Flirtverhalten aus der Kindheit erlernt?

  • Ersteller Ersteller Gast
  • Erstellt am Erstellt am
Denkt ihr, dass das spätere Flirtverhalten schon in Grundzügen als Kind erlernt wird, d.h. wenn man sich etwas Wünscht und dann einen Elternteil bezirzt, es solle jenes für einen kaufen/ machen etc. , die Reaktionen der Eltern schon den Grundstein für das Flirtverhalten legen?
Ja natürlich. Unser ganzes Verhalten wir in frühester Kindheit geprägt. Je nach Charakter geht man mit den frühkindlchen Erfahrungen dementsprechend um.
 
weiss nicht wann der grundstein fürs flirten gelegt wird - oder wodurch
aber vermutlich in der kindheit oder spätestens mit eintritt in die pubertät

ich habs irgendwie nie gelernt
und werds auch nie lernen

und es geht auch ohne
 
Ich hab keine Ahnung und es ist viel zu früh um nen ernsthaft sinnvollen Beitrag zu leisten ^^
Ich dachte nur gerade an meine Kinder. Die sind wirklich arm^^ Bei mir hilft nämlich kein Betteln und kein Dackelblick, die müssen argumentieren ;)
 
Meine Flirtstrategie ist auch heute noch die des kleinen Kindes, das an der Supermarktkasse den Schokoriegel nicht bekam.
Fühle ich mich ignoriert, werfe ich mich danieder, trommle mit den Händen auf den Boden und fange ganz laut an zu weinen.
Funktioniert fast immer. :mrgreen:
 
Ich hab keine Ahnung und es ist viel zu früh um nen ernsthaft sinnvollen Beitrag zu leisten ^^
Ich dachte nur gerade an meine Kinder. Die sind wirklich arm^^ Bei mir hilft nämlich kein Betteln und kein Dackelblick, die müssen argumentieren ;)

Zum Thema Dackelblick fällt mir eine sehr schöne Geschichte ein die auch in gewisser Weise indirekt mit "flirten" zu tun hat zumal es sich um ein Kind handelt und daher ganz gut zum Thema passt

Vor einigen Jahren als ich in mit einem Freund Kambodscha bereist habe, sind wir mit einem Longtail Boot den Tonle Sap ,der der größter See in Südostasien ist dessen Abfluss in den Mekong mündet, hinuntergefahren um die dortigen schwimmende Dörfer zu besuchen und wie üblich uns vollzufressen..
Brütende Hitze und eine enorme Schwüle in der Regenzeit, Fotoausrüstung im Rucksack am Buckel.

Als wir nun so fahren kommt ein anderes Longtail Boot auf und zu, fährt seitwärts und während wir uns noch wundern was die denn wollen springt ein Bub von etwa 6 Jahren zu uns aufs Boot.
Kaum angekommen greift er in eine Umhängetasche, zieht eine kalte Dose Bier heraus, öffnet diese sofort und gibt sie mir.
(herrlich bei der Hitze)
Der sich daraus entwickelnde Verkaufsdialog ist legendär und ich habe noch nie eine derart geschickten Verkäufer erlebt wie diesen Buben.
Natürlich ging es um den Preis den der Bursche für etwa 2 Dollar angesetzt hat was angesichts der Tatsache, dass das Bier im Supermarkt knapp einen halben Dollar kostet prinzipiell in Ordnung ist, aber Asien ohne Verhandeln geht gar nicht.

Ich muss den Dialog hier in Englisch wiedergeben:
ich: how much ?
er: two Dollars each for you and your friend,sir (Sir hört man ununterbrochen auch wenn man keiner ist)
Ich: too expensive
er: no sir
ich: but in the Supermarket it costs only half a Dollar
er: do you see a supermarket here ? It´s far away sir
ich: anyway, too expensive
er : you like the taste sir?
ich yes, but too expensive
er: do you feel the heat her in the sun sir
ich: of couse
er: perfekt to have a coold beer sir
....

