Flirtverhalten aus der Kindheit erlernt?

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Hallo EF- User*innen!

Da ich letztens mit jemanden darüber diskutiert habe und es mich interessiert, wie unterschiedlich hier die Meinungen auseinander gehen können, habe ich folgende Fragen an euch:

Denkt ihr, dass das spätere Flirtverhalten schon in Grundzügen als Kind erlernt wird, d.h. wenn man sich etwas Wünscht und dann einen Elternteil bezirzt, es solle jenes für einen kaufen/ machen etc. , die Reaktionen der Eltern schon den Grundstein für das Flirtverhalten legen?
Also bspw. wenn man als Kind lernt mit großen Augenaufschlag, flehenden bitten usw. kann man die Eltern um den Finger wickeln, dass man später auch als erwachsene Person sich eher traut zu flirten? Oder andersrum diejenigen, die als Kind nicht erlebt haben, dass dieses Verhalten funktioniert, vielleicht nur durch Gegenleistung (Geschirrspüler aus- und einräumen, Kinderzimmer aufräumen, Rasen mähen,...) Dinge bekommen haben, sich auch richtig schwer tun beim Flirten? Wie ist es mit letzt geborenen oder Einzelkindern, denen wird doch auch oft nachgesagt (Klischee), dass sie viel mehr bekommen bzw. verzogen werden, weil die Eltern alles erlauben?

Würde mich sehr interessieren, welche Erfahrungen und Einschätzungen ihr dazu habt.
 
Ich bin der Ansicht, dass natürlich das Erwachsenwerden in der Familie spätere Handlungen beeinflusst, aber eben nicht mehr...
Jeder unterliegt permanenten Lernen ubd wenn der/die Betreffende halwegs reflektiert ist, kann er Schwächen ausmerzen, bzw. neues erlernen.
Im angesprochen Flirtferhalten hilft nur, es immer wieder zu machen und sich nicht hinter einer Tastatur zu verstecken.

Btw. es hilft auch, wenn die Möglichkeit besteht, einen guten Verkäufer zu begleiten...
 
Natürlich wird man gewisse Verhaltensweisen und Grundzüge eines Kindes und Jugendlichen auch nach der Pubertät und im Erwachsenenalter wiederfinden, aber gerade bei Flirtverhalten, also bezogen auf mehr oder weniger partnersuchende oder sexuelle Interessen bezogen sind soviele, speziell vom individuellen Reifeprozess abhängige Details mit im Spiel, da kommen im Gegensatz zur Kindheit auch noch gezielte Selbstdarstellung (die sich gegenüber gleich- und andersgeschlechtlichen (ganz neutral einmal:) Gesprächspartnern generell noch einmal unterscheidet!) und - nennen wir es einmal - Wahrheitsdehnung dazu, sodaß ich den kindlich-erlernten Anteil bei unter 1/3 ansetzen würde.
 
Ich flirte wie ein Chamäleon. Zunge raus und hoffen, dass ich was fange... 😇😌😛

Ich weiß nicht, ob es einen kausalen Zusammenhang mit aus der Kindheit bekanntem Verhalten gibt.

Ist ein erfolgreicher Flirt eine Art Belohnung, die ich erreichen will?

Kann, soll, muss ich erwarten, dass was bei den Eltern geklappt hat, auch 1:1 bei Frauen klappt?

Oder ist es nicht eher so, daß man als Erwachsener 98 mal daneben schießt, um 1 mal halb und 1 mal voll zu treffen?

Lg

C.
 
Definitiv JA! Jene Jugendfreunde von mir, die man buchstäbllich als "Frauentypen" bezeichnete, hatten auch entsprechend "talentierte" Väter. Also, Eigenschaften vererbt und/oder abgeschaut. Mit den Mädchen hatte ich wiedersprüchliche Erfahrungen. War die Mutter eine "Prinzessin" gab es Töchter, die waren 1:1 Kopien ihrer Mütter, kleine Tussies inkl. gleichem Handtäschchen und affektiertem Getue. Wieder andere orientierten sich am Vater und gingen am Wochenende mit ihm lieber biken als mit der Mutter shoppen (so wie meine Frau).

Schwierig haben es, m. M. n. Kinder von Alleinerziehenden oder Einzelkinder, denn, je mehr Vorbilder innerhalb der Familie und je mehr Ansprechpersonen, desto besser für die kindl. Entwicklung.

Es sind ja gerade die Probleme, mit denen wir uns als Erwachsene oft herumschlagen, deren Keim in einer nicht so optimalen Kindheit liegt. Kinder aus Großfamilien findet man kaum als Klientel bei PsychotherapeutInnen, die stehen eher beim Staatsanwalt Schlange (diese Bosheit konnte ich mir jetzt nicht verkneifen) :mrgreen:
 
Das gesamte spätere Verhalten nimmt seinen Ursprung in der Kindheit. Die Erziehung und die Erfahrungen prägen uns. Ein selbstbewusstes Kind wird später anders flirten als ein ruhiges schüchternes Kind.
 
