätzliche Eigenschaft des Swingens - die Trennung der emotionalen Ebene von der Sexuellen und die Reduktion des Swingens auf den sexuellen Aspekt - das ist allerdings auch ein Schutz und die Offenheit des Umgangs damit und die straighte Ehrlichkeit die darin liegt sind dann oft für Jene interessant und wünschenswert, die in der Vergangenheit in konventionelleren Beziehungsmodellen enttäuscht wurden.
Und Sexualität ist halt nicht frei vom Kontext - Sex mit einem Partner, mit dem man emotional tiefer verbunden ist, möchte ich sogar als etwas kategorisch Anderes verstehen - es sind einfach unterschiedliche Baustellen.
Wenn man eine partnerschaftlich emotionale Leere verspürt, dann wird einem diese Tiefe fehlen ... wenn dieses "Platzerl" in seinen Bedürfnissen ausgefüllt ist (weil man einen Partner hat), dann fühlt man diese Leere nicht und der Abwechslungsaspekt tritt in den Vordergrund.
Und Viele versuchen dann einfach nur auch sich selbst (und Anderen) gegenüber zu Behaupten, sie suchen nur Sex .... weil sie eben enttäuscht wurden und sich nicht wieder der Gefahr einer emotionalen Verletzung aussetzen wollen - im Grunde des Herzens allerdings zutiefst Unglücklich sind, weil ihnen eine emotionale Partnerschaft fehlt.
Wie gesagt - ich denke heute nicht mehr ins so strengen Kategorien und Trennung zwischen Entweder/Oder sondern sehe das eher Situations- und Phasen-Bezogen.
Eine promiske Sexualität bringt halt etwas mehr Möglichkeiten und Abwechslung - was nicht heißen soll, dass sie Jeder immer braucht.
Gewisse Herausforderungen stellen sich zum Beispiel bei kürzeren Beziehungen aka "Serieller Monogamie" mitunter Gar nicht ... und in bestimmten Phasen hat man im Leben einfach auch andere Prioritäten - und wir sind ja in unseren Bedürfnissen und Wünschen ja auch nicht gleich ...
LG Bär