So sehr es einerseits oft explizit nur um Sex geht, so sehr prägen uns andererseits vermutlich überhöhte Romantik-Ideale, die insbesondere über die Medien transportiert und verbreitet werden. Wer sich in der Interaktion mit anderen daran misst, findet normale Anziehung vielleicht schnell zu wenig, hat eine verklärte Vorstellung, nimmt es möglicherweise gar nicht als das wahr, was es ist. Erst recht, wenn ihm die Erfahrung noch fehlt.
Hier sehe ich die Sache etwas anders. Das Problem ist/war weniger dass die Realität nicht mit der überhöhten romantisierten Idealvorstellung mithalten konnte oder die Menschen den Unterschied zwischen Realität und Ideal nicht wahrnehmen können, sondern dass die Leute einfach aufgehört haben auf dieses Ziel hinzuARBEITEN weil diese klassischen romantischen Idealbilder ja auch extrem viel von den Liebenden abverlangen was man aber gerne vergisst oder auch ausblendet.
Was viele dabei nämlich immer übersehen ist dass die beiden Liebenden sich ja erst mal für einander würdig erweisen müssen bevor es zu einemHappy End kommt. Oft wird auch bewusst das Überwinden von Widrigkeiten oder die Akzeptanz von Inperfektheiten verwendet um klar zu machen dass romantische Liebe mit einem moralisches Wertebild verbunden ist welches helfen soll Liebe mit einem anderen Menschen leben zu können.
Die Lüge bei der Sache beginnt dort wo suggeriert wird dass der Erfolg sich einstellen wird wenn man sich nur richtig verhält. Aber wenn wir ehrlich sind müssen wir zugeben dass es zumindest nicht schadet wenn man sich an die dort mittransportierten Tugenden hält.
Leider versuchen wir heute eher jegliches auf moralischen Werten aufbauende Ideal/Weltbild zu Gunsten eines Liberalismus / Individualismus als gestrig zu framen nicht weil man eine bessere Alternative vorzuweisen hat aber die Message du bist toll so wie du bist egal was du auch machst im Gegensatz dazu recht bequem ist.
Zu lieben bedeutet halt auch die Wünsche und Bedürfnisse der geliebten Person auf das gleiche Level wie die eigenen zu heben und mitunter mal selbst auf etwas zu verzichten damit die Wünsche des der anderen Person in Erfüllung gehen können weil einem am Glück des/der Anderen gelegen ist. Wenn das romantische Bild auch nicht realistisch ist so zeigt es zumindest den wesentlichen Punkt nämlich das es bei Liebe zu anderen Menschen nicht primär um einen selbst geht
Für mich zeigt sich eine Korrelation zwischen vermehrtem Film- und Serienkonsum und idealisierten Beziehungsbildern und höheren Beziehungserwartungen. Sehnsuchtskulissen und Schicksalsmotive - die alle Zeiten überdauernde, ewige Liebe als Dauerbrenner.
sehe ich weniger schlimm als bei
Von Formaten der Neuzeit, "scripted" und "reality", ganz abgesehen. Drama pur, auch und besonders auf Social Media - ganz große Gefühle. Aufmerksamkeit erregt nur mehr, was ins Extrem abgleitet - und das umfasst die volle Bandbreite der Gefühle - vom Negativsten bis zum Positivsten.
diesen Formaten. Da wird nämlich das "Endziel" einer stabilen Beziehung gegen den kurzfristigen Thrill getauscht. Die Message ist eher wenn du awesome bist dann fliegt dir alles zu.
Ich denke, die meisten Menschen können lieben. Dass es Menschen gibt, die aromantisch empfinden, unbestritten. Aber viele, die behaupten, (noch) nie geliebt zu haben, werden Liebe empfunden haben, es eventuell auch im Moment tun, es aber anders labeln, es vielleicht aus Angst (und zum Schutz) verleugnen, oder es womöglich nicht an die Oberfläche holen können, weil Niedergeschlagenheit oder Depression sich wie eine Decke darüber ausbreiten. Oder, oder, oder.
Ein konträrer Gedanke in Form einer Frage noch: Ist es überhaupt Liebe oder Verliebtheit, wenn ich es im Moment nicht ganz bewusst empfinden kann?
Verliebtheit ist so gesehen die Vorstufe zur romantischen Liebe bevor sich diese in Liebe gewandelt hat. Eine tiefe emotinale Verbundenheit wie z.B. eine tiefe Freundschaft oder Liebe braucht halt einfach Zeit daher ist es nicht ungewöhnlich dass man die Gefühle die man für jemand hat nicht gleich definieren oder abgrenzen kann.
Die Leute haben anderen immer schon vorgespielt, dass ihr Leben perfekt läuft.
Ich kenne zig solcher Beziehungen.
Aufgebaut auf einer Beziehung um in die Gesellschaft zu passen.
Denn wenn du nicht in dieses Schema gepasst hast dann hat etwas nicht gestimmt mit dir.
Das ist aber in der Regel auch nur bei Leuten so die mehr auf externe Bestätigung aus sind als selbstbestimmt zu handeln. Und das traurige an der Sache ist je mehr sie das machen was sie meinen das ihnen gesellschaftlich was bringt umso mehr sind sie unzufrieden dass sie wieder nicht das haben was sie selbst wollen
Ich finde viele Leute heute ehrlicher.
Zb. Ein TikTok Video einer perfekt geschminkten Frau die sich abschminkt und so etwas sagt wie....
Ja Jungs das ist die Realität aber ich weiß ohne diesen Aufwand hätte ich den heutigen Party Abend nicht vollkommen kostenlos erlebt
Was ist daran bitte ehrlich wenn ich mich durch Schminken und Vethalten verstelle und bewusst andere manipuliere mit dem Ziel diese zu Täuschen und daraus einen persönlichen Vorteil = gratis Drinks zu ziehen. Da hilft auch der Reveal danach nichts.
Wirklich ehrlich wäre gewesen um in der Situation zu bleiben ungeschminkt hinzugehen und Angebote von den Typen die sie nicht interessieren abzulehnen und sich die Drinks selbst zu kaufen.
Die Situation ist aber charakteristisch für die heutige Einstellung von vielen- lieber sich selber anlügen bevor man negative Auswirkungen des eigenen Handelnsbertragen muss
Lg sakura