Lohnt es sich nicht zwischen Flirt und charmanter Zuvorkommenheit zu differenzieren?
In geschickten Nuancen .... sonst mutiert man vom Gentleman rasch zum Vertreter/Autoverkäufer
Einen Zweck zu verfolgen, bevor man noch weiß, ob die Frau/der Mann einem liegt, wäre eigenartig unter Menschen.
Das wäre einer stattfindenden Entwicklung vorzugreifen.
Ich glaube, wenn ich drüber nachdenke, gar nicht an das Flirtverhalten.
Menschen interessieren uns, egal in welchem Bereich. Eine Gruppe findet sich zusammen, beruflich, Freizeit, Schule u.s.w.
Wir lernen Leute wenn es ungezwungen ist, aus Neugierde und Interesse kennen und gehen auf sie zu. Wen wählt man aus einer Gruppe zuerst?
Mir ist es komplett egal ob das ein Mann oder eine Frau ist. Große Firma, viele Kollegen, egal ob Mann oder Frau, man kommt ins Gespräch. Ob es zu einer beruflichen Synergie kommt, man eher zu Kindern im gleichen Alter kommt, oder persönlich nähere Informationen austauscht kann verschieden sein. "Der Cocktail ist mir fast ein wenig zu bitter, was hast Du da eigentlich?", "Ist es hier immer so heiß, meinst können wir wo ein Fenster aufmachen?" (bei zweiterem ein "wir" im Satz, das lässt aufhorchen) "Können wir ein wenig raus gehen?" "Magst Du mal meinen Cocktail kosten?) (wäre dann z.B. ein klarer Einstieg in ein Flirten.)
Es ist ein Verlauf.
Dieses angesprochene Flirten, jemand ausmachen in eine Gruppe, auf ihn zusteuern, einen Spruch ablassen - mal ehrlich funktioniert das überhaupt gscheit, wenn im Vorfeld diese kleinen Annährungsrituale, die uns durchaus auch warnen, uns unterbewusst achtsam werden lassen oder vielleicht etwas breiter lächeln lassen und mehr Interesse entwickeln lassen als normal?
Flirten oder ich nenne es Annähern, ist keine Einbahnstraße. Ohne Signale, jemanden brutal anzuflirten ist wie mit einer Dampfwalze drüber zu fahren.
Das ist es auch. Der kleine menschliche Tanz wird ausgelassen, es fehlt die Basis und wird durchaus von vielen als übergriffig und manipulativ unangenehm empfunden. Dass der "Flirter" nicht nachlässt, versucht weiter von sich zu überzeugen, endet dann doch eh meist in einem Korb der größer als gewollt ausfällt, weil ihm Signale, feines Kennenlernen absolut wurst waren und er nicht einbremste, sondern noch aufs Gas stieg.
Das liegt ganz sicher in der Kindheit. Die meisten lernen allerdings aus ihren Erfahrungen, brauchen etwas länger. Aber keiner muss so bleiben wie er ist. So mancher Ratschlag aus dem Umfeld, wenn man ehrliche Freunde hat, wird gehört und umgesetzt, andere beharren drauf "Ich bin so wie ich bin. So war ich schon immer. Wenn das jemand nicht passt, dann nicht".
bissi o.t.: Ganz schlimm finde ich Eltern, die glauben das Zynismus oder Sarkasmus gegenüber Kindern, ihren Kindern angebracht ist, sie senden zwei unterschiedliche Signale in Mimik und Wort. Ein teures Glas fällt: "Das ist wieder typisch für Dich.", "Das hast wieder echt gut gemacht." "Du bist mein Sargnagel." "Na super, wir können es uns ja leisten." "Mein Leben ist sowas von einfach und großartig mit Dir."
Ich denke, das haut alle kleineren Menschen ziemlich grauslich zurück.