Ghosting - Charakterschwäche oder besser für beide?

Wie würdet Ihr schriftlichen Kontakt beenden? Angekündigt oder stillschweigend?

  • Ich sage Bescheid, dass ich nicht mehr schreiben möchte, ohne Begründung.

    Stimmen: 7 20,6%
  • Ich sage mit Begründung Bescheid.

    Stimmen: 20 58,8%
  • Ich stelle den Kontakt kommentarlos ein .

    Stimmen: 7 20,6%

  • Umfrageteilnehmer
    34
Hi,



hast Du schon mal daran gedacht, dass Du es nur Dir leichter machst und dem anderen schwerer?

Wenn Du Dich dem anderen gegenüber wie ein Arsch benimmst, fällt dem das Ende viel leichter.

Wenn Du stattdessen darlegst "Ich bin ein lieber, rücksichtsvoller Typ, aber ich will nix von Dir" ... kann das besser sein? Für den anderen.

LG Tom
Damit näherst Du Dich meiner Ausgangsfrage an. Ob ich "lieb" bin, steht nicht zur Debatte. Wohl aber, ob es wertschätzender ist, den anderen zu informieren. Und ich bin da sehr klar und ehrlich, nix wischiwaschi. Dass das Ergebnis trotzdem verletzen kann, liegt wohl auf der Hand.
 
Nenn es, wie Du magst. Ich nenne es anders: man spielt im Leben des anderen keine Rolle. Ja, von der Sache her ist das das Gleiche. Der Weg dahin ist für mich entscheidend anders.
Wenn du der Weggeworfene bist oder der Wegwerfende?

Ich finde, jeder Kontakt hat seine eigene Dynamik und man merkt eh schnell, wer was wo wie daraus haben möchte. Und ob das zusammenpasst oder nicht.

und dann Funkstille herrscht wenn man sich bspw. am Vortag noch ausgemacht hat, am nächsten Tag wieder zu schreiben. Oder Funkstille nach einem ersten Date, das respektvoll verlaufen ist. Das ist für mich Ghosting und einfach asozial.
Das sind ja alles wieder Spezialfälle

Nach einem Date einfach abzutauchen, ist öde. Machte ich auch noch nie.... ich sag dann halt, dass es zu wenig gefunkt hat.🤪
 
Hi,

Damit näherst Du Dich meiner Ausgangsfrage an. Ob ich "lieb" bin, steht nicht zur Debatte. Wohl aber, ob es wertschätzender ist, den anderen zu informieren. Und ich bin da sehr klar und ehrlich, nix wischiwaschi. Dass das Ergebnis trotzdem verletzen kann, liegt wohl auf der Hand.

klar steht es zur Debatte. Wenn es Dir wichtiger ist, gut dazustehen, als es dem anderen leichter zu machen.

LG Tom
 
"ghosting" - egal ob in der "offiziellen definition" enthalten oder nicht geht für mich noch viel weiter, als bloß unsichtbar zu werden oder einfach nicht mehr zu antworten. auch das wortlose fernbleiben von treffen oder anderen terminen, wo man sich angemeldet hat und andere einen aufwand oder andere unannehmlichkeiten haben, gehören für mich z.b. im weitesten sinn dazu.

und der grund dafür ist m.e. nicht "den anderen durch eine unangenehme rückmeldung nicht verletzen zu wollen", sondern in den allermeisten fällen wohl schlicht feigheit und eigene bequemlichkeit. also reine selbstsucht und es sich auf kosten anderer leicht zu machen.
 
Es gibt hier haufenweise Konversationen die einfach aufgehört haben. Es hat im RL Menschen gegeben mit denen ich lange regelmäßigen Kontakt hatte, bis sie in einer Situation etwas für mich und mein Empfinden falsches zu mir oder meinen Freunden gesagt haben. Dann habe ich ihnen die Türe gezeigt und man hat sich nie wieder gesehen. Es gibt aktuell ein befreundetes Pärchen das dabei ist sich politisch zu radikalisieren. Ich werde mich bei ihnen vorerst aktiv nicht mehr melden, so wie ich die Situation einschätze, sie sich auch nicht.
Ich glaube nicht das ich verpflichtet bin ihnen zu sagen, dass ich keine Lust habe meine Zeit mit Menschen zu verbringen die zwar nie etwas sagen, von denen ich aber weiß das sie im Grunde in AFD Manier Menschen in Links und nornal denkend einteilen, dass ihnen die ÖVP zu Woke ist, usw.usf.. Ihnen und mir fiel es bisher schwer diesen Schritt schon früher zu tun, ich mag die Beiden im Grunde echt gerne und der Mann ist auch ein langjähriger Mitmusiker mit dem ich immer wieder in diversen Projekten live auftrete. Wir spielen seit 20 Jahren miteinander.
Aber mittlerweile wurde da von ihnen eine rote Linie überschritten, ich kann das nicht mehr totschweigen nur um die Freundschaft zu erhalten.
Auf direkte Konfrontation habe ich aber auch keine Lust.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt hier haufenweise Konversationen die einfach aufgehört haben. Es hat im RL Menschen gegeben mit denen ich lange regelmäßigen Kontakt hatte, bis sie in einer Situation etwas für mich und mein Empfinden falsches zu mir oder meinen Freunden gesagt haben. Dann habe ich ihnen die Türr gezeigt und man hat sich nie wieder gesehen. Es gibt aktuell ein befreundetes Pärchen das dabei ist sich politisch zu radikalisieren. Ich werde mich bei ihnen vorerst aktiv nicht mehr melden, so wie ich die Situation einschätze, sie sich auch nicht.
Ich glaube nicht das ich verpflichtet bin ihnen zu sagen, dass ich keine Lust habe meine Zeit mit Menschen zu verbringen die zwar nie etwas sagen, von denen ich aber weiß das sie im Grunde in AFD Manier Menschen in Links und nornal denkend einteilen, dass ihnen die ÖVP zu Woke ist, usw.usf.. Ihnen und mir fiel es bisher schwer diesen Schritt schon früher zu tun, ich mag die Beiden im Grunde echt gerne und der Mann ist auch ein langjähriger Mitmusiker mit dem ich immer wieder in diversen Projekten live auftrete. Wir spielen sekt 20 Jahren miteinander.
Aber mittlerweile wurde da von ihnen eine rote Linie überschritten, ich kann das nicht mehr totschweigen nur um die Freundschaft zu erhalten.
Auf direkte Konfrontation habe ich aber auch keine Lust.
Kann ich verstehen, in der Situation über Kontaktabruch nachzudenken. Eine Konfrontation wäre da vermutlich nicht Mal eben mit zwei Sätzen erledigt.
 