Da die Fähigkeit zu kommunizieren in der Kindheit (mehr oder weniger gut) erlernt wird, wirkt sich das natürlich auch darauf aus, wie gut man später flirten kann. Allerdings spielen die Erfahrungen, die man später im Leben macht, auch maßgeblich mit. Und ein gewisser Anteil am Flirttalent ist sicher auch schon in den Genen verankert.
- Alles in allem also ein Konglomerat aus Vererbung, Erfahrungen und Erlerntem, so wie unser ganzes Charaktergebilde.
 
Das gesamte spätere Verhalten nimmt seinen Ursprung in der Kindheit. Die Erziehung und die Erfahrungen prägen uns. Ein selbstbewusstes Kind wird später anders flirten als ein ruhiges schüchternes Kind.
Einverstanden! Aber die realen Umstände sind dann doch einflussreicher. Ich lernte in meiner Familie nicht wie man flirtet, denn meine Eltern waren relativ alt (Vater 52 Jahre und Mutter 36 Jahre älter als ich) und Schwestern hatte ich keine. Deshalb war ich als Teenager unglaublich schüchtern.
 
Wenn man seine Kinder zu Bittstellern erzieht werden sie wohl entweder Schlampen oder Milchbubis. Wenn meine vernünftig erklären warum sie etwas wollen und ich darin einen Sinn erkenne bekommen sie es auch. Da hilft kein Bitten und schon gar kein Flehen, ich will eine vernünftige Argumentation.

Neuer Laptop wegen Homeschooling, kein Ding. Neues Handy wegen Homeschooling, kein Ding.
Neuer 4K TV wegen Homeschooling, kein Weg. ;)
Ist aber vermerkt und wird zum Geburtstag kommen.

Mir liegt mehr daran das Kinder logisch verhandeln können als wie Dreck zu betteln. So wurde ich erzogen und so gebe ich es auch weiter.

Flirten finde ich ab einem gewissen Grad immer etwas verlogen. Zwar habe ich auch ein paar solcher Nummern auf Lager, aber das ist nur Beiwerk.
Wie ich lächle damit es sexy wirkt habe ich natürlich in der Jugend vor dem Spiegel geübt, das ein starker Auftritt mehr bringt als tausend Rosen ist mir auch klar und wenn ich etwas in Gang bringen will offenbare ich mich verbal. Das würdelose rumgeschleime das manche als Flirten bezeichnen ist nicht meines.

Mir ist es lieber wenn man sich gegenseitig ein paar Signale zusendet, diese bei Interesse erwidert und sich dann einer dadurch ermutigt fühlt den ersten Schritt zu wagen.
 
Denkt ihr, dass das spätere Flirtverhalten schon in Grundzügen als Kind erlernt wird, d.h. wenn man sich etwas Wünscht und dann einen Elternteil bezirzt, es solle jenes für einen kaufen/ machen etc. , die Reaktionen der Eltern schon den Grundstein für das Flirtverhalten legen?
kann ich mir nicht vorstellen.
wieso ziehst du bitte parallelen zwischen sich von den eltern etwas wünschen und mit einer person zu flirten?
 
Wenn man seine Kinder zu Bittstellern erzieht werden sie wohl entweder Schlampen oder Milchbubis. Wenn meine vernünftig erklären warum sie etwas wollen und ich darin einen Sinn erkenne bekommen sie es auch. Da hilft kein Bitten und schon gar kein Flehen, ich will eine vernünftige Argumentation.
kann ich mir nicht vorstellen.
wieso ziehst du bitte parallelen zwischen sich von den eltern etwas wünschen und mit einer person zu flirten?
Was ich damit meine, ist, dass in der Kindheit bereits den Charme spielen zu lassen in vielerlei Anlässen "geübt" wird. Also wenn @Mitglied #506400 schreibt, dass er sich den 4K Fernseher für den Geburtstag vorgemerkt hat, zeigen deine Kinder überaus logisches Verhalten oder haben sie auch das typische Kinderverhalten gezeigt, wo sie plötzlich ein wenig die Stimme verstellten, sich ein wenig herum wenden aller "Duuuu PAPA..." mit großen Augen usw.
Ich kann mir nämlich schon vorstellen, dass Personen, die die Erfahrung bereits als Kind gemacht haben, dass sie Charm haben, diesen dann später auch leichter "üben" können bzw. "besser" flirten können. Wenn Kinder jedoch zurückgewiesen werden und dieser Charm keinen Erfolg zeigt, haben sie auch als erwachsene Personen vielleicht weniger Selbstvertrauen in ihren Charm, sodass dies zu weniger Flirtversuchen/- erfolgen führt.
 
Wenn Kinder jedoch zurückgewiesen werden und dieser Charm keinen Erfolg zeigt, haben sie auch als erwachsene Personen vielleicht weniger Selbstvertrauen in ihren Charm, sodass dies zu weniger Flirtversuchen/- erfolgen führt.
Wenns Mutti entzückend findet, dann kommt das nicht zwangsläufig bei einer Frau gut an.
 