So ging es Minutenlang weiter und auf jedes "es ist zu teuer" hat der Bub ein neues rationell begründetes Argument gebracht (alleine schon deshalb hab ich ihn gemocht).
Irgendwann hat er gemerkt, dass alle Argumente nicht ziehen, hat er den Kopf gesenkt und mich mit seinen großen schwarzen Augen angesehen und fast weinerlich gesagt "Could you please give me two Dollar?" (diesmal ohne Sir)

In diesem Augenblick war es um mich geschehen und ich hab 5 Dollar pro Bier bezahlt plus 5 Dollar weil es so unendlich Spaß gemacht hat mit ihm zu verhandeln.

Dieses spielen mit Emotion (Flirten) hat buchstäblich mein Herz erobert und diese Geschichte habe ich jahrelang in dem Konzern für den ich gearbeitet habe bei der Ausbildung von Junvertriebsleuten erzählt.
Als herausragendes Beispiel für eine gelungene Verhandlungstaktik, denn wo Ratio nicht weiterkommt, kann es möglicherweise die Emotion.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Jungs sind alle charmant, "flirten" mit der 80igjährigen Nachbarin ganz genauso, wie mit Burschen, Mädchen und der eigenen Ehefrau. :)
Lohnt es sich nicht zwischen Flirt und charmanter Zuvorkommenheit zu differenzieren?

In geschickten Nuancen .... sonst mutiert man vom Gentleman rasch zum Vertreter/Autoverkäufer
 
Lohnt es sich nicht zwischen Flirt und charmanter Zuvorkommenheit zu differenzieren?

In geschickten Nuancen .... sonst mutiert man vom Gentleman rasch zum Vertreter/Autoverkäufer
Einen Zweck zu verfolgen, bevor man noch weiß, ob die Frau/der Mann einem liegt, wäre eigenartig unter Menschen.
Das wäre einer stattfindenden Entwicklung vorzugreifen.

Ich glaube, wenn ich drüber nachdenke, gar nicht an das Flirtverhalten.

Menschen interessieren uns, egal in welchem Bereich. Eine Gruppe findet sich zusammen, beruflich, Freizeit, Schule u.s.w.
Wir lernen Leute wenn es ungezwungen ist, aus Neugierde und Interesse kennen und gehen auf sie zu. Wen wählt man aus einer Gruppe zuerst?

Mir ist es komplett egal ob das ein Mann oder eine Frau ist. Große Firma, viele Kollegen, egal ob Mann oder Frau, man kommt ins Gespräch. Ob es zu einer beruflichen Synergie kommt, man eher zu Kindern im gleichen Alter kommt, oder persönlich nähere Informationen austauscht kann verschieden sein. "Der Cocktail ist mir fast ein wenig zu bitter, was hast Du da eigentlich?", "Ist es hier immer so heiß, meinst können wir wo ein Fenster aufmachen?" (bei zweiterem ein "wir" im Satz, das lässt aufhorchen) "Können wir ein wenig raus gehen?" "Magst Du mal meinen Cocktail kosten?) (wäre dann z.B. ein klarer Einstieg in ein Flirten.)

Es ist ein Verlauf.
Dieses angesprochene Flirten, jemand ausmachen in eine Gruppe, auf ihn zusteuern, einen Spruch ablassen - mal ehrlich funktioniert das überhaupt gscheit, wenn im Vorfeld diese kleinen Annährungsrituale, die uns durchaus auch warnen, uns unterbewusst achtsam werden lassen oder vielleicht etwas breiter lächeln lassen und mehr Interesse entwickeln lassen als normal?

Flirten oder ich nenne es Annähern, ist keine Einbahnstraße. Ohne Signale, jemanden brutal anzuflirten ist wie mit einer Dampfwalze drüber zu fahren.
Das ist es auch. Der kleine menschliche Tanz wird ausgelassen, es fehlt die Basis und wird durchaus von vielen als übergriffig und manipulativ unangenehm empfunden. Dass der "Flirter" nicht nachlässt, versucht weiter von sich zu überzeugen, endet dann doch eh meist in einem Korb der größer als gewollt ausfällt, weil ihm Signale, feines Kennenlernen absolut wurst waren und er nicht einbremste, sondern noch aufs Gas stieg.