Es kommt immer Mal wieder vor, dass man auf Menschen trifft, die nach vorher sehr intensivem Schreiben urplötzlich ohne Begründung den Kontakt abbrechen (auch Ghosting genannt). Was denkt Ihr, ist das einfach schlechter Umgang, oder ist es am Ende für beide besser so? Womit können die meisten besser umgehen: Abschied mit Ankündigung, oder still und leise?
Dieses Kontakt abbrechen hinterlässt immer irgendein Gefühl.

Einmal kann es befreiend wirken.

Das nächste Mal ist das schlechte Gewissen jemand aus dem Leben entfernt zu haben nach einer Stunde Geschichte.

Ein anderes Mal überlegt man etwas länger, viell 3 Tage, ob es richtig wäre sich doch wieder zu melden? Meist siegt aber die erste Entschuldigung.

Dann gibt es noch die Möglichkeit der Mitteilung. Z.B. nach einem Streit oder so, teilt man dem Gegenüber mit es wird keinen weiteren Kontakt geben. Weder persönlich noch virtuell.
Wenn's um etwas geht, dann über einen Anwalt.
 
Es kommt immer Mal wieder vor, dass man auf Menschen trifft, die nach vorher sehr intensivem Schreiben urplötzlich ohne Begründung den Kontakt abbrechen (auch Ghosting genannt). Was denkt Ihr, ist das einfach schlechter Umgang, oder ist es am Ende für beide besser so? Womit können die meisten besser umgehen: Abschied mit Ankündigung, oder still und leise?
Kleiner Pro Tipp -> Einfach nicht viel mit Anderen schreiben, dann gibts auch kein ghosting :rofl:

Ghosting ist mir bis jetzt noch nie passiert und ich habe es auch noch nie gemacht. Wobei! Im echten Leben habe ich schon des öfteren einen polnischen Abgang gemacht (aber nur auf Parties, nicht bei einem Date).
 
Hi,

und der grund dafür ist m.e. nicht "den anderen durch eine unangenehme rückmeldung nicht verletzen zu wollen", sondern in den allermeisten fällen wohl schlicht feigheit und eigene bequemlichkeit. also reine selbstsucht und es sich auf kosten anderer leicht zu machen.

kann man so sehen. Ist aber nicht sehr clever.

Ich halte es für egoistisch. Es ist denjenigen wichtiger, selbst gut dazustehen, wie es dem anderen geht, vollkommen egal. Hauptsache man kann sagen "Ich habe mich immer verabschiedet".

Das ist so, wie die, die dem Partner unbedingt davon erzählen müssen, dass sie fremdgegangen sind. Weil sie ein schlechtes Gewissen haben. Dann ist ihr Gewissen erleichtert, dass der Partner sich dann damit rumschlagen muss, vollkommen egal. Ihre weiße Weste ist wieder rein, sie sind ehrlich.

LG Tom
 
Hi,



kann man so sehen. Ist aber nicht sehr clever.

Ich halte es für egoistisch. Es ist denjenigen wichtiger, selbst gut dazustehen, wie es dem anderen geht, vollkommen egal. Hauptsache man kann sagen "Ich habe mich immer verabschiedet".

Das ist so, wie die, die dem Partner unbedingt davon erzählen müssen, dass sie fremdgegangen sind. Weil sie ein schlechtes Gewissen haben. Dann ist ihr Gewissen erleichtert, dass der Partner sich dann damit rumschlagen muss, vollkommen egal. Ihre weiße Weste ist wieder rein, sie sind ehrlich.

LG Tom
Ein Arbeitgeber schmeißt seine Angestellten ohne Begründung raus, ist also nicht egoistisch? Begründung würde nur dem AG dienen, weil er besser dastehen möchte? Ich denke nicht. Unsicherheit/nicht zu wissen, woran man ist, kann eine unheimlich belastende Situation sein. Die kann man von vornherein vermeiden, das hat nichts mit Egoismus zu tun.
 
"ghosting"...
...
...der grund dafür ist m.e. nicht "den anderen durch eine unangenehme rückmeldung nicht verletzen zu wollen", sondern in den allermeisten fällen wohl schlicht feigheit und eigene bequemlichkeit...
Es gibt mindestens noch einen weiteren Grund: Manche Leute haben tatsächlich Spaß daran, andere bewusst und geplant zu verarschen. Das habe ich selbst schon so erlebt.
 
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