Was ich damit meine, ist, dass in der Kindheit bereits den Charme spielen zu lassen in vielerlei Anlässen "geübt" wird
ich sehe immer noch keinen zusammenhang zwischen irgendeinem vorgetäuschten charme, um etwas zu bekommen, und ich selbst zu sein, beim flirten.

ich verstelle mich nicht, wenn ich flirte ... vielleicht liegt es daran ...
 
Denkt ihr, dass das spätere Flirtverhalten schon in Grundzügen als Kind erlernt wird, d.h. wenn man sich etwas Wünscht und dann einen Elternteil bezirzt, es solle jenes für einen kaufen/ machen etc. , die Reaktionen der Eltern schon den Grundstein für das Flirtverhalten legen?
Also bspw. wenn man als Kind lernt mit großen Augenaufschlag, flehenden bitten usw. kann man die Eltern um den Finger wickeln, dass man später auch als erwachsene Person sich eher traut zu flirten?

Das kann ich nicht bestätigen.
Ob das Flirten an einem selbst liegt, ich weiß nicht - es ist eher ein Lesen des Gegenübers und darauf reagieren können, dass es ausmacht.

Flirten kommt nicht aus einem raus und funktioniert oder nicht. Man liest den anderen, spielt mit ihm, reagiert - agiert.

Eher in Kommunikation, bei der Entwicklung des Humors, auch der Charme in Diskussionen beginnend von der noch mimik- und gestikgestützten Sprache.
Wir haben gerade eine sprachbegeisterten Neuling, man merkt er versteht, er merkt dass wir ihn nicht unbedingt verstehen, er entwickelt einen sehr schönen Ausdruck, hauptsächlich durch Mimik. Er hat Aufmerksamkeit, er liest unsere vielen Gesichter, so fing es an.
Mit Belohnen, um den Finger wickeln hat das gar nichts zu tun.
Auch bei den 50%-Genetischen, deuten, fragen - geht, geht nicht.
Man sieht es recht schön bei Hunden, wenn sie geschimpft werden, der traurige bedauernde Blick, ein Streicheln, weil er es ja nicht besser weiß und ien Leckeri.
So wollte ich Menschen nicht begleiten. Sie waren vom ersten Tag an Menschen, die wir so gut wir konnten begleiteten. Ich denke schon, dass es in einem Mehrgenrationenumfeld möglich ist mehr mitzubekommen.

Wenn man junge Menschen begleitet, dann begleiten sie einen gleichfalls. Sie nehmen irre viel mit von unserer Vorbildwirkung, sehen uns agieren - ich denke, da liegt durchaus gleichfalls ein Schlüssel, wie offen man auf andere zugeht, reagiert wenn man angesprochen wird. Wo legt man im Gespräch die Hand auf den Arm des Gegenübers, ohne übergriffig zu sein u.s.w.

Würde mich sehr interessieren, welche Erfahrungen und Einschätzungen ihr dazu habt.
Meine Jungs sind alle charmant, "flirten" mit der 80igjährigen Nachbarin ganz genauso, wie mit Burschen, Mädchen und der eigenen Ehefrau. :)
Der Flirt ist ein Spiel, Kommunikation, ein Tanz - den erfährt man mit so vielen Menschen, auf unterschiedlichste Art, so wie es unterschiedlichste Tänze gibt. Es ist eine wahre Freude zuzusehen - was erschreckend ist, ist natürlich wenn man sich selbst darin erkennt. (ich denke, sie haben auch mich 1000 mal beobachtet, ziellos, ganz einfach zum Spaß - tja und als Organisatorin und Wirtin, kennen sie die vielen Gesichter die es haben kann, auch die wie man sich raus windet ohne zu vergrämen, wie man es tut kann wenn alle wissen dass es nur Spaß ist und doch etwas mitschwingt.)

Mütterlich: Man flirtet nicht um jemand zu manipulieren, man bleibt immer ganz nah an der Wahrheit, man kann es einfach zum Spaß tun - hält aber dann immer Grenzen ein und macht niemanden Hoffnungen, von denen man weiß, dass sie unerfüllt bleiben. Man checkt ob das Gegenüber das Spiel und den Tanz beherrscht, man bricht keine Herzen, weil es mal grad ein netter Abend ist.
 
Wenn Kinder jedoch zurückgewiesen werden und dieser Charm keinen Erfolg zeigt, haben sie auch als erwachsene Personen vielleicht weniger Selbstvertrauen in ihren Charm, sodass dies zu weniger Flirtversuchen/- erfolgen führt.
Ich denke, wenn Kinder zurückgewiesen wurden und es so fest verhaftet blieb, dass sie auf andere Menschen nicht zugehen können, haben sie in Folge ein ganz anderes Problem, das mit Beziehungsfähigkeit zu tun hat, oder?
 
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