Das liegt ganz sicher in der Kindheit. Die meisten lernen allerdings aus ihren Erfahrungen, brauchen etwas länger. Aber keiner muss so bleiben wie er ist. So mancher Ratschlag aus dem Umfeld, wenn man ehrliche Freunde hat, wird gehört und umgesetzt, andere beharren drauf "Ich bin so wie ich bin. So war ich schon immer. Wenn das jemand nicht passt, dann nicht".

bissi o.t.: Ganz schlimm finde ich Eltern, die glauben das Zynismus oder Sarkasmus gegenüber Kindern, ihren Kindern angebracht ist, sie senden zwei unterschiedliche Signale in Mimik und Wort. Ein teures Glas fällt: "Das ist wieder typisch für Dich.", "Das hast wieder echt gut gemacht." "Du bist mein Sargnagel." "Na super, wir können es uns ja leisten." "Mein Leben ist sowas von einfach und großartig mit Dir."
Ich denke, das haut alle kleineren Menschen ziemlich grauslich zurück.
 
Zum Flirten / Anmache gehören ja bekanntlich immer zwei. Es nutzt also das größte Talent, egal ob genetisch bedingt oder erworben, gar nichts, wenn der andere nicht mitzuspielen bereit ist oder nicht mitspielen kann.

Menschenkenntnisse und Umgangsformen zu erwerben gehört zur Allgemeinbildung, die ja bereits im frühen Kindesalter gefördert werden sollte. Wohl dem, der sie hat und richtig eizusetzten weiß.

Flirtversuche können aber auch schnell als eine Belästigung empfunden werden.
 
Zum Flirten / Anmache gehören ja bekanntlich immer zwei. Es nutzt also das größte Talent, egal ob genetisch bedingt oder erworben, gar nichts, wenn der andere nicht mitzuspielen bereit ist oder nicht mitspielen kann.

Menschenkenntnisse und Umgangsformen zu erwerben gehört zur Allgemeinbildung, die ja bereits im frühen Kindesalter gefördert werden sollte. Wohl dem, der sie hat und richtig eizusetzten weiß.

Flirtversuche können aber auch schnell als eine Belästigung empfunden werden.

Nö! Jeder halbwegs Talentierte kann "richtig Flirten" lernen. Nicht schwieriger als Klavierspielen. So wie sich jener "mit Gehör" dabei leichter tut, so gibts auch, was das Flirten betrifft, nachlässige Naturtalente und fleissige "Streber". Das "Opfer" hat dabei kein Mitspracherecht, weil "richtig Flirten" nix Anders ist als Manipulation die funktioniert! Ein Durchschnittsmensch ist solchen Praktiken praktisch hilflos ausgeliefert (jetzt, um Gottes Willen, nicht wertend zu verstehen). :)
 
Nö! Jeder halbwegs Talentierte kann "richtig Flirten" lernen. Nicht schwieriger als Klavierspielen. So wie sich jener "mit Gehör" dabei leichter tut, so gibts auch, was das Flirten betrifft, nachlässige Naturtalente und fleissige "Streber". Das "Opfer" hat dabei kein Mitspracherecht, weil "richtig Flirten" nix Anders ist als Manipulation die funktioniert! Ein Durchschnittsmensch ist solchen Praktiken praktisch hilflos ausgeliefert (jetzt, um Gottes Willen, nicht wertend zu verstehen). :)

Nö! :mrgreen:
 
Dieses angesprochene Flirten, jemand ausmachen in eine Gruppe, auf ihn zusteuern, einen Spruch ablassen - mal ehrlich funktioniert das überhaupt gscheit
Selten. Vermutlich ausschließlich dann, wenn dich ein Mensch anflirtet, den du ansprechend, sympathisch, etc. findest.
Sonst schmeichelt's, nervt's, etc. je nach Art und Weise der Flirtanbahnung.

und sonst: ist Motivforschung generell für mich interessant (sei es wenn man die eigenen oder die fremden durchleuchtet)
 
Zum Flirten / Anmache gehören ja bekanntlich immer zwei. Es nutzt also das größte Talent, egal ob genetisch bedingt oder erworben, gar nichts, wenn der andere nicht mitzuspielen bereit ist oder nicht mitspielen kann.

