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Gast
(Gelöschter Account)
Jetzt machst du uns neugierig.
Woran denkst du wenn du dich im Spiegel anschaust ?
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An mich.
Ist das wirklich so kompliziert? Das, was ich in dem Moment fühle, bin ich. Wenn ich das im Gegenüber wiederfinde, paßt es. Wenn nicht und ich dann an mir zweifle, ist das schlecht, dann fange ich an, andere zu fragen, wer ich bin. Nennt man Komplexe.
Es geht mir um die Eigenwahrnehmung. Wenn jemand so unsicher ist, ob er als bisexuell gilt, weil er Sex mit dem gleichen Geschlecht haben will, dann ist das, was andere von ihm halten könnten, wichtiger als sein Bedürfnis.
Wie andere darüber denken, spielt nur dann eine Rolle, wenn sie mir ans Bein pinkeln (tut aber selten jemand, wenn ich es schaffe, ganz bei mir zu sein. Beispiel: als offen lebende Lesbe war ich akzeptiert und respektiert, ich habe selten erlebt, daß jemand mich dafür abgewertet hat.).
Würde ich das anders sehen, hätte ich es nie geschafft, meine div. Hemmungen zu überwinden. Es braucht Resonanz für das, was man mit anderen ausleben will. Aber eben nur in dem Bereich, wo sie mit meinen Bedürfnissen korrelieren. Würde ich weiter an dem, was andere mir einreden, festhalten, könnte ich meine Unsicherheiten nicht überwinden, dann wäre das was andere in mir sehen wichtiger als das, was ich empfinde. Ist einfach so'n Resonanz-Dingens - gibt bestimmt Leute, die dieses Phänomen besser beschreiben können als ich, anscheinend sind solche Zusammenhänge nicht so geläufig, obwohl ich eigentlich dachte, daß das fast jeder kennt.