Schön gesagt.
Es ist ja die Frage ob der Mensch, den man interessant empfindet überhaupt empfangsbereit ist.
Wenn man das nicht vorerst erkundet, schaut ob er Bereitschaft signalisiert, rasch merkt ob der Gesprächsverlauf annäherend oder eben themenbezogen ernst wird, oder eben echt ein Spaß wird, ohne tiefer zu gehen, ist es klar, dass es unangemessen und ungewollt vom Gegenüber ist angeflirtet zu werden.

Wenn man einem andren voll ins Gschäft fährt, steht er auch nicht mehr als Gesprächspartner, guter Bekannter, Freund zur Verfügung.
Da geht dann gar nix mehr.

Ich dreh da sofort um.

Das lehrt man Kinder allerdings auch, dass sie nicht auf alles eine Antwort geben müssen, dass sie wenn jemand Höflichkeitsregeln missachtet, über ihre Grenzen brutal drüber steigt, sie sich umdrehen dürfen und können. Man muss nicht jedem seine Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
Auch wenn Kinder mit ungemessen Wünschen herantreten, oder sich im Ton vergreifen, Entgegenkommen als Selbstverständlichkeit betrachten, merken sie recht rasch an der erwachsenen Reaktion, auch wenn die noch nonverbal ist, dass sie es das nächste mal besser anlegen sollten, vielleicht jemand gekränkt haben - sich lernen. Das liegt durchaus in der Kindheit, ist allerdings bis ins hohe Alter noch erfühl- und erlernbar. Wenn man will.
 
Auf was ich hinaus wollte (weil das scheinbar nicht immer so durch dringt, mein Fehler!):

Die Botschaft: wenn Dich wer "richtig anflirtet" bist Du dem hilflos ausgeliefert (daher "Opfer"). Egal ob männl. oder weibl. Wer das verneint liest zuwenig in den Klatschspalten des Bloulevards ;)
 
Da stimme ich zu, was aber die Aussage angeht man könne flirten "erlernen" nicht.

Ist eine Grundsatzfrage und nicht nur auf das Flirten beschränkt!

Alles war "lehrbar" ist (also wo ich Regeln festlegen kann), ist auch erlernbar. Es gibt Flirtschulen und wie in richtigen Schulen gibt es "Absolventen" mit sehr gutem Erfolg und "Sitzenbleiber" (darf man das noch sagen?) ;)
 
und sonst: ist Motivforschung generell für mich interessant (sei es wenn man die eigenen oder die fremden durchleuchtet)

Seit jeder Empath ist, mag ich das Wort gar nimmer bemühen.
Das ist wie früher, wo sensibel zu sein trendig war, da war plötzlich jeder sensibel.
Da gibt es die Faustregel, wer über sich selbst sagt, sensibel oder empathisch zu sein, der ist es mal ziemlich wahrscheinlich nicht.
Der hat die Feinheit nicht verstanden, dass es nur dann einen Wert hat, wenn es über ihn gesagt wird, sich in das Gegenteil verkehrt wenn man es über sich selbst sagt. :)
(übrigens auch eine unauffällige Art schnell raus zu kriegen, mit welch Geistes Kind man gerade plaudert.)

Ja, Ambition, eines meiner Lieblingsgrübel-Themen.
 
Ist eine Grundsatzfrage und nicht nur auf das Flirten beschränkt!

Wenn an Flirten als gesetzten Akt betrachtet, ja.

Wenn man so wie ich denkt, dass Flirten im Verlauf einer Annährung ist, in der diese Phase eintritt, dann gehört das Rundherum in den Ablauf.

An funktionierenden Patsch-Bumm-Da-bin-ich-Flirt, glaube ich nicht.
Da passiert vorher schon eine Unmenge an Gestik, Mimik, Blickkontakt, Einschätzen, Abwägen, Checken, verbales Näherkommen, bevor es zu einer Situation des Flirtes kommt. Das kann rasant flott gehen, in zwei Minuten schon klar sein oder Jahre dauern, aber ohne wird das nix. Das glaub ich.
 
Zurück
Oben